Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Jan Fleischhauer … Einer der coolen neuen konservativen Helden und Autor des Buches „Unter Linken“ hat – wie ich am Sonntag in der WELT am SONNTAG las sein wirklich brilliant polemisches Buch „Unter Linken“ in Michael-Moore-Art verfilmt … passt alles sehr gut in den konservativen Aufbruch den wir zur Zeit erleben.

Mein Motto: coolness is conservativ, isn´t it?

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Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“


Wasser auf die Kriegspropaganda-Mühlen“ so titulierte Ralph Sina vom WDR-Hörfunkstudio Washington seinen Kommentar zu einem NYT-Artikel vom 3.10.09, in dem dieses renomiertre Flagschiff der Liberalen resumiert, der Iran könne offenbar eine „funktionierende“ Atombombe bauen.

Sina beginnt: „Die nicht gerade als Kriegstreiberin bekannte „New York Times“ zündete einen nicht ungefährlichen Sprengsatz: Der Iran könne jederzeit die Atombombe bauen. Ausreichendes Wissen und Material seien vorhanden, meldet die Zeitung – und beruft sich auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).“
Anschließend zitiert er vor den neuen IAEO-Einschätzungen in sich stimmig klingende Aussagen „der amerikanischen Rechten“ um schließlich folgendermassen schwach und inkonsequent zu enden: „Reißerische New-York-Times-Aufmacher, die längst bekannte Fakten mit unbewiesenen Vermutungen kombinieren, leisten nicht nur in Tel Aviv der „Pro-Krieg“-Fraktion Vorschub.“
Hier findet Ihr den kompletten Kommentar:
http://www.tagesschau.de/kommentar/atomruestungiran100.html

Ich wusste nicht richtig, was das jetzt für eine Eigensubstanz sein sollte, die man ja von einem gut bezahlten deutschen in Washingtonm stationierten Journalisten erwarten dürfte und meldete mich auf dem Tagesschau-Server mit folgendem Kommentar zum Kommentar, der offensichtlichmittlerweile schon durch die ARD-Zensur gekommen ist:
http://meta.tagesschau.de/id/28358/wasser-auf-die-kriegspropaganda-muehlen#comment-1350

Sehr geehrter Herr Sina,
verstehe ich Sie richtig, dass der einzige Punkt, der Ihnen im Zusammenhang mit der New-York-Times-Meldung zur iranischen Atombombe Sorgen bereitet, die Tatsache ist, dass die „amerikanische Rechte“ nachträglich Recht behalten und in Ihrem Einfluß gestärkt werden könnte? Wie ideologisch hilflos kann man denn noch argumentieren?
Soweit ich es mitbekommen habe, werden iranische atombestückte Mittelstreckenraketen neben Israel auch deutsches Territorium bedrohen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben … Ich habe welche und um die mache ich mir nun sehr große Sorgen und nicht darum, dass bitte bitte Bush und seine Neokonservativen nicht doch noch Recht behalten sollten … sie werden wahrscheinlich noch in einigen anderen Punkten Recht behalten!
Wenn Obama das Raketenschild über Osteuropa aus dem Grund abziehen wollte, dass Iran von der Produktion der Atombombe noch über 10 Jahre entfernt sei … dann müsste er es jetzt konsequenterweise um so stärker forcieren … und bitte schön gerne auch in Deutschland!
In der Hoffnung auf einen mutigen israelischen Präventivschlag verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Brandenburg

Einen Nachtrag hätte ich mittlerweile für Herrn Kollegen Sina: Möge er doch mal folgenden Kommentar vom liberalen NYT-Chefkommentator Friedman lesen:
http://www.nytimes.com/2009/10/04/opinion/04friedman.html?
Fazit: Wir werden müde im Krieg gegen den Terror … die Bad Boys allerdings werden immer kreativer (inzwischen explodieren beispielsweise die ersten Bomben im Rektum der Jihad-Kämpfer!!). Wir brauchen daher nicht nur mehr Truppen, sondern auch mehr Überzeugung … und das gelte vor allen Dingen für Obama: „If he seems ambivalent, no one there will stand with us and we’ll have no chance. If he seems committed, maybe — maybe — we’ll find enough allies. Remember, the bad guys are totally committed — and they are not tired.

In diesem Sinne … bleibt wach und schreibt Kommentare!
Euer wanderprediger
Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“

Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt
Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.

Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
These: Die strategisch brillianten 68er – in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen – haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush – wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner – zurück!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Was ist los mit den christlichen Kleinparteien?

Die PBC hat bei der Europawahl 2009 bundesweit 0,3 % der Stimmen bekommen und verschlechterte sich zur Europawahl von 2004 um 0,1 %, dass sie vermutlich an die AUF verloren hat, die eben gerade 0,1 % der Stimmen erhielt.
Die Werbespots beider Parteien haben mir die Schamröte ins Gesicht getrieben – „wir schreiben Europa mit C…“. Das wirkte nicht nur unprofessionell, was man bei kleinen Parteien entschuldigt, sondern auch ungengagiert und desinteressiert.

Mein Wunsch für die nächste Wahl wäre eigentlich ein kleines Set aus Wünschen:

1. Macht die AUF-Partei dicht. Das Konzept einer gemeinsamen Partei für Evangelikale und Katholiken ist nicht nötig, denn die CDU war als traditionell katholische Partei trotzdem für viele Evangelikale wählbar, bevor sie sich in ihrer Familien- und Sexualpolitik vom Christentum weg bewegt hat. Umgekehrt könnte eine evangelikal geprägte Partei auch für Katholiken attraktiv sein, denn ein gemeinsames Themenspektrum gibt es tatsächlich.
2. Gebt der PBC einen neuen Namen, der zwar den christlichen Bezug aber keine evangelikalen Spezialitäten enthält. Ein Evangelikaler kann zwar eine christlich demokratische Union wählen, aber er hätte vermutlich Schwierigkeiten mit einer katholisch demokratischen Partei o.ä….
Wie wärs einfach mit CDP?
3. Bringt die Steckenpferde zum Metzger. Man mag ja von der Israel-Politik der PBC halten was man mag, aber sie gehört in einem Parteiprogramm einfach nicht in den ersten Teil. Wenn das Programm nicht nur von Freaks Zustimmung erfahren soll, muss es auch allgemeiner angelegt sein und politischen Gestaltungswillen für alle wichtigen Bereiche eines Programms deutlich machen.
4. Etwas mehr Propaganda vor einer Wahl wäre nicht übertrieben. Ich glaube, dass es das Potential für eine Stimmenzahl weit über der 5%-Hürde gibt, wenn man die Wähler zu überzeugen versteht. Das wäre in meinen Augen eine gute und überfällige Ergänzung zur CDU.
5. Vielleicht fällt mir noch mehr ein…

Wie Familie und Kirche die bürgerlichen Freiheiten sichern (sollten)

Familie und Kirche erscheinen vielen als eng. Die Kirche wacht über der Lebensführung ihrer Mitglieder und die Eltern über dem Leben der Kinder. Man könnte also das Gefühl haben, dass beide Institutionen eigentlich nur eine Quelle der Einschränkungen sind, die es abzuschütteln gilt. Tatsächlich sind diese Institutionen die Voraussetzungen dafür, dass der Staat einen Gang runter schalten kann. Wo es kein Verbrechen gibt, braucht man auch kein Gesetz. Erst wenn das Verbrechen auftaucht, spricht man von einer „Gesetzeslücke“. Und selbst wenn es das Gesetz gibt, muss der Staat die Kontrolle nur so weit treiben, wie es das Maß an Gesetzesübertretungen erfordert. Wenn z.B. das Betreten einer Wiese verboten ist – z.B. weil dort ein Nistgebiet einer vom aussterben bedrohten Vogelart ist – und sich alle daran halten, genügt ein einfaches Schild und niemand muss sich darum kümmern. Wenn alle paar Jahre mal ein Chaot das Gebiet betritt, wird sich daran nicht viel ändern. Wahrscheinlich genügt sogar zunächst ein Schild „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf brütende Gänse“ o.ä., und erst später ist ein ausdrückliches Verbot nötig. Zunächst kommt man mit Bußgeldern, später wird mit Anzeigen gedroht. Wenn es häufiger vorkommt, dass Spaziergänger das Verbot missachten, wird aber irgendwann jemand nötig, der regelmäßig dort die Grenzen abgeht und gegebenenfalls Bußgelder verhängt. Je nachdem, wie reizvoll das Betreten ist, oder vielleicht, weil es zum politischen Kampfplatz wird, reicht ein einzelner Aufpasser nicht mehr aus, und man fängt an, gewaltige Zäune zu bauen, Überwachungskameras zu installieren, die Strafen zu verschärfen etc… oder das Verbot einfach von der Masse überrennen zu lassen.
„Wie Familie und Kirche die bürgerlichen Freiheiten sichern (sollten)“ weiterlesen

Abschaffung der Geschichte

Nicht nur Individuen sondern auch Gesellschaften basteln sich ihre Geschichte zurecht, d.h. ganz so einfach geht das natürlich nicht, denn Geschichte ist zwar immer konstruiert aber nicht völlig frei gestaltbar. Sie tun dies, weil sie ihre Gefühle und ihr Handeln an dem ausrichten, was sie für ihr Erfahrungswissen halten. Wer Menschen kontrollieren will, muss daher ihre Geschichte kontrollieren oder, weil das immer nur begrenzt möglich ist, am besten ihre Bedeutung herunterspielen. Aber wie sollte so etwas in einem freien Land möglich sein? Mit Erfahrungen aus der Vergangenheit zu argumentieren, gehört so selbstverständlich zum Argumentieren im privaten wie öffentlichen oder wissenschaftlichen Rahmen dazu, dass man es doch nicht einfach beenden kann.
Tatsächlich ist dies nicht durch Gewalt möglich, wohl aber durch die Aufwertung kurzlebiger Informationen. In Aldous Huxleys „Schöner neuer Welt“ gilt die Beschäftigung mit Geschichte und überhaupt der Vergangenheit als politisch unkorrekt und wird mit deutlichem Naserümpfen und Tadeln bedacht. Die Menschen werden nicht gewaltsam davon abgehalten, in der Vergangenheit zu leben (wozu schon das Lesen von Büchern gehört), sondern sie werden im vergnüglichen Moment festgehalten. Ihr Leben besteht nicht aus Strafen sondern aus Genuss. Sie empfinden Freiheit und wirken auf den Leser wie Marionetten in einem gruseligen Theater, das nicht von ihnen mitgestaltet wird. Und Genuss ist ein billiges Mittel. Huxley nennt die Genussmittel, für die sie ihre politische und wirtschaftliche Freiheit verkaufen:
„Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten. Und der Diktator ([…]) wird gut daran tun, diese Freiheit zu fördern. In Verbindung mit der Freiheit des Tagträumens unter dem Einfluß von Rauschmitteln, Filmen und Rundfunk wird die sexuelle Freiheit dazu beitragen, seine Untertanen mit der Sklaverei, die ihr Los ist, auszusöhnen.“ (S.19)
Sexuelle Freiheit kostet einen Gesetzgeber nichts, ebensowenig wie die Unterhaltungselektronik oder Rauschmittel. Diese Freiheiten werden leicht zugebilligt und verschaffen den Menschen ausreichend angenehme Gefühle, um ihre Unfreiheit zu ertragen.
Huxley hätte sich nicht träumen lassen, welche Formen diese Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten annehmen sollte. Im Zeitalter des Internet kann fast jeder in seiner gesamten Freizeit seinen Tagträumen nachhängen.
In einer Gesellschaft, die sich an kurzlebige Informationen gewöhnt hat, die kaum länger als für den gegenwärtigen Moment von Bedeutung sind, spielen auch Bücher keine Rolle, die mehr als Unterhaltungswert besitzen. Buchreligionen sind naturgemäß verpönt. Moderne Religionen und Weltanschauungen verlegen sich daher mehr auf das Bereitstellen und Konsumieren von Tageszeitungen (sofern der Leserkreis stark genug ist) oder Wochen- und Monatsmagazinen. Am Wichtigsten aber ist natürlich ihre Präsenz im Internet. Kaum eine Kirche, die nicht glaubt daran arbeiten zu müssen, wie sie die Menschen „von heute“ erreichen kann (als wären es andere Menschen als vor 2000 Jahren).
Auf diese Weise wird verhindert, dass die Leser sich der Zähigkeit eines alten Erfahrungsschatzes hingeben. Wer herrschen will, muss die Menschen muss sie aus dieser Zähflüssigkeit der Geschichte herausziehen um sie in einem dünnflüssigeren Medium leichter lenken zu können. Das kann er dadurch erreichen, indem er ihnen immer wieder vermittelt, Wissen sei kurzlebig und überhaupt sei alles in einem schnellen Wandel begriffen. Das bringt seine Untertanen dazu, sich aus purer Unruhe mit an sich völlig nutzlosen Informationen zu beschäftigen solange sie aktuell sind und die wichtigen Fragen zu ignorieren oder vor sich selbst als hochgeistiges Hobby abzutun. Wer sich an diese Rezeptionskultur gewöhnt hat, wird es als ganz normal betrachten, Monat für Monat größere Beträge für seine Tageszeitung auszugeben, und sich gleichzeitig über die hohen Preise von Fachliteratur zu ärgern. Er wird sich voller Stolz vielleicht sogar als „Informations-Junkie“ bezeichnen, ohne zu merken, dass er sich in keinem einzigen Thema wirklich gut auskennt. Den typischen gebildeten und selbstbewussten Bürger stellt er sich zeitunglesend vor. Dieses Bild könnte in den nächsten Jahren durch das Bild des engagiert recherchierenden Internetnutzers abgelöst werden.

Dieses Empfinden wird durch die Lektüre der Zeitungen oder den Konsum von Nachrichtenmagazinen noch verstärkt, denn man umgibt sich dort mit Menschen, die ihre eigene Berichterstattung als höchst bedeutungsvoll empfinden und offensichtlich alles dafür tun, um aktuell zu sein. Und nicht selten berichten sie ja auch über große Würfe in der Wissenschaft und bedienen dann gerne das Gefühl, an die ganz großen Fragen der Menschheit heranzugehen, die man scheinbar nicht beantworten kann, wenn man nicht das tagesaktuelle Geschehen verfolgt. Im Leser wird so stillschweigend die Vorstellung gezüchtet, Nachrichtenmagazine und Zeitungen seien eine Hilfe, um sich in der Welt zu orientieren.

Leider trügt dieses Gefühl, denn tatsächlich wird der Konsument mit fragmentarischem Halbwissen abgespeist, das in so chaotischer Folge auf ihn einstürmt, dass es nicht verarbeitet werden kann sondern kaum mehr als ein intellektueller Kitzel ist, der einen Schein der Intellektualität liefert aber die Gedanken verkümmern lässt. Darüber hinaus sind die meisten Nachrichten, die in den Medien als letzter Schrei hochgejubelt werden, in der Regel in der Wissenschaft ein alter Hut, über den man sich selbst mit alten Lehrbüchern besser informieren kann. Zusammenhänge sind politisch konstruiert und lediglich auf die Tagespolitik zugeschnitten. Die Geschichte benötigt man nur als Lieferantin der nötigen Anekdoten, um den politischen Kurs zu veranschaulichen.

Aber, wird vielleicht jemand einwenden, ist diese Entwicklung denn so schlecht? Zeigt sie nicht, dass wir in einer lebendigen sich schnell entwickelnden Gesellschaft leben? Und was ist denn schlecht daran, wenn die Menschen den Augenblick genießen?

Zur ersten Frage kann man nüchtern feststellen, dass unsere Gesellschaft überhaupt nicht lebendig und schnell entwickelnd ist. Ich halte dies ja gerade für eins der Gerüchte, mit denen die Menschen in Angst und hektischer Sorge gehalten werden. Falsch ist daran erstens, dass sich „etwas“ entwickelt, wo sich nur Menschen entwickeln und frei darüber entscheiden können sollten, ob sie an der Entwicklung teilnehmen oder nicht. Zweitens ist die Entwicklung, die es in den letzten Jahrzehnten wirklich gab, keineswegs überraschend sondern war schon längst angelegt und hat sich auf vorhersagbaren Bahnen bewegt – natürlich nicht, wenn man nur Massenmedien konsumiert. Die Entwicklung ist lediglich eine Ausbreitung der Ideen, die mit der 68er-Generation hochgekocht wurden aber natürlich damals schon nicht mehr ganz neu waren. Es gab weder große Überraschungen noch hing sie nennenswert mit technischen oder wissenschaftlichen Fortschritten zusammen. Es lief eben so, wie es auch zu erwarten gewesen wäre, wenn eine Gruppe planmäßig die Gesellschaft nach ihrem Bild verändern möchte. Also: es gibt keine Entwicklung, sondern eine bewusste und für jeden einsehbare Gestaltung.

Zur Frage, ob das Vergnügen im Augenblick denn nicht positiv ist: dieses Vergnügen lebt von der Dekontextualisierung von Informationen. Es ist also ein Zustand, der hochgradig unübersehbar und deswegen von außen gestaltet wird – zumindest, solange man der Rezeptionskultur seines Umfeldes folgt. Wer sich daran gewöhnt, Informationen in unterhaltsamen Bruchstücken zu konsumieren, ist verführbar. Hierbei gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der BILD und der ZEIT – außer dass sie unterschiedliche Berufsgruppen ansprechen. Zeitungleser haben sich an das Gefühl gewöhnt man müsste sich mal intensiver mit dem Thema beschäftigen, aber leider fehlt die Zeit dazu. Und diese Gewohnheit halte ich für gefährlich, weil man sich damit arrangiert, andere für sich die Welt deuten zu lassen – aus purer Überforderung.
Eine weitere Gefahr des vermeintlich glücklichen Momentes ist neben der Verführbarkeit die Entfremdung von vielen Gefühlen, die von größeren Entwicklungen im eigenen Leben abhängig sind. Ein Mensch kann eben im Geist einen Schritt zurück treten und größere Entwicklungen überschauen, er kann auf sein ganzes Leben und darüber hinaus denken. Und dabei empfindet er eben auch entsprechende Gefühle. Beispielsweise lernt er das erhabene Gefühl kennen, einem Ehepartner ewige Treue zu schwören (und dieses Gefühl trügt nicht immer und ist nicht durch ein mögliches Scheitern der Ehe ein falsches Gefühl!). Er lernt das Glück kennen, eine Familie zu gründen und die Entwicklung seiner Kinder zu beobachten (für die Nazis war klar „Die Jugend gehört uns!“). Der Mensch kann planen, sein Umfeld langfristig zu verändern und er kann etwas von Gott erkennen und über die Zeit nach dem Tod nachdenken. Alles ist von Gefühlen der verschiedensten Art begleitet, und alle sind nicht durch billige kurzfristige Mittel zu erzeugen.

Für eine Diktatur (die keineswegs immer eine Alleinherrschaft einer Einzelperson sein muss) ist es daher wichtig, den Menschen aus den Bezügen von Geschichte im Großen und im Privaten zu entkoppeln, denn nur so erhält er einen hilflosen und dummen Untertan. In Huxleys „Schöner neuer Welt“ lernen die Menschen den Satz „Wenn der Einzelne fühlt, wird das Ganze unterwühlt“ (S.102). Mutter- und Vaterschaft werden mit einem Brechreiz konditioniert und Beschäftigung mit dem Vergangenen wie gesagt als etwas Anstößiges hingestellt.
Die angenehmen Gefühle sind also nicht das Problem, sondern der Anspruch, kurzfristig ein Anrecht auf sie zu haben. Denn dadurch werden von den unzähligen Erlebnissen nur die selektiert, die kurzfristig zu angenehmen Gefühlen führen.

Huxley ist es, der die moderne Welt und ihre Bedrohungen vorausgesehen hat, nicht George Orwell. Die Mechanismen, auf die er hinweist, erwiesen sich als derart wirkungsvoll, dass seine ausdrückliche Warnung nicht mehr ausreichte, um die Menschen davon abzuhalten.
So sind aus Menschen geschichtslose Wesen geworden, die ihren Lebensrythmus einer Welt angepasst haben, die es nur in ihrem Kopf und in ihren Medien gibt.

Friedensnobelpreis für Bush? Eine herrliche Provokation zum Nachdenken …

Liebe Geschwister,
in der Anlage findet Ihr ein brilliantes … natürlich nur rein rhetorisches 😉 Plädoyer von dem Historiker Michael Wolffsohn für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika … George W. Bush!
Was für eine herrliche Provokation! Die aufgescheuchten Reaktionen aus der Bush-Bashing-Front könnt Ihr hier nachlesen.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Keiner wird George Bush den Friedensnobelpreis verleihen (wollen). Dennoch hat er sich um die atomare Abrüstung mehr als andere verdient gemacht. Die Fakten: Libyen und nun auch (wirklich?) der Iran haben nach 2003 auf die nukleare Aufrüstung verzichtet. Auch Nordkorea. Mit dessen Steinzeit-Kommunisten hatte sein Vorgänger Clinton 1994 ein Wischiwaschi-Abkommen geschlossen. Erst jetzt wird der bedrohliche Reaktor kontrolliert abgebaut und nuklear abgerüstet. Von den meisten Nachrichtendiensten dieser Welt unbemerkt, hatte Syrien mithilfe Nordkoreas begonnen, atomar zu rüsten. Anfang September dieses Jahres hat Israel – mit Billigung der USA – die entstehende Anlage zerstört. Das (vorläufige?) Ende der nuklearen Weitergabe („Proliferation“) erklären Chronologie und Militärgeografie.Seit 2003, dem Sieg über Saddam, stehen US-Truppen in unmittelbarer geografischer Nähe des Iran, Libyens und Syriens. Ihre und die von ihnen ausgelösten regionalen (und globalen) Probleme sind ebenso bekannt wie unbestreitbar. Doch ihre Präsenz war zugleich ein klares Signal an die nahöstlichen Möchtegern-Atommächte: „Notfalls können wir innerhalb von Nahost gegen Nahost-Nuklearmächte militärisch leichter operieren als außerhalb.“Die militärische Abschreckung war glaubhaft und friedenspolitisch wirksam. Libyen hat verstanden. Und der Iran? Müssen wir bezüglich des Iran so „sicher“ sein wie vor 2003, als neben der CIA alle großen Nachrichtendienste (auch der BND) mit der Existenz von Saddams Massenvernichtungswaffen rechneten? Israels von Bush bewilligter Luftangriff gegen Syrien war atompolitisch folgenschwer und friedenspolitisch segensreich, denn Damaskus ist mehr denn je verhandlungsbereit. Syrien zündelt derzeit im Libanon weniger als zuvor, und es nahm kürzlich an der Friedenskonferenz von Annapolis teil. Assad möchte mit den USA politisch sowie wirtschaftlich ins Geschäft kommen. Das bringt mehr als die Freundschaft mit dem (traditionell eher antiarabischen) Iran.Die Sprache militärischer Abschreckung zur Verhinderung von noch mehr Kriegen hat auch Nordkorea verstanden. Vor dessen Tür stehen US-Truppen seit Jahrzehnten. Dass sie möglicherweise eingesetzt werden könnten, musste das atomar aufrüstende und deshalb Hunger leidende Land mehr als früher befürchten. Auch Nachbar Japan leitete, von Bush angeregt, militärischen Aktivismus ein.Selbst Bush-Kritiker können diese Fakten nicht ignorieren.
Friedensnobelpreis für Bush? Eine herrliche Provokation zum Nachdenken …

Verschwörungstheorien 9/11: Eine Neverending Story

Gerade lese ich in einem Posting auf jesus.de davon, daß für den von den Kritikern zerschossene Verschwörungstheorikerfilm „Loose Change“ nach einer second edition jetzt ein Final Cut veröffentlicht wurde.
Also wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit den abstrusen Thesen der Verschwörungstheoretiker wieder von vorne beginnen.
Die Sieger stehen aber schon jetzt fest: Durchsetzen werden sich die Verschwörungstheoretiker!! Denn es ist ja eigentlich fast unmöglich sie vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Sie bauen nämlich alle Gegenargumente flugs als Fälschung einer übermächtigen, die Medien beherrschende Macht in ihre eigene Argumentation ein.
Unausrottbar ist daher die These, die Bush-Administration selber stecke hinter dem Attentat des 11. Septembers 2001.
Peinlicherweise tauchen immer wieder glasklare Bekenntnisse zur Urheberschaft dieses bisher einzigartigen Terroranschlags von Bin Laden selber auf, wie auch gerade erst kürzlich, wo er sagt: „Ich bin verantwortlich für die Anschläge …“ wie man sogar im Spiegel http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,520688,00.html nachlesen kann!
Aber dies wird von den Hitzköpfen sicherlich sehr bald auch wieder als Fälschung entlarvt werden. 🙂 Gegenwehr ist zwecklos!
Hier kommt daher ein guter Rat von mir: Jede zu intensive Beschäftigung mit Verschörungstheorien führt zu nichts anderem außer zu ….
LEBENSZEITVERNICHTUNG !!!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
P.s: In Wikipedia überwiegen anscheinend die Verschwöhrungstheoretiker. Der Link auf die Website mit einem „Loos Ends“-kritischen Gegen-Video http://www.lolloosechange.co.nr/ wird dort kurzerhand mit dem Hinweis auf die Englischsprachigkeit gelöscht …
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Loose_Change
interessant …

Die „Neue Bürgerlichkeit“ ein Zukunftskonzept ?

Was wir hier bisher wirklich versäumt haben ist eine Bewertung und Aufarbeitung der sogenannten „Neuen Bürgerlichkeit“ aus theokonservative Sicht.
Hochnotpeinlich für mich persönlich, da ich einen Großteil der relevanten Bücher besitze und teilweise „sogar“ schon gelesen habe. So wie man die vorbeifliegenden Trends in den deutschsprachigen Feuilletons einschätzen kann besteht die Gefahr, dass dieses Thema eventuell nur noch dieses Jahr einigermassen aktuell ist 😉
OK dies wird sich ändern: Fangen wir an mit einem Hinweis auf eine ausgesprochen bürgerlich angelegte Veranstaltung zu dieser Thematik auf Schloß Neuhardenberg mit dem Titel: „Bürgerlichkeit ohne Bürgertum?“ In Vorträgen und Podiumsdiskussionen soll dort die Frage verhandelt werden, was sich hinter der prognostizierten „Rückkehr zur Bürgerlichkeit“ verbirgt.

Da der Veranstalter Inforadio rbb ist, kann man hoffen dass es auch eine Radiosendung geben wird. Sollte diese auch über das internet verfügbar sein, wird sie nachträglich hier auf theocons.de verlinkt werden.

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Die „Neue Bürgerlichkeit“ ein Zukunftskonzept ?