Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität

Das Konzept der nichtreduzierbaren Komplexität wurde von Michael Behe formuliert und ist unter Kreationisten und Anhängern des Intelligent Designs ein beliebtes Argument gegen die Evolution. Der Kerngedanke ist einfach, dass es Strukturen gibt, die aus mehreren Funktionseinheiten bestehen, die erst im Zusammenspiel funktionieren. Ein beliebtes Beispiel hierfür ist der Bombardierkäfer, der zwei Substanzen durch eine dritte zur Explosion bringt, um Angreifer abzuschrecken. Jede Substanz für sich ist wirkungslos, auch die Drüsen, die erforderlich sind, die Substanzen über einen Kanal in einen gepanzerten Raum zu spritzen, in der sie explodieren. Das System funktioniert nur, wenn alle drei Substanzen produziert und gezielt zusammen geführt werden können, wenn es einen ausreichend stabilen Raum für die Explosion gibt und die Fähigkeit, die Substanz auch in die richtige Richtung zu spritzen. Die einzelnen Teile sind also nicht nur nutzlos sondern auch nicht ganz ungefährlich für den Käfer. Evolutionsforscher haben an diesem Käfer keine große Freude, aber ist er wirklich ein Beispiel für nichtreduzierbare Komplexität? Und wenn ja, wie könnte man sie überhaupt nachweisen? „Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität“ weiterlesen

Es gibt keine Indizien für eine Entwicklung der menschlichen Sprache

Es gibt zahlreiche Theorien darüber, wie sich die menschliche Sprache entwickelt haben sollte. Aber keine einzige lässt sich anhand der Sprachgeschichte belegen. Und das ist ein ernsthaftes Problem, denn die Geschichte der Sprache können wir über 5000 bis 6000 Jahre hinweg verfolgen. Hierzu ein interessantes Interview mit der Kölner Afrikanistin Christa Kilian-Hatz.
Wer sich auf der atheistischen Wikipedia über die Entstehung der Sprache informieren möchte, wird von solchen Zweifeln natürlich nichts finden. Hier wird im Artikel „Sprache“ zur Entstehung blumig erklärt, wie der Mensch in welchem Frühstadium aus kehligen Lauten vor einigen hundertausend Jahren ein Srachsystem entwickelt habe.
Wenn man den Artikel über die Ursprache liest, klingt das schon ganz anders: über eine gemeinsame Ursprache könne man nichts wissenschaftlich brauchbares sagen, weil die Erforschung der Sprache sich über 50000 Jahre erstreckte (man vergleiche nur zu den 400.000 oder mehr Jahren, deren Sprachentwicklung man offenbar genau zu kennen glaubt!). Dabei sind die Möglichkeiten der Forschung hier erheblich besser, weil wir sehr altes Schriftmaterial aus verschiedenen Kulturen haben. Wie kommt es zu dieser Zurückhaltung? Tatsächlich spricht viel dafür, die Entstehung der Sprache im Zweistromland zu suchen. Da aber kein Wissenschftler auch nur eine Sekunde den Gedanken nahelegen möchte, die Geschichte von der Sprachverwirrung in Babel könne historisch sein, gibt man sich lieber bescheiden und verliert offenkundig das Interesse an dem Thema.

Respekt gegenüber konsequentem Atheismus

Die Wochenzeitung DIE ZEIT widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe (37/2010) der Rechtfertigung des Atheismus gegenüber seinen Gegnern. Ich habe mir die Ausgabe nicht gekauft, weil ich natürlich kein Geld in atheistische Mission stecken möchte, aber sehe es dennoch als willkommenen Anlass, das Thema noch mal aufzurollen.
Wenn man mit Atheisten redet, merkt man, dass viele ihre Weltanschauung gar nicht als solche wahrnehmen, sondern eigentlich für den Normalfall einer gesunden Vernunft halten. Man hört dann Aussagen wie „An Gott zu glauben ist genauso wenig ernst zu nehmen, wie an rosa Nilpferde zu glauben. Man darf es, aber man kann nicht erwarten, dass andere das glauben. Und man kann nicht behaupten, dass Leute, die nicht an rosa Nilpferde glauben, damit auch einen Glauben hätten.“ Das sind witzige Beispiele, und man ahnt schon, dass selbst Minderbegabte sie leicht vermehren können (lila Einhörner, fliegende Croissants, seifenblasenspeiende Drachen etc…), und sie sagen letztlich alle das Gleiche: man kann nur das ernstnehmen, was man sieht. Alles andere ist Fantasie. Punkt.
Nun wird es an dieser Stelle schon schwierig, denn die lustigen Beispiele leuchten ein, aber sobald man ausformuliert, was sie eigentlich beweisen sollen, verliert das Ganze seinen Reiz. Denn natürlich glaubt auch ein Atheist an Dinge, die er nicht sehen kann, nämlich an Naturgesetze, an die Entstehung des Lebens aus unbelebter Materie, an die Liebe seiner Freundin etc… er wird vielleicht einwenden, dass man aber diese Dinge zuverlässig reproduzieren kann. Aber die Entstehung des Lebens aus unbelebter Materie kann er ja gar nicht reproduzieren. Es ist also gar nicht so einfach, den Atheismus in eine vernünftige Form zu gießen, und dieses Problem stellt sich schon vor der Frage, ob er überhaupt Recht hat.
Aber wir machen es uns zu einfach. Es ist billig, über den Atheismus allgemein zu lästern, und dabei nur einzelne Inkonsistenzen herauszugreifen. Denn es gibt auch konsequente Atheisten, die mit ihrem Atheismus solchen Einwänden trotzen, und vor denen ich großen Respet habe. „Respekt gegenüber konsequentem Atheismus“ weiterlesen

Stockholm

Als Elton den Deckel der Petrischale abnahm, zitterten seine Hände vor Aufregung. Auf dem Nährboden entwickelten sich Bakterienstämme, die er nich dort angesetzt hatte -und zwar sehr verschiedene und sehr viele. Stand er kurz vor dem Nachweis einer Sprungmutation? Seit Wochen beobachtete er nun schon diese seltsame Entwicklung: zunächst entwickelte sich der Ansatz ganz normal. Dann war er von einem auf den anderen Tag verschwunden, der Nährboden war blank! Elton hatte damals die Schale verwundert ins Regal gestellt und machte einen neuen Ansatz. Nach ein paar Tagen bemerkte er, dass sich in der abgestellten und verschlossenen Schale nun neue Bakterienstämme zu entwickeln begannen und fing an, dieses unglaubliche Phänomen akribisch zu beobachten und zu dokumentieren. Er hatte in der letzten Zeit kaum geschlafen, seine Ernährung war sowohl quantitativ als auch qualitativ auf ein niedriges Level gesunken. Aber das alles störte ihn nicht, denn er wusste: Wissenschaft verlangt bisweilen Opfer.
Es klopfte. „Ja? – Ach, morgen Chef“
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Grundlagen einer christlichen Wirtschaftsordnung

Die Finanzkrise und die zu erwartende Rezession haben tiefgreifende Zweifel an unserer Wirtschaftsordnung geweckt – die allerdings auch nicht sehr tief geschlafen haben. Die Vorschläge sind aber alle altbekannt und bewegen sich auf einer Skala, auf der die Lenkmöglichkeiten des Staates stufenlos gesteigert oder gesenkt werden. Da unsere derzeitige soziale Marktwirtschaft sich irgendwo zwischen den Extremen bewegt, bewegen sich beide Lager zu den Extremen und fordern entweder den Sozialismus oder die völlige Freigabe des Marktes.

Aber sind das wirklich die Alternativen? Muss man sich auf dieser Skala bewegen, auf der man sich nur zwischen Elend der Armen und Diktatur entscheiden kann oder einer beliebigen Mischung aus beidem?
Der Sozialismus verhindert jedes wirtschatliche Denken sowohl bei Bürgern als auch bei der Regierung, die irgendwie alle in kürzester Zeit bettelarm sind. Und in der freien Marktwirtschaft gibt es keine effektiven Mittel gegen die Kapital-Akkumulation, die wiederum die wirtschaftlichen Freiheiten der Ärmsten empfindlich beschneidet. Denn egal was man produzieren will, es gibt immer irgendwo ein Unternehmen dafür, dass jedes Gut zu einem Bruchteil des Preises in perfekter Qualität vertreibt. Wer sich selbstständig machen will kann in der Regel nicht viel mehr als seine Arbeitskraft anbieten und die ist nicht mehr viel wert, weil alle wichtigen Güter schon billig mit wenig Personalaufwand produziert werden. Die Triebfeder der wirtschaftlichen Entwicklung sind dabei die Banken, die das nötige Kapital zu Verfügung stellen. Unsere Wirtschaft lebt davon, dass Zinsnahme akzeptiert ist, was ja bis zur Reformation in Europa nicht der Fall war. Mit dem Geld steht dem Markt daher ein Gut zu Verfügung, das theoretisch unbegrenzt vermehrt werden kann, unabhängig von der technischen Entwicklung und der Arbeitskraft der Menschen ist. Es kann ohne nennenswerte Verzögerung um den Globus wandern und das in unbegrenztem Ausmaß. Da dieses Gut aber gleichzeitig das anerkannte Tauschmittel gegenüber allen anderen Gütern ist, nimmt der ganze Markt die Eigenschaften des Geldes an: jedes noch so große Unternehmen kann auf der ganzen Welt gekauft werden und eine beliebig große Menge kann sich theoretisch auf eine beliebig kleine Bevölkerungsgruppe konzentrieren. Durch die Finanzwirtschaft wird das Wirtschaftsleben erst leichtflüssig. Alle Eigenschaften des freien Marktes werden auf dem Gebiet der Geldwirtschaft ins Unbegrenzte gesteigert. Wenn es in der Wirtschaft gilt, dass derjenige mit dem höheren Kapital auch bessere Verkaufschancen hat, dann gilt das für das Geld im engeren Sinn noch mehr. Hier besteht ja die ganze Leistung in nichts anderem als darin, Geld zu besitzen. Je mehr man hat, desto mehr kann man damit verdienen (wenn man davon ausgeht, dass so Einflüsse wie Talent und Glück in der Bevölkerung einigermaßen nach dem Zufallsprinzip verteilt sind). Und zwar nicht nur beliebig viel sondern auch fast beliebig schnell – je mehr desto schneller. Das Ganze funktioniert naturgemäß nur eine zeitlang, wie man sich an einer einfachen Rechnung veranschaulichen kann, auf die mich ein Freund gestoßen hat: stellen wir uns vor, ein Vorfahre von uns hätte zu Lebzeiten Jesu einen Cent auf sein Sparbuch gezahlt und dort mit 2,5% verzinst. Was könnten wir dann heute erben? Mehrere Tausend €? Nein. Die korrekte Zahl lautet: 28.036.951.059.598.430.000,00 € (nach 2000 Jahren Laufzeit). Das ist ein Vielfaches des gesamten auf der Welt verfügbaren Geldvolumens. Es ist völlig offensichtlich, dass Zinsnahme daher nur für kurze Laufzeiten funktioniert und die Realität den Finanzmarkt in regelmäßigen Abständen in Form von Inflationen, Revolutionen, Kriegen und Währungsreformen einholen muss. Man darf sich über so etwas nicht wundern.

Als ich diese Zahl gehört habe, habe ich zum ersten Mal verstanden, wie klug es von Gott war, Zinsnahme zu verbieten… Mit diesem viel belächelten Mittel hat er nicht nur die Ausbeutung der Armen verhindert sondern auch dem Markt eine potente Schranke verpasst. Außerdem verbot er den Israeliten, ihren Grundbesitz zu verkaufen, der am Anfang gleichmäßig an die Sippen aufgeteilt wurde. Auf diese Weise hat er verhindert, dass eben jenes Gut, von dem es eben nur eine begrenzte Menge gibt – nämlich den Boden – , sich in den Händen weniger anhäuft (dass dies dann doch geschah, lag daran, weil sich offenbar viele nicht an dieses Verbot gehalten haben). Selbst der dümmste und faulste Mensch hatte so immerhin noch ein Grundkapital, dass ihm bei dem nötigen Fleiß ähnliche Verdienstchancen ermöglichte wie allen anderen.

Mit dieser Gesellschaftsordnung ist nicht der Staat der Lenker des wirtschaftlichen Geschehens sondern jeder Einzelne bzw. jede Familie. Durch die einfachen und überwachbaren Sanktionen, dass kein Grundstück verkauft werden und keine Zinsen erhoben werden dürfen, wird wirtschaftliches Arbeiten ermöglicht ohne die Gefahr einer unbegrenzten Kapitalakkumulation. Statt einer Revolution bräuchte man dann nur eine „Flurbereinigung“ wie sich in der Landwirtschaft ohnehin in regelmäßigen Abständen und unter viel Gezank nötig ist. Alles Land würde unter den Familien aufgeteilt. Damit es aber nicht zu einer Aufteilung des Landes käme, die wieder die Lebensbedingungen innerhalb von wenigen Generationen vernichten, müsste man den Erbbesitz auf ein Kind (im AT der älteste Sohn) beschränken, das dafür für seine alten Eltern sorgen und seine Geschwister mit der Hälfte des Besitzes auszahlen muss.

Darüber hinaus gibt es im AT noch weitere Gesetze, die vor allem den Armen schützen sollten. Niemand sollte um sein lebesnotwendiges Kapital gebracht werden. Auf die entsprechenden Regeln will ich hier aber nicht im Einzelnen eingehen.

Die Vorstellung, dass der freie Markt sich von selbst reguliert und dabei allen den größten Nutzen bringt, ist der Evolutionstheorie entlehnt (die im gleichen Jahrhundert entwickelt wurde) und funktioniert weder in der Theorie noch in der Praxis. Denn so wie die Evolutionstheorie kalt einfach mit dem Tod der meisten Tiere rechnet, so rechnet der Markt mit dem Untergang der Ärmsten.

Neurologen entdecken die Welt

Neurologen können im Gehirn den Sitz der Moral verorten, sie haben Religion als Schaltkreis entlarvt und den freien Willen als bloße Illusion. Wer sich in diesen Jahren die Berichterstattung über die neurologische Forschung durchsieht, wird den Eindruck nicht los, dass hier gerade die ganz großen Fragen der Menschheit behandelt, ach, was sage ich „behandelt“, geklärt werden.
Und der gebildete Laie kann in populären Zeitschriften wie „Gehirn und Geist“ oder populärwissenschaftlichen Büchern an der Beantwortung Anteil nehmen.
Das wirklich Erstaunliche an den Entdeckungen der Neorologie ist aber nicht, welche Gefühle man im Gehirn wo verorten kann, sondern dass ein so geringes Interesse daran besteht, die sich daraus ergebenden Fragen in die historische Diskussion einzubetten. Nur dadurch ist nämlich zu erklären, weshalb in der Öffentlichkeit zwar brandaktuelle Ergebnisse der Wissenschaft diskutiert werden aber niemand zu bemerken scheint, dass diese für die aufgeworfenen Fragen keinen erkennbaren Nutzen haben. Ich möchte dies an den drei angerissenen Themen verdeutlichen: Moral, freier Wille, Gott.
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Sind Sie wissenschaftlicher als der Kreationismus? Testen Sie jetzt!

Kreationisten sind Christen, die aufgrund eines Bibeltextes eine herrschende wissenschaftliche Theorie anzweifeln. Und egal, wie gut ihre Argumente sind und wie schwach die Argumente ihrer Gegner, ihnen bleibt immer der Makel, ihre Position letztlich auf einen Bibeltext zu gründen. Denn kein Kreationist behauptet, er habe den Schöpfungsbericht mit wissenschaftlichen Methoden selbst entwickelt. So ist es, und das kann ich als überzeugter Kreationist auch nicht leugnen.

Allerdings glaube ich, dass dieses Vorgehen nicht typisch für Kreationisten ist. Hier ein paar Beispiele:

Nach allem, was die Wissenschaft sagen kann, erreichen Frauen in einem Intelligentest durchschnittlich einen etwas niedrigeren Punktwert als Männer. Dass sie dennoch durchschnittlich einen IQ von 100 haben, liegt einfach daran, dass ihr IQ anders berechnet wird als der IQ der Männer. D.h. die IQ-Werte lassen immer nur Aussagen über die Intelligenzverteilung innerhalb eines Geschlechtes erkennen, weil man die Möglichkeit, über die Einflüsse des Geschlechtes auf die Intelligenz etwas sagen zu können, nicht bieten möchte. Aber Fakt ist: Frauen erreichen auf einer Tabelle für Männer durchschnittlich niedrigere IQ-Werte.
Ist das ein Schlag für den Feminismus? Eine richtige Feministin wird bis zum Umfallen dabei bleiben, dass da irgendwelchen geheimen Deprivationsmechanismen im Ergebnis durchgeschlagen seien, auch wenn man diese noch nicht als Faktor herausrechnen kann. Irgendwann werde die Wissenschaft schon beweisen können, dass Frauen eben doch nicht dümmer seien, sondern sogar ganz im Gegenteil, o.ä….
Und theoretisch kann diese Feministin natürlich recht haben. Nur faktisch widerspricht sie aufgrund ihrer Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Zweitens gibt es Wunder, die historisch so gut bezeugt sind, wie überhaupt irgendetwas historisch bezeugt sein kann. Wird ein Atheist dies von seinem Glauben abbringen? Nein, er wird zur Not alle Standards der Geschichtswissenschaft über Bord werfen um an der Überzeugung festzuhalten: es gibt nichts Außer- und nicht Über-natürliches. Und wenn man ihn direkt an einem Wunder teilhaben ließe, dass allen Naturgesetzen widerspräche, dann würde er darauf verweisen, dass wir ja noch nicht alles über die Natur wüssten. Und ist der Einwand berechtigt? Natürlich, denn niemand kann das Gegenteil beweisen. Aber faktisch widerspricht auch er aufgrund seiner Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Und der Evolutionsbiologe selbst ist keinen Deut besser: es gilt als ein Naturgesetz, dass Leben nur aus Leben entsteht. Etwas anderes ließ sich noch nie, auch nicht im Ansatz, experimentell nachweisen. Dennoch gehen alle Evolutionsbiologen davon, dass sich das erste Leben auf unerklärliche Weise aus anorganischem Material entwickelt haben muss (gut, es gibt ein paar, die auf den Einfluss Außerirdischer zurückgreifen, oder sogar *staun* auf den Einfluss Gottes…).
Und die bekannte Metapher von der Evolutionstheorie als „Mosaik“, dem noch ein paar Steinchen fehlen, verschleiert nur unvollkommen die Tatsache, dass die Mechanismen der Evolution keineswegs die Entwicklung der Biodiversität befriedigend erklären können. Hier gibt es bis heute viel Uneinigkeit unter Biologen. Aber das hindert sie nicht daran, ihre Theorie zu verteidigen.
Und ist es theoretisch nicht denkbar, dass sie noch auf Entdeckungen stoßen, mit denen man wieder leichter einen Entwicklungsabschnitt mit den Mechanismen der Evolution erklären kann? Natürlich, aber faktisch halten Evolutionsbiologen derzeit wider besseren Wissens an ihrer Theorie fest und leben z.T. von Erkenntnissen, die sie noch nicht gemacht haben.

Fazit: Niemand ist dem „Stand der Wissenschaft“ ausgeliefert. Und dieses Recht möchte ich an dieser Stelle in aller Bescheidenheit auch für den Kreationismus in Anspruch nehmen.

Die Artikel auf theocons, die sich mit der Evolutionstheorie aus einandersetzen und u.a. eine Erklärung der Fossilabfolge vorstellen, finden Sie hier.

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Natur und Geist

Die Sehnsucht nach der Natur ist paradox: entweder wir sind bereits mit allen unseren Sehnsüchten ein Teil der Natur, dann fehlt der Sehnsucht der Sinn. Oder unsere Sehnsüchte sind kein Teil der Natur, dann wäre aber die Natur schuld an unserem Schlamassel, der die Sehnsucht erst wachsen lässt.
Ein Einwand könnte lauten: die Entfremdung von der Natur habe der Mensch oder insbesondere die Religion bewirkt und sei genuin nicht-natürlich.
Aber dieser Einwand übersieht, dass Gedanken oder Ideen zwar menschlichen Ursprungs sein können, aber diese sind nur möglich, weil die Natur des Menschen sie möglich macht. Der Mensch hat sein Reflexionsvermögen nicht erfunden. Und dieses Vermögen entfremdet ihn von den anderen Geschöpfen und erhebt ihn, nicht irgendwelche Ideen! Man kann sogar sagen, sobal der Mensch überhaupt die Unterscheidung zwischen Kultur und Natur vornimmt, ja sobald er überhaupt den Begriff „Natur“ denkt, hat er sich schon der Natur entfremdet. Er nimmt sie für die Dauer eines Wortes wie ein Fremdkörper in die Hand und betrachtet sie von außen. Und diese Fähigkeit ist auf keine Religion oder Kultur beschränkt. Ich sage bewusst „Fähigkeit“, denn ich halte es für wahrscheinlich, dass es Völker gibt, in denen die Unterscheidung zwischen Natur und Kultur unbekannt ist. Aber die Fähigkeit zur Begriffsbildung und zu der nötigen Reflexion besitzen sie dennoch, und in jedem Begriff von Dingen steckt der Wille zu objektivieren und die Umwelt zu beherrschen. Die Bildung von Begriffen ist daher der eigentliche Sündenfall der Naturmystik.

Man kann aber auch anders an das Thema herangehen und fragen: Wie konnte die Evolution einen Geist hervorbringen, der zu solchen Leistungen in der Lage ist? Weist die Natur nicht selbst über sich hinaus?
Denn mit der Evolution kann man die Fähigkeiten des Menschen nicht erklären. Sie bieten zwar einen Überlebensvorteil, aber der Vorteil fällt etwas aus dem Rahmen: Eine biologische Eigenschaft wird vererbt, wenn sie ihrem Träger die Eroberung einer ökologischen Nische erlaubt. Aber der Mensch hat gerade die Fähigkeit, sich in jede beliebige Nische hinein zu erfinden und eben nicht von bestimmten Lebensräumen abhängig zu sein. Der Mensch hat jeden Lebensraum von der Tiefsee bis zum Mond erobert. Diese Fähigkeit ist so überragend, dass man allein mit den Mechanismen der Evolution nicht erklären kann, weshalb nicht alle Lebewesen, oder doch zumindest einige, diese Super-Fähigkeiten entwickelt haben. Wie konnte es passieren, dass der Mensch zum Herren über die ganze Schöpfung wird, ohne dass es irgendwo auch nur den Hauch einer Konkurrenz gibt? Selbst unsere „nächsten Verwandten“, also die sog. „Menschenaffen“, überleben derzeit nur durch unser Mitleid.

Die Evolution ist keine gute Erklärung für die besondere Stellung des Menschen. Der Mensch bleibt mit seiner Vernunft allein und wird seine Fremdheit in der Natur nicht los. Und je mehr er sich mit seiner Stellung in der Natur beschäftigt, desto mehr bestätigt er seine Sonderstellung als denkendes Wesen.
Das klingt gut, aber es ist keine Hilfe, wenn man sich eben doch nach der Natur sehnt. Aber es hilft zu zeigen, dass die Natur zwar eine Sehnsuch in uns wecken aber nicht stillen kann, weil der Unterschied zwischen uns und der übrigen Schöpfung so grundlegend ist, dass er weder von Menschen verursacht nocht von Menschen behoben werden kann. Denn selbst wenn man sich mal ganz harmonisch eins mit allem möglichen fühlt, wird dieser Zustand doch irgendwann öde und verfliegt, weil man sich mit interessanterem beschäftigen kann.

Für unseren Geist, unsere Vernunft oder unser Reflexionsvermögen benötigen wir eine Erklärung, die über die Natur hinausgeht, und die uns doch gerade im Umgang mit der Natur bewusst wird.

Wie fit ist die Evolutionstheorie?

Die älteren unter uns ( 😉 ) kennen vielleicht noch die Geschichte von der Entstehung des Lebens aus Bakterien, die sich durch Mutation und Selektion immer weiter verändert und entwickelt haben, bis daraus die uns heute bekannte Vielfalft der Lebensformen entstanden ist.
Das war wissenschaftlicher Konsens und in Schule und Universität wurden diesem Modell entsprechend Lebensbäume auf Overheadfolien projeziert. Man spottete ein bisschen über den Kreationismus des 19. Jahrhunderts und war glücklich. Die Theorie galt als so gut wie bewiesen, denn es fehlten bestenfalls noch ein paar „Mosaiksteine“, ach was sage ich: MosaiksteinCHEN!

Diese Zeit geht jetzt langsam aber sicher zu Ende, was man als Otto-Normal-Mediennutzerr am besten daran erkennt, dass der Ton gegen Kreationisten auffallend scharf wird und nichts mehr von dem überlegenen Spott vergangener Zeiten besitzt. Es soll sogar Europapolitiker gegeben haben, die den Kreationismus als Gefahr für die Menschheit einstufen wollten.

Wer sich mit dem Thema etwas beschäftigt, ahnt auch, woher diese Nervosität kommt:
Ein Grund ist, dass der Kreationismus gelernt hat. Mittlerweile sind sich Kreationisten einige darin, dass man sich mit der Konstanz der Arten weit aus dem Fenster gelehnt hat und etwas in die biblischen Texte hineingelesen hat, was dort nicht steht. Das muss natürlich auch in Zukunft um so mehr zur Vorsicht mahnen, dass man nicht Dinge verteidigt, die man sich ausgedacht hat. Der moderne Kreationismus kann viele Funde sogar besser erklären als die Evolutionstheorie.

Dazu kommt, dass der Stammbaum des Lebens, wie er in der Biologie gelehrt wird, immer schlechter zur Evolutionstheorie passt. Und selbst wenn man ihn als Stammbaum weiter darstellt, aber die gestrichelten Linien einmal weglässt, also die Tierarten, die man gerne gefunden hätte aber auch nach über Hundert Jahren nicht finden konnte, dann ähnelt der Stammbaum auffallend dem Grundtypenmodell der Intelligent Designer!

Dazu kommt, dass dieses Baummodell eigentlich nur noch für Propagandazwecke verwendet wird und in der Wissenschaft so nicht mehr vertreten wird. Es ist einfach zu kompliziert geworden, was man nur schlecht dadurch kaschieren kann, indem man dem Baum jetzt noch Wurzeln malt, um die Vielfalt der Bakterienstämme darzustellen. Allein dadurch geht der Witz der Evolution aus einem Urlebewesen verloren. Hinzu kommt aber, dass der Baum immer mehr wirre Äste hat, was man sich bei einem Baum ja gerade noch vorstellen kann. Ärgerlicher dürfte es da schon sein, dass diese Äste auch wieder zusammenwachsen können!

Man kann die Auflösung dieses geliebten Bildes der Evolutionisten mit einem Schmunzeln beobachten. Grund sind die gewonnenen Kenntnisse in der Molekularbiologie. Bisher hat man Tiere, die ähnlich aussahen für verwandt erklärt. Diese Verwandschaft müsste sich dann logischerweise auch im Erbgut wiederspiegeln, aber hier warten die Lebewesen regelmäßig mit Überraschungen auf.

Den Vorschlag der Kreationisten, hierin vielleicht doch eher Hinweise auf einen gemeinsamen Plan als eine Abhängigkeit zu sehen, lehnt man derzeit noch entschieden ab.

Ein weiteres Problem ist das Wissen um die Entwicklung der Lebewesen im Mutterleib. Hier kann man beobachten, aus welchen Bereichen sich die einzelnen Organe entwickeln, und dann sichere Rückschlüsse auf den Weg einer Entwicklung ziehen, wenn es ihn gegeben hätte. Z.B. kann man sehen, dass das Auge des Menschen sich aus dem gleichen Gewebe entwickelt, wie das Gehirn. Die Haut entsteht aus anderen Teilen. Wenn es also eine Entwicklung des Auges gegeben hätte, dann müsste sie sich aus einem Teil des Gehirnes entwickelt haben und nicht, wie das noch bis heute in Biologiebüchern (wider besseres Wissen!) gelehrt wird, aus lichtempfindlichen Hautzellen. Letzteres hätte man sich ja noch irgendwie vorstellen können. Aber wieso sollte sich im Gehirn ein Auge entwickeln? Kreationisten haben diese Schwierigkeiten alle benannt, finden aber derzeit noch kein Gehör.

Man muss sich also ernsthaft fragen, welchen Vorzug die Evolutionstheorie gegenüber dem modernen Kreationismus noch hat. Sie wird offen als Instrument einer atheistischen Weltanschauung gebraucht, was mir niemand geglaubt hat, bevor nicht die „Erleuchteten“ selbst mit diesem Thema aufmarschiert wären. Sie war schon immer Teil einer Weltanschauung, aber jetzt ist es für jeden offensichtlich. Hierin unterscheidet sie sich also nicht vom Kreationismus.
Sie hat keine grundsätzlich überlegene Erklärungskraft für die Fossilfunde. Und damit schwindet ihr letzter Pluspunkt!

Ihr einziges Talent ist die kurzzeitige Prognose von Populationen. Und hier gilt: je kürzer die Zeitabstände, desto besser die Prognose. Ein Biologe kann also mit einiger Sicherheit sagen, wie sich der Genpool einer Rentierherde verändern wird, wenn sich die Nahrungsbedingungen ändern. Das ist ohne Frage eine Leistung, die ihr auch niemand nehmen kann, die allerdings auch bewirkt, dass viele Biologen den Eindruck haben, dass sie überall um sich herum Evolotion wahrnehmen und gerade zu beobachten können. Aber das was sie sehen, bestreitet auch kein Kreationist, und es hat, wenn sie ehrlich sind, ziemlich wenig mit Evolution zu tun, aber viel mit natürlicher Züchtung von Varietäten.
Die beiden stärksten Waffen der Evolutionstheorie, nämlich die Fossilfunde und die wissenschaftliche Authentizität, sind verschwunden.

Ich bin gespannt, wie lange sich eine Theorie in der Öffentlichkeit halten kann, die es in dieser Form schon längst nicht mehr gibt…

Hier noch ein paar (teilweise kostenpflichtige) Links:

http://www.spektrumverlag.de/artikel/826327
http://www.weltexpress.info/index.php?artikel_id=60430&lan=de&rubrik=42
http://www.christliche-autoren.de/evolution.html
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/256672/