Neurologen entdecken die Welt

Neurologen können im Gehirn den Sitz der Moral verorten, sie haben Religion als Schaltkreis entlarvt und den freien Willen als bloße Illusion. Wer sich in diesen Jahren die Berichterstattung über die neurologische Forschung durchsieht, wird den Eindruck nicht los, dass hier gerade die ganz großen Fragen der Menschheit behandelt, ach, was sage ich „behandelt“, geklärt werden.
Und der gebildete Laie kann in populären Zeitschriften wie „Gehirn und Geist“ oder populärwissenschaftlichen Büchern an der Beantwortung Anteil nehmen.
Das wirklich Erstaunliche an den Entdeckungen der Neorologie ist aber nicht, welche Gefühle man im Gehirn wo verorten kann, sondern dass ein so geringes Interesse daran besteht, die sich daraus ergebenden Fragen in die historische Diskussion einzubetten. Nur dadurch ist nämlich zu erklären, weshalb in der Öffentlichkeit zwar brandaktuelle Ergebnisse der Wissenschaft diskutiert werden aber niemand zu bemerken scheint, dass diese für die aufgeworfenen Fragen keinen erkennbaren Nutzen haben. Ich möchte dies an den drei angerissenen Themen verdeutlichen: Moral, freier Wille, Gott.
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Die Geschichte einer misslungenen Kastration

Am 22.81956 wurde Bruce Reimer und sein eineiiger Zwillingsbruder Brian im kanadischen Winnipeg geboren. Bei seiner Beschneidung wurde sein Glied so stark verletzt, dass es schwarz wurde und bald vollständig abfiel.
Nun entspricht es der gegenwärtigen political correctness, über den Verlust eines Penis zu schmunzeln, während man über den Verlust einer Brust niemals schmunzeln dürfte, aber für die Eltern war das Schicksal ihres Sohnes ein schmerzhaftes Erlebnis.

Im Februar 1967 sahen die beiden den Psychiater John Money im Fernsehen. Money behauptete in der Sendung, man könne aus Männern ohne weiteres Frauen machen. Die Eheleute Reimer glaubten, die Lösung für ihre Probleme gefunden zu haben: der Junge wird einfach eine Frau! Sie schrieben Herrn Money an, und erhielten umgehend Antwort. Was sie nicht ahnten war, dass Money seine Theorie mit schönen Worten und noch schöneren Transsexuellen unterhaltsam verbreiten, aber nicht mit einer einzigen Untersuchung belegen konnte. Denn Kritiker wiesen darauf hin, dass er bislang nur Geschlechtsumwandlungen an sexuell gestörten Menschen wie Trans- oder Intersexuellen durchgeführt habe, nie aber an einem gesunden normalen Jungen. Und eben hierfür erschien das Experiment „Bruce Reimer“ mit seinem Zwillingsbruder als Kontrollgruppe gerade recht. Volker Zastrow weist in seinem Buch „Gender – Politische Geschlechtsumwandlung“ darauf hin, dass die Begriffe „gender identity“, „gender role“ von John Money geprägt wurden. Er sei der einflussreichste wissenschaftliche Wegbereiter der Gender-Theorie, der zufolge das soziale Geschlecht (gender) bis zur vollständigen „Diskordanz“ abweichen kann: dass man also erfolgreich einen Jungen zu einer Frau oder ein Mädchen zu einem Mann erziehen könne.
Das Experiment wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und aus naheliegenden Gründen von Homosexuellen und Feministinnen begierig aufgegriffen. Alice Schwarzer lobte Money als „Ausnahmewissenschaftler“. Aber wie verlief das Zwillingsexperiment überhaupt?

Zunächst einmal begann es damit, dass dem 22 Monate alten Bruce die Hodensäcke entfernt und aus der Haut des Hodensacks rudimentäre Schamlippen geformt wurden. Für die beiden Jungs gehörten Ärzte und Therapeuten ab jetzt zum Alltag. Die Eltern und Verwandten erhielten strenge Anweisungen, Bruce und auch sonst niemanden über dessen wahres Geschlecht zu informieren und ihn konsequent als Mädchen zu behandeln. Aus „Bruce“ wurde „Brenda“. Doch obwohl die beiden Zwillinge ausgesprochen zarte und niedliche Gesichter besessen haben sollen, blieb „Brendas“ Verhalten jungenhaft: Er wollte lieber mit dem Spielzeug seines Bruders spielen als mit den Puppen, dem Schmuck und den Kleidern, die man ihm anbot. Er tobte, raufte und interessierte sich für Autos und Waffen. Money bewertete das Verhalten als „Wildfang“-Verhalten, wie es auch sonst bei Mädchen hin und wieder vorkäme. Aber sein Verhalten wurde immer auffälliger: er konnte nur durch besondere Gutachten in die Schule aufgenommen werden, konnte sich nicht integrieren noch die geforderten Leistungen bringen – im Gegensatz zu seinem eineiigen Bruder!
Ab seinem elften Lebensjahr quälte „Brenda“ sich mit Selbstmordgedanken. Aber „alle Anzeichen von Verwirrung und schließlich Verzweiflung, die das Kind zeigte, wurden von seinen Betreuungspersonen beiseite geschoben, uminterpretiert oder geleugnet.“
Für „Brenda“ waren die Besuche bei John Money – wie er später berichtete – „eine unerträgliche Qual“. Aber so sehr er sich schon als Vierjähriger dagegen sträubte, gegen seine Eltern konnte er sich nicht durchsetzen. In Zukunftsträumen beschrieb er sich als Mann mit Schnurrbart in einem Sportwagen. Mit beginnender Pubertät diagnostizierte Money bei Brenda eine „lesbische Veranlagung“, weil er sich von Mädchen angezogen fühlte.
Als Jugendlicher bekam „Brenda“ weibliche Hormone verabreicht, um den körperlichen Umbau der Pubertät einzuleiten. Zur Überraschung der Ärzte durchlief er aber dennoch den Stimmbruch, blieb allerdings kleiner als sein Bruder. Den nun anstehenden zahlreichen Operationen widersetzte sich „Brenda“ – jetzt 13 Jahre alt – so heftig, dass er nicht mehr zu den Arztbesuchen in Baltimore überredet werden konnte.
Erst jetzt sagten die Eltern ihren Söhnen die ganze Wahrheit, und „Brenda“ beschrieb seine Empfindung: „Ich war erleichtert. Plötzlich verstand ich, warum ich mich so fühlte, wie ich mich fühlte. Ich war kein komischer Kauz. Ich war nicht verrückt.“
Ab sofort wollte er als Junge leben, nannte sich „David“ (weil er gegen eine Übermacht gekämpft und gewonnen hat) und schluckte nun männliche Hormone. Später ließ er soweit wie möglich sein Genital operativ wieder herstellen und heiratete schließlich sogar.
Aber im Frühjahr 2004 erschoss sich David Reimer mit einer Schrotflinte; sein Bruder Brian nahm sich im Jahr zuvor mit Tabletten das Leben.

Nach 1980 verwendete Money den Fall Reimer nicht mehr in seinen Veröffentlichungen, blieb aber weiter bei seiner Behauptung. Aus feministischen Schriften wurde der Fall in den folgenden Jahren stillschweigend gestrichen – nicht jedoch die Theorie.

Dabei gab es gewichtige Entdeckungen im Bereich der Hirnforschung, welche die Vorstellung eines rein sozialen Geschlechtes widerlegten.

Money ordnete die mit Beginn des neuen Jahrtausends nach dem Bekanntwerden von David Reimers wirklichem Schicksal aufbrandende Kritik an seiner Arbeit und die verändete Haltung der Presse als „Bestandteil der antifemisnistischen Bewegung“ ein. Seine Gender-Theorie ist aus der nationalen und Internationalen Politik nicht mehr wegzudenken und bildet noch heute die Grundlage von Quotenregelung und Familienpolitik.

Literaturhinweis:

http://www.amazon.de/Gender-Politische-Geschlechtsumwandlung-Volker-Zastrow/dp/3937801138/ref=sr_1_1/302-4179261-5541620?ie=UTF8&s=books&qid=1188297704&sr=1-1

Homosexualität ist nicht vererbbar

Wäre Homosexualität vererbbar, wären eineiige Zwillinge immer beide schwul oder beide nicht schwul. Tatsächlich ergibt sich eine Korrelation von etwa 50 %, d.h. wenn jemand homosexuell empfindet und einen eineiigen Zwilling hat, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Zwilling ebenfalls homosexuell empfindet, bei 50%. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch 20%, was ebenso deutlich auf die sozialen Komponenten bei der Entwicklung einer Homosexualität hinweist. Die ist auch recht gut untersucht. Beispielsweise steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst homosexuell zu empfinden mit jedem weiteren großen Bruder um 33%!

Man kann durchaus von einer recht starken genetischen Disposition sprechen, aber man kann nicht sagen, Homosexualität sei vererbbar. Und genetische Dispositionen lassen sich für praktisch jedes Empfinden und Verhalten nachweisen – beispielsweise auch für Alkoholismus! Auch hier wird natürlich nicht die Alkoholsucht vererbt, wohl aber bestimmte Merkmale, welche diese Begünstigen. In diesem Fall geht man meines Wissens derzeit davon aus, dass eine auffallend hohe angeborene Alkoholverträglichkeit bei vielen Alkoholikern der Auslöser für eine Suchtgeschichte wird. Vielleicht, weil dadurch früh ein nachlässiger Umgang mit Alkohol geübt wurde, vielleich, weil die Verträglichkeit ein paar mal zu oft zur Schau gestellt wurde.
Dieses Beispiel soll nur zeigen, was es bedeutet, eine genetische Disposition für etwas zu haben, nämlich fast gar nichts.

Allerdings ist die Frage gleich in zweierlei Hinsicht ethisch irrelevant:
1. Selbst wenn Homosexualität allein durch Umwelt und Erziehung entstünde, bedeutete dies noch lange nicht, dass das Empfinden frei gewählt wurde! Auch anerzogenes und aufgeprägtes Verhalten oder Empfinden ist ein Paket, mit dem man irgendwie klarkommen muss und das man nie selbst gewählt hat.

2. Selbst wenn Homosexualität vererbbar wäre (d.h. 100%ige Korrelation in Zwillingsstudien), ist dies kein ethischer Freibrief. Wenn es beispielsweise eine vererbbare Vorliebe für Tigerfleisch gäbe (im Zweifelsfall gibt es so etwas sogar), wäre es trotzdem nicht entschuldbar, eine vom Aussterben bedrohte Tierart zu essen.
Vielleicht findet jemand sogar die genetische Disposition für Schwulenfeindlichkeit, wäre das dann ein Argument gegen das Antidiskriminierungsgesetz? Das würde wohl kaum jemand gelten lassen.

Tatsächlich gehört es zum Alltag eines Christen, sich gegen seine sündige Natur zu stellen. Homosexuelle werden hier nicht stärker benachteiligt als Menschen mit einer angeborenen Disposition zum Jähzorn oder zur Eitelkeit. Es ist dabei völlig gleichgültig, welchen Anteil daran Gene und Umwelt haben. Der Kampf gegen die Sünde ist aber gleichzeitig auch ein Zeugnis der Auferstehung, denn wir sterben dieser Welt – auch unserem Körper – ab, und richten unsere Hoffnung ganz auf das ewige Leben, in dem wir unter den Gegensätzen zwischen Sein und Sollen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit nich mehr leiden müssen.

http://www.narth.com/docs/gene-ger.html