Wenn Politik Natur wird

Vor einigen Jahren habe ich die Naturmystik als Mainstream-Religion Europas beschrieben. Mittlerweile sehe ich die Notwendigkeit, meine damalige Darstellung um ein wichtiges Element zu erweitern: die Menschen wollen nicht einfach die Natur in sich verwirklichen, in dem sie vermeintlich entfremdende Einflüsse aufdecken und eliminieren, sondern sie haben ihre besondere Fähigkeit als Kultur- und Sprachwesen als Gabe der Natur akzeptiert und sehen sich heute als genuin staatenbildend. Der Mensch ist damit im öffentlichen Bewusstsein ein zoon politikon, der Staat keine Zweckgemeinschaft oder notdürftiges Übel sondern er gehört vielmehr zum Wesen der menschlichen Natur. Gehorsam gegenüber dem Kollektiv ist damit nicht einfach im Hinblick auf die sonst drohenden Strafen geboten sondern wird zum existentiellen Anliegen, so dass gleichzeitig die größte Sorge darin besteht, nicht mehr dazu zu gehören. Damit dieses Gefühl auch frühzeitig verankert wird, werden Kinder fast von Geburt an nicht mehr von den Eltern sondern vom Kollektiv betreut und lernen, ihre Eltern zu hinterfragen, nicht aber das Kollektiv. Wahrheit entwickelt sich in diesem System nicht durch Argumente sondern organisch. Oder anders gesagt: sie entwickelt sich aus dem ängstlichen Schielen auf Stimmungen im Kollektiv und dem Gespür dafür, was man noch sagen kann und welche (neuen) Grenzen zu akzeptieren sind. Der Hinweis darauf, dass man mit der Zeit gehen muss, ist eine deutliche Umschreibung für die Vorstellung einer organischen Wahrheit. Dieser Hinweis entkräftet Gegenpositionen vollgültig.

Der Staat wird in der Naturmystik nicht durch Gott begründet aber auch nicht einfach durch Abstimmung oder Angst vor dem Chaos, sondern durch das, was dem Naturmystiker heilig ist, nämlich durch die Natur selbst. Die Theorie vom Staat als natürlichem Auftrag des Menschen erklärt nach meiner Einschätzung die Atmosphäre aktueller Diskurse.

Dekonstruktion der Dekonstruktion

Wenn die Altherrenriege der Postmoderne wie Focault oder Derrida eine Lieblingsbeschäftigung hatte, dann war es sicherlich die Dekonstruktion der Axiome des abendländischen Denkens und der Religion: es gibt keine große Erzählung mehr … kurz: es gibt keine Wahrheit mehr. Bei Timothy Keller habe ich kürzlich ein wunderbares Beispiel dafür gehört: Ihr kennt doch die weitverbreitere Relgionsparabel „Gott ist wie ein Elefant und die Religionen verhalten sich wie blinde Elefantenforscher“…
… der eine hält den Schwanz und beschreibt den Elefanten als Schlange, der andere berührt das Bein und sagt ein Elefant ist wie ein Baum, der nächste fasst ihm am Ohr und sagt ein Elefant sei ein riesiger Fächer. Dieses Bild soll zeigen wie die verschiedenen Religionen immer nur ein Teil des Bildes haben und wie arrogant und dogmatisch es sei, zu behaupten die volle Wahrheit über Gott zu haben. ABER: Die einzige Möglichkeit wie diese Parabel irgendeinen Sinn macht, ist daß der Parabelerzähler kurz: die Postmoderne den ganzen Elefanten gesehen hat. Wenn diese also konstatiert alle Religionen sehen nur einen Teil der Wahrheit, nimmt sie für sich in Anspruch eine Sicht auf die Wahrheit zu haben, die kein anderer hat und macht sich damit ironischerweise derselben spirituellen Arroganz schuldig die sie selber uns Christen vorwirft. In anderen Worten zu sagen „alle Wahrheit ist relativ in Abhängigkeit zur Gruppe, der man angehört“ ist selbst ein Wahrheitsstatement, aber besonders tricky, weil es Nebelkerzen verwendet um sich selbst toleranter als den Rest darzustellen. Viele „open minded“-Typen fühlen sich natürlich wesentlich erleuchteter als diejenigen, die weiter an absoluten Wahrheiten festhalten, ohne zu merken, daß sie sich in einem ebenso dogmatischen Glaubenssystem befinden wie alle anderen … vielleicht sogar in einem stärkeren … … wenn du also ein Postmoderner bist, dessen default mode der Relativismus ist, weil du Teil einer community bist, wo man sich auf dieses Glaubenssystem als „common sense“ geeinigt hat rate ich dir folgendes: SEI EIN SKEPTIKER … SCHAU DIR DEINEN EIGENEN POSTMODERNEN GLAUBEN AN … MIT DEM GLEICHEN KRITISCHEN APPARAT MIT DEM DU ANDERER LEUTE GLAUBEN BEURTEILST … https://www.youtube.com/watch?v=aOJImh3QNZ87

Dekonstruktion der Dekonstruktion

Wie rechts ist der ARD?

Anlässlich des Berichtes über den Konzern google, in dem 61% der Mitarbeiter „weiß“ seien, habe ich mir mal die Mitarbeiter bei dem ARD angesehen. Um es kurz zu machen: bunt ist das nicht.

 

Eine Liste aller Moderatoren und Sprecher der tagesschau mit Fotos und Namen lässt den Schluss zu, dass der Prozentsatz von 61% „weißer“ Mitarbeiter locker überboten wird.

Nicht anders sieht es bei den tagesthemen aus, im Nachtmagazin, im Bericht aus Berlin, und noch nicht einmal den Bericht über das Wetter vertraut man nicht-weißen Mitarbeitern an.

Unter den 11 Intendanten gibt es, soweit ich das aus Bild und Namen schließen kann, keinen einzigen mit Migrationshingergrund. 2 von 11 sind Frauen, was einem Prozentsatz von weniger als 20% entspricht.

Pädophile setzen sich für die grün-roten Bildungspläne ein

Auf einer Demonstration gegen das Bildungspaket in Baden-Württemberg, über das seit Wochen heftig gestritten wird, kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Demonstranten. Die Aktivisten trugen u.a. ein Schild mit der Aufschrift  „Pädophilie ist“. Bei den Demonstranten, die das Ziel der Angriffe waren, dürfte es sich vorwiegend um Eltern von Kindern im schulfähigen Alter gehandelt haben, die schon aus organisatorischen Gründen teilweise ihre Kinder mitbrachten. Trotz Polizeischutz wurden sie laut eigener Aussage „beworfen, körperlich angegriffen, angesprungen und offen bedroht“. Die Aggression richtete sich also nicht gegen die Pädophilen sondern gegen die Demonstranten.

Die „Gegendemonstration“, die zur offenen Gewaltaktion ausartete, wurde von den Grünen organisiert – also Staat kämpfte gegen Bürger. Weder Gewalttäter noch Pädophile wurden zurück gepfiffen und bislang (3.2.2014 , 8.00 Uhr) findet man auf der Internetpräsenz der Grünen in Baden Württemberg keine Entschuldigung sondern nur den alten Aufruf zur Gegendemonstration. „Lasst uns kämpfen“ steht da, und genau das haben die Aktivisten offenbar  getan.

Eine Alternative zum Mindestlohn

Braucht man überhaut eine Alternative zum Mindestlohn? Ja, weil die Erfahrungen in Ländern, die ihn bereits seit Jahren eingeführt haben, bestenfalls schwache positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt zeigten, aber auch nur dann, wenn er sehr moderat (d.h. niedrig) ausfällt. Je höher der Lohn ist, desto mehr Arbeitsplätze werden gestrichen, weil sie nicht lukrativ sind. Was die Befürworter des Mindestlohn-Modells nämlich übersehen, ist die Tatsache, dass der Staat niemanden dazu verpflichten kann, Arbeitsplätze zu schaffen. Ein hoher Mindestlohn hilft einem Teil der Beschäftigten, einen anderen Teil macht er arbeitslos. Eine guten Artikel gibt es zu dem Thema wie oft auf Wikipedia.

Da Löhne aber nicht nur Kosten sondern auch Lebensgrundlage von Menschen sind, kann man ihre Höhe auch nicht einfach dem Markt überlassen. Wenn der Preis für vegetarische Würstchen wegen der geringen Nachfrage so tief fällt, dass sich die Produktion nicht mehr lohnt, ist das egal, aber wenn der Lohn eines Arbeiters zu weit gedrückt wird, ist das nicht egal.

Ein sinnvoller Eingriff des Staates wäre, sich selbst einen Mindestlohn vorzuschreiben und gleichzeitig eine Beschäftigungsgarantie zu bieten. Dadurch würde er dem Markt Arbeitskräfte entziehen und gleichzeitig die Kosten für Hartz IV sparen. Ein weiterer Nebeneffekt wäre, dass Schwarzarbeitern die zeitliche Grundlage entzogen wird, ohne dass sie kontrolliert werden müssten (was ebenfalls wieder Geld spart). Aber der wichtigste Vorteil wäre, dass niemand mehr Geld erhielte, der nicht bereit ist, dafür zu arbeiten (was voraussetzt, dass er arbeiten kann).

Niemand müsste dann in einem Bereich arbeiten, in dem er weniger verdient als beim Staat, der wiederum keine hohen Fantasie-Löhne beschließen könnte, weil er das Geld selbst nicht hat. Und wer bereit ist, einen niedrigeren Lohnn zu akzeptieren, weil ihm dafür die Arbeit mehr Spaß macht – während der Ehepartner vielleicht mehr verdient – kann dies ebenfalls tun. Diese Fälle sind nämlich nicht so selten, wenn man an die vielen freiwilligen Helfer denkt, die Pferde pflegen oder nebenbei in einem kleinen Geschäft arbeiten.

 

Was muss man sich eigentlich unter einem „Naturalisten“ vorstellen?

Früher nannten sie sich einfach „Atheisten“, d.h. sie glaubten ungefähr so fest daran, dass es Gott nicht gibt, wie Christen glauben, dass es ihn gibt. Offenbar fanden sie es aber unbefriedigend, sich allein über den Glauben an jemanden, den es nicht gibt, zu definieren, ist es heute üblicher, sich als „Naturalist“ zu bezeichnen. Wenn man sie fragt, was das denn bedeutet, erhält man zwei verschiedene Typen von Antworten: die Einen betonen, dass es nur Natur gibt, also nichts, jenseits der Natur. Die anderen betonen die Wissenschaftlichkeit und verstehen und „Naturalismus“ das Vertrauen in ein wissenschaftliches Vorgehen. Wikipedia nennt diese beiden Gruppen „ontologische“ und „methodische“ Naturalisten.

Wenn man genauer nachfragt, merkt man allerdings, dass diese Gruppen so unterschiedlich gar nicht sind. Die methodischen Naturalisten interessieren sich nicht unbedingt für Statistik und für eine ordentliche Pflege und Justierung von Messapparaten, sondern verstehen unter ihrer „Methode“ vor allem und zu allererst, dass man nicht an Gott glaubt und daher tunlichst nur Hypothesen verwenden darf, die ohne Gott auskommen. Ihre wissenschaftliche Methode setzt voraus, dass man Atheist ist. Der ontologische Naturalismus ist also immer die weltanschauliche Basis, die hinter dem methodischen Naturalismus nur oberflächlich verborgen wird. Letztlich bleibt das schlichte Bekenntnis, dass ein Naturalist eben nicht an Gott glaubt.

Wie die Süddeutsche Zeitung gegen das Christentum kämpft

In dem Artikel „Methoden an evangelischer Privatschule“ vom 19.10.2012 lässt die Süddeutsche Zeitung eine Journalistin (wichtig, denn bei Frauen ist die Beißhemmung geringer, und daher wurden in der Vergangenheit regelmäßig Frauen mit solchen Artikeln losgeschickt) indirekt ein Verbot des Christentums fordern. Es geht in dem Plädoyer, das im Gewand eines Berichtes über eine einzelne christliche Privatschule daher kommt, um die Kritik an Christen, für die die Bibel maßgeblich ist, die an Himmel und Hölle glauben, an Gott und den Teufel, an Gott den Schöpfer und an eine christliche Sexualethik (gerade das geht natürlich gar nicht). Natürlich verbietet sie nicht direkt und ausdrücklich das Christentum, weil sie sonst ein Fall für den Verfassungsschutz wäre, aber wer den Artikel aufmerksam liest, merkt, dass es keine andere Deutungsmöglichkeit gibt, als das Verbot des Christentums: „Wie die Süddeutsche Zeitung gegen das Christentum kämpft“ weiterlesen

Was machen Kinder eigentlich im Kindergarten?

Der folgende Bericht entstand, nachdem ich einen Tag lang in einem Kindergarten hospitieren konnte.

Im Kindergarten gibt es in der Regel eine Phase, in der die Eltern ihre Kinder bringen und eine Phase, in der keine Eltern mehr kommen sollten. Die erste Phase ist dadurch bestimmt, dass Erzieher hoch pädagogisch direkt neben den Kindern sitzen und mit ihnen malen oder vorlesen. Die zweite Phase ist dann etwas entspannter, dann kann man sich mal zusammen setzen und etwas plaudern oder ein paar Sachen am Computer erledigen.

Zwischen den typischen Kindergartenkindern laufen teilweise auch kleine Kinder wie Henri (Name ist erfunden) herum. Er ist knapp 2 und wirkt etwas verloren. Um mit anderen Kindern zu spielen, ist er noch zu klein, Spielzeug, mit dem Kinder sich auch längere Zeit mal alleine beschäftigen können, ist zu kompliziert. Henri wirkt etwas rastlos und weint viel. Als eine Erzieherin die andere anspricht, dass jemand in ihrer Gruppe weint, sagt die abwehrend „Ja, das kommt vor, das legt sich gleich wieder“.

Wer den Kindern beim Spielen zu sieht, staunt zunächst darüber, wie viel Aggressivität diese Spiele enthalten. Dass sie sich regelmäßig auf alle erdenliche Weise töten wollen, scheint normal zu sein. Die Mittel sind vielfältig: totzaubern, erschießen, erschlagen etc.. Erzieher springen in der Regel nur dann ein, wenn kleine Jungs allzu offensichtlich einen Gegenstand als Pistole hoch halten. „Hey, hey, hey, gib das sooooofort her! Das wollen wir hier nicht sehen!!!“

Wenige Minuten später kippt die Stimmung und es kommt zu einer Rangelei – ca. 70cm neben zwei Erzieherinnen, die in ein Gespräch über Kollegen und die Personalpolitik vertieft sind – aber niemand greift ein. Dabei fällt ein Junge, prellt sich die Hüfte und beginnt zu weinen. Erst jetzt bemerkt eine Erzieherin, was los ist und sagt scharf „Aufstehen! Nix passiert!“

Er erklärt ihr unter Tränen, was tatsächlich passiert ist und der Übeltäter wird kurz darüber belehrt, dass man nicht schubsen darf.

Im Stuhlkreis singen die Kinder jetzt ein Lied. Offenbar liebt die Erzieherin fröhliche Lieder und stellt den Kassettenrecorder ganz laut. Für Henri offenbar schon zu laut, denn er weint wieder. Aber eine echte Frohnatur lässt sich von Kindern ja nicht die gute Laune verderben, deswegen wird das Lied bis zum bitteren Ende gesungen. Das nächste Lied ist dann leiser und heißt „Nackidei“ (von Rolf)

„Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu du kleine süße Sau, wir machen heut‘ ’ne Schweinerei, und gehen‘ mal wieder Nackidei. usw“

Die Kinder grölen das Lied aus vollem Hals mit („Nackidei, Nackidei, keiner findet was dabei…“), sie haben es offenbar schon oft gesungen.

Im Gespräch mit den Kindern erfahre ich, dass manche von Ihnen nach dem Kindergarten direkt von der Tagesmutter abgeholt werden und erst am Abend ihre Eltern sehen. Was sie aus dem Urlaub erzählen spricht dafür, dass sie ihre Urlaube in sog. „Familien-Hotels“ verbringen, in denen Kinder den ganzen Tag von Erziehern beschäftigt werden, damit die Eltern endlich mal Zeit für sich haben.

Das Spiele-Angebot im Kindergarten ist natürlich nicht so groß wie das Angebot im eigenen Kinderzimmer – und es ist auch nicht an den Interessen der einzelnen Kinder ausgerichtet. Wohl aber am Interesse der Angestellten, denn die meisten Spielsachen haben den Vorteil, dass sie sich leicht zusammen räumen lassen. An Playmobil oder größere Lego-Landschaften ist da natürlich nicht zu denken. Vorrangig wird mit Buntstiften gemalt – und immer wieder Buntstifte, Prickelbretter – und ein paar Brettspiele.

Was aber sogar Henri an diesem Tag gelernt hat, ist dies: es gibt niemanden, der sich für dich interessiert, solange er kein Geld dafür bekommt.

Warum die Grünen nicht glücklich machen

Wer einen gut lesbaren Überblick über den gegenwärtigen Stand der Glücksforschung sucht, wird möglicherweise mit dem Buch „Die Glückshypothese – Was und wirklich glücklich macht“ von Jonathan Haidt glücklich.
Haidt versucht, moderne Erkenntnisse der Glücksforschung und Weisheiten alter Kulturen in einer gemeinsamen Glücksformel zu vereinigen. Dabei muss man dazu sagen, dass die Auswahl alter Weisheit etwas eng geraten ist, aber interessant sind vor allem seine Informationen zur Forschung. Und obwohl er sich als „liberal“ bezeichnet, drängt ihn sein Forschungsgebiet weit ins Lager der Konservativen – viel weiter, als es ihm selbst bewusst zu sein scheint. Glücklich sind nämlich Menschen, die verheiratet sind, Kinder haben, zu einer Religionsgemeinschaft gehören und in einer Gesellschaft mit klaren moralischen Maßstäben leben.
Gerade die Faktoren „verheiratet“ und „religiös“ sind so mächtig, dass viele andere, kleinere Faktoren sie nicht aufwiegen können. Zur Veranschaulichung konstruierte er zwei Leben, die er folgendermaßen beschreibt: „Warum die Grünen nicht glücklich machen“ weiterlesen

Lektorenkurse oder „Wir erobern die Macht in unserer Kirche zurück!“

Ende der 80er Jahre bildete sich in der DDR die Basisgruppe „Kirche von Unten“ (KvU) eine oppositionelle evangelische Gruppierung. Im Mittelpunkt standen gesellschaftliche Themen und es gab Veranstaltungen mit systemkritischen Künstlern. Mir waren diese langhaarigen Revoluzzer nicht besonders sympathisch, hatte ich doch erst kurz vorher selber dieser Lebenshaltung den Rücken gekehrt … Aber jeder weiß heute, dass neben treuen bibelgläubigen Betern auch diese „EKD-Laien“ Anteil am Ende dieses totallitären Staates hatten. Mauern, Mächtige und Mächte sind gefallen – Freiheit zum Atmen wurde erkämpft und erbetet.

Mittlerweile sind die Jahre durch das Land gegangen. Ich habe sie aus der Perspektive der charismatischen Gemeinden erlebt, anfangs noch in West-Berlin, seit ein paar Jahren nun in Brandenburg. Was gab es da Ende der Neunziger für eine Aufbruchsstimmung: Große Prophetien, Erweckung für ganz Deutschland war noch das Mindeste, was auf der Agenda stand … Wunder, Wunderheilungen, wo man nur hin sah … echte, verblüffende aber auch viele falsche oder noch schlimmer Wunder von der falschen Seite. Vielen falschen Propheten hing man in dieser Herde an den Lippen. Mittlerweile ist neben Frustration aber auch Nüchternheit in die ausgedünnten Reihen eingekehrt … Und das ist nicht das schlechteste, nein ich würde sogar sagen, das war dringend nötig! Denn selbstverständlich brauchen wir die Geistesgaben in unseren Gemeinden, aber wir brauchen auch die Nüchternheit eines Paulus und die wichtige Gabe der Geistunterscheidung, um die Auswüchse der menschlichen Seele von den Werken des Heiligen Geistes zu unterscheiden. Für mich ist diese neue calvinistische Nüchternheit eine wesentliche Korrekturhilfe geworden. Und ich sehe weltweit ein Zusammenwachsen zwischen Charismatikern und Reformierten (Calvinisten). Das beste Beispiel ist der Hamburger Pastor Wegert ( http://www.arche-gemeinde.de ), einer der bekanntesten deutschen Pfingst-Pastoren. Er hat vor ein paar Jahren den Pfingstlern den Rücken gekehrt und ist ins Lager der Calvinisten gewechselt.

OK, nun aber endlich zu den Lektorenkursen: Im gesamten Hoheitsgebiet der EKD werden diese zunehmend häufiger durchgeführt. Die evangelische Kirche der Zukunft wird nämlich eine Laien-Kirche sein [-> http://www.kirche-von-morgen.de/du-bist-oldenburg/ehrenamt_und_gottesdienst.htm ]. In diesen Kursen werden den zukünftigen Lektoren vor allen Dingen Grundzüge der Kirchengeschichte und eine solide Einführung in die evangelische Liturgie vermittelt. Am Ende steht die Befähigung zum Amt des Lektors. Dieser ist allerdings nicht nur für Lesedienste und Ankündigungen zuständig, sondern erhält durch diesen Kurs auch die “Lizenz zum Predigen” und sei es nur eine selbst gewählte „gepfefferte“ Lesepredigt. 🙂

Daher lautet mein Aufruf an alle, die sich um den Kurs unserer von linksalternativen Gutmenschen gekaperten Evangelischen Kirche sorgen: Laßt Euch zu Lektoren ausbilden!! Homo-Ehen in evangelischen Pfarrhäusern und Verleugnung der eigenen spirituellen Wurzeln? Das ist nicht mehr unsere Kirche! Diese Kirche wird absterben!

Momentan schafft sich unsere Kirche ja schon selber ab … Durch die geplante Gebietsreform, die dazu führt, dass immer weniger Pfarrer für immer größere Gebiete und Verwaltungsaufgaben zuständig sind, wird es zu einer starken Überdehnung der Organisations-Strukturen kommen.

Und das ist unsere Chance: Laßt Euch zu Lektoren ausbilden! Laßt uns mit Gottes Hilfe und Gebet die Macht in unserer Kirche zurückerobern! Unterstützt unsere altgedienten gläubigen Pfarrer! Aber wenn die Wachablösung kommt, dann sind wir vorbereitet … Ok formulieren wir es positiv: Die jungen theologisch-liberalen Polit-Pastoren dürfen nach der Gebietsreform gerne kommen, wir brauchen sie für dringend notwendige Verwaltungsaufgaben, mit denen wir uns nicht rumplagen wollen … Aber predigen, predigen werden wir !!! 🙂

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger