Was machen Kinder eigentlich im Kindergarten?

Der folgende Bericht entstand, nachdem ich einen Tag lang in einem Kindergarten hospitieren konnte.

Im Kindergarten gibt es in der Regel eine Phase, in der die Eltern ihre Kinder bringen und eine Phase, in der keine Eltern mehr kommen sollten. Die erste Phase ist dadurch bestimmt, dass Erzieher hoch pädagogisch direkt neben den Kindern sitzen und mit ihnen malen oder vorlesen. Die zweite Phase ist dann etwas entspannter, dann kann man sich mal zusammen setzen und etwas plaudern oder ein paar Sachen am Computer erledigen.

Zwischen den typischen Kindergartenkindern laufen teilweise auch kleine Kinder wie Henri (Name ist erfunden) herum. Er ist knapp 2 und wirkt etwas verloren. Um mit anderen Kindern zu spielen, ist er noch zu klein, Spielzeug, mit dem Kinder sich auch längere Zeit mal alleine beschäftigen können, ist zu kompliziert. Henri wirkt etwas rastlos und weint viel. Als eine Erzieherin die andere anspricht, dass jemand in ihrer Gruppe weint, sagt die abwehrend „Ja, das kommt vor, das legt sich gleich wieder“.

Wer den Kindern beim Spielen zu sieht, staunt zunächst darüber, wie viel Aggressivität diese Spiele enthalten. Dass sie sich regelmäßig auf alle erdenliche Weise töten wollen, scheint normal zu sein. Die Mittel sind vielfältig: totzaubern, erschießen, erschlagen etc.. Erzieher springen in der Regel nur dann ein, wenn kleine Jungs allzu offensichtlich einen Gegenstand als Pistole hoch halten. „Hey, hey, hey, gib das sooooofort her! Das wollen wir hier nicht sehen!!!“

Wenige Minuten später kippt die Stimmung und es kommt zu einer Rangelei – ca. 70cm neben zwei Erzieherinnen, die in ein Gespräch über Kollegen und die Personalpolitik vertieft sind – aber niemand greift ein. Dabei fällt ein Junge, prellt sich die Hüfte und beginnt zu weinen. Erst jetzt bemerkt eine Erzieherin, was los ist und sagt scharf „Aufstehen! Nix passiert!“

Er erklärt ihr unter Tränen, was tatsächlich passiert ist und der Übeltäter wird kurz darüber belehrt, dass man nicht schubsen darf.

Im Stuhlkreis singen die Kinder jetzt ein Lied. Offenbar liebt die Erzieherin fröhliche Lieder und stellt den Kassettenrecorder ganz laut. Für Henri offenbar schon zu laut, denn er weint wieder. Aber eine echte Frohnatur lässt sich von Kindern ja nicht die gute Laune verderben, deswegen wird das Lied bis zum bitteren Ende gesungen. Das nächste Lied ist dann leiser und heißt „Nackidei“ (von Rolf)

„Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu du kleine süße Sau, wir machen heut‘ ’ne Schweinerei, und gehen‘ mal wieder Nackidei. usw“

Die Kinder grölen das Lied aus vollem Hals mit („Nackidei, Nackidei, keiner findet was dabei…“), sie haben es offenbar schon oft gesungen.

Im Gespräch mit den Kindern erfahre ich, dass manche von Ihnen nach dem Kindergarten direkt von der Tagesmutter abgeholt werden und erst am Abend ihre Eltern sehen. Was sie aus dem Urlaub erzählen spricht dafür, dass sie ihre Urlaube in sog. „Familien-Hotels“ verbringen, in denen Kinder den ganzen Tag von Erziehern beschäftigt werden, damit die Eltern endlich mal Zeit für sich haben.

Das Spiele-Angebot im Kindergarten ist natürlich nicht so groß wie das Angebot im eigenen Kinderzimmer – und es ist auch nicht an den Interessen der einzelnen Kinder ausgerichtet. Wohl aber am Interesse der Angestellten, denn die meisten Spielsachen haben den Vorteil, dass sie sich leicht zusammen räumen lassen. An Playmobil oder größere Lego-Landschaften ist da natürlich nicht zu denken. Vorrangig wird mit Buntstiften gemalt – und immer wieder Buntstifte, Prickelbretter – und ein paar Brettspiele.

Was aber sogar Henri an diesem Tag gelernt hat, ist dies: es gibt niemanden, der sich für dich interessiert, solange er kein Geld dafür bekommt.

Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Jan Fleischhauer … Einer der coolen neuen konservativen Helden und Autor des Buches „Unter Linken“ hat – wie ich am Sonntag in der WELT am SONNTAG las sein wirklich brilliant polemisches Buch „Unter Linken“ in Michael-Moore-Art verfilmt … passt alles sehr gut in den konservativen Aufbruch den wir zur Zeit erleben.

Mein Motto: coolness is conservativ, isn´t it?

Unter Migranten

Unter Linken bei Sat 1

Unter Linken bei N24

Unter Linken bei Maischberger
Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Die Entstehung des modernen Opfer-Begriffes

Wer heute ein Opfer ist, möchte das auch bleiben. Niemand gibt freiwillig den Status des Opfers auf. Opfersein, bedeutet „Macht haben“. Wer kein Opfer ist, versinkt in die politische Bedeutungslosigkeit.
Wir haben uns an diese Tatsachen gewöhnt, aber wenn wir uns darüber Gedanken machen, werden sie fragwürdig. Und die erste Frage, die sich dabei stellt ist: wie konnte sich dieser auf den ersten Blick bizarre Opferbegriff entwickeln?

Die Anregung zu dem Thema erhielt ich durch ein „Bulletin“ des Institutes für Jugend und Gesellschaft, das unter dem Thema „Moderne Opferrhetorik“ stand.

Am meisten faszinierte mich ein Auszug aus dem Buch „Ich sah den Satan vom Himmel fallen“ von Rene Girard, der zuletzt an der Stanford Universität als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur tätig war.
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Evan Sayet: Wie moderne Liberale denken

Auf der „Gegenstimme“ hab ich es schon gepostet. Aber diese Gedanken haben einfach weitestmögliche Verbreitung verdient: Die deutsche Übersetzung des brillanten Vortrages des bekannten US-amerikanischen Comedians und politischen Kommentators Evan Sayet über die Denkweise hinter der Political Correctness, dem aggressiven Atheismus und dem gesellschaftspolitischen Erbe der 68er-Generation… viel Vergnügen!

www.youtube.com/watch?v=eaE98w1KZ-c

Ich würde mich selbst als Republikaner des 13. September bezeichnen. Aufgewachsen war ich als liberaler New Yorker Jude, wesentlich liberaler geht`s kaum noch – obwohl es noch im Kleinformat war im Vergleich zu dem, was man heute „liberal“ nennen würde. Ich ging von der High School und wusste über Politik nur eines: Dass die Demokraten gut und die Republikaner böse sind.
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Struktur und Meinung

Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an Eva Herman erinnern. Sie war Journalistin und wurde aus ihrem Berufsstand ausgespuckt, weil sie die politisch falsche Meinung über Autobahnen hatte oder so ähnlich. Aber eigentlich war allen ziemlich klar, dass ihr eigentliches Vergehen ihr Versuch war, in diversen Veröffentlichungen die Rolle der Frau als Mutter zu stärken.
Der nahe liegende Vorwurf, sie sei ja selbst eine Karrierefrau, die sich nicht aufs Muttersein beschränkt habe, kam natürlich prompt und traf voll ins Schwarze. Aber dieser Vorwurf offenbarte eigentlich ein Dilemma mit weitreichenden Folgen: es ist aus strukturellen Gründen unmöglich, eine andere Position als den Feminismus in der Öffentlichkeit zu finden. Alle Frauen, die in Politik und Medien arbeiten, haben sich bereits für ein Modell entschieden, je mächtiger und einflussreicher sie sind, desto stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Auf diese Weise kann sich eine politische Haltung in kürzester Zeit parteiübergreifend durchsetzen, ohne, dass sie jemals diskutiert oder ernsthaft in Frage gestellt wurde.
Das psychologische Konzept, das dabei im Hintergrund arbeitet, ist der bekannte Wunsch des Menschen, kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Also im Klartext bedeutet es, dass Menschen versuchen, Widersprüche zwischen Leben und Denken oder Gefühlen und Denken zu vermeiden. Das klingt integer, weil man im ersten Moment an die Fälle denkt, wo sich das Handeln an den Überzeugungen orientiert. Die Vermeidung kognitiver Dissonanzen ist aber in der Regel eine kognitive Vermeidung, d.h. das Denken wird an das Handeln angepasst.
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„Sexueller Totalitarismus“

Unter dem gleichnamigen Titel ist derzeit ein aufschlussreicher Essay der Publizistin Gabriele Kuby auf der Homepage des christlichen Informationsforums „Medrum“ zu lesen.
Auch wenn ich an dieser Stelle vor ihrer Marien-Begeisterung warnen möchte, ist dieser Text in meinen Augen lesenswert.

Der Turmbau zu Babel

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.

Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken? „Der Turmbau zu Babel“ weiterlesen

Ein Kampf gegen das Christentum

Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
„Ein Kampf gegen das Christentum“ weiterlesen

8 Gründe gegen staatliche Kinderbetreuung für alle – Oder: Alle wollen nur das Wohl des Kindes

Immerhin darauf können sich alle Parteien einigen. Feministinnen befürworten die Einführung von flächendeckenden kostenlosen Krippenplätzen ja nicht, weil sie bereit sind, das Wohl ihres Kindes ihrem Egoismus zu opfern, sondern weil es so auch für das Kind besser ist. Schließlich seien die Kinder dort professionell versorgt.

Nehmen wir für einen Moment mal an, dies wäre eine blanke und leichtdurchsichtige Lüge. Wie könnte die Öffentlichkeit davon erfahren?
Jeder Mann, der so etwas anspricht, gilt apriori als Macho. Jede Frau, die darauf hinweist, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Politikerin oder Journalistin und hat sich bereits für einen Job entschieden, in dem sie ganz gefordert wird. Sie kann also nur das feministische Modell vertreten oder sie macht sich extrem lächerlich.

Unter diesen Bedingungen sind Umfragen natürlich ein schwaches Instrument, denn wo es niemanden gibt, der sie öffentlich zitiert, bleiben sie wirkungslos. Die Welt hat mal auf eine Umfrage verwiesen, derzufolge der tatsächliche Bedarf an Kinderbetreuung erheblich unter dem von der Bundesregierung angestrebten Betreuungsplan liegt, aber seitdem habe ich von dieser Umfrage nicht mehr viel gehört. Scheint uninteressant zu sein.
Und das ist schade, denn außer den Umfragen spricht auch sonst einiges für die Unterstützung einer familiären Erziehung:

1. Der wichtigste Teil jeder Erziehung ist der religiöse oder weltanschauliche. Und ein neutraler Staat muss seine Neutralität, wenn er sie denn ernst meint, gerade darin zeigen, dass er den Eltern genug Freiräume zugesteht, ihren Kindern diese Religion zu vermitteln. Die Neutralität des Staates gebietet hier Zurückhaltung.

2. Nach Art. 6 unseres Grundgesetzes sind „Pflege und Erziehung der Kinder“ das „natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“
Dieser Artikel ist Teil der Grundrechte, die den Bürger vor den Zugriffen des Staates schützen sollen. Dass der Staat kein eigenes Interesse an diesen Rechten besitzt, ist leider nur natürlich, dass Journalistinnen hierin ebenfalls kein schützenswertes Recht sehen, leider ebenfalls.
Der Staat kann also nicht einfach hingehen und sagen „ich kann das besser“ und die Kinder selbst betreuen. Ein Recht zum Eingriff besteht nur, „wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen“. Selbst wenn der Staat die Erziehung eines Kindes also tatsächlich besser leisten könnte, wäre er dazu nicht berechtigt, solange die genannten Gründe nicht vorliegen. Die Erziehung ist ein natürliches Recht, und daher stellt sich nach unserem GG die Frage gar nicht, ob jemand außer den Eltern sie besser übernehmen könnte. Hier müssen Eltern für ihr Recht leider gegen die synchronisierte Gewalt von Politik und Medien zu Felde ziehen.

3. Das man sich überhaupt für sein natürliches Recht der „Pflege und Erziehung“ der eigenen Kinder entscheiden kann, ist nicht zuletzt eine finanzielle Frage. Wenn ein Einkommen nicht ausreicht, kann eine Mutter gezwungen sein, zu arbeiten, um überhaupt leben zu können. Das liegt daran, dass zwei Einkommen auch dann mehr Geld einbringen, wenn man höhere Kosten durch die Fremdbetreuung der Kinder hat.
Um die Entscheidungsfreiheit auch für sozial schwache Familien zu gewährleisten, ist ein Betreuungszuschuss (oder wie man es auch immer nennen will) sehr sinnvoll und scheint mir ganz dem Geist des GGs zu entsprechen. Denn ohne eine finanzielle Unterstützung und Anerkennung der Erziehungsarbeit durch die Eltern, müssen Eltern faktisch eine Erziehungssteuer bezahlen. Denn kostenlos ist das Krippenangebot des Staates natürlich nicht, sondern es wird durch die Abgaben der Bürgerinnen und Bürger getragen – ob sie es in Anspruch nehmen oder nicht. Und das widerspräche eindeutig der Vorgabe des GGs.
Es geht hierbei nur um die Wahrnehmung eines Rechtes der Eltern, nicht um die Frage, wie man arme Kinder bestmöglich fördern kann, darum geht es im nächsten Punkt.

4. Denn es wird nun eingewandt, dass die Betreuungsprämie ja im Haushalt der Eltern untergehen könnte, während sie doch sinnvoller für die Fremdbetreuung der Kinder eingesetzt werden könnte. Was für eine Heuchelei:
Bei dem Geld, dass die doppelverdienenden Eltern durch die staatlich finanzierten Krippen sparen, fragt auch niemand, ob die Kinder einen zusätzlichen Nutzen davon haben. Der scheint gegeben zu sein, sobald die Kinder nicht mehr bei ihren Eltern sind.
Wenn man Kinder wirklich fördern möchte, dann sollte man ihnen staatlich finanzierte Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuungen, Sportvereine und gezielt Unterrichtsstunden für sozial benachteiligte Schüler anbieten, in denen an Wortschatz und Gesprächs- und Diskussionsverhalten gearbeitet wird. Darüber hinaus hat sicher auch niemand etwas gegen einen Ausbau hochwertiger kostenloser Freizeitangebote. Von der Unterstützung gerade sozial schwacher Familien durch solche Angebote halte ich übrigens sehr viel! Finanzieren kann man sie ja durch das Geld, das man für den Ausbau der staatlichen Krippen ja offensichtlich im großen Stil zur Verfügung hat.
Mit einer Fremdbetreuung allein ist diesen Kindern überhaupt nicht geholfen. Aber möglicherweise geht es darum auch gar nicht, sondern nur um die Durchsetzung eines bestimmten Lebensstils.

5. Erziehung gibt es nur dort, wo es Strafen gibt, die glaubhaft zum Wohl des Kindes eingesetzt werden und nicht dem Arbeitsklima eines Erziehers dienen. Ich bin überzeugt davon, dass ein Kind ganz genau weiß, ob es bestraft wird, damit der Lehrer Ruhe in der Klasse hat, oder weil jemand an der persönlichen Entwicklung dieses Kindes ein liebevolles Interesse besitzt.

6. Wer die professionelle Pädagogik der elterlichen vorzieht, engt den Erziehungsbegriff ein. Zur Erziehung gehört neben kognitivem Wissen und guten Umgangsformen auch die Erfahrung, einen Vater und eine Mutter zu haben. Nicht zuletzt, um selbst einmal ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein – warum soll man nicht auch aus den Fehlern der Eltern lernen können?

7. Eine staatliche Kinderbetreuung wird immer mit drei grundsätzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben: Sie wird immer nur wenige Betreuer pro Kind bereit stellen können und niemals an ein familienähnliches Zahlenverhältnis heranreichen. Zweitens fehlt den staatlichen Erziehern das angeborene Interesse an den Kindern, das sogar bei Eltern vorkommt, die an sich weder besonders kinderlieb oder sympathisch sind. Drittens werden die Erzieher unterdurchschnittlich qualifiziert sein und damit das Niveau der durchschnittlichen Erziehung und Prägung immer unterbieten.

Denn es glaubt ja niemand im Ernst, dass der Staat für jedes zweite Kind eine akademische Fachkraft bereitstellen kann, die nett, kinderlieb und engagiert ist – und nicht pädophil…

8. Die staatliche Kinderbetreuung steht immer in engem Kontakt zur Wissenschaft. Das klingt zunächst gut und passt zum Argument der Professionalität, aber wer sich die Geschichte der Pädagogik ansieht, sieht schnell, dass hier Vorsicht geboten ist. Denn viele Konzepte der Pädagogik, die ihrerzeit als Durchbruch der Aufklärung gefeiert wurden, muten heute befremdlich bis grausam an (z.B. als Kinder wie Skinnerboxen behandelt wurden und schlichtweg dressiert wurden).
Eltern würden ihre Kinder nur selten nach wissenschaftlichen Moden erziehen und halten sich zäh an die Form der Erziehung, die sie selbst kennen gelernt haben, bis sich vielleicht manche Überzeugungen nach und nach durchsetzen, weil sie eben doch kleine Durchbrüche darstellen. Aber das braucht Zeit, und der Puffer, den die Eltern hier zwischenschieben (aus purer Zähigkeit) hat sicher manches Kind bewahrt.
Staatliche Erzieher haben diese Hemmungen nicht und stehen außerdem noch mehr in der Öffentlichkeit, so dass sie sich sogar eher verpflichtet fühlen, Moden der Pädagogik mitzumachen. Ein Erzieher wird es sich nicht leisten können, unter Kollegen und Eltern als rückständig zu gelten. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass dieser Umstand in der Wissenschaft wiederum ausgenützt wird, um gezielt pädagogische Konzepte an Kindern systematisch auszuprobieren! Dafür bietet ein staatliches und schichtenübergreifendes Betreuungssystem leider die besten Voraussetzungen.

Die Geschichte einer misslungenen Kastration

Am 22.81956 wurde Bruce Reimer und sein eineiiger Zwillingsbruder Brian im kanadischen Winnipeg geboren. Bei seiner Beschneidung wurde sein Glied so stark verletzt, dass es schwarz wurde und bald vollständig abfiel.
Nun entspricht es der gegenwärtigen political correctness, über den Verlust eines Penis zu schmunzeln, während man über den Verlust einer Brust niemals schmunzeln dürfte, aber für die Eltern war das Schicksal ihres Sohnes ein schmerzhaftes Erlebnis.

Im Februar 1967 sahen die beiden den Psychiater John Money im Fernsehen. Money behauptete in der Sendung, man könne aus Männern ohne weiteres Frauen machen. Die Eheleute Reimer glaubten, die Lösung für ihre Probleme gefunden zu haben: der Junge wird einfach eine Frau! Sie schrieben Herrn Money an, und erhielten umgehend Antwort. Was sie nicht ahnten war, dass Money seine Theorie mit schönen Worten und noch schöneren Transsexuellen unterhaltsam verbreiten, aber nicht mit einer einzigen Untersuchung belegen konnte. Denn Kritiker wiesen darauf hin, dass er bislang nur Geschlechtsumwandlungen an sexuell gestörten Menschen wie Trans- oder Intersexuellen durchgeführt habe, nie aber an einem gesunden normalen Jungen. Und eben hierfür erschien das Experiment „Bruce Reimer“ mit seinem Zwillingsbruder als Kontrollgruppe gerade recht. Volker Zastrow weist in seinem Buch „Gender – Politische Geschlechtsumwandlung“ darauf hin, dass die Begriffe „gender identity“, „gender role“ von John Money geprägt wurden. Er sei der einflussreichste wissenschaftliche Wegbereiter der Gender-Theorie, der zufolge das soziale Geschlecht (gender) bis zur vollständigen „Diskordanz“ abweichen kann: dass man also erfolgreich einen Jungen zu einer Frau oder ein Mädchen zu einem Mann erziehen könne.
Das Experiment wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und aus naheliegenden Gründen von Homosexuellen und Feministinnen begierig aufgegriffen. Alice Schwarzer lobte Money als „Ausnahmewissenschaftler“. Aber wie verlief das Zwillingsexperiment überhaupt?

Zunächst einmal begann es damit, dass dem 22 Monate alten Bruce die Hodensäcke entfernt und aus der Haut des Hodensacks rudimentäre Schamlippen geformt wurden. Für die beiden Jungs gehörten Ärzte und Therapeuten ab jetzt zum Alltag. Die Eltern und Verwandten erhielten strenge Anweisungen, Bruce und auch sonst niemanden über dessen wahres Geschlecht zu informieren und ihn konsequent als Mädchen zu behandeln. Aus „Bruce“ wurde „Brenda“. Doch obwohl die beiden Zwillinge ausgesprochen zarte und niedliche Gesichter besessen haben sollen, blieb „Brendas“ Verhalten jungenhaft: Er wollte lieber mit dem Spielzeug seines Bruders spielen als mit den Puppen, dem Schmuck und den Kleidern, die man ihm anbot. Er tobte, raufte und interessierte sich für Autos und Waffen. Money bewertete das Verhalten als „Wildfang“-Verhalten, wie es auch sonst bei Mädchen hin und wieder vorkäme. Aber sein Verhalten wurde immer auffälliger: er konnte nur durch besondere Gutachten in die Schule aufgenommen werden, konnte sich nicht integrieren noch die geforderten Leistungen bringen – im Gegensatz zu seinem eineiigen Bruder!
Ab seinem elften Lebensjahr quälte „Brenda“ sich mit Selbstmordgedanken. Aber „alle Anzeichen von Verwirrung und schließlich Verzweiflung, die das Kind zeigte, wurden von seinen Betreuungspersonen beiseite geschoben, uminterpretiert oder geleugnet.“
Für „Brenda“ waren die Besuche bei John Money – wie er später berichtete – „eine unerträgliche Qual“. Aber so sehr er sich schon als Vierjähriger dagegen sträubte, gegen seine Eltern konnte er sich nicht durchsetzen. In Zukunftsträumen beschrieb er sich als Mann mit Schnurrbart in einem Sportwagen. Mit beginnender Pubertät diagnostizierte Money bei Brenda eine „lesbische Veranlagung“, weil er sich von Mädchen angezogen fühlte.
Als Jugendlicher bekam „Brenda“ weibliche Hormone verabreicht, um den körperlichen Umbau der Pubertät einzuleiten. Zur Überraschung der Ärzte durchlief er aber dennoch den Stimmbruch, blieb allerdings kleiner als sein Bruder. Den nun anstehenden zahlreichen Operationen widersetzte sich „Brenda“ – jetzt 13 Jahre alt – so heftig, dass er nicht mehr zu den Arztbesuchen in Baltimore überredet werden konnte.
Erst jetzt sagten die Eltern ihren Söhnen die ganze Wahrheit, und „Brenda“ beschrieb seine Empfindung: „Ich war erleichtert. Plötzlich verstand ich, warum ich mich so fühlte, wie ich mich fühlte. Ich war kein komischer Kauz. Ich war nicht verrückt.“
Ab sofort wollte er als Junge leben, nannte sich „David“ (weil er gegen eine Übermacht gekämpft und gewonnen hat) und schluckte nun männliche Hormone. Später ließ er soweit wie möglich sein Genital operativ wieder herstellen und heiratete schließlich sogar.
Aber im Frühjahr 2004 erschoss sich David Reimer mit einer Schrotflinte; sein Bruder Brian nahm sich im Jahr zuvor mit Tabletten das Leben.

Nach 1980 verwendete Money den Fall Reimer nicht mehr in seinen Veröffentlichungen, blieb aber weiter bei seiner Behauptung. Aus feministischen Schriften wurde der Fall in den folgenden Jahren stillschweigend gestrichen – nicht jedoch die Theorie.

Dabei gab es gewichtige Entdeckungen im Bereich der Hirnforschung, welche die Vorstellung eines rein sozialen Geschlechtes widerlegten.

Money ordnete die mit Beginn des neuen Jahrtausends nach dem Bekanntwerden von David Reimers wirklichem Schicksal aufbrandende Kritik an seiner Arbeit und die verändete Haltung der Presse als „Bestandteil der antifemisnistischen Bewegung“ ein. Seine Gender-Theorie ist aus der nationalen und Internationalen Politik nicht mehr wegzudenken und bildet noch heute die Grundlage von Quotenregelung und Familienpolitik.

Literaturhinweis:

www.amazon.de/Gender-Politische-Geschlechtsumwandlung-Volker-Zastrow/dp/3937801138/ref=sr_1_1/302-4179261-5541620?ie=UTF8&s=books&qid=1188297704&sr=1-1