Was ist eigentlich „Vernunft“?

Vernunft scheint eine der wenigen Dinge zu sein, die alle gut finden. Mit Vernunft werden politische und wirtschaftliche und natürlich jede Menge privater Entscheidungen getroffen. Ein Stückchen heile Welt in einer chaotischen Zeit? Vonwegen!

Wer an seiner Vernunft zweifeln möchte, muss sich nur einmal die belebte Geschichte dieses Begriffes ansehen: in der Antike wusste man noch am meisten über sie zu sagen. Hier erkannte man durch die Vernunft, dass die Planeten sich auf Kreisbahnen bewegen, dass das Sklaventum eine Grundfeste der Anthropologie ist und Frauen weniger Zähne haben als Männer (der Vorteil der Vernunft bestand nämlich darin, dass man sich nicht mehr die Mühe machen musste, dies nach zu prüfen).
Spaß beiseite. In den folgenden Jahrhunderten wurde die denkerische Grundlage „Vernunft“ immer dünner. Heute beschränkt man sich in der Philosophie eher darauf, Sprache zu analysieren. Mit einem gewissen Pathos wird der Begriff eigentlich nur noch verwendet, wenn es um Religion geht. Denn wenn man eines über die Vernunft sicher weiß, dann auf jeden Fall, dass sie nicht religiös ist und sich nicht auf Autoritäten stützt.
Wenn man so darüber nachdenkt, fragt man sich aber

1. Wieso soll es vernünftig sein, nicht auf Menschen zu hören, die mehr Ahnung haben als man selbst? Wir glauben ja Jesus beispielsweise, weil er Gott ist und seinen Vater kennt. Also ist es doch nur vernünftig sein Wort ernst zu nehmen, oder?
2. Wieso berufen sich vernünftige Menschen so gerne auf die „Aufklärung“, also eine intellektuelle Textsammlung von Männern, die dadurch selbstverständlich zu Autoritäten werden?

Und die dritte große Frage:
Ist „Vernunft“ demnach nichts weiter als eine Denkschranke, die nichts leistet, als religiöse Argumente zu verbieten?

Wirklich haarsträubend wird es aber erst, wenn man sich das Leben im inneren dieser Denkschranke ansieht: die Aufklärung hat, was die wenigsten wissen, weil der Geschichtsunterricht darüber nichts sagt, eine Diktatur hervorgebracht! In Frankreich bestand der Kampf gegen Autoritäten nicht zuletzt in dem (gewalttätigen und zerstörerischen) Kampf gegen alle Kirchen und in der Aufrichtung einer Diktatur der Vernunft.

In ganz Europa kam es gerade in dem Zeitalter der Aufklärung zu einer starken Hinwendung zum Aberglauben, der sich dann in den Hexenverfolgungen nur zuspitzte. Dieser befremdliche Umstand wird heute stereotyp als Anpassungsstörung dieser Epoche gedeutet, als die Projektion der Angst vor dem Neuen und Fremden auf eine bestimmte Personengruppe. Diese Deutung übersieht allerdings, dass der Hexenwahn nur ein kleiner Teil des Aberglaubens war, der in dieser Zeit so große Verbreitung fand.

Und gibt es heute nicht die gleiche Diskrepanz? Öffentlich feiert man den Abschied vom Christentum und die Folgen der Aufklärung, aber wer die Buchläden beobachtet, stellt fest, dass die Esoterik sich flächendeckend im Bürgertum verbreitet hat. Aus den ehemals kleinen Regalen sind mittlerweile große Abteilungen an zentraler Stelle geworden. Davon abgesehen, dass der Aberglaube in alle anderen Abteilungen ausstrahlt: Religion, Lebenshilfe, Literatur, Medizin aber auch Architektur und Gartenbau.
Aus dem Bekenntnis zur Wissenschaft ist eine allgemeine Akzeptanz der sog. „alternativen Medizin“ geworden. Wissenschaftler sind hier ziemlich machtlos, und kaum ein Arzt kann es sich heute noch leisten, keine Homöopathischen Medikamente zu verschreiben.
Im öffentlich rechtlichen Fernsehen gibt es Dokumentationen, in denen ausgiebig Wunderheiler und div. Wasserspezialisten über ihre Kunst befragt werden oder Leute, die Orte mit besonderer „Energie“ vorstellen.

In der Renaissance gab es eine ähnliche Entwicklung: verschiedene Intellektuelle wandten sich vom Christentum ab und dem Aberglauben zu (auch hierüber schweigt natürlich der Geschichtsunterricht). Der Grund war hier vor allem das antike Vorbild selbst, das man nicht ohne den Glauben an Astrologie bekommt. Aber es entstanden auch Formen, die eher zeittypisch waren und dennoch in der Renaissance unterstützt wurden.
Jakob Burckhardt schreibt in „Die Kultur der Renaissance in Italien“, deren großer Bewunderer er eigentlich ist (in der Ausgabe von 1960, S. 561):
„Bei weitem unschuldiger als die Sterndeutung erscheint der Glaube an Vorzeichen. Das ganze Mittelalter hatte einen großen Vorrat desselben aus seinen verschiedenen Heidentümern ererbt, und Italien wird wohl darin am wenigsten zurückgeblieben sein. Was aber die Sache hier eigentümlich färbt, ist die Unterstützung, welche der Humanismus diesem populären Wahn leistet; er kommt dem ererbten Stück Heidentum mit einem literarisch erarbeiteten zu Hülfe.“

Wenn wir in unserer Zeit die Diskrepanz zwischen vollmundigem Bekenntnis zur Autonomie, Vernunft und atheistischen Wissenschaft auf der einen Seite und das Aufblühen des Aberglaubens auf der anderen Seite beobachten, stehen wir damit auf jeden Fall nicht alleine.

Der Begriff „Vernunft“ ist also mit fast allem außer dem Christentum kompatibel (auch mit Wissenschaftsfeindlichkeit, Diktatur, Rassismus, Sexismus, Gewalt und Aberglauben). Er enthält inhaltlich nichts außer einer Denkschranke und wo er Inhalte belegen soll, kommt er mit denkerischer Gewalt daher – denn wer könnte schon der Vernunft widersprechen?
Damit wird er zum idealen Mittel, um einen Mainstream festzulegen und gegen jede Abweichung zu verteidigen. Niemand wagt es, dieser Grundlage zu widersprechen, jeder akzeptiert stillschweigend die gemeinte Denkschranke und ist anschließend darauf angewiesen, den Begriff von anderen füllen zu lassen.
Diese Form der Vernunftdiktatur funktioniert allerdings nur, solange man nicht anfängt, gegen den Vernunftbegriff selbst zu polemisieren.

Das „mittelalterliche Weltbild“

Pisa hin, Pisa her, manche Dinge kennt jeder, und dazu gehört auch das sog. „mittelalterliche Weltbild“: unten eine Scheibe auf Steinsäulen, oben eine Käseglocke mit angeschweißten Gestirnen und Löchern (für den Regen, logisch).
Über Generationen hinweg wird dieses Bild nun schon vermittelt und selbst in der Ausbildung der Referendare wird man heute noch darauf hingewiesen, damit dieses Wissen über das Mittelalter auf keinen Fall verloren geht.

Allerdings ist es ein Scheinwissen und das vermeintlich „mittelalterliche Weltbild“ eine Satire auf das Mittelalter. Eigentlich ist das auch bekannt, und nicht erst seit gestern, aber irgendwie setzt es sich nicht durch.

Dass die Erde eine Kugelgestalt besitzt, wusste man schon in der Antike. Pythagoras nahm schon im 6. Jahrhundert vor Christus eine Kugelgestalt der Erde an, im ganzen Mittelalter war dieses Wissen bereits als selbstverständlich bekannt (was man insbesondere auch an der Form des Reichsapfels der Könige erkennt).

(vgl: http://turba-delirantium.skyrocket.de/wissenschaft/kugelgestalt_der_erde.htm )

Und auch früher war den Menschen bekannt, dass Regen nicht aus Himmelslöchern sondern aus Wolken kommt (man muss nur im AT mal Bibelstellen zum Stichwort „Wolke“ suchen). Ebenso trivial ist die Beobachtung, dass Sonne und Mond unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeiten zu haben scheinen. Dass beide an einer gemeinsamen Käseglocke montiert sein sollten, widerspricht der schlichtesten Anschauung und ist wohl niemals von irgendeiner Kultur geglaubt worden.

Einen ernsthaften Streit gab es im Mittelalter zum Einen darüber, ob die Erde im Zentrum der Welt steht, und ob die untere Erdhalbkugel bewohnt ist!

Diese Fehler wurden tatsächlich von der Kirche verteidigt, wobei sie hier allerdings keine eigenen Pfründe, sondern das Ptolemäische Weltbild, also griechisch-antikes Halbwissen verteidigte – das sich ohnehin als der größte Bremsfaktor des wissenschaftlichen Fortschritts zeigte.

Wie kam es dann aber zu dem Irrglauben an die angeblich groteske Weltsicht des Mittelalters?
Es war einfach Polemik der Aufklärung, die sich von der Kirche absetzen wollte. Man kann es auch als politische Lüge bezeichnen. Seit der Propaganda der Aufklärung denken wir bei den Stichworten „Kirche“ und „Wissenschaft“ an den Fall Galileo, nicht aber an die Wissenschaft, die von der Kirche finanziert und auch personell in den Klöstern vorangetrieben wurde! Und dass Wissenschaft, die nicht ins Bild passt, einen schweren Stand hat, ist heute nicht anders als damals:

http://www.intelligentdesigner.de/bi030319.html

Die Aufklärung behauptete, den Menschen das Licht der Vernunft zu bringen. Dabei muss gerade sie sich den Vorwurf gefallen lassen, eine ganze Epoche Europas für die Nachwelt in tiefe Finsternis gehüllt zu haben.

Encyclopædia Britannica erlaubt blogs den Zugriff auf Volltext

Wer kennt sie nicht, die 34bändige „Encyclopædia Britannica“ die Enzyklopädie der Enzyklopädien … Noch während meines Studiums habe ich mir die schweinsledern gebundene Print-Version vom Munde abgespart und erfreue mich heute noch an ihr.
Gerne würde man einen Online-Zugang haben, doch der Preis dafür ist mit 51 Euro pro Jahr doch etwas hoch. Dabei ist dieser Preis wahrscheinlich durch das Aufkommen von wikipedia inzwischen schon drastisch gesunken.
Nun gibt es offensichtlich einen neuen Marketing-Ansatz, indem man versucht in die blogoshäre einzudringen, indem man aus Blogs und Webseiten heraus einen Zugriff auf die EB-Volltexte erlaut. Ob der Beliebtheits-Vorsprung der kostelosen Internetenzyclopedie wikipedia bei der jungen Generation dadurch allerdings aufzuholen ist, bleibt fraglich.
Ich habe jedenfalls die Gunst der Stunde genutzt, um den treuen Lesern von TheoKonservativ ein paar interessante Links zu den Volltexten der besten Enzyklopädie der Welt zu ermöglichen:

christianity
protestantism
lutheranism
calvinism
pentecostalism
intelligent design
creationism
conservatism
atheism

Viel Spass beim Schmöckern!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Eine Biologie der Gnade

Wer die Evolutionsbiologie verstehen möchte, muss sich die Gesellschaft ansehen, in der sie entstand: das England des 19. Jahrhunderts. Es war eine Zeit der großen Umbrüche, die durch Industrialisierung und Technisierung bewirkt wurden. Für viele Menschen bedeutete diese Zeit den Verlust der Selbstständigkeit und es wurde normal, zur Arbeit zu gehen, d.h. irgendwo seine Arbeitskraft zu verkaufen. Die gleichzeitige Verbreitung der Maschinenarbeit mag dazu geführt haben, dass die Menschen selbst sich als Teile einer großen unüberschaubaren Maschine fühlten.
Wenn dieses Gefühl zum Lebensgefühl wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis man begann, dieses Gesellschaftsmodell auch auf die Natur zu übertragen. Durch die Geschichte von der Evolution aller Lebewesen wurde jedem Tier eine Funktion im gesamten Ökosystem zugewiesen, eine sog. „ökologische Nische“, die ihm gleichzeitig Grund seines Lebens und der Grund seiner Daseinsberechtigung war.

Die sich an diese Naturgeschichte anschließende Biologie betrachtete fortan jedes Lebewesen nur noch als die Summe verschiedener Funktionen. Ein Tier zu erforschen bedeutete gleichsam, zu verstehen, wie es funktioniert. Sein Verhalten zu untersuchen bedeutete, dem Verhalten einen biologischen Nutzen zuzuordnen, was die Forschung um einen guten Teil ihrer Begeisterung gebracht hat.
Über diese Entwicklung beklagt sich auch Burkhard Müller in dem Buch „Das Glück der Tiere – Einspruch gegen die Evolutionstheorie“ (nein er ist kein Kreationist und mag Kreationisten noch weniger als Evolutionisten). Aber es gelingt ihm m.E. nicht, der evolutionistischen Sicht auf die Natur eine neue eigene entgegen zu stellen.

Tatsächlich ist genau das auch nicht ganz leicht, weil Tiere ja tatsächlich zweckmäßig organisiert und konzipiert sind. Daran wird sich auch nach der Evolutionsbiologie nichts ändern.

Auch eine Biologie der Gnade leugnet keinen biologischen Nutzen, aber sie wechselt den Blick: sie betrachtet das Tier nicht mehr als Funktionseinheit, sondern als Individuum. Sie beschreibt Verhalten nicht nur als Ergebnis der Naturgeschichte, sondern als Ergbnis eines subjektiven Willens. Also das Tier sucht nicht Futter, weil dieses Verhalten sich bewährt hat, sondern weil es Hunger verspürt und etwas fressen möchte. Ein Körper besitzt seine Merkmale nicht nur, weil sie den Vorfahren nützlich waren, sondern auch, weil sie seinem Besitzer nützlich sind. Das Tier lebt nicht, um die Evolution voran zu bringen, sondern weil Gott ihm das Leben geschenkt hat. Der Körper ist also nicht nur ein Werkzeug für Aufgaben, sondern zu allererst ein Geschenk. Aus dem Ökosystem wird ein Raum, den Gott dem Tier zur Verfügung stellt und der damit Gegenstand von Wünschen und Ängsten ist.

In dem Moment, wo wir beginnen, das Tier als Individuum zu betrachten, wird dessen Umwelt zum Gegenüber eines empfindsamen Willens, zu etwas, das von dem Willen getrennt empfunden und nicht von diesem hervorgebracht wird, und damit zu einem Reich der Gnade. Denn nur Individuen kennen Gnade – und Bedrohung. Nur ihnen kann etwas gegeben werden. Betrachten wir das Tier als Funktionseinheit, dann verschwindet es in einem „Öko-System“ der Wechselwirkungen, in dem es sich seinen Platz durch seine Funktion erworben hat und in seinen Funktionen aufgeht, so wie der Mensch im Industriezeitalter. Nur in einer Biologie der Gnade können wir das Tier als Individuum und seinen Lebensraum als eine Gabe der Güte Gottes verstehen.

Je mehr wir uns mit der subjektiven Seite des Tieres beschäftigen, desto stärker rückt auch der Gedanke an Gott wieder in den Blick. Denn wenn die Lebewesen als lebende Geister begriffen werden, brauchen wir eine Erklärung und einen Ursprung dieser Geister. Dadurch wird unser Blick automatisch auf Gott gelenkt. Wer die Naturwissenschaft von Gott losgelöst betreiben möchte, muss auch die Geschöpfe ent-geisten und als Maschinen betrachten. Und wer wieder beginnt, die Tiere als lebende Geister ernst zu nehmen, kommt kaum um den Gedanken Gottes herum.

Das klingt nach einer einfachen Umformulierung, hat aber in der Praxis große Auswirkungen:
In der Evolutionsbiologie wird der Blick auf Lebewesen stark verengt. Man erklärt immer das Verhalten der Tiere, dass einem offensichtlichen Zweck dient. Ausreißer, besonders findige Lösungen, niedliche Gefühlsäußerungen etc. gehören eher den als unwissenschaftlich geltenden Anekdotensammlungen an. Aber bestimmt nicht die Heldentat eines einzelnen Pferdes nicht völlig zu Recht unser Bild dieser Tiere insgesamt? Wieso kann nicht alles, was wir mit einer Tierart erleben zu unserem wissenschaftlichen Wissen über diese Art gehören?
Zweitens lässt sich eine vielzahl von Verhaltensweisen in einer Biologie der Gnade direkt und leichter erklären. So z.B. das Trauerverhalten mancher höherer Säugetiere. Wie erklärt man, dass eine Affenmutter noch mehrere Tage nach dem Tod ihres Kindes, sich rührend um seinen toten Körper kümmert, bevor sie es verlässt? Dieses Verhalten bietet doch keinen Überlebensvorteil, sondern ist einfach Ausdruck der Trauer (man müsste dieses Verhalten als ungünstigen Nebeneffekt einer allgemeinen Sorge für das Kind deuten, aber die Erklärung bliebe unbefriedigend, weil sie eigentlich nicht das beobachtete Verhalten, sondern etwas anderes erklärt und letztlich nur umständlich sagt, dass man das Verhalten selbst aber nicht erklären kann).
Drittens wäre der Blick offen für nicht-nützliche Zusammenhänge, wie z.B. das häufige Auftreten der Zahl 5 in der Biologie oder das ästhetische Empfinden.
Viertens gäbe es wieder mehr Freude am Wissensammeln. Heute muss sich Forschung in der Biologie daran messen lassen, ob sie die Evolutionstheorie weiter stützt. Experimente müssen am besten immer der großen Theorie dienen, während das stille, fleißige aber hochvergnügte Sammeln von Erkenntnissen über Tiere an sich langsam ausstirbt.
Fünftens würde der Forscher selbst zum Lob Gottes geführt weil es zur Forschung ganz natürlich dazu gehört. Dieses Gefühl der Begeisterung dürfen Biologen derzeit nur privat empfinden, aber in Lehrbüchern hat es keinen Platz. Aber manche Dinge kann man nicht beschreiben, ohne Gott dafür zu loben.

„Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewig! Der HERR freue sich seiner Werke!“ (Psalm 104,31)

vgl.: http://bibel-kommentar.de/Psalm%208,3.html

Schöpfungslehre in den Biologie-Unterricht

tagesschau.de hat auf seinen Webseiten eine Umfrage stehen, die zwar mittlerweile schon abgeschlossen ist, deren Ergebnis jedoch für Vertreter der Schöpfungslehre trotzdem interessant sein könnte. Gefragt wurde: „Sollte die christlichen Schöpfungslehre in den Biologieunterricht aufgenommen werden, wie es Hessens Kultusministerin Karin Wolff und Bischof Walter Mixa fordern?“
Die absolute Mehrheit … mehr als 2/3 aller Teilnehmer antworteten verblüffenderweise mit „Ja“ …

Ja: 29290 Stimmen, dies entspricht circa 68.4%
Nein: 13262 Stimmen, dies entspricht circa 31.0%
Weiß nicht: 272 Stimmen, dies entspricht circa 0.6%
Stimmen gesamt: 42824

Das ist doch mal ein Grund zur Freude … Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass mich erst eine kleine Kampagnen-Rundmail, der seinen Ausgangspunkt beim Evangeliumsrundfunk hatte auf diese Umfrage hingewiesen hat … Sollte das Umfrageergebnis hierdurch vielleicht ein wenig geschönt erscheinen, so liesse sich daraus zumindestens auf eine extrem hohe Mobilsierungsfähigkeit der Online-Christenheit schließen 😉 Auch nicht schlecht … werden wir von Theokonservativ bei Gelegenheit mal drauf zurückkommen …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Schöpfungslehre in den Biologie-Unterricht

Christlicher Hexenwahn?

Die Hexenverfolgungen gegen das Christentum ins Feld zu führen, dürften zu dem gesicherten Grundbestand unserer Kultur gehören. Wer gebildet ist, ist a) kein Christ und sollte es b) mindestens mit den Hexenverfolgungen begründen können.

Nun bin ich jederzeit bereit zuzugeben, dass Christen viel Mist gemacht haben. Die Frage ist nur, ob es christlicher Mist war.
Die Hexenverfolgung beispielsweise diente vor allem der Abwehr von Schadenszauber. Die Menschen hatten eine heillose Furcht vor den Flüchen der vermeintlichen Hexen.

Der Witz ist nur: es gibt im Christentum überhaupt keinen Schadenszauber. Man kann hier geradezu von einem Kuriosum des Christentums sprechen, denn das ganze Heidentum ist tatsächlich voller Praktiken, die helfen sollen, den Schadenszauber zu vermeiden oder zu bekämpfen. Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Religionswissenschaft auskennt, wird hierin ein verbreitetes Motiv in fast allen Kulturen wiederentdecken.
Aber im Christentum gilt: ein unverdienter Fluch trifft nicht ein (Sprüche 26,2). Die Begegnungen Jesu mit den gefährlichen Dämonen zeigen, dass für Christen das Thema gegessen ist. Dämonen haben nämlich eine Höllenangst vor Jesus!

Nun stellen sich allerdings zwei Fragen: 1. Wieso kam es dann zu den Hexenverfolgungen? 2. Wieso hat die Katholische Kirche hier so begeistert mitgemacht?

Zu 1: Allgemein war die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts eine Zeit, die von den Umbrüchen der Reformation geprägt war. In dem Vakuum, das durch die Streitereien zwischen Katholiken und Evangelischen Christen entstand, wandten viele Menschen sich wieder verstärkt den alten Formen des Aberglaubens zu, die von der Katholischen Kirche immer nur mühsam unterdrückt wurden – nicht selten zu dem Preis, dass die Kirche den Aberglauben einfach übernahm. Durch den Zerfall ihres Machtmonopols, blühte der Aberglaube wieder auf. Der Brockhaus von 1969 nennt hier konkret: „altheidnische Sagenerinnerungen (Wetterhexe, Giftmischerin), orientalische-hellenistische Literaturtraditionen (Liebeszauber, Teufelsbuhlschaft) und zeitgenössische Phantasien“, die im europäischen Hexenwahn zusammenflossen.

Zu 2: In der Bevölkerung haben sowohl katholische als auch evangelische Männer und Frauen Hexen verfolgt. Hierbei muss man aber die Begriffe mit Vorsicht verwenden, weil die Zugehörigkeit zu einer Konfession damals vom Wohnort abhing. Interessanter ist das Vorgehen der Kirchen. Und hier galt die Hexenverfolgung tatsächlich als ein typisch katholisches Phänomen, das von evangelischen Theologen oft kritisiert wurde. Dieser Umstand wird heute gerne verschleiert, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein typisch christliches Phänomen.

Dass es in gewisser Hinsicht typisch für die Katholische Kirche war, liegt möglicherweise an ihrer traditionellen Praxis, Aberglauben lieber zu übernehmen, und ihm so den eigenen Stempel aufdrücken zu können. Im Falle der Hexenverfolgung war das noch nicht einmal besonders abwegig, denn es gibt Bibelstellen, durch die eine Hexenverfolgung bis zu einem gewissen Grade gedeckt werden: (z.B. 2.Mose 22,17; 5. Mose 18,10 hier werden übrigens die grausamen Praktiken des heidnischen Umfeldes angedeutet, in denen auch das Verbrennen bei lebendigem Leib dazu gehörte).

Offenbar war es für manche Theologen schwierig, dieses Gebot von den ganzen heidnischen Einflüssen und folkloristischen Phantasien zu trennen. Denn allein aus diesen Geboten hätte sich weder ein Hexenwahn noch eine Hexenverfolgung im bekannten Ausmaß ergeben können:
Der Hexenwahn macht keinen Sinn, wenn es keinen Grund gibt, sich vor Hexen zu fürchten. Die Hexenverfolgungen machen nur Sinn, wenn der Straftatbestand der Hexerei durch Zeugen belegt ist. Das entspräche dem alttestamentlichen Vorgehen. Die Bibel kennt keine Verhöre unter Folter, keine Zaubertricks in der Rechtsprechung, magischen Prüfungen und auch keine Verbrennungen als Todesstrafe!
Also alle Bestandteile, die aus einer ethischen Regel einer Religion ein Massaker machten, waren heidnischen Ursprungs.
Den Christen die Hexenverfolgung anzulasten ist so absurd wie der denkbare Vorwurf (vielleich späterer Generationen), die Christen hätten die Homosexualität gefördert. Klar gibt es Christen, die immer alles mitmachen und das Ergebnis dann möglicherweise sogar theologisch begründen und vielleicht sogar aktiver für ihre Sache eintreten als ihre Mitstreiter. Aber dass die Unterstützung der Homosexuellen eine typisch christliche Leistung ist, wird wohl niemand ernsthaft behaupten wollen – unabhängig davon, wie man zu dem Thema steht.

Es ist eine Ironie der europäischen Geschichte, dass sich die Menschen gerade diesen heidnischen Einflüssen wieder mit Begeisterung zuwenden – und damit auch über kurz oder lang der Angst vor bösen Geistern, vor denen das Christentum die westliche Welt befreit hat.

Und es ist naiv, sich auch nur über die heidnische Angst zu ereifern, während man gleichzeitig bereit ist, seinen Wohlstand durch den Tod der eigenen Kinder zu erkaufen…

Der Verweis auf die Hexenverfolgung kommt mir daher nicht besonders ehrlich vor und dient möglicherweise eher politischen als ethischen Motiven. Irgendwie fällt mir dazu dieses Zitat ein:
„Der größte Volksschaden sind unsere Pfarrer beider Konfessionen. […] [Hitler führt hier das erste Beispiel zur Begründung seiner berüchtigten „Verordnung gegen Volksschädlinge“ aus; Anmerkungen MW]
Es wird der Augenblick kommen, da ich mit ihnen abrechne ohne langes Federlesen. Ich werde über juristische Zwirnsfäden in solchen Zeiten nicht stolpern. Da entscheiden nur Zweckmäßigkeitsvorstellungen. Ich bin überzeugt, in zehn Jahren wird das ganz anders aussehen. Denn um die grundsätzliche Lösung kommen wir nicht herum. Glaubt man, dass es notwendig ist, die menschliche Gesellschaft auf einer Sache aufzubauen, die man als Unwahrheit erkannt hat, so ist die Gesellschaft gar nicht erhaltenswert. Glaubt man, dass die Wahrheit genügend Fundament sein kann, dann verpflichtet einen das Gewissen, für die Wahrheit einzutreten und die Unwahrheit auszurotten.
Jedes Jahrhundert, das sich mit dieser Kulturschande weiterhin belastet, wird von der Zukunft gar nicht mehr verstanden werden. Wie der Hexenwahn beseitigt werden musste, so muss auch dieser Rest beseitig werden!“ (Adolf Hitler, Tischgespräche in der Wolfsschanze, 8.2.1942)

Hitler hat Legende vom christlichen Hexenwahn verwendet, um gegen das Christentum mobil zu machen.

Tag 19: Schule und Bildung [40 Tage beten und fasten für unser Land]

Heranwachsende brauchen Vorbilder als Orientierung in unserer komplexen Welt. Ziel der Bildung muss deshalb sein, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Alltagsbewältigung zu erkennen und zu fördern. Da der Glaube konkrete Hilfe zum Leben ist, muss für die Auseinandersetzung mit christlichen Leitbildern und biblischer Ethik auch in den Schulen der Raum erhalten bleiben.
Wir beten:
• dass Eltern und Lehrer ihre primäre Rolle als Vorbilder und Vermittler von Leitbildern erkennen und wahrnehmen
• dass christliche Werte in den Schulen, auch im Religionsunterricht, Ihren Platz behalten
Internet: www.smd.org (Schülerarbeit und Studentenmission)
Tag 19: Schule und Bildung [40 Tage beten und fasten für unser Land]