Pädophile setzen sich für die grün-roten Bildungspläne ein

Auf einer Demonstration gegen das Bildungspaket in Baden-Württemberg, über das seit Wochen heftig gestritten wird, kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Demonstranten. Die Aktivisten trugen u.a. ein Schild mit der Aufschrift  „Pädophilie ist“. Bei den Demonstranten, die das Ziel der Angriffe waren, dürfte es sich vorwiegend um Eltern von Kindern im schulfähigen Alter gehandelt haben, die schon aus organisatorischen Gründen teilweise ihre Kinder mitbrachten. Trotz Polizeischutz wurden sie laut eigener Aussage „beworfen, körperlich angegriffen, angesprungen und offen bedroht“. Die Aggression richtete sich also nicht gegen die Pädophilen sondern gegen die Demonstranten.

Die „Gegendemonstration“, die zur offenen Gewaltaktion ausartete, wurde von den Grünen organisiert – also Staat kämpfte gegen Bürger. Weder Gewalttäter noch Pädophile wurden zurück gepfiffen und bislang (3.2.2014 , 8.00 Uhr) findet man auf der Internetpräsenz der Grünen in Baden Württemberg keine Entschuldigung sondern nur den alten Aufruf zur Gegendemonstration. „Lasst uns kämpfen“ steht da, und genau das haben die Aktivisten offenbar  getan.

Warum die Grünen nicht glücklich machen

Wer einen gut lesbaren Überblick über den gegenwärtigen Stand der Glücksforschung sucht, wird möglicherweise mit dem Buch „Die Glückshypothese – Was und wirklich glücklich macht“ von Jonathan Haidt glücklich.
Haidt versucht, moderne Erkenntnisse der Glücksforschung und Weisheiten alter Kulturen in einer gemeinsamen Glücksformel zu vereinigen. Dabei muss man dazu sagen, dass die Auswahl alter Weisheit etwas eng geraten ist, aber interessant sind vor allem seine Informationen zur Forschung. Und obwohl er sich als „liberal“ bezeichnet, drängt ihn sein Forschungsgebiet weit ins Lager der Konservativen – viel weiter, als es ihm selbst bewusst zu sein scheint. Glücklich sind nämlich Menschen, die verheiratet sind, Kinder haben, zu einer Religionsgemeinschaft gehören und in einer Gesellschaft mit klaren moralischen Maßstäben leben.
Gerade die Faktoren „verheiratet“ und „religiös“ sind so mächtig, dass viele andere, kleinere Faktoren sie nicht aufwiegen können. Zur Veranschaulichung konstruierte er zwei Leben, die er folgendermaßen beschreibt: „Warum die Grünen nicht glücklich machen“ weiterlesen

Bürgergesellschaft – Was ist das?

Den coolen englische Begriff civil society kann man ein wenig steif mit Bürgergesellschaft oder Zivilgesellschaft übersetzen. Linke bevorzugen die „Zivilgesellschaft“ – Konservative die „Bürgergesellschaft“. OK jetzt nochmal obertrocken aber klar und deutlich: Bürgergesellschaft bedeutet das Nutzen von Freiräumen außerhalb des Staates zur Erfüllung gemeinnütziger Aufgaben und ist damit ein aktives politisches Gestalten unseres Gemeinwesens. Innerhalb des dritten Sektors (neben 1. Staat, 2.Wirtschaft und 4. Familie/Freizeit) schließen sich Bürger zusammen, um ihre gemeinschaftlichen Interessen gemeinsam wahrzunehmen. In einer Demokratie neben den Wahlen und der politischen Arbeit eine weitere wichtige Möglichkeit sich einzubringen und „Dinge zu verändern“. Es geht um ehrenamtliche „Freiwilligenarbeit“ für die Gemeinschaft.
Das beste Beispiel ist die freiwillige Feuerwehr. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den meisten Städten Deutschlands würde es eine Berufsfeuerwehr geben, wird der Brandschutz in Deutschland hauptsächlich durch freiwillige Kräfte sicher gestellt. Also wenn es in Deinem Haus… was Gott verhindern möge … mal brennen sollte, dann werden es höchstwahrscheinlich Mitbürger, Helden aus der Nachbarschaft sein, die diesen Job freiwillig tun, um zu verhindern, dass in Deinem Ort Menschen sterben oder Häuser bzw. ganze Stadtviertel abbrennen. OK jetzt weisst Du ungefähr was das Konzept der Bürgergesellschaft bedeutet …
So und das ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um hier mal eines meiner Lieblingszitate vorzustellen. Es stammt von John F. Kennedy, dem 1963 ermordeten 35. Präsidenten der USA …
„Frage nicht, was dein Land für dich, sondern was du für dein Land tun kannst.“

Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Jan Fleischhauer … Einer der coolen neuen konservativen Helden und Autor des Buches „Unter Linken“ hat – wie ich am Sonntag in der WELT am SONNTAG las sein wirklich brilliant polemisches Buch „Unter Linken“ in Michael-Moore-Art verfilmt … passt alles sehr gut in den konservativen Aufbruch den wir zur Zeit erleben.

Mein Motto: coolness is conservativ, isn´t it?

Unter Migranten

Unter Linken bei Sat 1

Unter Linken bei N24

Unter Linken bei Maischberger
Jan Fleischhauer: Ein konservativer Michael Moore für Deutschland!

Norman Rockwell’s Faith of America

Norman Rockwell's Faith of America
Weißt Du noch vor 30 Jahren … als die Welt für uns noch in Ordnung war? Unendlich lange Sommer … Bonanzarad-Rennen am Waldrand … regelmässige Invasionen in die dortigen Molchbiotope … Ganze Tage wurden im Schwimmbad verbracht. Köpper vom 3er, Chlorgeruch in der Nase … Mädchen, die ständig nassgespritzt .. geduckt oder sonstwie geärgert werden wollten. Dann mit 50 Pfennig zum Kiosk … Ahoi-Brause … Lakritzschnecken … Kirschlutscher … alles wurde mit Begeisterung verschlungen … und wenn es auf dem Heimweg trotzdem ne Unterzuckerung gab, wurde sich auf Sauerampfer und wilde Erdbeeren gestürzt. Zuhause ging es dann weiter mit amerikanischen 50er/60er-Jahre Serien wie Flipper, Lassie … selbst Hochokkultes wie Bezaubernde Jeany wurde genossen … und natürlich Die Waltons … Womit wir bei der Mutter aller heilen Welten angekommen wären … den Vereinigten Staaten von Amerika vor der 68er-Revolte und ihrer zuckersüßen Apologeten.
Ich möchte Euch einen der bekanntesten Vermittler dieser Welt vorstellen: Norman Rockwell … Er war ein amerikanischer Maler und Illustrator des frühen 20. Jahrhunderts. Rockwells Arbeiten sind einerseits oft ausgesprochen konservativ-patriotisch im besten Sinne [wie z.B. auch „Ist das Leben nicht schön“ von Frank Capra ], bieten andererseits aber einen reichen Schatz an sehr schönen Bildern aus den Bereichen Familie, Kindheit und Alltag. Gelegentlich zeigen sie auch gesellschaftlich relevante Probleme aus einer unaufgeregt bürgerlichen Sicht. Typischerweise werden bei Rockwell menschliche Schwächen karrikierend und teilweise ausgesprochen ironisch dargestellt …

Viele seiner religiösen Motive , können zwar aus heutiger Sicht unseren hohen evangelikal-fundamentalistischen Anforderungen nach jeglicher Vermeidung von interreligiösen Dialog in keinster Weise genügen … 😉
Trotzdem: Uns Konservativen zeigt Norman Rockwell „Die gute alte heile Welt“ …

Hey hat da einer „Kitsch!“ gerufen??? 🙂

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Norman Rockwell’s Faith of America

Erbsünde und privates Glück

Die Erbsünde dürfte zu den unsympathischsten Lehren des Christentums gehören. In Gemeinden würde man ihr zwar kaum widersprechen, aber sie wird auch selten gepredigt. Und doch wäre ihr Verlust groß – für die Kirche wie für die Gesellschaft, aber dazu später mehr…
Die Erbsünde ist eine echte Sünde, d.h. es geht um wirkliche Schuld. Aber, und das ist das Anstößige, es ist eine Schuld, die man erbt. Man wird also nicht durch die erste bewusste Sünde schuldig, sondern die erste bewusste Sünde ist bereits eine Folge der geerbten sündigen Natur des Menschen. Die Schuld ist also mit dem Wesen des Menschen aufs Engste verwoben und nicht erst Folge eines persönlichen Pechs oder schlechter Prägung. Jeder Mensch bringt die Schuld schon mit auf die Welt.
Das Gegenmodell ist die Vorstellung vom „an sich“ guten Menschen. D.h. schuldig wird der Mensch erst durch eine bewusste Wahl der schlechten Handlung, und auch dann ist nicht der Mensch gut oder schlecht, sondern nur seine Taten. Da er eigentlich alles zum moralisch guten Leben mit auf die Welt gebracht hat, liegt der eigentliche Grund für seine Schlechtigkeit in seiner Außenwelt.
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Wie Familie und Kirche die bürgerlichen Freiheiten sichern (sollten)

Familie und Kirche erscheinen vielen als eng. Die Kirche wacht über der Lebensführung ihrer Mitglieder und die Eltern über dem Leben der Kinder. Man könnte also das Gefühl haben, dass beide Institutionen eigentlich nur eine Quelle der Einschränkungen sind, die es abzuschütteln gilt. Tatsächlich sind diese Institutionen die Voraussetzungen dafür, dass der Staat einen Gang runter schalten kann. Wo es kein Verbrechen gibt, braucht man auch kein Gesetz. Erst wenn das Verbrechen auftaucht, spricht man von einer „Gesetzeslücke“. Und selbst wenn es das Gesetz gibt, muss der Staat die Kontrolle nur so weit treiben, wie es das Maß an Gesetzesübertretungen erfordert. Wenn z.B. das Betreten einer Wiese verboten ist – z.B. weil dort ein Nistgebiet einer vom aussterben bedrohten Vogelart ist – und sich alle daran halten, genügt ein einfaches Schild und niemand muss sich darum kümmern. Wenn alle paar Jahre mal ein Chaot das Gebiet betritt, wird sich daran nicht viel ändern. Wahrscheinlich genügt sogar zunächst ein Schild „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf brütende Gänse“ o.ä., und erst später ist ein ausdrückliches Verbot nötig. Zunächst kommt man mit Bußgeldern, später wird mit Anzeigen gedroht. Wenn es häufiger vorkommt, dass Spaziergänger das Verbot missachten, wird aber irgendwann jemand nötig, der regelmäßig dort die Grenzen abgeht und gegebenenfalls Bußgelder verhängt. Je nachdem, wie reizvoll das Betreten ist, oder vielleicht, weil es zum politischen Kampfplatz wird, reicht ein einzelner Aufpasser nicht mehr aus, und man fängt an, gewaltige Zäune zu bauen, Überwachungskameras zu installieren, die Strafen zu verschärfen etc… oder das Verbot einfach von der Masse überrennen zu lassen.
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Peter Fox: Haus am See – Neuer Sound der Neuen Bürgerlichkeit

wow … http://www.youtube.com/watch?v=gMqIuAJ92tM … was für ein cooles Lied!!! Wahrscheinlich bin ich der letzte Deutsche, der dieses Lied entdeckt … wie ich nachträglich erfahre, hat der Sänger sogar schon Stefan Raabs BundesVisionSongContest gewonnen. Das kommt davon, wenn man im Auto nur noch Deutschlandfunk und Derek Prince hört 😉
wow … richtig cooles Lied!!!
OK … nicht gerade Worship. Aber irgendwie sehr in sich stimmig … wie kaum ein anderes Lied das ich kenne … Musik, Bilder, Inhalt, Aussage und diese herrliche WestBerliner Gieskannenstimme des Sängers … von der (im Übrigen echten) Facialisparese bis zur Gebrechlichkeit des alten Bourgeois … wow … das ist schon eine aussergewöhnliche Komposition.
Es ist erstaunlich, zu welch wunderschönen konservativen Visionen multioptionale Experimentalisten aus Kreuzberg heute fähig sein können …
Womit ich den ideologischen Bogen doch wieder schließen konnte :-))
„Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön.“ … Ich fass es nicht was für ein geniales Lied!!!!!
Mit begeisterten Grüßen
wanderprediger

Peter Fox – Haus am See
-> Text: http://www.magistrix.de/lyrics/Peter%20Fox/Haus-Am-See-289957.html
Peter Fox: Haus am See – Neuer Sound der Neuen Bürgerlichkeit

Abschaffung der Geschichte

Nicht nur Individuen sondern auch Gesellschaften basteln sich ihre Geschichte zurecht, d.h. ganz so einfach geht das natürlich nicht, denn Geschichte ist zwar immer konstruiert aber nicht völlig frei gestaltbar. Sie tun dies, weil sie ihre Gefühle und ihr Handeln an dem ausrichten, was sie für ihr Erfahrungswissen halten. Wer Menschen kontrollieren will, muss daher ihre Geschichte kontrollieren oder, weil das immer nur begrenzt möglich ist, am besten ihre Bedeutung herunterspielen. Aber wie sollte so etwas in einem freien Land möglich sein? Mit Erfahrungen aus der Vergangenheit zu argumentieren, gehört so selbstverständlich zum Argumentieren im privaten wie öffentlichen oder wissenschaftlichen Rahmen dazu, dass man es doch nicht einfach beenden kann.
Tatsächlich ist dies nicht durch Gewalt möglich, wohl aber durch die Aufwertung kurzlebiger Informationen. In Aldous Huxleys „Schöner neuer Welt“ gilt die Beschäftigung mit Geschichte und überhaupt der Vergangenheit als politisch unkorrekt und wird mit deutlichem Naserümpfen und Tadeln bedacht. Die Menschen werden nicht gewaltsam davon abgehalten, in der Vergangenheit zu leben (wozu schon das Lesen von Büchern gehört), sondern sie werden im vergnüglichen Moment festgehalten. Ihr Leben besteht nicht aus Strafen sondern aus Genuss. Sie empfinden Freiheit und wirken auf den Leser wie Marionetten in einem gruseligen Theater, das nicht von ihnen mitgestaltet wird. Und Genuss ist ein billiges Mittel. Huxley nennt die Genussmittel, für die sie ihre politische und wirtschaftliche Freiheit verkaufen:
„Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten. Und der Diktator ([…]) wird gut daran tun, diese Freiheit zu fördern. In Verbindung mit der Freiheit des Tagträumens unter dem Einfluß von Rauschmitteln, Filmen und Rundfunk wird die sexuelle Freiheit dazu beitragen, seine Untertanen mit der Sklaverei, die ihr Los ist, auszusöhnen.“ (S.19)
Sexuelle Freiheit kostet einen Gesetzgeber nichts, ebensowenig wie die Unterhaltungselektronik oder Rauschmittel. Diese Freiheiten werden leicht zugebilligt und verschaffen den Menschen ausreichend angenehme Gefühle, um ihre Unfreiheit zu ertragen.
Huxley hätte sich nicht träumen lassen, welche Formen diese Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten annehmen sollte. Im Zeitalter des Internet kann fast jeder in seiner gesamten Freizeit seinen Tagträumen nachhängen.
In einer Gesellschaft, die sich an kurzlebige Informationen gewöhnt hat, die kaum länger als für den gegenwärtigen Moment von Bedeutung sind, spielen auch Bücher keine Rolle, die mehr als Unterhaltungswert besitzen. Buchreligionen sind naturgemäß verpönt. Moderne Religionen und Weltanschauungen verlegen sich daher mehr auf das Bereitstellen und Konsumieren von Tageszeitungen (sofern der Leserkreis stark genug ist) oder Wochen- und Monatsmagazinen. Am Wichtigsten aber ist natürlich ihre Präsenz im Internet. Kaum eine Kirche, die nicht glaubt daran arbeiten zu müssen, wie sie die Menschen „von heute“ erreichen kann (als wären es andere Menschen als vor 2000 Jahren).
Auf diese Weise wird verhindert, dass die Leser sich der Zähigkeit eines alten Erfahrungsschatzes hingeben. Wer herrschen will, muss die Menschen muss sie aus dieser Zähflüssigkeit der Geschichte herausziehen um sie in einem dünnflüssigeren Medium leichter lenken zu können. Das kann er dadurch erreichen, indem er ihnen immer wieder vermittelt, Wissen sei kurzlebig und überhaupt sei alles in einem schnellen Wandel begriffen. Das bringt seine Untertanen dazu, sich aus purer Unruhe mit an sich völlig nutzlosen Informationen zu beschäftigen solange sie aktuell sind und die wichtigen Fragen zu ignorieren oder vor sich selbst als hochgeistiges Hobby abzutun. Wer sich an diese Rezeptionskultur gewöhnt hat, wird es als ganz normal betrachten, Monat für Monat größere Beträge für seine Tageszeitung auszugeben, und sich gleichzeitig über die hohen Preise von Fachliteratur zu ärgern. Er wird sich voller Stolz vielleicht sogar als „Informations-Junkie“ bezeichnen, ohne zu merken, dass er sich in keinem einzigen Thema wirklich gut auskennt. Den typischen gebildeten und selbstbewussten Bürger stellt er sich zeitunglesend vor. Dieses Bild könnte in den nächsten Jahren durch das Bild des engagiert recherchierenden Internetnutzers abgelöst werden.

Dieses Empfinden wird durch die Lektüre der Zeitungen oder den Konsum von Nachrichtenmagazinen noch verstärkt, denn man umgibt sich dort mit Menschen, die ihre eigene Berichterstattung als höchst bedeutungsvoll empfinden und offensichtlich alles dafür tun, um aktuell zu sein. Und nicht selten berichten sie ja auch über große Würfe in der Wissenschaft und bedienen dann gerne das Gefühl, an die ganz großen Fragen der Menschheit heranzugehen, die man scheinbar nicht beantworten kann, wenn man nicht das tagesaktuelle Geschehen verfolgt. Im Leser wird so stillschweigend die Vorstellung gezüchtet, Nachrichtenmagazine und Zeitungen seien eine Hilfe, um sich in der Welt zu orientieren.

Leider trügt dieses Gefühl, denn tatsächlich wird der Konsument mit fragmentarischem Halbwissen abgespeist, das in so chaotischer Folge auf ihn einstürmt, dass es nicht verarbeitet werden kann sondern kaum mehr als ein intellektueller Kitzel ist, der einen Schein der Intellektualität liefert aber die Gedanken verkümmern lässt. Darüber hinaus sind die meisten Nachrichten, die in den Medien als letzter Schrei hochgejubelt werden, in der Regel in der Wissenschaft ein alter Hut, über den man sich selbst mit alten Lehrbüchern besser informieren kann. Zusammenhänge sind politisch konstruiert und lediglich auf die Tagespolitik zugeschnitten. Die Geschichte benötigt man nur als Lieferantin der nötigen Anekdoten, um den politischen Kurs zu veranschaulichen.

Aber, wird vielleicht jemand einwenden, ist diese Entwicklung denn so schlecht? Zeigt sie nicht, dass wir in einer lebendigen sich schnell entwickelnden Gesellschaft leben? Und was ist denn schlecht daran, wenn die Menschen den Augenblick genießen?

Zur ersten Frage kann man nüchtern feststellen, dass unsere Gesellschaft überhaupt nicht lebendig und schnell entwickelnd ist. Ich halte dies ja gerade für eins der Gerüchte, mit denen die Menschen in Angst und hektischer Sorge gehalten werden. Falsch ist daran erstens, dass sich „etwas“ entwickelt, wo sich nur Menschen entwickeln und frei darüber entscheiden können sollten, ob sie an der Entwicklung teilnehmen oder nicht. Zweitens ist die Entwicklung, die es in den letzten Jahrzehnten wirklich gab, keineswegs überraschend sondern war schon längst angelegt und hat sich auf vorhersagbaren Bahnen bewegt – natürlich nicht, wenn man nur Massenmedien konsumiert. Die Entwicklung ist lediglich eine Ausbreitung der Ideen, die mit der 68er-Generation hochgekocht wurden aber natürlich damals schon nicht mehr ganz neu waren. Es gab weder große Überraschungen noch hing sie nennenswert mit technischen oder wissenschaftlichen Fortschritten zusammen. Es lief eben so, wie es auch zu erwarten gewesen wäre, wenn eine Gruppe planmäßig die Gesellschaft nach ihrem Bild verändern möchte. Also: es gibt keine Entwicklung, sondern eine bewusste und für jeden einsehbare Gestaltung.

Zur Frage, ob das Vergnügen im Augenblick denn nicht positiv ist: dieses Vergnügen lebt von der Dekontextualisierung von Informationen. Es ist also ein Zustand, der hochgradig unübersehbar und deswegen von außen gestaltet wird – zumindest, solange man der Rezeptionskultur seines Umfeldes folgt. Wer sich daran gewöhnt, Informationen in unterhaltsamen Bruchstücken zu konsumieren, ist verführbar. Hierbei gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der BILD und der ZEIT – außer dass sie unterschiedliche Berufsgruppen ansprechen. Zeitungleser haben sich an das Gefühl gewöhnt man müsste sich mal intensiver mit dem Thema beschäftigen, aber leider fehlt die Zeit dazu. Und diese Gewohnheit halte ich für gefährlich, weil man sich damit arrangiert, andere für sich die Welt deuten zu lassen – aus purer Überforderung.
Eine weitere Gefahr des vermeintlich glücklichen Momentes ist neben der Verführbarkeit die Entfremdung von vielen Gefühlen, die von größeren Entwicklungen im eigenen Leben abhängig sind. Ein Mensch kann eben im Geist einen Schritt zurück treten und größere Entwicklungen überschauen, er kann auf sein ganzes Leben und darüber hinaus denken. Und dabei empfindet er eben auch entsprechende Gefühle. Beispielsweise lernt er das erhabene Gefühl kennen, einem Ehepartner ewige Treue zu schwören (und dieses Gefühl trügt nicht immer und ist nicht durch ein mögliches Scheitern der Ehe ein falsches Gefühl!). Er lernt das Glück kennen, eine Familie zu gründen und die Entwicklung seiner Kinder zu beobachten (für die Nazis war klar „Die Jugend gehört uns!“). Der Mensch kann planen, sein Umfeld langfristig zu verändern und er kann etwas von Gott erkennen und über die Zeit nach dem Tod nachdenken. Alles ist von Gefühlen der verschiedensten Art begleitet, und alle sind nicht durch billige kurzfristige Mittel zu erzeugen.

Für eine Diktatur (die keineswegs immer eine Alleinherrschaft einer Einzelperson sein muss) ist es daher wichtig, den Menschen aus den Bezügen von Geschichte im Großen und im Privaten zu entkoppeln, denn nur so erhält er einen hilflosen und dummen Untertan. In Huxleys „Schöner neuer Welt“ lernen die Menschen den Satz „Wenn der Einzelne fühlt, wird das Ganze unterwühlt“ (S.102). Mutter- und Vaterschaft werden mit einem Brechreiz konditioniert und Beschäftigung mit dem Vergangenen wie gesagt als etwas Anstößiges hingestellt.
Die angenehmen Gefühle sind also nicht das Problem, sondern der Anspruch, kurzfristig ein Anrecht auf sie zu haben. Denn dadurch werden von den unzähligen Erlebnissen nur die selektiert, die kurzfristig zu angenehmen Gefühlen führen.

Huxley ist es, der die moderne Welt und ihre Bedrohungen vorausgesehen hat, nicht George Orwell. Die Mechanismen, auf die er hinweist, erwiesen sich als derart wirkungsvoll, dass seine ausdrückliche Warnung nicht mehr ausreichte, um die Menschen davon abzuhalten.
So sind aus Menschen geschichtslose Wesen geworden, die ihren Lebensrythmus einer Welt angepasst haben, die es nur in ihrem Kopf und in ihren Medien gibt.

Artikel des Monats November 2007

Liebe Leser von theocons.de,
im November keine Zeit zum Lesen gehabt?
Kein Problem … theocons.de hat Euch ein paar wirklich lesenswerte Artikel zusammengestellt
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Christenfeindliches
2007/11/28 [blog:PI] PK-Medien über die “bösen Christen”
Demokratie
2007/11/29 [FTD] Thomas Klau: Gegenwind für die Volksherrschaft
Eva Hermann
2007/11/03 [kath.net/Pur-Magazin] Bernhard Müller: Die Wortpolizisten und Tribunalisten in den Medien gehen gezielt vor
Evangelisation
2007/11/22 [idea] Können Asiaten und Afrikaner Europa evangelisieren?
George W. Bush
2007/11/02 [blog:PI] Bushs Rede über den Anti-Terror-Krieg
Iran
2007/11/15 [FAZ] Interview Norman Podhoretz: Warum wir Iran bombardieren müssen
Islam
2007/11/26 [Pro] Ehemaliger Kirchenrat Hauser: „Islam will herrschen“
Islamismus
2007/11/21 [blog:PI] Trotz Morddrohungen: Nassim Ben Iman in Kiel
2007/11/21 [WELT] Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann: Wir dürfen uns nicht in Scheingemeinsamkeiten verstricken
2007/11/28 [focus] Radikale Türken bereiten Sorge
Israel
2007/11/28 [WELT] Bernard Lewis: Israel muss leben
2007/11/30 [israelnetz] Johannes Gerloff: Wie geht es weiter nach dem „Gipfel der Angst“?
Justitz
2007/11/11 [WELT] Prof. Dr. Udo di Fabio: Westen muss Westen bleiben
Multikulturalismus
2007/11/06 [blog:PI] Zum Stand des multikulturellen Menschenversuchs
Judentum
2007/11/07 [WELT] Leo-Baeck-Preis an Merkel – Wolf Biermann lobt die „promovierte FDJlerin“
Neue Bürgerlichkeit
2007/11/03 [WELT] Tilman Krause: Martin Mosebach bringt es an den Tag – Die „Modernen“ gehen uns auf die Nerven
Nicolas Sarkozy
2007/10/07 [WELT] Staatsbesuch – Sarkozy umgarnt Amerika wie eine Liebhaberin
Protestanten
2007/11/01 [ZEIT] Robert Leicht: Wir glauben an die UN
Schule
2000/11/22 [idea] Für die Schule beten
USA
2007/11/20 [CristianityToday.com] 5 Kinds of Christians
US-Evangelikale
2007/11/02 [pro] Spitzenvertreter der US-Evangelikalen besuchen Berlin
US-Wahlkampf
2007/11/24 [pro/jesus.de] Mike Huckabee: Ein Prediger auf dem Weg ins Weiße Haus