USA töten Osama Bin Laden in Pakistan

Römer 4 Denn die Regierung ist Gottes Dienerin, und du sollst durch sie Gutes empfangen. Wenn du jedoch Böses tust, hast du allen Grund, sie zu fürchten. Schließlich ist sie nicht umsonst Trägerin der richterlichen Gewalt. Auch darin ist sie Gottes Dienerin. Indem sie den Schuldigen zur Verantwortung zieht, vollstreckt sie an ihm das Urteil des göttlichen Zorns. [Neue Genfer Übersetzung]
USA töten Osama Bin Laden in Pakistan

Obama im Krieg

Die USA beteiligen sich an einem Militärschlag gegen das Regime in Lybien. Unter George W. Bush haben sie sich auch mit Militärschlag gegen einen Diktator gewendet, aber der Einsatz wurde in Europa völlig anders bewertet. Am deutlichsten ist der Stimmungswandel in Frankreich zu sehen: dort herrschte unter Bush brüske Ablehnung und heute beteiligen sie sich aktiv an dem Einsatz. Aber auch die Grünen bedauern offensichtlich, dass Deutschland sich nicht am Krieg beteiligt – sorry, die neue Wortwahl ist jetzt „militärisches Engagement“. Wie dem auch sei: Deutschland hat sich enthalten, ist aber sehr um eine ausgewogene Stimmung bemüht – und unterstützt den Krieg indirekt, indem es sich in Afghanistan stärker engagiert. Sowohl in Lybien als auch im Irak wurden die Menschen von einem grausamen Despoten unterdrückt, wobei der Zustand im Irak sogar noch schlimmer gewesen sein soll. Darüber hinaus bestand die – von der Weltgemeinschaft anerkannte – Gefahr eines Angriffes durch Giftwaffen, die aber während der langen Vorphase des Krieges beseitigt wurden, so dass der letzte Nachweis bis heute fehlt. Wäre Deutschland mit in den Krieg gezogen, wenn die Menschen im Irak auf Demonstrationen beschossen worden wären? Warum nicht dann, wenn willkürlich Menschen erschossen werden – und ohne große öffentliche Aufmerksamkeit? War das wirklich der große Unterschied zur Obama-Regierung? Würde Europa einen Angriff auf den Iran oder Nord-Korea unter Obama ebenso scharf verurteilen, wie einen Krieg unter Bush? Das wird kaum jemand ernsthaft annehmen.

Waren die alten Vorwürfe gegen Bush zu ungenau? „Obama im Krieg“ weiterlesen

Fight Club reloaded …

Ich hab mir gerade „Der kommende Aufstand – Revolutionäre Bewegung als Abenteuerroman mit soziologischer Sicht“ heruntergeladen, um mal 9 Monate vor meinem linksradikalen Sohn das derzeit angesagteste Buch dieser Szene gelesen zu haben … Soweit ich über DE:BUG und FAZ (Nils Minkmar) mitbekommen habe, wird ein neoanarchistischer Weg zwischen Sabotage und Landkommune propagiert sowie nebenbei mal eben die gesamte bürgerliche Linke dekonstruiert und der Lächerlichkeit preisgegeben. Ich als Konservativer erwarte mir daher natürlich rhetorisch brilliante Munition für den täglichen popkuturellen Kampf mit dem politischen Gegner … Aber jetzt mal Schluß mit lustig … In der Zusammenschau mit Ulfkottes “ Vorsicht Bürgerkrieg! “ erhalten wir nun sicherlich eine realistischen Ausblick auf die Zukunft Deutschlands. OK Leute wenn vor uns also wirklich die zur Anarchie führenden kommenden Aufstände in Deutschland liegen sollten … die Macht werden danach selbstverständlich nicht unsere revolutionären Kinder bekommen, sondern die Dorgenbosse, libanesischen Clans und Warlords … die Decke der Zivilisation ist nun mal HAUCHDÜNN … Als Pietist kann ich da nur sagen: „Ja Herr Jesus, komme bald!!!“ …
Fight Club reloaded …

Evan Sayet: Wie moderne Liberale denken

Auf der „Gegenstimme“ hab ich es schon gepostet. Aber diese Gedanken haben einfach weitestmögliche Verbreitung verdient: Die deutsche Übersetzung des brillanten Vortrages des bekannten US-amerikanischen Comedians und politischen Kommentators Evan Sayet über die Denkweise hinter der Political Correctness, dem aggressiven Atheismus und dem gesellschaftspolitischen Erbe der 68er-Generation… viel Vergnügen!

www.youtube.com/watch?v=eaE98w1KZ-c

Ich würde mich selbst als Republikaner des 13. September bezeichnen. Aufgewachsen war ich als liberaler New Yorker Jude, wesentlich liberaler geht`s kaum noch – obwohl es noch im Kleinformat war im Vergleich zu dem, was man heute „liberal“ nennen würde. Ich ging von der High School und wusste über Politik nur eines: Dass die Demokraten gut und die Republikaner böse sind.
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Das Ende des Internets

Jede Gesellschaft bringt die Technik hervor, die sie braucht. Und ebenso kann sie die Technik auch wieder ablegen, wie einen Wintermantel. Dieser Gedanke ist schwer verdaulich in einer Kultur, die vom Mythos der ewigen Evolution allen Lebens geprägt ist. Wir haben doch eher das Bild, dass die Technik wie eine großer Turm ist, bei dem zwar jede Etage auf der darunter liegenden aufbaut, aber die Richtung immer gleich bleibt, nämlich steil nach oben.
Tatsächlich können Wissenschaften aussterben oder doch zur Bedeutungslosigkeit herabsinken. Heute wird jemand, der sich mit dem Verlauf der Gestirne auskennt, nicht mehr berühmt. In westlichen Kulturen ist die Kunst des Fährtenlesens praktisch ausgestorben. Von vielen Techniken alter Kulturen scheinen wir noch nicht einmal zu wissen, dass es sie gab, nur dass wir ihre kulturellen Leistungen nicht erklären können. Seefahrernationen haben Schifsrümpfe entwickelt, vor denen noch ein moderner Bootsbauer beeindruckt ist. Theologen konnten im Mittelalter berühmt werden, wenn sie es schafften, eine Synthese zwischen der Bibel und den berühmten antiken Autoren zu konstruieren. Heute könnten sie mit dieser Kunst kaum noch einen Kurs in einer Volkshochschule voll kriegen.
Wer sich für das Thema interessiert, wird in dem Buch „Der Untergang des Abendlandes“ noch erstaunlichere Beispiele aus der Mathematik finden. Wir haben nicht nur weiter entwickelt, sondern auch viel Wissen und viele Fertigkeiten verloren. Das muss kein Grund zum Klagen sein, aber man fängt natürlich an zu fragen, wieso unsere Gesellschaft gerade ihre Techniken entwickelt hat, und ob sie möglicherweise irgendwann aussterben.
Ich möchte das mal anhand des Internets durchspielen, eine Technik, von der man sich kaum vorstellen kann, dass eine Gesellschaft auf sie einmal verzichten wird. Es ist aber denkbar, dass es sich in wenigen Jahrzehnten zu einer reinen Datenbank entwickeln wird und Chats und Foren aussterben werden.
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Der Turmbau zu Babel

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.

Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken? „Der Turmbau zu Babel“ weiterlesen

Vom Kampf um einen Begriff

Die Konferenz gegen Rassismus ist gleich am ersten Tag eskaliert und scheint allen Recht gegeben zu haben, die ihr fern blieben. Nun ist die Empörung groß und man hört in vielen Zeitungen das Seufzen „es hätte so schön werden können…“. Dabei haben weder die Befürworter einer Teilnahme noch die Boykottierenden das eigentliche Problem gesehen: wie kann es zu so derben Meinungsverschiedenheiten kommen, wenn alle einer Meinung sind, nämlich in ihrer Verurteilung des Rassismus? Auch Irans Präsident ist angetreten, um gegen Rassismus zu kämpfen, zumindest ist das sein Anspruch. Die Demonstranten machen gegen ihn Stimmung, indem sie „no racism“-Fähnchen hochhalten und alle anderen Parteien rechtfertigen ihre Teilnahme oder Absage mit ihrem ganz persönlichen Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.
Der Grund dafür liegt natürlich in der Konturlosigkeit des Begriffs „Rassismus“. Und für den gibt es einen einfachen Grund: Es scheint zwar der gutbürgerliche linke Konsens zu sein, dass wir keine „Moral“ brauchen und schon gar keinen Gott, der diese Moral einmal einklagen wird. Aber in dieser Gebots-Phobie gibt es ein Loch, und das ist das Dritte Reich, von dem ebenfalls alle sagen, dass es so etwas nie wieder geben darf. Wenn man heute also moralisch urteilen möchte, gibt es bekanntlich kein wirkungsvolleres Mittel, als immer eine Verbindung zum Dritten Reich hinzubiegen. Dieses Verfahren kann man als „Sack-Ethik“ bezeichnen: man nimmt einen Sack, schreibt „Rassismus“ oder „Faschismus“ darauf und schlägt auf alles, was sich in diesem Sack befindet. Die Kunst besteht lediglich darin, alles in den Sack zu packen, was einem nicht gefällt. Dieses Spiel hat in Deutschland die politische Linke erfunden und Ahmadinedschad zeigt, wie leicht es zu durchschauen und zu torpedieren ist. Da der Begriff „Rassismus“ immer weiter ausgedehnt wird, nimmt er sich dieses Recht auch selbst heraus. Was sich im Anschluss an seine Rede abspielte, zeugt nicht vom Problembewusstsein um die Verwendung einer Ethik, die nur noch von politischen Launen und stimmungsvollen Begriffen lebt, sondern von dem unbeugsamen Anspruch, dass der Westen sich die Deutungshoheit über mächtige Begriffe keinesfalls aus der Hand nehmen lassen möchte und sie notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen bereit ist. Und genau das ist besorgniserregend, weil die Sack-Ethik ein potentes Mittel für Diktaturen ist.
Ja, es ist Heuchelei, vom Kampf gegen Rassismus zu reden, wenn man eigentlich den Kampf gegen die persönlichen Feinde meint. Aber Ahmadinedschad hat diese Heuchelei nur kopiert und karikiert.

Politische Paradiesvorstellungen

Jede Weltanschauung hat vermutlich ihren Traum vom Paradies: die Kommunisten träumen von der Zeit, in der die Menschen ohne Besitz miteinander lebten (allerdings auch ohne Staatseigentum…), die Naturmystiker träumen von der Zeit, bevor die Christen die Menschen von der Natur entfremdet hatten, die Nazis von der vermeintlichen Größe Deutschlands, bevor die Juden das Christentum gebracht haben, andere träumen von „früher“ ohne es genauer zu datieren oder vom Leben wie im Naturzustand.
Diese Träume sind eine nicht zu unterschätzende Quelle der politischen Aktivität, denn bekanntlich ist ein positiver Reiz immer stärker als ein negativer, also Belohnung motiviert stärker als Strafe. Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies nennt man in der Politik allerdings lieber „Vision“ o.ä. Tatsächlich handelt es sich nach meiner Einschätzung allerdings immer um Vorstellungen, die im jeweiligen politischen Lager irgendwo in der Vergangenheit zu verorten sind.

Interessanterweise ähneln sich diese Vorstellungen irgendwie alle: immer leben die Menschen in Frieden miteinander und sich selbst. Das Leben erscheint immer irgendwie klar geregelt und die Menschen kennen keine Angst. Das klingt zu naiv? Finde ich auch, aber ich habe es in vielen Beschreibungen der Welt von „früher“ so verstanden. Kein Wunder, dass es Leute gibt, die für diesen Zustand zu kämpfen bereit sind.

Wie sieht es aber mit dem Christentum aus, denn immerhin habe ich ihm den Begriff des „Paradieses“ entlehnt? In der Bibel wird ein Paradies beschrieben, ein Garten mit den vier Strömen, in dem die Menschen ohne Scham und Schuld mit Gott in einer glücklichen Welt leben konnten.
Dass diese Zeit endete, war die Strafe für den Ungehorsam der Menschen (Gen 1-3) und hatte eine Konsequenz, die das christliche Paradies von allen anderen unterscheidet: Gott versperrte den Zugang durch die Cherubim (mächtige Engel), die mit flammendem Schwert ausgerüstet waren. Das Paradies war für immer verloren und kein Mensch sollte jemals wieder dortin zurück kehren.
Als Christ stehe ich daher immer etwas verloren zwischen dem wortgewaltigen Gequatsche von Visionen, dem „neuen Menschen“, einer „neuen Gesellschaft“ oder auch nur dem Kampf für eine bessere Welt. Nicht weil ich diese Ziele alle ablehne, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass dadurch starke Sehnsüchte geweckt werden, die nicht erfüllt werden können und im besten Fall Politik-Müdigkeit hervorrufen, im schlechtesten aber einen gigantischen Hass auf die Bösewichte, die dem vermeintlichen Paradies im Wege stehen. Und die beiden größten Schreckens-Regime wurden auf einer Woge aus großen Erwartungen und Begeisterung getragen.
Eine christliche Partei wird niemals die gleiche Leidenschaft und Begeisterung unter ihren Anhängern hervorrufen können, wie eine rote, grüne oder braune Partei. Christen haben in dieser Welt nicht ihr Herz verloren und glauben auch nicht, hier das große Glück finden zu können.
Unser Heil hängt nicht von dem ab, was Menschen in dieser Welt erreichen können, sondern von dem, was ein Mensch bereits für uns getan hat: Wer glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist, kommt nicht ins Gericht sondern kann in Frieden mit Gott leben, hier und nach dem Tod. Und er kann sich darauf freuen, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, die jeden menschlichen Traum von einem Paradies übersteigt.

Und das klingt zu fantastisch? Zunächst einmal klingt jede irdische Erlösungshoffnung fantastisch, denn politische Träumerei ist alt und ermüdend. Man muss sich schon sehr viel Mühe geben, dafür noch etwas Begeisterung aufzubringen – oder vielleicht sehr jung und unerfahren sein.
Aber man muss sich umgekehrt auch sehr viel Mühe geben, an dem Auferstehungsbericht Jesu eine Schwäche zu entdecken: er kann nicht nur symbolisch gemeint sein, weil er dafür viel zu detailiert geschildert wird. Er nützte damals auch keinem Jünger, weil der Glaube an Jesus alle Jünger einer brutalen Verfolgung ausgesetzt hat. Die weltweite Verbreitung des Christentums haben die ersten Christen nicht mehr miterlebt. Wer sich fragt, weshalb er gerade die Hoffnung der Christen an ein Leben nach dem Tod teilen sollte, findet die Antwort u.a. in den Berichten von der Auferstehung.

Obamanie

Die Deutschen lieben Obama so, wie sie Bush hassen. Gerade jetzt zum Ende von Bushs Amtszeit, scheint die Verachtung selbst in renommierten Medien keine Grenzen zu kennen…Beispiele spare ich mir, weil sie ohnehin allgegenwärtig sind.
Man hat den Eindruck, der ganze Konflikt zwischen Amerika und Europa werde jetzt noch einmal und demonstrativ auf die Person George W. Bushs zugespitzt und der Wunsch, den Konflikt zu beenden, konzentriert sich jetzt auf die Person Obamas.

Dabei dürfte jedem klar sein, dass dieses Verhalten zwar menschlich plausibel aber nicht besonders klug ist. Denn Bush war ein demokratisch gewählter Präsident, dessen Wahl ein beredtes Zeugnis dafür ablegte, dass die amerikanische Gesellschaft anders strukturiert ist als die der meisten europäischen Staaten, und daran hat sich bislang nichts geändert und es würde sich auch nach einer Wahl von Obama nichts ändern – der übrigens selbst einer Kirchengemeinde angehörte. Obama wäre schon aus diesem Grund in Deutschland praktisch ein chancenloser Kandidat. Davon abgesehen ist auch er für die Führungsrolle der USA in der Welt, statt im Irak will er das Truppenkontingent in Afghanistan erhöhen (wobei er in dieser Position aus strategischen Gründen noch wankt), er hat nichts gegen das Recht auf freien Waffenbesitz einzuwenden und hat schon seine Unterstützung für eine Erweiterung des Abhörgesetzes signalisiert. Von Deutschland erwartet er militärisches Engagement in Afghanistan und könnte Deutschlands Politiker vor erheblich schwierigere Entscheidungen stellen, als dies unter Bush der Fall war!

Und selbst wenn er gewählt wird, was in Amerika längst nicht so sicher ist, wie es sich hierzulande viele hoffen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder eine konservative Regierung gibt, denn Demokraten und Republikaner wechseln sich in Amerika mit schöner Regelmäßigkeit ab.
Was bedeutet das nun für uns? Zunächst wohl vor allem, dass Amerika anders ist und anders bleibt und alles, was an Bush kritisiert wurde, auch weiterhin kritisiert werden wird. Die einzige sinnvolle Frage ist daher nicht, „Wer wird Präsident?“, sondern „Wie geht Europa damit um, dass es andere Weltanschauungen in der Welt gibt 🙂 ?“.

McCain oder Obama? Wen werden die Deutschen wählen?

Ganz so weit ist es sicher noch nicht, aber es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass langsam aber sicher auch Wahlkämpfe global werden. Das hat zum Einen ganz naheliegende Gründe: die im Ausland lebenden Bürger müssen überzeugt werden und die außenpolitische Reputation des Staatsoberhauptes hängt (leider) mit dem Ruf des ganzen Landes in der Welt zusammen.
Das alles erklärt aber noch nicht, weshalb sich auch das Ausland so engagiert am Wahlkampf beteiligt, und dass es das tatsächlich tut, konnte man spätestens seit der Diskussion in Deutschland über die geplante Rede Obamas vor dem Brandenburger Tor erkennen. Die Argumente, die für und gegen diesen Ort ins Feld geführt wurden, waren an sich alle unverdächtig. Interessant war aber, dass vor allem linke Politiker für und konservative Politiker gegen dieses Setting plädierten. Und das riecht schon sehr nach deutschem Wahlkampf. Die Medien waren hier noch weniger zurückhaltend und haben schon längst Ms. Clinton zur Lieblingskandidatin gekürt. Aber jetzt kämpfen sie treu und tapfer für Obama. Die Berliner – also nicht nur die in Berlin lebenden Amerikaner – freuen sich auf die Rede Obamas und würden ihn mit klarer Mehrheit wählen: 70% der Stimmen bekäme Obama – wenn jemand die Deutschen fragen würde (lt. einem Bericht der FTD).
Und wenn man sich das Gekeife über George W. Bush anhörte, mochte man kaum glauben, dass es hierbei um das Staatsoberhauptes eines anderen Landes ging.

Die Frage ist nur: was soll das eigentlich? Wieso setzen sich Deutsche so für oder gegen einen amerikanischen Präsidenten ein?
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