Stille Kapitulation

Es ist schwer zu beweisen, dass etwas in der Vergangenheit stattgefunden hat oder nicht. Das gilt insbesondere für die extrem langen Zeiträume, von denen Evolutionsbiologen bislang ausgehen. Wenn man über die Entstehung des Lebens oder der Photosynthese sprechen wollte, konnte man selbstverständlich nie mehr als plausible Szenarien erwarten und entwickeln, also Geschichten erzählen, wie es passiert sein könnte, ohne gängigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu widersprechen.

Wer die Entwicklung dieser Geschichte aufmerksam verfolgt, stellt fest, dass es immer mehr Biologen gibt, die jede Hoffnung auf ein plausibles Szenario aufgegeben haben und das damit begründen, dass man die tatsächlichen Bedingungen von damals ja nicht kenne. Damit machen sie einerseits deutlich, dass sie weiter unerschütterlich an eine rein natürliche Entstehung des Lebens und der Photosynthese glauben, aber nicht davon ausgehen, jemals das ersehnte Szenario entwerfen können. Natürlich wussten Wissenschaftler auch vorher nicht, wie der Anfang war, neu ist allerdings, dass sie die Suche nach Szenarien nach jahrzehntelanger Forschung aufgeben. Leider findet diese Kapitulation heimlich, fernab der Öffentlichkeit statt.

Über die Probleme, die Entstehung des Lebens zu erklären, habe ich schon häufiger etwas geschrieben, daher möchte ich an dieser Stelle nur etwas zu der besonderen Schwierigkeit einer Evolution der Photosynthese sagen. Die Photosynthese gehört zu den kompliziertesten Abläufen der in der Natur. Nun gibt es auch sonst viele komplexe Vorgänge. Was die Erklärung der Photosynthese aber zu einer besonderen Herausforderung macht, ist die Tatsache, dass sie für fast alle Lebewesen die Grundlage bildet. Außer schwefelabbauenden Bakterien gibt es kaum Lebewesen, die nicht letztlich von der Photosynthese abhängen. Das Problem gilt wie gesagt in der Wissenschaft nicht nur als bekannt, sondern offenbar für immer mehr Wissenschaftler als unlösbar.

Evolutionstheorie in der Zwickmühle

Die klassische Evolutionstheorie erklärt Verhalten durch Funktion. Auch aktuelle Lehrbücher der Verhaltensbiologie beschäftigen sich daher mit Kosten – Nutzen – Analysen für die Zeit, die Tiere in den Nachwuchs investieren, in die Nahrungsbeschaffung, ggf. Abwehr von Feinden etc.

Auf der anderen Seite gibt es ein starkes Bestreben, Tiere als gefühlsfähige Wesen mit einem reichen Innenleben darzustellen, und der Nachweis dieses Innenlebens funktioniert regelmäßig über den Nachweis von nutzlosen Verhaltensweisen. Die kleinen unlogischen Entscheidungen, die niemandem nützen, aber einfach Spaß machen, wie z.B. im Schnee einen Abhang runterrutschen etc.

Der Konflikt, der sich daraus für die Evolutionstheorie ergibt, scheint bisher kaum jemandem aufgefallen zu sein: ein Biologe muss sich entscheiden, ob er der Evolutionstheorie die Schuld an der Entseelung der Welt gibt und damit an den Umweltkatastrophen, die aus dieser kalten Sicht entstanden sind, oder ob er weiter Tiere als Reproduktionseinheiten darstellt.

 

„Evolutionstheorie in der Zwickmühle“ weiterlesen

DIe Menschheit kann bestenfalls einige tausend Jahre alt sein

Michael Brandt hat in dem Buch „Wie alt ist die Menschheit. Demographie und Steinwerkzeuge mit überraschenden Befunden“ den aktuellen Forschungsstand über die Frühzeit des Menschen zusammen gefasst und die Ergebnisse gewissenhaft diskutiert. Sein Fazit: gäbe es tatsächlich schon seit hundertausenden oder sogar Millionen von Jahren Hominiden, müsste sich die Menschheit viel früher und stärker vermehrt haben. Nimmt man die langen Zeiträume an, muss man weltweit über jahrtausende von einem (beinahe) Nullwachstum bei gleichzeitig sehr guten Lebensbedingungen ausgehen. Dieses Phänomen ist natürlich nicht nur christlichen Wissenschaftlern aufgefallen und wird intensiv diskutiert, ohne dass es dazu befriedigende Lösungen gibt. Wer die genauen Zahlen und Argumente nachlesen möchte, sollte sich das o.g. Buch unbedingt ansehen, es ist auch für Laien gut verständlich geschrieben.

Geht man von einigen Jahrtausenden Menschheitsgeschichte aus, lassen sich die Befunde übrigens sehr leicht erklären. Auch die erstaunlich niedrige Anzahl an Werkzeugen spricht für  eine nur relativ kurze Besiedlung der Erde durch den Menschen.

Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität

Das Konzept der nichtreduzierbaren Komplexität wurde von Michael Behe formuliert und ist unter Kreationisten und Anhängern des Intelligent Designs ein beliebtes Argument gegen die Evolution. Der Kerngedanke ist einfach, dass es Strukturen gibt, die aus mehreren Funktionseinheiten bestehen, die erst im Zusammenspiel funktionieren. Ein beliebtes Beispiel hierfür ist der Bombardierkäfer, der zwei Substanzen durch eine dritte zur Explosion bringt, um Angreifer abzuschrecken. Jede Substanz für sich ist wirkungslos, auch die Drüsen, die erforderlich sind, die Substanzen über einen Kanal in einen gepanzerten Raum zu spritzen, in der sie explodieren. Das System funktioniert nur, wenn alle drei Substanzen produziert und gezielt zusammen geführt werden können, wenn es einen ausreichend stabilen Raum für die Explosion gibt und die Fähigkeit, die Substanz auch in die richtige Richtung zu spritzen. Die einzelnen Teile sind also nicht nur nutzlos sondern auch nicht ganz ungefährlich für den Käfer. Evolutionsforscher haben an diesem Käfer keine große Freude, aber ist er wirklich ein Beispiel für nichtreduzierbare Komplexität? Und wenn ja, wie könnte man sie überhaupt nachweisen? „Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität“ weiterlesen

Stockholm

Als Elton den Deckel der Petrischale abnahm, zitterten seine Hände vor Aufregung. Auf dem Nährboden entwickelten sich Bakterienstämme, die er nich dort angesetzt hatte -und zwar sehr verschiedene und sehr viele. Stand er kurz vor dem Nachweis einer Sprungmutation? Seit Wochen beobachtete er nun schon diese seltsame Entwicklung: zunächst entwickelte sich der Ansatz ganz normal. Dann war er von einem auf den anderen Tag verschwunden, der Nährboden war blank! Elton hatte damals die Schale verwundert ins Regal gestellt und machte einen neuen Ansatz. Nach ein paar Tagen bemerkte er, dass sich in der abgestellten und verschlossenen Schale nun neue Bakterienstämme zu entwickeln begannen und fing an, dieses unglaubliche Phänomen akribisch zu beobachten und zu dokumentieren. Er hatte in der letzten Zeit kaum geschlafen, seine Ernährung war sowohl quantitativ als auch qualitativ auf ein niedriges Level gesunken. Aber das alles störte ihn nicht, denn er wusste: Wissenschaft verlangt bisweilen Opfer.
Es klopfte. „Ja? – Ach, morgen Chef“
„Stockholm“ weiterlesen

Artikel des Monats April 2008

AUF-Partei
[auf-partei.de] Gründung des Landesverbandes Berlin
Bücher
[crosswalk.com] Amy E. Black: Beyond Left and Right
Die Linke
[achgut] Henryk M. Broder: Autoritäre Opportunisten von links
Eva Hermann
[pro] Eva Herman bei „Spring“: Über Karriere und Familie
Evangelikale
[merkur.de] Evangelische Allianz – Tragbalken des Protestantismus
Familie
[pro] In „Cicero“: „Der Staat greift nach der Familie“
Gender Mainstreaming
[idea] Prof. Günter Rohrmoser: Deutschland arbeitet an „biologischer Selbstabschaffung“
[WELT] Gerhard Amendt: Jeder setzt sich selbst die Grenzen
George W. Bush
[WELT] Richard Herzinger: In zentralen Fragen hat sich Bush beim Nato-Gipfel doch durchgesetzt
Homosexualität
[idea] Christliche Therapiezentren: Wir bedrängen Homosexuelle nicht
Irak
[WELT] Richard Herzinger: Amerikaner vom Erfolg ihres Konzepts überrascht
Iran
[anti-anti-americanism.com] International Iran-conference in Berlin
Islamisums
[PI] PI-Interview mit Hans-Olaf Henkel
Italien
[blogkon] Zefirelli über die Kulturhegemonie der Linken
Kreationismus
[WELT] Till-r. Stoldt: Der Allmächtige erobert den Bio-Unterricht
Lobpreis
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Mormonen
[bodenpersonal] Die „polygamistische Sekte“
Neo-Atheismus
[pro] Britischer Philosoph: Was Atheisten im Schilde führen
Prophetien
[idea] Vorsicht bei ausländischen Prophetien über Deutschland
US-Evangelikale
[taz] Marcia Pally: Der Wandel der Evangelikalen
[christiantoday.com] Bill Hybels: The DNA of effective leadership
[christianitytoday.com] Yes, Nominal Evangelicals Exist
US-Wahl
[nyt] Maureen Dowd: Hillary or Nobody
[charismamag.com] Drew Dyck: The Preacher Who Dared to Be President
[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary

Sind Sie wissenschaftlicher als der Kreationismus? Testen Sie jetzt!

Kreationisten sind Christen, die aufgrund eines Bibeltextes eine herrschende wissenschaftliche Theorie anzweifeln. Und egal, wie gut ihre Argumente sind und wie schwach die Argumente ihrer Gegner, ihnen bleibt immer der Makel, ihre Position letztlich auf einen Bibeltext zu gründen. Denn kein Kreationist behauptet, er habe den Schöpfungsbericht mit wissenschaftlichen Methoden selbst entwickelt. So ist es, und das kann ich als überzeugter Kreationist auch nicht leugnen.

Allerdings glaube ich, dass dieses Vorgehen nicht typisch für Kreationisten ist. Hier ein paar Beispiele:

Nach allem, was die Wissenschaft sagen kann, erreichen Frauen in einem Intelligentest durchschnittlich einen etwas niedrigeren Punktwert als Männer. Dass sie dennoch durchschnittlich einen IQ von 100 haben, liegt einfach daran, dass ihr IQ anders berechnet wird als der IQ der Männer. D.h. die IQ-Werte lassen immer nur Aussagen über die Intelligenzverteilung innerhalb eines Geschlechtes erkennen, weil man die Möglichkeit, über die Einflüsse des Geschlechtes auf die Intelligenz etwas sagen zu können, nicht bieten möchte. Aber Fakt ist: Frauen erreichen auf einer Tabelle für Männer durchschnittlich niedrigere IQ-Werte.
Ist das ein Schlag für den Feminismus? Eine richtige Feministin wird bis zum Umfallen dabei bleiben, dass da irgendwelchen geheimen Deprivationsmechanismen im Ergebnis durchgeschlagen seien, auch wenn man diese noch nicht als Faktor herausrechnen kann. Irgendwann werde die Wissenschaft schon beweisen können, dass Frauen eben doch nicht dümmer seien, sondern sogar ganz im Gegenteil, o.ä….
Und theoretisch kann diese Feministin natürlich recht haben. Nur faktisch widerspricht sie aufgrund ihrer Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Zweitens gibt es Wunder, die historisch so gut bezeugt sind, wie überhaupt irgendetwas historisch bezeugt sein kann. Wird ein Atheist dies von seinem Glauben abbringen? Nein, er wird zur Not alle Standards der Geschichtswissenschaft über Bord werfen um an der Überzeugung festzuhalten: es gibt nichts Außer- und nicht Über-natürliches. Und wenn man ihn direkt an einem Wunder teilhaben ließe, dass allen Naturgesetzen widerspräche, dann würde er darauf verweisen, dass wir ja noch nicht alles über die Natur wüssten. Und ist der Einwand berechtigt? Natürlich, denn niemand kann das Gegenteil beweisen. Aber faktisch widerspricht auch er aufgrund seiner Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Und der Evolutionsbiologe selbst ist keinen Deut besser: es gilt als ein Naturgesetz, dass Leben nur aus Leben entsteht. Etwas anderes ließ sich noch nie, auch nicht im Ansatz, experimentell nachweisen. Dennoch gehen alle Evolutionsbiologen davon, dass sich das erste Leben auf unerklärliche Weise aus anorganischem Material entwickelt haben muss (gut, es gibt ein paar, die auf den Einfluss Außerirdischer zurückgreifen, oder sogar *staun* auf den Einfluss Gottes…).
Und die bekannte Metapher von der Evolutionstheorie als „Mosaik“, dem noch ein paar Steinchen fehlen, verschleiert nur unvollkommen die Tatsache, dass die Mechanismen der Evolution keineswegs die Entwicklung der Biodiversität befriedigend erklären können. Hier gibt es bis heute viel Uneinigkeit unter Biologen. Aber das hindert sie nicht daran, ihre Theorie zu verteidigen.
Und ist es theoretisch nicht denkbar, dass sie noch auf Entdeckungen stoßen, mit denen man wieder leichter einen Entwicklungsabschnitt mit den Mechanismen der Evolution erklären kann? Natürlich, aber faktisch halten Evolutionsbiologen derzeit wider besseren Wissens an ihrer Theorie fest und leben z.T. von Erkenntnissen, die sie noch nicht gemacht haben.

Fazit: Niemand ist dem „Stand der Wissenschaft“ ausgeliefert. Und dieses Recht möchte ich an dieser Stelle in aller Bescheidenheit auch für den Kreationismus in Anspruch nehmen.

Die Artikel auf theocons, die sich mit der Evolutionstheorie aus einandersetzen und u.a. eine Erklärung der Fossilabfolge vorstellen, finden Sie hier.

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Natur und Geist

Die Sehnsucht nach der Natur ist paradox: entweder wir sind bereits mit allen unseren Sehnsüchten ein Teil der Natur, dann fehlt der Sehnsucht der Sinn. Oder unsere Sehnsüchte sind kein Teil der Natur, dann wäre aber die Natur schuld an unserem Schlamassel, der die Sehnsucht erst wachsen lässt.
Ein Einwand könnte lauten: die Entfremdung von der Natur habe der Mensch oder insbesondere die Religion bewirkt und sei genuin nicht-natürlich.
Aber dieser Einwand übersieht, dass Gedanken oder Ideen zwar menschlichen Ursprungs sein können, aber diese sind nur möglich, weil die Natur des Menschen sie möglich macht. Der Mensch hat sein Reflexionsvermögen nicht erfunden. Und dieses Vermögen entfremdet ihn von den anderen Geschöpfen und erhebt ihn, nicht irgendwelche Ideen! Man kann sogar sagen, sobal der Mensch überhaupt die Unterscheidung zwischen Kultur und Natur vornimmt, ja sobald er überhaupt den Begriff „Natur“ denkt, hat er sich schon der Natur entfremdet. Er nimmt sie für die Dauer eines Wortes wie ein Fremdkörper in die Hand und betrachtet sie von außen. Und diese Fähigkeit ist auf keine Religion oder Kultur beschränkt. Ich sage bewusst „Fähigkeit“, denn ich halte es für wahrscheinlich, dass es Völker gibt, in denen die Unterscheidung zwischen Natur und Kultur unbekannt ist. Aber die Fähigkeit zur Begriffsbildung und zu der nötigen Reflexion besitzen sie dennoch, und in jedem Begriff von Dingen steckt der Wille zu objektivieren und die Umwelt zu beherrschen. Die Bildung von Begriffen ist daher der eigentliche Sündenfall der Naturmystik.

Man kann aber auch anders an das Thema herangehen und fragen: Wie konnte die Evolution einen Geist hervorbringen, der zu solchen Leistungen in der Lage ist? Weist die Natur nicht selbst über sich hinaus?
Denn mit der Evolution kann man die Fähigkeiten des Menschen nicht erklären. Sie bieten zwar einen Überlebensvorteil, aber der Vorteil fällt etwas aus dem Rahmen: Eine biologische Eigenschaft wird vererbt, wenn sie ihrem Träger die Eroberung einer ökologischen Nische erlaubt. Aber der Mensch hat gerade die Fähigkeit, sich in jede beliebige Nische hinein zu erfinden und eben nicht von bestimmten Lebensräumen abhängig zu sein. Der Mensch hat jeden Lebensraum von der Tiefsee bis zum Mond erobert. Diese Fähigkeit ist so überragend, dass man allein mit den Mechanismen der Evolution nicht erklären kann, weshalb nicht alle Lebewesen, oder doch zumindest einige, diese Super-Fähigkeiten entwickelt haben. Wie konnte es passieren, dass der Mensch zum Herren über die ganze Schöpfung wird, ohne dass es irgendwo auch nur den Hauch einer Konkurrenz gibt? Selbst unsere „nächsten Verwandten“, also die sog. „Menschenaffen“, überleben derzeit nur durch unser Mitleid.

Die Evolution ist keine gute Erklärung für die besondere Stellung des Menschen. Der Mensch bleibt mit seiner Vernunft allein und wird seine Fremdheit in der Natur nicht los. Und je mehr er sich mit seiner Stellung in der Natur beschäftigt, desto mehr bestätigt er seine Sonderstellung als denkendes Wesen.
Das klingt gut, aber es ist keine Hilfe, wenn man sich eben doch nach der Natur sehnt. Aber es hilft zu zeigen, dass die Natur zwar eine Sehnsuch in uns wecken aber nicht stillen kann, weil der Unterschied zwischen uns und der übrigen Schöpfung so grundlegend ist, dass er weder von Menschen verursacht nocht von Menschen behoben werden kann. Denn selbst wenn man sich mal ganz harmonisch eins mit allem möglichen fühlt, wird dieser Zustand doch irgendwann öde und verfliegt, weil man sich mit interessanterem beschäftigen kann.

Für unseren Geist, unsere Vernunft oder unser Reflexionsvermögen benötigen wir eine Erklärung, die über die Natur hinausgeht, und die uns doch gerade im Umgang mit der Natur bewusst wird.

Wie fit ist die Evolutionstheorie?

Die älteren unter uns ( 😉 ) kennen vielleicht noch die Geschichte von der Entstehung des Lebens aus Bakterien, die sich durch Mutation und Selektion immer weiter verändert und entwickelt haben, bis daraus die uns heute bekannte Vielfalft der Lebensformen entstanden ist.
Das war wissenschaftlicher Konsens und in Schule und Universität wurden diesem Modell entsprechend Lebensbäume auf Overheadfolien projeziert. Man spottete ein bisschen über den Kreationismus des 19. Jahrhunderts und war glücklich. Die Theorie galt als so gut wie bewiesen, denn es fehlten bestenfalls noch ein paar „Mosaiksteine“, ach was sage ich: MosaiksteinCHEN!

Diese Zeit geht jetzt langsam aber sicher zu Ende, was man als Otto-Normal-Mediennutzerr am besten daran erkennt, dass der Ton gegen Kreationisten auffallend scharf wird und nichts mehr von dem überlegenen Spott vergangener Zeiten besitzt. Es soll sogar Europapolitiker gegeben haben, die den Kreationismus als Gefahr für die Menschheit einstufen wollten.

Wer sich mit dem Thema etwas beschäftigt, ahnt auch, woher diese Nervosität kommt:
Ein Grund ist, dass der Kreationismus gelernt hat. Mittlerweile sind sich Kreationisten einige darin, dass man sich mit der Konstanz der Arten weit aus dem Fenster gelehnt hat und etwas in die biblischen Texte hineingelesen hat, was dort nicht steht. Das muss natürlich auch in Zukunft um so mehr zur Vorsicht mahnen, dass man nicht Dinge verteidigt, die man sich ausgedacht hat. Der moderne Kreationismus kann viele Funde sogar besser erklären als die Evolutionstheorie.

Dazu kommt, dass der Stammbaum des Lebens, wie er in der Biologie gelehrt wird, immer schlechter zur Evolutionstheorie passt. Und selbst wenn man ihn als Stammbaum weiter darstellt, aber die gestrichelten Linien einmal weglässt, also die Tierarten, die man gerne gefunden hätte aber auch nach über Hundert Jahren nicht finden konnte, dann ähnelt der Stammbaum auffallend dem Grundtypenmodell der Intelligent Designer!

Dazu kommt, dass dieses Baummodell eigentlich nur noch für Propagandazwecke verwendet wird und in der Wissenschaft so nicht mehr vertreten wird. Es ist einfach zu kompliziert geworden, was man nur schlecht dadurch kaschieren kann, indem man dem Baum jetzt noch Wurzeln malt, um die Vielfalt der Bakterienstämme darzustellen. Allein dadurch geht der Witz der Evolution aus einem Urlebewesen verloren. Hinzu kommt aber, dass der Baum immer mehr wirre Äste hat, was man sich bei einem Baum ja gerade noch vorstellen kann. Ärgerlicher dürfte es da schon sein, dass diese Äste auch wieder zusammenwachsen können!

Man kann die Auflösung dieses geliebten Bildes der Evolutionisten mit einem Schmunzeln beobachten. Grund sind die gewonnenen Kenntnisse in der Molekularbiologie. Bisher hat man Tiere, die ähnlich aussahen für verwandt erklärt. Diese Verwandschaft müsste sich dann logischerweise auch im Erbgut wiederspiegeln, aber hier warten die Lebewesen regelmäßig mit Überraschungen auf.

Den Vorschlag der Kreationisten, hierin vielleicht doch eher Hinweise auf einen gemeinsamen Plan als eine Abhängigkeit zu sehen, lehnt man derzeit noch entschieden ab.

Ein weiteres Problem ist das Wissen um die Entwicklung der Lebewesen im Mutterleib. Hier kann man beobachten, aus welchen Bereichen sich die einzelnen Organe entwickeln, und dann sichere Rückschlüsse auf den Weg einer Entwicklung ziehen, wenn es ihn gegeben hätte. Z.B. kann man sehen, dass das Auge des Menschen sich aus dem gleichen Gewebe entwickelt, wie das Gehirn. Die Haut entsteht aus anderen Teilen. Wenn es also eine Entwicklung des Auges gegeben hätte, dann müsste sie sich aus einem Teil des Gehirnes entwickelt haben und nicht, wie das noch bis heute in Biologiebüchern (wider besseres Wissen!) gelehrt wird, aus lichtempfindlichen Hautzellen. Letzteres hätte man sich ja noch irgendwie vorstellen können. Aber wieso sollte sich im Gehirn ein Auge entwickeln? Kreationisten haben diese Schwierigkeiten alle benannt, finden aber derzeit noch kein Gehör.

Man muss sich also ernsthaft fragen, welchen Vorzug die Evolutionstheorie gegenüber dem modernen Kreationismus noch hat. Sie wird offen als Instrument einer atheistischen Weltanschauung gebraucht, was mir niemand geglaubt hat, bevor nicht die „Erleuchteten“ selbst mit diesem Thema aufmarschiert wären. Sie war schon immer Teil einer Weltanschauung, aber jetzt ist es für jeden offensichtlich. Hierin unterscheidet sie sich also nicht vom Kreationismus.
Sie hat keine grundsätzlich überlegene Erklärungskraft für die Fossilfunde. Und damit schwindet ihr letzter Pluspunkt!

Ihr einziges Talent ist die kurzzeitige Prognose von Populationen. Und hier gilt: je kürzer die Zeitabstände, desto besser die Prognose. Ein Biologe kann also mit einiger Sicherheit sagen, wie sich der Genpool einer Rentierherde verändern wird, wenn sich die Nahrungsbedingungen ändern. Das ist ohne Frage eine Leistung, die ihr auch niemand nehmen kann, die allerdings auch bewirkt, dass viele Biologen den Eindruck haben, dass sie überall um sich herum Evolotion wahrnehmen und gerade zu beobachten können. Aber das was sie sehen, bestreitet auch kein Kreationist, und es hat, wenn sie ehrlich sind, ziemlich wenig mit Evolution zu tun, aber viel mit natürlicher Züchtung von Varietäten.
Die beiden stärksten Waffen der Evolutionstheorie, nämlich die Fossilfunde und die wissenschaftliche Authentizität, sind verschwunden.

Ich bin gespannt, wie lange sich eine Theorie in der Öffentlichkeit halten kann, die es in dieser Form schon längst nicht mehr gibt…

Hier noch ein paar (teilweise kostenpflichtige) Links:

http://www.spektrumverlag.de/artikel/826327
http://www.weltexpress.info/index.php?artikel_id=60430&lan=de&rubrik=42
http://www.christliche-autoren.de/evolution.html
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/256672/