Vom Kampf um einen Begriff

Die Konferenz gegen Rassismus ist gleich am ersten Tag eskaliert und scheint allen Recht gegeben zu haben, die ihr fern blieben. Nun ist die Empörung groß und man hört in vielen Zeitungen das Seufzen „es hätte so schön werden können…“. Dabei haben weder die Befürworter einer Teilnahme noch die Boykottierenden das eigentliche Problem gesehen: wie kann es zu so derben Meinungsverschiedenheiten kommen, wenn alle einer Meinung sind, nämlich in ihrer Verurteilung des Rassismus? Auch Irans Präsident ist angetreten, um gegen Rassismus zu kämpfen, zumindest ist das sein Anspruch. Die Demonstranten machen gegen ihn Stimmung, indem sie „no racism“-Fähnchen hochhalten und alle anderen Parteien rechtfertigen ihre Teilnahme oder Absage mit ihrem ganz persönlichen Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.
Der Grund dafür liegt natürlich in der Konturlosigkeit des Begriffs „Rassismus“. Und für den gibt es einen einfachen Grund: Es scheint zwar der gutbürgerliche linke Konsens zu sein, dass wir keine „Moral“ brauchen und schon gar keinen Gott, der diese Moral einmal einklagen wird. Aber in dieser Gebots-Phobie gibt es ein Loch, und das ist das Dritte Reich, von dem ebenfalls alle sagen, dass es so etwas nie wieder geben darf. Wenn man heute also moralisch urteilen möchte, gibt es bekanntlich kein wirkungsvolleres Mittel, als immer eine Verbindung zum Dritten Reich hinzubiegen. Dieses Verfahren kann man als „Sack-Ethik“ bezeichnen: man nimmt einen Sack, schreibt „Rassismus“ oder „Faschismus“ darauf und schlägt auf alles, was sich in diesem Sack befindet. Die Kunst besteht lediglich darin, alles in den Sack zu packen, was einem nicht gefällt. Dieses Spiel hat in Deutschland die politische Linke erfunden und Ahmadinedschad zeigt, wie leicht es zu durchschauen und zu torpedieren ist. Da der Begriff „Rassismus“ immer weiter ausgedehnt wird, nimmt er sich dieses Recht auch selbst heraus. Was sich im Anschluss an seine Rede abspielte, zeugt nicht vom Problembewusstsein um die Verwendung einer Ethik, die nur noch von politischen Launen und stimmungsvollen Begriffen lebt, sondern von dem unbeugsamen Anspruch, dass der Westen sich die Deutungshoheit über mächtige Begriffe keinesfalls aus der Hand nehmen lassen möchte und sie notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen bereit ist. Und genau das ist besorgniserregend, weil die Sack-Ethik ein potentes Mittel für Diktaturen ist.
Ja, es ist Heuchelei, vom Kampf gegen Rassismus zu reden, wenn man eigentlich den Kampf gegen die persönlichen Feinde meint. Aber Ahmadinedschad hat diese Heuchelei nur kopiert und karikiert.

Good Bye Mr. President G. W. Bush!

Am Samstag kam auf BBC World News eine weitere Folge von „intelligence squared“. Thematisch diskutierte man diesmal die populäre These, Bush sei der schlechteste US-Präsident der letzten 50 Jahre gewesen. Als einer der letzten deutschen Bush-Freunde möchte ich vor allen Dingen auf die Reden seiner beiden namhaften Verteidiger William Kristol, dem Papst der amerikanischen Neokonservativen und Karl Rove, dem erfolgreichen Wahlkampfregisseur von G. W. Bush hinweisen.
Ich denke, dass unseren Kindern in 20 Jahren wesentlich mehr Hintergrundinformationen zur Amtszeit von G. W. Bush zur Verfügung stehen werden als uns heute und man seine Entscheidungen dann in einem anderen Licht sehen wird.

Kurzer Exkurs: Im 20. Jahrhundert wurde die Welt von zwei großen Totalitarismen in Geiselhaft genommen: 1. Faschismus und 2. Kommunismus. Die Welt wurde massgeblich durch den Einfluss der USA von diesen beiden Totalitarismen befreit. Zur Zeit hat ein dritter Totalitarismus der freien Welt den Krieg erklärt: Der Islamo-Faschismus. Diese Ideologie strebt nach der Weltherrschaft. Ich glaube nicht, dass wir ohne die Führung der USA gegen diese Macht irgendeine Chance haben. Ich bin G. W. Bush dankbar, dass er gegen alle Apeasement-Stimmen wie kein anderer dem Islamofaschismus mutig die Stirn geboten hat!

1. G. W. Bush hat die Welt von einem der gefährlichsten Dikatatoren aller Zeiten befreit: Saddam Hussein: Er tötete ca. 500.000 Menschen (u.a. mit chemischen Massenvernichtungswaffen), ließ sich als Reinkarnation Nebukadnezars feiern und wollte Israel vernichten. … Übrigens Massenvernichtungswaffen, 2002 waren wir doch alle überzeugt, dass Saddam diese Waffen hatte. Der Irak-Krieg wurde übrigens aufgrund eines BND-Berichtes über Saddams Massenvernichtungswaffen begonnen! Ich möchte ausserdem daran erinnern, dass der libysche Staatschef Gaddafi durch die harte und konsequente Haltung des amerikanischen Präsidenten dem Terrorismus abgeschworen hat.
2. G. W. Bush hat durch den War against Terror in Afghanistan und im Irak die riesigen Scharen islamofaschistischer Heißsporne, hunderte von Millionen junger Männer in der Arabischen Welt (und den Migrationsghettos Europas!), die nichts besitzen als ihren Zorn [s. Sloterdijk in Cicero 0806] fern von den USA gehalten … Dass es Bush gelang, einen weiteren großen Anschlag auf die USA zu verhindern grenzt doch an ein Wunder! Es sind unter G. W. hunderte Anschlagpläne in den USA rechtzeitig vereitelt worden … Meine Prognose: unter Obama kommt der Super-Anschlag … dann werden die Amerikaner vielleicht erkennen, wie sicher sie unter G. W. Bush lebten!
3. G. W. Bush konnte mit der Auswahl des begnadeten Generals David Petraeus (US-Präsidentschaftskandidat 20016?) und der Konzeption der Truppenaufstockung im Irak (The Surge) den schon verloren geglaubten Sieg im Irak gegen massiven Widerstand der Demokraten sichern … Übrigens: Woran erkennt man, dass es für die USA gut läuft im Irak? -> In den deutschen Medien gibt es keine Irak-Meldungen mehr … Ausser irgenwelche Irre werfen mit Schuhen auf den US-Präsidenten und befriedigen unbewusste deutsche Bush-Attentatsehnsüchte …
3. G. W. Bush verweigerte eine Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls, welches die USA zum Hauptzahlmeister gemacht hätte und deren Hauptglobalisierungskonkurenten China und Indien kostenlos durchgewinkt hätte … ein wirtschaftliches Selbstmordprogramm für die USA … Auf das Thema Klimaschwindel muß ich in diesem Zusammenhang ja nicht extra eingehen …
4. Bush war ein starker Freund Israels.
5. No Child Left Behind Act (NCLB) ist ein Bildungsgesetz, mit der G. W. Bush die Qualität der öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten deutlich verbessert hat.
6. Indem G.W. Bush John Roberts und Sam Alito im Supreme Court installiert hat und Roberts zum Obersten Richter ernannt hat, hat er es auf Jahrzehnte hinaus konservativ geprägt … dies machen sich Obama-Fans nicht wirklich klar!
7. G. W. Bush ist ein wiedergeborener Christ, „Ein Mann des Glaubens

Mr. President, ich danke Ihnen für Ihren Mut!
Mit brüderlichen Grüßen
wanderprediger
Good Bye Mr. President G. W. Bush!

Politische Paradiesvorstellungen

Jede Weltanschauung hat vermutlich ihren Traum vom Paradies: die Kommunisten träumen von der Zeit, in der die Menschen ohne Besitz miteinander lebten (allerdings auch ohne Staatseigentum…), die Naturmystiker träumen von der Zeit, bevor die Christen die Menschen von der Natur entfremdet hatten, die Nazis von der vermeintlichen Größe Deutschlands, bevor die Juden das Christentum gebracht haben, andere träumen von „früher“ ohne es genauer zu datieren oder vom Leben wie im Naturzustand.
Diese Träume sind eine nicht zu unterschätzende Quelle der politischen Aktivität, denn bekanntlich ist ein positiver Reiz immer stärker als ein negativer, also Belohnung motiviert stärker als Strafe. Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies nennt man in der Politik allerdings lieber „Vision“ o.ä. Tatsächlich handelt es sich nach meiner Einschätzung allerdings immer um Vorstellungen, die im jeweiligen politischen Lager irgendwo in der Vergangenheit zu verorten sind.

Interessanterweise ähneln sich diese Vorstellungen irgendwie alle: immer leben die Menschen in Frieden miteinander und sich selbst. Das Leben erscheint immer irgendwie klar geregelt und die Menschen kennen keine Angst. Das klingt zu naiv? Finde ich auch, aber ich habe es in vielen Beschreibungen der Welt von „früher“ so verstanden. Kein Wunder, dass es Leute gibt, die für diesen Zustand zu kämpfen bereit sind.

Wie sieht es aber mit dem Christentum aus, denn immerhin habe ich ihm den Begriff des „Paradieses“ entlehnt? In der Bibel wird ein Paradies beschrieben, ein Garten mit den vier Strömen, in dem die Menschen ohne Scham und Schuld mit Gott in einer glücklichen Welt leben konnten.
Dass diese Zeit endete, war die Strafe für den Ungehorsam der Menschen (Gen 1-3) und hatte eine Konsequenz, die das christliche Paradies von allen anderen unterscheidet: Gott versperrte den Zugang durch die Cherubim (mächtige Engel), die mit flammendem Schwert ausgerüstet waren. Das Paradies war für immer verloren und kein Mensch sollte jemals wieder dortin zurück kehren.
Als Christ stehe ich daher immer etwas verloren zwischen dem wortgewaltigen Gequatsche von Visionen, dem „neuen Menschen“, einer „neuen Gesellschaft“ oder auch nur dem Kampf für eine bessere Welt. Nicht weil ich diese Ziele alle ablehne, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass dadurch starke Sehnsüchte geweckt werden, die nicht erfüllt werden können und im besten Fall Politik-Müdigkeit hervorrufen, im schlechtesten aber einen gigantischen Hass auf die Bösewichte, die dem vermeintlichen Paradies im Wege stehen. Und die beiden größten Schreckens-Regime wurden auf einer Woge aus großen Erwartungen und Begeisterung getragen.
Eine christliche Partei wird niemals die gleiche Leidenschaft und Begeisterung unter ihren Anhängern hervorrufen können, wie eine rote, grüne oder braune Partei. Christen haben in dieser Welt nicht ihr Herz verloren und glauben auch nicht, hier das große Glück finden zu können.
Unser Heil hängt nicht von dem ab, was Menschen in dieser Welt erreichen können, sondern von dem, was ein Mensch bereits für uns getan hat: Wer glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist, kommt nicht ins Gericht sondern kann in Frieden mit Gott leben, hier und nach dem Tod. Und er kann sich darauf freuen, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, die jeden menschlichen Traum von einem Paradies übersteigt.

Und das klingt zu fantastisch? Zunächst einmal klingt jede irdische Erlösungshoffnung fantastisch, denn politische Träumerei ist alt und ermüdend. Man muss sich schon sehr viel Mühe geben, dafür noch etwas Begeisterung aufzubringen – oder vielleicht sehr jung und unerfahren sein.
Aber man muss sich umgekehrt auch sehr viel Mühe geben, an dem Auferstehungsbericht Jesu eine Schwäche zu entdecken: er kann nicht nur symbolisch gemeint sein, weil er dafür viel zu detailiert geschildert wird. Er nützte damals auch keinem Jünger, weil der Glaube an Jesus alle Jünger einer brutalen Verfolgung ausgesetzt hat. Die weltweite Verbreitung des Christentums haben die ersten Christen nicht mehr miterlebt. Wer sich fragt, weshalb er gerade die Hoffnung der Christen an ein Leben nach dem Tod teilen sollte, findet die Antwort u.a. in den Berichten von der Auferstehung.

Was ist Entfremdung?

„Von seinen Wegen wird satt, wer abtrünnigen Herzens ist, und von dem, was in ihm ist, wird satt der gute Mann“
(Sprüche 14,14)

Es ist nicht egal, wovon man satt wird. Und gerade dann, wenn Hunger kein Problem mehr ist, leiden Menschen daran, auf die falsche Weise satt geworden zu sein.
Salomo beschreibt hier genau das, was wir heute als „Entfremdung“ bezeichnen würden: ihr Weg, also ihr Beruf und ihr ganzes Leben wird als Fremdkörper empfunden obwohl er sie eigentlich am Leben erhält.
Alle großen Ideologien haben an diesem Gefühl der Entfremdung angesetzt: der Marxismus hat die Entfremdung auf die Arbeitsverhältnisse zurückgeführt, der Nationalsozialismus auf die „jüdischen“ Lehren des Christentums und des Kommunismus, der Feminismus auf die Herrschaft des Mannes, der Muslim auf die Einflüsse des Westens und der Ökologismus auf die Herrschaft des Menschen über die Natur.

Jede Ideologie bietet natürlich auch eine passende Lösung an. Die Sehnsucht nach einer Überwindung der Fremdheit machen sich Werbung und Filmindustrie zunutze und bombardieren uns mit Vorstellungen von erfülltem Leben, dass wir entweder durch ein bestimmtes Produkt erhalten, oder wenn wir erst mal den richtigen Partner finden oder wenn wir gezwungen werden, einen neuen Beruf zu wählen, oder uns politisch engagieren oder oder…
Dabei ist allen Vorstellungen gemeinsam, dass der Mensch durch sein Umfeld in ein Leben gezwungen wird, dass ihn unter dem Gefühl der Entfremdung leiden lässt.

Der Vers aus der Weisheitsliteratur bringt einen ganz neuen Gedanken: Entfremdung hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun, und zwar mit der eigenen!
Aber, so wird vielleicht jemand einwenden, ist nicht die Vorstellung von gut und böse der Grund dafür, dass sich Menschen entfremdet fühlen? Leiden sie nicht an dem Widerspruch, sich einem Leben verpflichtet zu fühlen, das sie eigentlich nicht wollen?

Ja, vermutlich ist das genau das Problem. Die Frage ist nun, welche Möglichkeiten man zur Lösung hat:
Entweder man hält das Gewissen für den Fremdkörper, der den Menschen von seinen eigentlichen Wünschen abhält oder man hält die Empfindungen und Sehnsüchte für den Fremdkörper, der vom eigenen Gewissen entlarvt wird.
Wenn das Gewissen der Fremdkörper ist, dann wäre das Ende der Entfremdung ein Leben, in dem wir unsere Wünsche, Sehnsüchte und Lüste ausleben könnten. Aber glaubt jemand ernsthaft, dass dieses Leben von irgendeinem Gewissen der Welt dann gutgeheißen wird? Salomo spricht ja gerade von den Schurken, die sich also nicht an gesellschaftliche Konventionen halten und dennoch nicht aus dem leben können, was in ihnen ist, weil in ihnen nur der Tod wohnt. Jeder kennt sein eigenes Herz gut genug um abschätzen zu können, ob das Leben, zu dem unser Herz uns zieht, wirklich erstrebenswert wäre.

Die Alternative ist, dass unser Gewissen unser eigenes ist und unser Handeln und Empfinden der entfremdete Teil. Dann aber wären wir als ganze Person der Fremdkörper. Denn wir empfinden doch nicht mit einem Teil von uns sondern wir selbst empfinden. Wir leiden also an dem Wissen, eben nicht gerecht zu sein, und zwar von unserem ganzen Wesen her. Wir haben nämlich das Wissen um die Fremdheit aber nichts, woran wir andocken könnten. Das ist der Grund für die ewige und ergebnislose Suche nach einer Überwindung der Entfremdung.

Aber jeder kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Empfindung der Fremdheit dort am geringsten ist, wo das eigene Handeln als gut und gerecht empfunden wird. Da wir keine eigene Gerechtigkeit haben, gibt es nur die Gerechtigkeit, die ein anderer uns geben kann. Und genau das ist die Botschaft des Evangeliums: Jesus Christus, der Sohn Gottes kam in die Welt um für unsere Schuld bestraft zu werden, damit wir durch seine Gerechtigkeit leben können.

„Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden „ (Eph. 2,4f)

Artikel des Monats April 2008

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[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary

Artikel des Monats Januar 2008

Artikel des Monats Januar 2008
Bibel
2008/01/26 [idea] Mathias J. Kürschner: Die Bibel verstehen – mit Luther
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2008/02/01 [NYR Books] Sarah Boxer: Blogs
Faschismus
2008/01/22 [AEI] Steven F. Hayward reviews Liberal Fascism: The Secret History of the American Left, from Mussolini to the Politics of Meaning, by Jonah Goldberg.

George W. Bush
2008/01/29 [idea] US-Präsident für Förderung adulter Stammzellforschung
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2008/01/24 [WELT] Alexander Ritzmann: Der Islamismus muss im Internet bekämpft werden
2008/01/21 [taz] Necla Kelek: Die falsche Spur
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2008/01/15 [FAZ] Frank Schirrmacher: Junge Männer auf Feindfahrt
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2008/01/05 [idea] Führender Pietist bejaht „christlichen Fundamentalismus“
Prophetien
2008/01/31 [injesus.com] Rick Joyner: Die wertvollste Gabe in den bevorstehenden Zeiten – Erkenntnis und Weisheit, damit wir wissen, was zu tun ist
2008/01/14 [injesus.com] Rick Joyner: Das Gericht kommt. Wir müssen Gerechtigkeit leben – zuerst Gott gegenüber, dann untereinander — Teil 3 (Schluss)
2008/01/07 [injesus.com] Rick Joyner: Das Gericht kommt. Wir müssen Gerechtigkeit leben – zuerst Gott gegenüber, dann untereinander — Teil 2
2008/01/02 [injesus.com] Rick Joyner: Das Gericht kommt. Wir müssen Gerechtigkeit leben – zuerst Gott gegenüber, dann untereinander — Teil 1
Roland Koch
2008/01/20 [blog:davids_medienkritik] WELT ONLINE: Tapferer Kampf gegen Roland Koch und die eigenen Leser
2008/01/23 [WELT] Gerd Held: „Die Diffamierungskampagne der Hessen-SPD“
2008/01/28 [blog:davids_medienkritik] Hessische Landtagswahl: Medien in „Kill Koch“-Rausch
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2008/01/17 [pro] Scientology am Pranger: Neues Buch über Tom Cruise und seine „Psycho-Sekte“
2008/01/19 [Spiegel] FAZ-Herausgeber Schirrmacher wehrt sich gegen Scientology-Vorwürfe
USA
2008/01/30 [prospect] Michael Lind: America still works
US-Wahlkampf
2008/02/06 [prospect] Stephen Boyle: Presidential realities
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2008/01/13 [FAZ] Klaus-Dieter Frankenberger: Wir Schwärmer
2008/01/25 [idea] Thema Abtreibung im US-Wahlkampf: Die Fronten sind klar
US-Wahlkampf: Barack Obama
2008/01/12 [FAZ] Jonathan Raban: Die politische Theologie des Barack Obama

Artikel des Monats Dezember 2007

Antidiskriminierungsgesetz
2007/12/11 [idea] Arbeitsgericht: Diakonie diskriminiert Muslimina
Atlantiker
2007/12/29 [dlrkultur] Charles King Mallory IV, Direktor des Aspen-Instituts Berlin: USA und Europa brauchen gemeinsame Nahost-Politik
Berlin
2007/12/22 [WAZ] Neue Berliner Frömmigkeit -Das Wunder vom Prenzlauer Berg
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2007/12/14 [perlentaucher] Robin Meyer-Lucht: Das Benzin des Internets
Bücher
2007/12/29 [WELT] Der literarische Rückblick 2007
Charismatiker
2007/12/30 [idea] USA: Wie afrikanische Christen den Teufel vertreiben
CDU
2007/12/03 [ConservativeHome] I once was right, but now …
Christenverfolgung
2007/12/08 [Tagesspiegel] Thomas Seibert: Türkische Polizei offenbar in Christenmorde verwickelt
Eva Hermann
2007/12/28 [umweltjournal] Buchrezension: Der Fall Eva Herman – eine Medienanalyse
George W. Bush
2007/12/10 [WELT] Michael Wolffsohn: Verdienste um die atomare Abrüstung – Friedensnobelpreis für Bush?
Globalisierung
2007/12/10 [SPIEGEL] Gabor Steingart: Das Ende der Globalisierung?
Irak
2007/12/31 [weeklystandard] William Kristol: General David Petraeus, Man of the Year! Time magazine got it wrong.
Islamismus
2007/12/30 [SPIEGEL] INTERNET-BOTSCHAFT: Bin Laden droht Israel mit heiligem Krieg
2007/12/29 [SPIEGEL] Henryk M. Broder: DER WESTEN UND DER ISLAMISMUS – Selbstmord aus Angst vor dem Tode
2007/12/11 [FAZ] Wolfgang Günter Lerch: Die Dschihadisten und der Westen
Klimazweifler
2007/12/14 [WELT] Björn Lomborg: Sich Sorgen machen, aber bitte die richtigen
2007/12/11 [PI] Papst gegen die Klimasorgen
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2007/12/15 [WELT] Joachim Lottmann: Wurde Matthias Matussek zu Recht abgesetzt?
Neoatheismus
2007/12/29 [tagespost] Alexander Kissler: Aufstieg zur neuen Weltdoktrin – Der spätmoderne Atheismus ist die Fortschreibung der Globalisierung mit anderen Mitteln
2007/12/21 [idea] Die Jungfrauengeburt – für einen Mathematiker kein Problem
2007/12/08 [DT] Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Sind die Religionen am Ende?
Neokonservativismus
2007/12/31 [blog:worldmag] NY Times adds conservative columnist (Bill Kristol)
2007/12/12 [FAZ] Susanne Klingenstein: Mannesmut und Fürstenthrone
2007/12/04 [AEI] Book Review – David Frum: Conservatism That Can Win Again
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2007/12/28 [FAZ] Klaus-Dieter Frankenberger: Der Kampf geht die ganze Welt an
Reinhard Bonnke
2007/12/08 [fullflame.net] Videonachricht von Evangelist Reinhard Bonnke direkt vom Missionsfeld in Abakaliki, Nigeria
Terrorismus
2007/12/28 [WELT] „Wie viele Tote müssen es denn sein?“ – Warum der Staatsrechtler Otto Depenheuer Guantánamo in Deutschland für möglich hält
2007/12/08 [idea] Droht Weihnachten ein Terroranschlag in Köln?
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2007/12/27 [ZEIT] „Amerika bleibt das stärkste Land“ – US-Außenministerin Condoleezza Rice lobt im ZEIT-Gespräch Angela Merkel, bietet Iran Gespräche an und verteidigt die weltpolitische Bilanz der Regierung Bush
US-Demokraten
2007/12/01 [christianitytoday] Paul Kengor: What Does Hillary Believe?
US-Republikaner:Mike Huckabee
2007/12/31 [WELT] Anjana Shrivastava: Ein republikanischer Rebell schießt gegen Bush
US-Evangelikale
2007/12/18 [christianitytoday] Top Ten Stories of 2007

Islamstudie Teil 3: theologische Schwächen

Die „fundamentale“ Orientierung und die „Abwertung anderer Gruppen“ steht bei den Autoren der Islam-Studie im Verdacht, eine Vorform der Radikalisierung zu sein. Um die Schwäche dieses Gedankens aufzuzeigen, möchte ich die entsprechenden Fragen einmal für Atheisten umformulieren:

1. Wer die Regeln des Korans
nicht wörtlich befolgt ist kein
echter Moslem.

1a (für atheistisch) Wer sich einer anderen Größe als der Vernunft unterordnet, ist kein Atheist.

2. Ich finde es wichtig, dass die
Lehre des Islam an die
Bedingungen der modernen Welt
angepasst wird.

2a Wenn ich in einer religiösen Gesellschaft lebte, wäre es mir wichtig, meine atheistischen Prinzipien an die dortigen Bedingungen anzupassen (recodiert).

3. Menschen, die den Islam
modernisieren, zerstören die
wahre Lehre.

3a Menschen, die ihre atheistischen Grundsätze an ihr religiöses Umfeld anpassen, zerstören den Atheismus.

4. Ich glaube, dass jeder gute
Moslem dazu verpflichtet ist,
Ungläubige zum Islam zu
bekehren.

4a Ich glaube, dass jeder Atheist die Pflicht hat, sein religiöses Umfeld aufzuklären.

5. Es sollte verboten sein,
Moslems dazu zu bringen, ihre
Religion zu wechseln

5a Jede Form von religiöse Mission sollte verboten sein

6. Nichtmuslime sind von Allah
verflucht

6a Theisten stehen dem Wahnsinn näher als der Vernunft

Und die Fragen zur Aufwertung der eigenen und zur Abwertung anderer Gruppen:

Der Islam ist die einzig wahre
Religion.

a: Der Atheismus ist die einzig wahre Weltanschauung.

Nur der Islam ist in der Lage, die
Probleme unserer Zeit zu lösen.

a: Nur der Atheismus ist in der Lage, die Probleme unserer Zeit zu lösen.

Auf lange Sicht wird sich der Islam in
der ganzen Welt durchsetzen.

a: Auf lange Sicht….

in Deutschland kann man deutlich
sehen, dass die christlichen Religio-
nen nicht in der Lage sind, die Moral
zu sichern.

a: die Geschichte zeigt, dass Religion unmoralisch ist

etc….

Die vielleicht etwas langatmige Gegenüberstellung zeigt, wie naiv und unfair die Fragen teilweise sind.
Und zweitens sind sie keineswegs ein Indikator für Gewaltbereitschaft, sonst müsste man aus dem Wahrheitsanspruch der Atheisten ebenfalls ein Bedrohungsszenario entwickeln (vgl. den Beitrag „Ist Monotheismus gefährlich?“). Tatsächlich entsteht die Gefahr durch den Atheismus aber durch die fehlende Gottesfurcht und die völlige Enthemmung der Mächtigen wie in der Zeit nach der franz.Rev, im Dritten Reich und im Sozialismus aber nicht, solange sie keine Macht haben und die staatliche Aufsicht die göttliche in ihrer Einbildung für sie ersetzt.

Wenn vom Islam eine Gefahr ausgeht, dann wird man sie nicht über diesem Weg ermitteln. Hier zeigt sich eindeutig der Mangel an theologischer Bildung, die bei diesem Thema dringend nötig gewesen wäre.

Bis zu einem gewissen Grad hätte es aber auch ein gesunder Menschenverstand getan: nur weil ich als Christ in Deutschland benachteiligt werde und mir bestimmte Berufe verwehrt sind, bin ich doch noch lange nicht der Meinung, gegen diese Gesellschaft kämpfen zu müssen oder meinen Glauben mit Gewalt verteidigen zu müssen. Nur weil Christen in aller Welt verfolgt werden, wachsen in mir doch keine gewaltaffinen Tendenzen. Und nur weil jemand seinen christlichen Glauben ernster nimmt, wächst doch nicht seine Ablehnung anderer, sondern seine Feindesliebe!

Die von der Studie suggerierten Zusammenhänge sind also keineswegs selbsterklärend sondern müssen durch die Eigenarten des Islam erklärt werden. Hätte man das getan, hätte man vielleicht gemerkt, dass es unter Muslimen eine erstaunlich große Unsicherheit bezüglich des eigenen Heils gibt.
Z.B. stimmen dem Satz „Wenn ich als rechtsschaffender
Muslim gelebt habe, komme ich ins Paradies.“ nur 50,5 % völlig zu. 19,8% stimmen gar nicht und 11,7% „eher nicht“ zu. Erst vor diesem Hintergrund kann man die Bedeutung der Verheißung verstehen, die der Koran offenbar den Muslimen gibt, die im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. Aber selbst dieser Punkt ist keine hinreichende Erklärung für die hohe Gewaltbereitschaft, die weltweit von Muslimen ausgeht.
Ein anderer wichtiger Punkt, auf den die Studie überhaupt nicht eingeht, ist die Konzeption der Sünde (vgl. auch hierzu den Beitrag „Ist Monotheismus gefährlich?“), die wiederum erst zu der hohen Betroffenheit und dem deutlichen Ärger über die weltweite Benachteiligung von Muslimen führt, der auch bei Muslimen in Deutschland spürbar ist – und von den Autoren der Studie immer wieder bemerkt wurde – , die selbst keine Diskriminierungserfahrungen machen.

Aufgrund dieser Mängel kann die Islam-Studie über das Gefährdungspotential des Islam fast nichts sagen, außer immer wieder in Randbemerkungen auf die Schwächen der gegebenen Erklärungen hinzuweisen.

Islamstudie Teil 2: Das Märchen von der religionsneutralen Bildung

Es scheint eine negative Abhängigkeit zwischen dem Grad der Integration und der Religiosität zu geben, also je höher die Bildung, desto weniger Bedeutung wird dem Islam beigemessen. Da gleichzeitig auch die Demokratiedistanz und Gewaltbereitschaft zurückgeht, ist eine beliebte Deutung der Studie, dass man für mehr soziale Teilhabe und eine höhere Bildung der Muslime sorgen müsse, um sich vor gewaltsamen Übergriffen zu schützen.
Aber man muss ehrlicherweise dazu sagen, dass der Islam selbst dann Schaden leidet und keineswegs nur bestimmte politsche Ansichten. Und dass dies offenbar nichts mit der Frage der Bildung aber sehr viel mit weltanschaulichem Unterricht zu tun hat, belegt der Vergleich mit Muslimen, die zwar eine Schulbildung haben, aber eine Koranschule besuchten.

Man kann also kurz sagen: wer eine westliche Schule besucht, übernimmt tendenziell westliche Werte, wer eine Koranschule besucht, nimmt den Islam ernster.
Die Studie ist daher ein dringender Apell an den Staat, mehr religiöse Schulen und Universitäten zuzulassen und die Aufsicht über den Bildungsstand der Schüler stärker auf die passive Kontrolle von Leistungsstandards zu beschränken. Denn die Studie ist auch das Ende vom Märchen des religionsneutralen Unterrichtes an deutschen Schulen.

Islamstudie Teil 1: Die Fehler der Studie

Etwas schmunzeln musste ich schon, als ich die Ergebnisse der Studie „Muslime in Deutschland“ in den Medien erfuhr. Jetzt hat man uns jahrelang regelrecht eingetrichtert, dass wahre Religion niemals Gewalt kenne und der Islam selbstverständlich nicht stärker die Gewalt fördert als andere Religionen, und da sei man sich ganz sicher und überhaupt zeigten die terroristischen Anschläge ja nur, dass wir den Islam mehr fördern müssten – aber zur Sicherheit fragt man doch lieber noch mal nach.

Dabei wurden so viele Fehler gemacht, dass ich die Reaktion auf mehrere Teile verteilen möchte. Der gravierendste Fehler dürfte darin bestehen, dass die Befragten über den Zweck der Studie im Bilde waren. Die Befragung wurde am Telefon durchgeführt, wo viele das Gespräch ohne Angabe von Gründen abgebrochen haben. Nachdem die Anzahl der angerufenen Personen sich aus verschiedenen Gründen (unter denen sich schon 57 Totalverweigerer befanden, deren Religionszugehörigkeit nicht ermittelt werden konnte) von 3355 auf 1516 Personen reduzierte, gab es unter den muslimischen Befragten eine hohe Quote an Interviewverweigerern:

„Von den somit verbleibenden 1.516 Fällen kam es in n=855 Fällen dazu, dass eine muslimische Zielperson zwar erreicht wurde, die weitere Interviewbeteiligung aber verweigerte. Von den damit verbleibenden n=661 Fällen kam es in
n=107 Fällen während des Interviews zu einem Interviewabbruch, so dass aus der EMA-
Stichprobe n=554 vollständige Interviews resultierten.
Nimmt man als Maßstab die N=1516 Befragten, bei welchen eine islamische Religionszugehörigkeit positiv festgestellt werden konnte, so haben n=661 Probanden ein Interview über die Kurzbefragung hinaus mindestens begonnen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 43,6%. Ein vollständiges Telefoninterview liegt hingegen nur von 36,5% der
erkannten Muslime vor.“

Als Erklärung für die geringe Bereitschaft zur Interviewteilnahme schreiben sie:
„Worauf das zurückzuführen ist, kann letztlich nicht abschließend beurteilt werden. Vermutlich ist jedoch der
Umstand, dass Muslime im Zeitraum der Studie in der Öffentlichkeit und den Medien immer
wieder in Verbindung mit Gewalt, Terror und Parallelgesellschaft thematisiert wurden, hier
nicht ganz ohne Wirkung geblieben. Diese Schwierigkeiten zeichneten sich schon im Pretest ab
und bestätigten sich in der laufenden Feldphase. Um die gewünschte Zielzahl von ca. 1.000
Muslimen zu erreichen war eine Ergänzung der EMA-Stichprobe erforderlich.“

Wenn dieser Zusammenhang den Befragten klar war, kann man die ganze Studie vergessen, denn die Antworten im Rahmen dieser Studie sind dann ein Teil des Ringens um Anerkennung des Islams in Deutschland und damit ein religiöser Akt. Wenn man von den ganz menschlichen Motiven absieht, den Islam hier möglichst harmlos erscheinen zu lassen, bleibt die ethische Frage, ob die muslimische Ethik Lüge zum Schutz des Islam gestattet – was sie m.W. tatsächlich tut.
Es ist zwar richtig, dass man über die Motive der Interviewverweigerer nichts „abschließendes“ sagen könne, aber menschlich drängt sich doch der Verdacht auf, dass nicht die Muslime, die seit langem darauf brennen, den Islam als genuin nicht-gewalttätig in der Öffentlichkeit zu präsentieren die Gelegenheit zu so eine Interview verstreichen lassen, sondern eher diejenigen, die durch ihre Haltung die Stimmung nicht weiter gegen den Islam aufheizen wollen.

Es ist gerade so, als würde man Kaninchen mit der Hand fangen und aus den gefangenen Exemplaren Aussagen über die Durchschnittsgeschwindigkeit von Kaninchen machen, wobei man über die entlaufenen hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit nicht „abschließend urteilen“ könne.
Dieser Fehler ist so gravierend, dass sie von den qualifizierten Betreibern unmöglich übersehen worden sein kann. Es fällt mir schwer, darin etwas anderes als Propaganda zu sehen.

Dass es unter den Befragten dann doch noch eine solide Gruppe gab, die freimütig bekannte, mit gewaltsamen Mitteln der Verbreitung des Islam nachzuhelfen, ist vor diesem Hintergrund erstaunlich genug.

Ein zweiter großer Fehler liegt schon in der Fragestellung der Studie, die viel zu weit gefasst ist: Wenn man nicht einfach Zahlenmaterial sammeln sondern Ursachen für gewaltaffine Einstellungen erfassen möchte, dann kann man nicht gleichzeitig in einer Gruppe die Faktoren Religiosität, soz. Integration, Bildung, Gewaltbereitschaft etc. untersuchen.
Wenn man glaubt, dass Ausgrenzung Menschen gewalttätig macht, dann muss man quer durch die Gesellschaft Ausgegrenzte Personen (religionsübergreifend) befragen und einen Zusammenhang nachweisen. Wenn man vermutet, dass mangelnde Bildung eine Ursache ist, dann verfäht man analog. Wenn man aber wissen möchte, ob der Islam eben doch Gewalt fördert, dann muss man in signifikant ähnlichen Gruppen die Gewaltbereitschaft untersuchen, also z.B. ob in christlichen Aussiedlergemeinden, die ähnliche Diskriminierungserfahrungen machen, ähnlich ungebildet sind und ähnlich schlecht integriert auch eine ähnlich hohe Zahl von radikalen Positionen vertreten wird.

So hat man zwar viele Zahlen gesammelt, aber gleichzeitig eine Menge Interpretations- und Projektionsspielraum offen gelassen, was den Verdacht fördert, dass es sich hier um ein politisches Instrument zur Meinungsbildung handelt, und die Spielräume wurden in den Medien dann ja auch erwartungsgemäß genutzt.