Von der gar nicht so freien Presse

Dieser Beitrag ist eigentlich ein Unterpunkt zu dem Beitrag „Struktur und Meinung„, in dem es mir darum ging zu zeigen, wie Entwicklungen durch Strukturen gebahnt oder zumindest begünstigt werden.
Hier soll es darum gehen, welche Bahnen es in den freien Medien gibt.
Das Recht auf freie Presse ist mit gutem Grund in unserem Grundgesetz verankert und wird m.W. auch von niemandem in Frage gestellt. Die Frage ist nur: wie frei ist die freie Presse wirklich? Ich denke hier nicht an die Fälle staatlicher Übergriffe, über die sich Journalisten schnell ereifern, sondern um strukturelle Einflüsse. Hier denkt man vielleicht an die Werbung oder die schmeichlerischen Rabatte für Journalisten, durch die eine freie Berichterstattung nur mit angezogener Handbremse möglich ist, oder man denkt an die teilweise vielleicht allzu große Nähe zwischen Politikern und Journalisten. Vielleicht denkt man noch an die Abhängigkeit von den Konsumenten, die bestimmte Dinge einfach nicht wissen wollen und ein in einem gewissen Rahmen aufgeräumtes Weltbild erwarten.
Aber es gibt noch ganz andere Einflüsse, die der Berufsstand des Journalisten selbst mit sich bringt.
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Calvinjahr 2009? Völlig uncalvinistisch!

Es ist mir schon ganz peinlich, dass ich bisher noch nichts zum Calvin-Jahr 2009 geschrieben habe.
Wie zu erwarten hat die evangelische Kirche einiges zum Calvinjahr angeboten. Es gibt Karten mit Calvin-Klischees, Calvin-Kulis (mit gelehrtem Inhalt), es wurde sogar ein Calvin-Spielfilm gedreht und auf Amazon wird man plötzlich mit Literatur über Calvin überschüttet, während man bis vor wenigen Monaten fast nichts bekam.
Zunächst einmal das Positive: seit vielen Jahren ist Calvins Standardwerk, die Institutio, wieder neu zu erwerben. Dass dieses Buch auf deutsch so lange vergriffen war, dürfte ein beredtes Zeugnis dafür sein, wie unpopulär Calvin in Deutschland ist. Um so erfreulicher, dass dieses wirkmächtige Werk wieder zu haben ist.
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Der Turmbau zu Babel

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.

Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken? „Der Turmbau zu Babel“ weiterlesen

Was ist Toleranz?

Politisch verwässerten Begriffen nähert man sich am Besten im Ausschlussverfahren: Von der Wortbedeutung muss es sich um eine Art von „Gewährenlassen“ oder „Erdulden“ handeln, aber wir sprechen nicht von Toleranz, wenn jemand gemobbt wird. Er erduldet zwar möglicherweise viel, aber er erduldet es nicht freiwillig. Tolerant ist auch nicht derjenige, der Unrecht geschehen lässt, in das er eingreifen müsste. Ein toleranter Mensch ist zwar einerseits irgendeiner Form von Wissen um gut und schlecht verhaftet – wer nichts schlecht findet, kann auch nichts tolerieren – und doch scheint es eine Form des Duldens zu geben, die dem Guten nicht widerspricht.
Gibt es solche Fälle? Im Alltag kennen wir sie recht häufig: z.B. wenn Nachbarn duldsam sind gegenüber einem kläffenden Hund oder plärrenden Kindern oder Grillgerüchen. Es ist eine ganz einfach Form der Duldsamkeit, die ohne großes Pathos daher kommt. An diesen Beispielen kann man sehen, was wir an dieser Form der Duldsamkeit loben, wenn wir sie als „tolerant“ qualifizieren: es ist ein tolerieren, mit dem man niemandem schadet und mit bescheidenen Mitteln den Frieden sichert.
Nun werden aber einige psychologisch vorbelastete Menschen gleich einwenden, dass es aber auch sein kann, dass dieses scheinbar so tolerante Verhalten ja einfach eine Form von Feigheit sein kann. Vielleicht sind die toleranten Nachbarn ja, wenn sie abends alleine am Küchentisch sitzen und unter sich über den kläffenden Hund und die plärrenden Kinder reden, eher ein Muster für Engstirnigkeit als für Toleranz.
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Technik und Politik

Die technische Entwicklung beeinflusst unser Gehirn, sie prägt unseren Alltag, sie lässt Berufe sterben und aufblühen. Aber bisher wurde m.W. (ich lasse mich gerne eines Besseren belehren) wenig über ihren Einfluss auf die Politik nachgedacht.
Welche Auswirkungen hat es auf eine politische Kultur, wenn geistige Arbeit von elektronischen Helfern erledigt wird? Denn darum geht es ja: alles, was wir heute an Beispielen für moderne technische Entwicklung anführen würden, wären Beispiele, in denen es darum geht, das Gehirn zu entlasten. Elektronik entlastet unser Gehirn als Speicher, es entlastet uns von Recherchen, die Suchmaschinen für uns erledigen. Es entlastet uns vor unangenehmen Gedanken, indem wir Musik hören, gegen virtuelle Gegner spielen, oder Filme sehen – und zwar jederzeit und überall.
Spätestens, seit es mp3-Player gibt, muss niemand mehr Langeweile ertragen oder sich mit schweren Gedanken plagen, wenn er nicht will.

Welche Entwicklung wir durchgemacht haben, kann man am besten erkennen, wenn man sich die Aufmerksamkeitsspanne früherer Zuhörer vor Augen führt:
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Abschaffung der Geschichte

Nicht nur Individuen sondern auch Gesellschaften basteln sich ihre Geschichte zurecht, d.h. ganz so einfach geht das natürlich nicht, denn Geschichte ist zwar immer konstruiert aber nicht völlig frei gestaltbar. Sie tun dies, weil sie ihre Gefühle und ihr Handeln an dem ausrichten, was sie für ihr Erfahrungswissen halten. Wer Menschen kontrollieren will, muss daher ihre Geschichte kontrollieren oder, weil das immer nur begrenzt möglich ist, am besten ihre Bedeutung herunterspielen. Aber wie sollte so etwas in einem freien Land möglich sein? Mit Erfahrungen aus der Vergangenheit zu argumentieren, gehört so selbstverständlich zum Argumentieren im privaten wie öffentlichen oder wissenschaftlichen Rahmen dazu, dass man es doch nicht einfach beenden kann.
Tatsächlich ist dies nicht durch Gewalt möglich, wohl aber durch die Aufwertung kurzlebiger Informationen. In Aldous Huxleys „Schöner neuer Welt“ gilt die Beschäftigung mit Geschichte und überhaupt der Vergangenheit als politisch unkorrekt und wird mit deutlichem Naserümpfen und Tadeln bedacht. Die Menschen werden nicht gewaltsam davon abgehalten, in der Vergangenheit zu leben (wozu schon das Lesen von Büchern gehört), sondern sie werden im vergnüglichen Moment festgehalten. Ihr Leben besteht nicht aus Strafen sondern aus Genuss. Sie empfinden Freiheit und wirken auf den Leser wie Marionetten in einem gruseligen Theater, das nicht von ihnen mitgestaltet wird. Und Genuss ist ein billiges Mittel. Huxley nennt die Genussmittel, für die sie ihre politische und wirtschaftliche Freiheit verkaufen:
„Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten. Und der Diktator ([…]) wird gut daran tun, diese Freiheit zu fördern. In Verbindung mit der Freiheit des Tagträumens unter dem Einfluß von Rauschmitteln, Filmen und Rundfunk wird die sexuelle Freiheit dazu beitragen, seine Untertanen mit der Sklaverei, die ihr Los ist, auszusöhnen.“ (S.19)
Sexuelle Freiheit kostet einen Gesetzgeber nichts, ebensowenig wie die Unterhaltungselektronik oder Rauschmittel. Diese Freiheiten werden leicht zugebilligt und verschaffen den Menschen ausreichend angenehme Gefühle, um ihre Unfreiheit zu ertragen.
Huxley hätte sich nicht träumen lassen, welche Formen diese Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten annehmen sollte. Im Zeitalter des Internet kann fast jeder in seiner gesamten Freizeit seinen Tagträumen nachhängen.
In einer Gesellschaft, die sich an kurzlebige Informationen gewöhnt hat, die kaum länger als für den gegenwärtigen Moment von Bedeutung sind, spielen auch Bücher keine Rolle, die mehr als Unterhaltungswert besitzen. Buchreligionen sind naturgemäß verpönt. Moderne Religionen und Weltanschauungen verlegen sich daher mehr auf das Bereitstellen und Konsumieren von Tageszeitungen (sofern der Leserkreis stark genug ist) oder Wochen- und Monatsmagazinen. Am Wichtigsten aber ist natürlich ihre Präsenz im Internet. Kaum eine Kirche, die nicht glaubt daran arbeiten zu müssen, wie sie die Menschen „von heute“ erreichen kann (als wären es andere Menschen als vor 2000 Jahren).
Auf diese Weise wird verhindert, dass die Leser sich der Zähigkeit eines alten Erfahrungsschatzes hingeben. Wer herrschen will, muss die Menschen muss sie aus dieser Zähflüssigkeit der Geschichte herausziehen um sie in einem dünnflüssigeren Medium leichter lenken zu können. Das kann er dadurch erreichen, indem er ihnen immer wieder vermittelt, Wissen sei kurzlebig und überhaupt sei alles in einem schnellen Wandel begriffen. Das bringt seine Untertanen dazu, sich aus purer Unruhe mit an sich völlig nutzlosen Informationen zu beschäftigen solange sie aktuell sind und die wichtigen Fragen zu ignorieren oder vor sich selbst als hochgeistiges Hobby abzutun. Wer sich an diese Rezeptionskultur gewöhnt hat, wird es als ganz normal betrachten, Monat für Monat größere Beträge für seine Tageszeitung auszugeben, und sich gleichzeitig über die hohen Preise von Fachliteratur zu ärgern. Er wird sich voller Stolz vielleicht sogar als „Informations-Junkie“ bezeichnen, ohne zu merken, dass er sich in keinem einzigen Thema wirklich gut auskennt. Den typischen gebildeten und selbstbewussten Bürger stellt er sich zeitunglesend vor. Dieses Bild könnte in den nächsten Jahren durch das Bild des engagiert recherchierenden Internetnutzers abgelöst werden.

Dieses Empfinden wird durch die Lektüre der Zeitungen oder den Konsum von Nachrichtenmagazinen noch verstärkt, denn man umgibt sich dort mit Menschen, die ihre eigene Berichterstattung als höchst bedeutungsvoll empfinden und offensichtlich alles dafür tun, um aktuell zu sein. Und nicht selten berichten sie ja auch über große Würfe in der Wissenschaft und bedienen dann gerne das Gefühl, an die ganz großen Fragen der Menschheit heranzugehen, die man scheinbar nicht beantworten kann, wenn man nicht das tagesaktuelle Geschehen verfolgt. Im Leser wird so stillschweigend die Vorstellung gezüchtet, Nachrichtenmagazine und Zeitungen seien eine Hilfe, um sich in der Welt zu orientieren.

Leider trügt dieses Gefühl, denn tatsächlich wird der Konsument mit fragmentarischem Halbwissen abgespeist, das in so chaotischer Folge auf ihn einstürmt, dass es nicht verarbeitet werden kann sondern kaum mehr als ein intellektueller Kitzel ist, der einen Schein der Intellektualität liefert aber die Gedanken verkümmern lässt. Darüber hinaus sind die meisten Nachrichten, die in den Medien als letzter Schrei hochgejubelt werden, in der Regel in der Wissenschaft ein alter Hut, über den man sich selbst mit alten Lehrbüchern besser informieren kann. Zusammenhänge sind politisch konstruiert und lediglich auf die Tagespolitik zugeschnitten. Die Geschichte benötigt man nur als Lieferantin der nötigen Anekdoten, um den politischen Kurs zu veranschaulichen.

Aber, wird vielleicht jemand einwenden, ist diese Entwicklung denn so schlecht? Zeigt sie nicht, dass wir in einer lebendigen sich schnell entwickelnden Gesellschaft leben? Und was ist denn schlecht daran, wenn die Menschen den Augenblick genießen?

Zur ersten Frage kann man nüchtern feststellen, dass unsere Gesellschaft überhaupt nicht lebendig und schnell entwickelnd ist. Ich halte dies ja gerade für eins der Gerüchte, mit denen die Menschen in Angst und hektischer Sorge gehalten werden. Falsch ist daran erstens, dass sich „etwas“ entwickelt, wo sich nur Menschen entwickeln und frei darüber entscheiden können sollten, ob sie an der Entwicklung teilnehmen oder nicht. Zweitens ist die Entwicklung, die es in den letzten Jahrzehnten wirklich gab, keineswegs überraschend sondern war schon längst angelegt und hat sich auf vorhersagbaren Bahnen bewegt – natürlich nicht, wenn man nur Massenmedien konsumiert. Die Entwicklung ist lediglich eine Ausbreitung der Ideen, die mit der 68er-Generation hochgekocht wurden aber natürlich damals schon nicht mehr ganz neu waren. Es gab weder große Überraschungen noch hing sie nennenswert mit technischen oder wissenschaftlichen Fortschritten zusammen. Es lief eben so, wie es auch zu erwarten gewesen wäre, wenn eine Gruppe planmäßig die Gesellschaft nach ihrem Bild verändern möchte. Also: es gibt keine Entwicklung, sondern eine bewusste und für jeden einsehbare Gestaltung.

Zur Frage, ob das Vergnügen im Augenblick denn nicht positiv ist: dieses Vergnügen lebt von der Dekontextualisierung von Informationen. Es ist also ein Zustand, der hochgradig unübersehbar und deswegen von außen gestaltet wird – zumindest, solange man der Rezeptionskultur seines Umfeldes folgt. Wer sich daran gewöhnt, Informationen in unterhaltsamen Bruchstücken zu konsumieren, ist verführbar. Hierbei gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der BILD und der ZEIT – außer dass sie unterschiedliche Berufsgruppen ansprechen. Zeitungleser haben sich an das Gefühl gewöhnt man müsste sich mal intensiver mit dem Thema beschäftigen, aber leider fehlt die Zeit dazu. Und diese Gewohnheit halte ich für gefährlich, weil man sich damit arrangiert, andere für sich die Welt deuten zu lassen – aus purer Überforderung.
Eine weitere Gefahr des vermeintlich glücklichen Momentes ist neben der Verführbarkeit die Entfremdung von vielen Gefühlen, die von größeren Entwicklungen im eigenen Leben abhängig sind. Ein Mensch kann eben im Geist einen Schritt zurück treten und größere Entwicklungen überschauen, er kann auf sein ganzes Leben und darüber hinaus denken. Und dabei empfindet er eben auch entsprechende Gefühle. Beispielsweise lernt er das erhabene Gefühl kennen, einem Ehepartner ewige Treue zu schwören (und dieses Gefühl trügt nicht immer und ist nicht durch ein mögliches Scheitern der Ehe ein falsches Gefühl!). Er lernt das Glück kennen, eine Familie zu gründen und die Entwicklung seiner Kinder zu beobachten (für die Nazis war klar „Die Jugend gehört uns!“). Der Mensch kann planen, sein Umfeld langfristig zu verändern und er kann etwas von Gott erkennen und über die Zeit nach dem Tod nachdenken. Alles ist von Gefühlen der verschiedensten Art begleitet, und alle sind nicht durch billige kurzfristige Mittel zu erzeugen.

Für eine Diktatur (die keineswegs immer eine Alleinherrschaft einer Einzelperson sein muss) ist es daher wichtig, den Menschen aus den Bezügen von Geschichte im Großen und im Privaten zu entkoppeln, denn nur so erhält er einen hilflosen und dummen Untertan. In Huxleys „Schöner neuer Welt“ lernen die Menschen den Satz „Wenn der Einzelne fühlt, wird das Ganze unterwühlt“ (S.102). Mutter- und Vaterschaft werden mit einem Brechreiz konditioniert und Beschäftigung mit dem Vergangenen wie gesagt als etwas Anstößiges hingestellt.
Die angenehmen Gefühle sind also nicht das Problem, sondern der Anspruch, kurzfristig ein Anrecht auf sie zu haben. Denn dadurch werden von den unzähligen Erlebnissen nur die selektiert, die kurzfristig zu angenehmen Gefühlen führen.

Huxley ist es, der die moderne Welt und ihre Bedrohungen vorausgesehen hat, nicht George Orwell. Die Mechanismen, auf die er hinweist, erwiesen sich als derart wirkungsvoll, dass seine ausdrückliche Warnung nicht mehr ausreichte, um die Menschen davon abzuhalten.
So sind aus Menschen geschichtslose Wesen geworden, die ihren Lebensrythmus einer Welt angepasst haben, die es nur in ihrem Kopf und in ihren Medien gibt.

Artikel des Monats April 2008

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[auf-partei.de] Gründung des Landesverbandes Berlin
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[crosswalk.com] Amy E. Black: Beyond Left and Right
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[WELT] Till-r. Stoldt: Der Allmächtige erobert den Bio-Unterricht
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[pro] Britischer Philosoph: Was Atheisten im Schilde führen
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[idea] Vorsicht bei ausländischen Prophetien über Deutschland
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[taz] Marcia Pally: Der Wandel der Evangelikalen
[christiantoday.com] Bill Hybels: The DNA of effective leadership
[christianitytoday.com] Yes, Nominal Evangelicals Exist
US-Wahl
[nyt] Maureen Dowd: Hillary or Nobody
[charismamag.com] Drew Dyck: The Preacher Who Dared to Be President
[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Artikel des Monats Dezember 2007

Antidiskriminierungsgesetz
2007/12/11 [idea] Arbeitsgericht: Diakonie diskriminiert Muslimina
Atlantiker
2007/12/29 [dlrkultur] Charles King Mallory IV, Direktor des Aspen-Instituts Berlin: USA und Europa brauchen gemeinsame Nahost-Politik
Berlin
2007/12/22 [WAZ] Neue Berliner Frömmigkeit -Das Wunder vom Prenzlauer Berg
Blogs
2007/12/14 [perlentaucher] Robin Meyer-Lucht: Das Benzin des Internets
Bücher
2007/12/29 [WELT] Der literarische Rückblick 2007
Charismatiker
2007/12/30 [idea] USA: Wie afrikanische Christen den Teufel vertreiben
CDU
2007/12/03 [ConservativeHome] I once was right, but now …
Christenverfolgung
2007/12/08 [Tagesspiegel] Thomas Seibert: Türkische Polizei offenbar in Christenmorde verwickelt
Eva Hermann
2007/12/28 [umweltjournal] Buchrezension: Der Fall Eva Herman – eine Medienanalyse
George W. Bush
2007/12/10 [WELT] Michael Wolffsohn: Verdienste um die atomare Abrüstung – Friedensnobelpreis für Bush?
Globalisierung
2007/12/10 [SPIEGEL] Gabor Steingart: Das Ende der Globalisierung?
Irak
2007/12/31 [weeklystandard] William Kristol: General David Petraeus, Man of the Year! Time magazine got it wrong.
Islamismus
2007/12/30 [SPIEGEL] INTERNET-BOTSCHAFT: Bin Laden droht Israel mit heiligem Krieg
2007/12/29 [SPIEGEL] Henryk M. Broder: DER WESTEN UND DER ISLAMISMUS – Selbstmord aus Angst vor dem Tode
2007/12/11 [FAZ] Wolfgang Günter Lerch: Die Dschihadisten und der Westen
Klimazweifler
2007/12/14 [WELT] Björn Lomborg: Sich Sorgen machen, aber bitte die richtigen
2007/12/11 [PI] Papst gegen die Klimasorgen
Kreationismus
2007/12/04 [WELT] Kreationismus überzeugt immer mehr Menschen
Medien: DER SPIEGEL
2007/12/15 [WELT] Joachim Lottmann: Wurde Matthias Matussek zu Recht abgesetzt?
Neoatheismus
2007/12/29 [tagespost] Alexander Kissler: Aufstieg zur neuen Weltdoktrin – Der spätmoderne Atheismus ist die Fortschreibung der Globalisierung mit anderen Mitteln
2007/12/21 [idea] Die Jungfrauengeburt – für einen Mathematiker kein Problem
2007/12/08 [DT] Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Sind die Religionen am Ende?
Neokonservativismus
2007/12/31 [blog:worldmag] NY Times adds conservative columnist (Bill Kristol)
2007/12/12 [FAZ] Susanne Klingenstein: Mannesmut und Fürstenthrone
2007/12/04 [AEI] Book Review – David Frum: Conservatism That Can Win Again
Pakistan
2007/12/28 [FAZ] Klaus-Dieter Frankenberger: Der Kampf geht die ganze Welt an
Reinhard Bonnke
2007/12/08 [fullflame.net] Videonachricht von Evangelist Reinhard Bonnke direkt vom Missionsfeld in Abakaliki, Nigeria
Terrorismus
2007/12/28 [WELT] „Wie viele Tote müssen es denn sein?“ – Warum der Staatsrechtler Otto Depenheuer Guantánamo in Deutschland für möglich hält
2007/12/08 [idea] Droht Weihnachten ein Terroranschlag in Köln?
USA
2007/12/27 [ZEIT] „Amerika bleibt das stärkste Land“ – US-Außenministerin Condoleezza Rice lobt im ZEIT-Gespräch Angela Merkel, bietet Iran Gespräche an und verteidigt die weltpolitische Bilanz der Regierung Bush
US-Demokraten
2007/12/01 [christianitytoday] Paul Kengor: What Does Hillary Believe?
US-Republikaner:Mike Huckabee
2007/12/31 [WELT] Anjana Shrivastava: Ein republikanischer Rebell schießt gegen Bush
US-Evangelikale
2007/12/18 [christianitytoday] Top Ten Stories of 2007

Die Dekadenz der vierten Gewalt

Der Fall Eva Herman zeigt, mit welcher Schamlosigkeit und Härte in Medien bisweilen gegen Abweichler vorgegangen wird. Unter diesen Umständen darf man sich natürlich nicht wundern, wenn es in der Presse keine Unterstützung für Frau Herman gab – wer will schon seinen Job riskieren?

Es ist schade, dass Journalisten, die jederzeit für die Pressefreiheit strammstehen, sich in ihrem eigenen rechtlichen Rahmen wie Diktatoren gebärden. Man kann wohl ohne Risiko behaupten, dass Journalisten in Deutschland vor niemandem so viel Angst haben müssen wie vor Journalisten. Und das Ergebnis ist eine so unglaublich schmale Bandbreite an öffentlichen Positionen, dass eine staatlich kontrollierte Berichterstattung kaum effizienter sein könnte.

Leider ist das nicht der einzige Bereich, in dem Journalisten ihre Freiheit selbst verscherbeln und so ihr wichtiges Amt als vierte Gewalt korrumpieren.
Denn wo sie sich nicht gegenseitig aus Feigheit übereinander herfallen, erliegen sie dem Wunsch nach Geld und Anerkennung: sie berichten über bezahlte Reisen, lassen sich von Autofirmen verwöhnen und sich Journalistenrabatte auf wirklich alles gewähren. In der Politik lieben sie es, mit den Großen und Wichtigen bei den Empfängen zu speisen und für den Hauch, am Luxus der Reichen teilzunehmen und vielleicht von Politikern ein paar Insiderinformationen zu erhalten, wird ihr Ton dünn und schlaff.

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3433756,00.html

Auf der anderern Seite verlieren selbst seriöse Medien jeden Anstand, wenn es um Gruppen geht, mit denen man weder Ansehen noch Geld gewinnen lässt. Hier scheitern auch Blätter wie der Spiegel an den grundlegendsten Regeln des Anstandes. Der Spiegel hat in einem Leitartikel über die Entstehung des Monotheismus seine Argumentation zu wesentlichen Teilen auf die Aussagen Jan Assmanns gestützt, ihn aber offenbar falsch verstanden. Die Korrektur Assmanns erschien nicht.

http://spiegelkritik.de/category/spiegel/page/3/

Wie sieht die Lösung aus? Brauchen wir eine Kontrolle der Medien? Ich bin überzeugt, dass sich fehlender Anstand nicht durch staatlichen Zwang einfordern lässt. Es sei denn, es handelt sich um Extremfälle wie Korruption: es sollte generell verboten sein (bis hin zum Berufsverbot!), dass Journalisten Geld von Menschen oder Institutionen erhalten, über die sie berichten. Dazu zählt auch die Teilnahme an politischen Feiern (also Finger weg vom Büffet und Interviews am besten nur zu zweit durchführen, um Schmeicheleien und Kumpanei weitestgehend zu vermeiden).

Grundsätzlich empfiehlt es sich aber eher, die Zeitungen abzubestellen. Wer sich für ein Thema interessiert, erfährt heute alles Wesentliche – sofern es überhaupt etwas Wesentliches darüber zu sagen gibt – im Internet kostenlos. Hier erhält man auch ein Mindestmaß an Vielfalt.