Pädophile setzen sich für die grün-roten Bildungspläne ein

Auf einer Demonstration gegen das Bildungspaket in Baden-Württemberg, über das seit Wochen heftig gestritten wird, kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Demonstranten. Die Aktivisten trugen u.a. ein Schild mit der Aufschrift  „Pädophilie ist“. Bei den Demonstranten, die das Ziel der Angriffe waren, dürfte es sich vorwiegend um Eltern von Kindern im schulfähigen Alter gehandelt haben, die schon aus organisatorischen Gründen teilweise ihre Kinder mitbrachten. Trotz Polizeischutz wurden sie laut eigener Aussage „beworfen, körperlich angegriffen, angesprungen und offen bedroht“. Die Aggression richtete sich also nicht gegen die Pädophilen sondern gegen die Demonstranten.

Die „Gegendemonstration“, die zur offenen Gewaltaktion ausartete, wurde von den Grünen organisiert – also Staat kämpfte gegen Bürger. Weder Gewalttäter noch Pädophile wurden zurück gepfiffen und bislang (3.2.2014 , 8.00 Uhr) findet man auf der Internetpräsenz der Grünen in Baden Württemberg keine Entschuldigung sondern nur den alten Aufruf zur Gegendemonstration. „Lasst uns kämpfen“ steht da, und genau das haben die Aktivisten offenbar  getan.

Eine Alternative zum Mindestlohn

Braucht man überhaut eine Alternative zum Mindestlohn? Ja, weil die Erfahrungen in Ländern, die ihn bereits seit Jahren eingeführt haben, bestenfalls schwache positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt zeigten, aber auch nur dann, wenn er sehr moderat (d.h. niedrig) ausfällt. Je höher der Lohn ist, desto mehr Arbeitsplätze werden gestrichen, weil sie nicht lukrativ sind. Was die Befürworter des Mindestlohn-Modells nämlich übersehen, ist die Tatsache, dass der Staat niemanden dazu verpflichten kann, Arbeitsplätze zu schaffen. Ein hoher Mindestlohn hilft einem Teil der Beschäftigten, einen anderen Teil macht er arbeitslos. Eine guten Artikel gibt es zu dem Thema wie oft auf Wikipedia.

Da Löhne aber nicht nur Kosten sondern auch Lebensgrundlage von Menschen sind, kann man ihre Höhe auch nicht einfach dem Markt überlassen. Wenn der Preis für vegetarische Würstchen wegen der geringen Nachfrage so tief fällt, dass sich die Produktion nicht mehr lohnt, ist das egal, aber wenn der Lohn eines Arbeiters zu weit gedrückt wird, ist das nicht egal.

Ein sinnvoller Eingriff des Staates wäre, sich selbst einen Mindestlohn vorzuschreiben und gleichzeitig eine Beschäftigungsgarantie zu bieten. Dadurch würde er dem Markt Arbeitskräfte entziehen und gleichzeitig die Kosten für Hartz IV sparen. Ein weiterer Nebeneffekt wäre, dass Schwarzarbeitern die zeitliche Grundlage entzogen wird, ohne dass sie kontrolliert werden müssten (was ebenfalls wieder Geld spart). Aber der wichtigste Vorteil wäre, dass niemand mehr Geld erhielte, der nicht bereit ist, dafür zu arbeiten (was voraussetzt, dass er arbeiten kann).

Niemand müsste dann in einem Bereich arbeiten, in dem er weniger verdient als beim Staat, der wiederum keine hohen Fantasie-Löhne beschließen könnte, weil er das Geld selbst nicht hat. Und wer bereit ist, einen niedrigeren Lohnn zu akzeptieren, weil ihm dafür die Arbeit mehr Spaß macht – während der Ehepartner vielleicht mehr verdient – kann dies ebenfalls tun. Diese Fälle sind nämlich nicht so selten, wenn man an die vielen freiwilligen Helfer denkt, die Pferde pflegen oder nebenbei in einem kleinen Geschäft arbeiten.

 

Wie analysiert man Umfragen?

Jörg Schönenborn ist für die Analysen der tagesschau-Umfragen zuständig. Braucht man eigentlich Analysen für eine Umfrage? Ja, wenn sie kompliziert ist und eventuell sogar statistische Algorithmen für die Auswertung erfodern. Nein, wenn sie so simpel sind, wie bei der tagesschau üblich.

Trotzdem hat man sich bei der tagesschau dafür entschieden, den Bürger nicht mit den Grafiken allein zu lassen. Stellen Sie sich vor, was passieren könnte, wenn man einfach unkommentiert berichten würde, dass eine Mehrheit mit der Regierung unter Angela Merkel zufrieden ist. Damit daraus niemand falsche Schlüsse zieht, bedarf es also einer „Analyse“, und die funktioniert so:

Das Ziel besteht darin, einen inneren Konflikt im Bürger heraus zu arbeiten, der demonstriert, dass die Befragten unlogisch in ihrem Antwortverhalten sind. Zweitens wird eine Erklärung präsentiert, die zeigt, dass die politisch unerwünschten Antworten letztlich auf schlechte Motive zurück zu führen sind, z.B. Menschenhörigkeit, Geldgier oder gar pure Dummheit.

Mit diesen beiden Werkzeugen wird jetzt die Umfrage so analysiert, bis sie beweist, das die Mehrheit offensichtlich für rot-grün ist oder – falls nicht – dumm und böse.

Heute kommt Herr Schönenborn zu dem Ergebnis, dass die Deutschen trotz der Drohnen-Affäre und ihrer Ablehnung des Betreuungsgeldes Angela Merkel gut finden (unlogisch), weil es ihnen wirtschaftlich gut geht (Geldgier). Leider ist unserem politischen Umfragen-Kommentator nicht aufgefallen, dass es bei allen wichtigen Themen um Geld ging: durch Fehlentscheidungen bei der Drohnen-Bestellung wurde Geld vernichtet. Da durch die boomende Wirtschaft auch das Steueraufkommen ansteigt, kann man mit dem Verlust durch die Drohnen besser leben als mit einer Regierung, die keine defekte Drohnen bestellt aber die Wirtschaft belastet (davon abgesehen wurden die Drohnen unter einer rot-grünen Regierung bestellt). In beiden Fällen geht es um Geld und daher ist es keineswegs unlogisch, zwischen beiden Themen abzuwägen und einem der beiden das größere Gewicht bei zu messen.

Auch das Thema Betreuungsgeld und Ausbau der Kita-Plätze ist ein rein wirtschaftliches Thema, denn es geht um die Frage, wie Geld verteilt wird: sollen vor allem Eltern mit höheren Einkommen entlastet werden (für die sich die Regelung der rot-grünen Regierung finanziell auszahlt) oder Hartz-IV-Empfänger, die mehr Geld durch das einkommensunabhängige Kindergeld erhalten?

Ein Thema, bei dem es nicht nur um Wirtschaft geht, ist die Aussage der Kanzlerin zu den Spähaktionen der NSA. Die Mehrheit hält ihre Beteuerung, davon nichts gewusst zu haben für unehrlich. Die Frage ist allerdings, ob die Mehrheit die Aussagen der Opposition für glaubwürdig hält, davon nichts gewusst zu haben. Immerhin haben sie sich ja erst nach Snowden dazu geäußert. Der kompetente Vorwurf, als Kanzler habe man gewissen Einblicke in die Arbeit der Geheimdienste, verrät eben auch viel über das eigene Wissen. Exakt in dem Maß, in dem man der Kanzlerin Unehrlichkeit unterstellen muss, muss man sie auch der Opposition unterstellen.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass man die Ergebnisse der Umfragen auch mal ohne Analysen gereicht bekommt. Herr Schönenborn kann sich dann ja in der Kommentar-Ecke austoben.

Eierwerfende Christen?

Die tagesschau berichtet heute über ein Gesetz, das in der Duma praktisch einstimmig beschlossen wurde und die Propaganda von Homosexualität verbietet – auch wenn der Begriff dort ebenso wenig explizit  auftaucht wie im deutschen Antidiskriminierungsgesetz. Vor dem Gebäude soll es Schlägereien zwischen Homosexuellen und „radikalen Christen“ und Anhängern der Orthodoxen Kirche gegeben haben. Das einzige Foto, dass als Beleg dafür dient, ist ein Mann, der mit einem wenn ich richtig sehe evolutionskritischen T-Shirt,  ganz entspannt auf zwei völlig überraschte Demonstrantinnen ein Ei wirft. Daneben stehen ein paar Unbeteiligte, die ebenfalls recht entspannt wirken und das Geschehen entweder gar nicht mitbekommen, sich beim Telefonieren von den Eierspritzern gestört fühlen oder witzig finden. Ein sehr merkwürdiges Bild für eine Straßenschlacht, bei der die Emotionen angeblich hoch kochen. Entweder ist die Berichterstattung nur maßlos übertrieben oder im schlimmsten Fall falsch, vielleicht sogar fingiert. Man muss sich nämlich fragen, wie es möglich war, das zufällig dort ein Journalist mit der Kamera schussbereit vor Ort war, wo ansonsten kein Kampf tobt (sie die umstehenden Leute), dabei aber das Glück hatte, wirklich den Moment des auftreffenden Eies festhalten zu können, so dass man gleichzeitig noch genau einen Übeltäter erwischt, der auch noch ein evolutionskritisches T-Shirt trägt und sich so bewegt, dass man es in der Kamera sehen kann. Wer möchte, kann mal versuchen, so einen Moment fest zu halten. In der Regel benötigt man sogar unter Idealbedingungen mehrere Versuche. Und was macht seine linke Hand? Offenbar hat seine rechte das nicht mitbekommen, aber für den Zuschauer sieht es so aus, als drückt er dort auf etwas mit dem Daumen. Die Aufnahme ist möglicherweise mit einem Selbstauslöser gemacht, was erklärt, weshalb er den Zeitpunkt so unglaublich gut festhalten konnte. Selbst wenn es kein Selbstauslöser gewesen sein soll (sondern was?), muss er ein Interesse daran gehabt haben, als eierwerfender Christ in die Presse zu kommen. Denn der Aufnahmewinkel zeigt, dass der Fotograf maximal 1m vom Geschehen entfernt gewesen sein konnte. Der Fotograf kann daher unmöglich unbemerkt an das Geschehen heran gekommen sein, und das bedeutet umgekehrt, dass der unvermummte Eierwerfer 100%ig an exakt dieser Aufnahme interessiert war. Natürlich gibt es bei mehreren hundert Millionen Christen weltweit auch Spinner, aber über diesen Mann kann man bestenfalls sagen, dass er wie ein Christ aussehen sollte.

Ich weiß aus Berichten von Abtreibungsgegnern, dass dort teilweise bewusst Abtreibungsbefürworte (wie sich in Gesprächen vorher heraus stellte) mitgehen, die dann Steine gegen die Gegner der Demonstration werfen und versuchen, einen Streit vom Zaun zu brechen, um die Demonstration zu sabotieren. So etwas ist im Nachhinein kaum noch nachzuweisen.

Weshalb diese Berichterstattung gerade heute in der tagesschau erscheint hat zwei Gründe: erstens gab es gestern einen Bericht über gewalttätige Muslime, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es eine Konzern-interne Policy gibt, nach im Gegenzug auch etwas über gewalttätige Christen berichtet werden muss. Und wenn es nichts besseres gibt, nimmt man auch noch die plumpeste Fälschung. Zweitens ist die tagesschau bemüht, die Gleichstellung von homosexuellen Paaren zu unterstützen und erreicht mit der Kombination aus diesem Bericht und dem Bericht über das neue Gesetz für Homosexuelle Paare, dass jeder, der gegen die völlige Gleichstellung ist, sich auf der Seite unappetitlicher Eierwerfer wiederfindet und allein durch seine Meinung fast zum Gewalttäter wird.

Davon abgesehen fragt man sich natürlich, weshalb der tagesschau die christenfeindlichen Proteste in Deutschland keine Erwähnung wert waren, auch wenn dort öffentlich Bibeln verbrannt wurden und die Polizei Christen den Rat geben musste, sich sicherheitshalber nicht öffentlich als Christen zu erkennen zu geben…

Bitte regen Sie sich jetzt mal über Folgendes auf…

Das Steuerbetrug von Ulli Hoeneß ist nicht in erster Linie aus moralischen sondern aus politischen Gründen berichtenswert. Vermutlich gab es in den letzten Wochen einige Morde, Raubüberfälle, Kindesmisshandlungen, die zwar alle viel schwerer wiegen als einen Steuerbetrug, selbst wenn es um hohe Beträge geht. Richtig ist es nicht, aber sicher weniger dramatisch als die genannten Kriminalfällen.

Da Hoeneß prominent ist, wäre sicher zu jeder Zeit über seinen Steuerbetrug berichtet worden, aber dass sich das Thema so lange in den Medien hält, hängt vor allem mit dem Programm der SPD zusammen, schärfer gegen Steuerhinterzieher vorzugehen. Und da sie an sonsten nicht viele Themen hat, müssen Medien, die eine rot-grüne Regierung anstreben, über alles berichten, was dieses Thema unterstützt. Und was könnte willkommener sein, als ein Prominenter, der dabei erwischt wurde, fast eine halbe Milliarde Euro versteckt zu haben. Aus diesem Grund ist der Fokus beispielsweise eher bemüht, die Wogen zu glätten und verweist auf das teilweise fragwürdige Vorgehen bei den Ermittlungen (z.B. wurden Telefone abgehört, während Kinderschändern noch nicht mal beim Surfen zugeschaut werden darf). Natürlich ist es jedem selbst überlassen zu beurteilen, wie er den Schweregrad von Steuerhinterziehung einstuft. Die Berichterstattung hat aber mit dieser Frage nichts zu tun.

Was muss man sich eigentlich unter einem „Naturalisten“ vorstellen?

Früher nannten sie sich einfach „Atheisten“, d.h. sie glaubten ungefähr so fest daran, dass es Gott nicht gibt, wie Christen glauben, dass es ihn gibt. Offenbar fanden sie es aber unbefriedigend, sich allein über den Glauben an jemanden, den es nicht gibt, zu definieren, ist es heute üblicher, sich als „Naturalist“ zu bezeichnen. Wenn man sie fragt, was das denn bedeutet, erhält man zwei verschiedene Typen von Antworten: die Einen betonen, dass es nur Natur gibt, also nichts, jenseits der Natur. Die anderen betonen die Wissenschaftlichkeit und verstehen und „Naturalismus“ das Vertrauen in ein wissenschaftliches Vorgehen. Wikipedia nennt diese beiden Gruppen „ontologische“ und „methodische“ Naturalisten.

Wenn man genauer nachfragt, merkt man allerdings, dass diese Gruppen so unterschiedlich gar nicht sind. Die methodischen Naturalisten interessieren sich nicht unbedingt für Statistik und für eine ordentliche Pflege und Justierung von Messapparaten, sondern verstehen unter ihrer „Methode“ vor allem und zu allererst, dass man nicht an Gott glaubt und daher tunlichst nur Hypothesen verwenden darf, die ohne Gott auskommen. Ihre wissenschaftliche Methode setzt voraus, dass man Atheist ist. Der ontologische Naturalismus ist also immer die weltanschauliche Basis, die hinter dem methodischen Naturalismus nur oberflächlich verborgen wird. Letztlich bleibt das schlichte Bekenntnis, dass ein Naturalist eben nicht an Gott glaubt.

Wenn Freiheit für die Süddeutsche Zeitung zum Problem wird

Am 28.10.2012 schrieb Franziska Brüning (wie gesagt, es sind immer Frauen, die mit diesem Thema betraut werden) einen Artikel über Freikirchen und die Schwierigkeiten, zu definieren, was „evangelisch“ eigentlich bedeutet, weil es nicht die eine evangelische Kirche gibt sondern vielmehr jeder Gläubige die Bibel lesen kann und soll und die Interpretationshoheit nicht mehr der Kirche obliegt. Diese Freiheit gehe auf Luther zurück und sei „nicht unproblematisch“. Vermutlich weiß Frau Brüning als gut informierte Journalistin eigentlich, dass nicht Luther das private Bibellesen gefördert hat, sondern der Pietismus, auch wenn eine deutschsprachige Übersetzung dafür natürlich notwendig war.

Dass wirklich die Auslegung der Bibel wieder hoheitlich festgelegt werden sollte, wird Frau Brüning wohl kaum ernsthaft und laut fordern. Sie will ja nur, dass sich die Richtung durchsetzt, die ihr am besten gefällt. Warum interssiert sie sich eigentlich als Nicht-Christ dafür (mal ganz davon abgesehen, was es sie überhaut angeht…)? „Wenn Freiheit für die Süddeutsche Zeitung zum Problem wird“ weiterlesen

Wie die Süddeutsche Zeitung gegen das Christentum kämpft

In dem Artikel „Methoden an evangelischer Privatschule“ vom 19.10.2012 lässt die Süddeutsche Zeitung eine Journalistin (wichtig, denn bei Frauen ist die Beißhemmung geringer, und daher wurden in der Vergangenheit regelmäßig Frauen mit solchen Artikeln losgeschickt) indirekt ein Verbot des Christentums fordern. Es geht in dem Plädoyer, das im Gewand eines Berichtes über eine einzelne christliche Privatschule daher kommt, um die Kritik an Christen, für die die Bibel maßgeblich ist, die an Himmel und Hölle glauben, an Gott und den Teufel, an Gott den Schöpfer und an eine christliche Sexualethik (gerade das geht natürlich gar nicht). Natürlich verbietet sie nicht direkt und ausdrücklich das Christentum, weil sie sonst ein Fall für den Verfassungsschutz wäre, aber wer den Artikel aufmerksam liest, merkt, dass es keine andere Deutungsmöglichkeit gibt, als das Verbot des Christentums: „Wie die Süddeutsche Zeitung gegen das Christentum kämpft“ weiterlesen

Was machen Kinder eigentlich im Kindergarten?

Der folgende Bericht entstand, nachdem ich einen Tag lang in einem Kindergarten hospitieren konnte.

Im Kindergarten gibt es in der Regel eine Phase, in der die Eltern ihre Kinder bringen und eine Phase, in der keine Eltern mehr kommen sollten. Die erste Phase ist dadurch bestimmt, dass Erzieher hoch pädagogisch direkt neben den Kindern sitzen und mit ihnen malen oder vorlesen. Die zweite Phase ist dann etwas entspannter, dann kann man sich mal zusammen setzen und etwas plaudern oder ein paar Sachen am Computer erledigen.

Zwischen den typischen Kindergartenkindern laufen teilweise auch kleine Kinder wie Henri (Name ist erfunden) herum. Er ist knapp 2 und wirkt etwas verloren. Um mit anderen Kindern zu spielen, ist er noch zu klein, Spielzeug, mit dem Kinder sich auch längere Zeit mal alleine beschäftigen können, ist zu kompliziert. Henri wirkt etwas rastlos und weint viel. Als eine Erzieherin die andere anspricht, dass jemand in ihrer Gruppe weint, sagt die abwehrend „Ja, das kommt vor, das legt sich gleich wieder“.

Wer den Kindern beim Spielen zu sieht, staunt zunächst darüber, wie viel Aggressivität diese Spiele enthalten. Dass sie sich regelmäßig auf alle erdenliche Weise töten wollen, scheint normal zu sein. Die Mittel sind vielfältig: totzaubern, erschießen, erschlagen etc.. Erzieher springen in der Regel nur dann ein, wenn kleine Jungs allzu offensichtlich einen Gegenstand als Pistole hoch halten. „Hey, hey, hey, gib das sooooofort her! Das wollen wir hier nicht sehen!!!“

Wenige Minuten später kippt die Stimmung und es kommt zu einer Rangelei – ca. 70cm neben zwei Erzieherinnen, die in ein Gespräch über Kollegen und die Personalpolitik vertieft sind – aber niemand greift ein. Dabei fällt ein Junge, prellt sich die Hüfte und beginnt zu weinen. Erst jetzt bemerkt eine Erzieherin, was los ist und sagt scharf „Aufstehen! Nix passiert!“

Er erklärt ihr unter Tränen, was tatsächlich passiert ist und der Übeltäter wird kurz darüber belehrt, dass man nicht schubsen darf.

Im Stuhlkreis singen die Kinder jetzt ein Lied. Offenbar liebt die Erzieherin fröhliche Lieder und stellt den Kassettenrecorder ganz laut. Für Henri offenbar schon zu laut, denn er weint wieder. Aber eine echte Frohnatur lässt sich von Kindern ja nicht die gute Laune verderben, deswegen wird das Lied bis zum bitteren Ende gesungen. Das nächste Lied ist dann leiser und heißt „Nackidei“ (von Rolf)

„Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu du kleine süße Sau, wir machen heut‘ ’ne Schweinerei, und gehen‘ mal wieder Nackidei. usw“

Die Kinder grölen das Lied aus vollem Hals mit („Nackidei, Nackidei, keiner findet was dabei…“), sie haben es offenbar schon oft gesungen.

Im Gespräch mit den Kindern erfahre ich, dass manche von Ihnen nach dem Kindergarten direkt von der Tagesmutter abgeholt werden und erst am Abend ihre Eltern sehen. Was sie aus dem Urlaub erzählen spricht dafür, dass sie ihre Urlaube in sog. „Familien-Hotels“ verbringen, in denen Kinder den ganzen Tag von Erziehern beschäftigt werden, damit die Eltern endlich mal Zeit für sich haben.

Das Spiele-Angebot im Kindergarten ist natürlich nicht so groß wie das Angebot im eigenen Kinderzimmer – und es ist auch nicht an den Interessen der einzelnen Kinder ausgerichtet. Wohl aber am Interesse der Angestellten, denn die meisten Spielsachen haben den Vorteil, dass sie sich leicht zusammen räumen lassen. An Playmobil oder größere Lego-Landschaften ist da natürlich nicht zu denken. Vorrangig wird mit Buntstiften gemalt – und immer wieder Buntstifte, Prickelbretter – und ein paar Brettspiele.

Was aber sogar Henri an diesem Tag gelernt hat, ist dies: es gibt niemanden, der sich für dich interessiert, solange er kein Geld dafür bekommt.

Wie korrupt sind Journalisten?

Eine Krankenschwester, die 2 Euro von einem Patienten annimmt, riskiert, ihre Kündigung. Ebenso Busfahrer, Polizisten, Lehrer etc…  Der Grund ist einfach: jeder Euro, vermutlich schon jeder Cent, ordnet die Beziehung zwischen Menschen und macht den einen zu einem Geber und den anderen zu einem Empfänger und nimmt diesem etwas von der Autorität, die er für die Erfüllung seiner Pflichten benötigt – und sei es nur die Autorität zu bestimmen, in welcher Reihenfolge die Patienten im Krankenhaus morgens behandelt werden.

Eine Gesellschaft, die diese Form der Korruption zulässt, wird stillschweigend, d.h. unabängig von öffentlichen Debatten und Gesetzen die Armen unterdrücken und ihnen vieler notwendiger Rechte berauben, weil sie auf einmal an den Meistbietenden gehen.

Dieses Problem sieht im Kleinen und auf den ersten Blick nicht gravierend aus, aber man kann sich leicht vorstellen, wie es sich entwickelt, wenn flächendeckend das Unrechtsbewußtsein für solche Verstöße abhanden kommt.

Ungleich schlimmer wird es natürlich, wenn es sich dabei noch um ein verantwortungsvolles Amt handelt, und noch viel schlimmer ist es, wenn dort das Unrechtsbewusstsein hart gegen Null geht. Tatsächlich trifft diese Beschreibung in Deutschland auf den Journalismus zu. Auf der Seite Pressekonditionen.de oder auf der Seite der DFJ („Die Interessenvertretung für Fotografen und Journalisten“) kann sich ein Journalist ganz offen über die Möglichkeiten informieren, über seinen Presseausweis Rabatte zu erhalten. Die Absichten der Firmen, die Rabatte gewähren sind so offensichtlich, dass man darüber nicht viele Worte verlieren muss. Das eigentlich Erstaunliche ist, dass die Bevölkerung trotzdem so treu regelmäßig Geld für eine gekaufte Berichterstattung ausgibt. Selbst eine Buchrezension wird schon gelenkt, wenn der Rezensent ein Freiexemplar erhält (das darf er selbstverständlich behalten und kann sich nach kurzer Zeit mit allen Büchern kostenlos eindecken, die ihn interessieren, wäre ja schön blöd, wenn er so ein Privileg leichtfertig verspielt). Wer über ein Auto berichten soll und zu diesem Zweck in einem Luxushotel eingeladen wird – weil dort zufällig die Präsentation stattfindet – wird diesen Kurzurlaub möglicherweise auch in Zukunft gerne auf Kosten des Autoherstellers in Anspruch nehmen, einschließlich der Probefahrten und einer hinreißenden Location. Auch diese Fälle sind schlicht ein Zeugnis für Korruptheit, wobei die meisten Beispiele viel offensichtlicher sind: jeder Journalist erhält bedingungslos Rabatte. Für Flugreisen, Für Partnerschafts-Vermittler, für Autos, Bücher, Weiterbildungsangebote, Brillen, Unterhaltungselektronik, nicht zuletzt für ein Aquaristik-Fachmagazin, Desingermöbel, bei der Barclaycard, Versicherungen, im Cinedom etc… es lohnt sich, die zahllosen Beispiele mal zu überfliegen.

Auch wenn das Verhalten der Journalisten vom Gesetzgeber nicht  verboten ist (dort geht es nur um öffentliche Ämter), ist es ein Fall von Korruption, vielleicht sogar der schwerstmögliche Fall von Korruption, die nicht gesetzeswidrig ist, weil es für die Meinungsbildung eines Bürgertums zuständig ist, das offenbar immer dankbar ist, wenn sich jemand seiner Meinung annimmt.

„Der Politikwissenschaftler Harold Dwight Lasswell definierte Korruption als die Verletzung eines allgemeinen Interesses zu Gunsten eines speziellen Vorteils.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Korruption&oldid=99992013)

Und diese Definition trifft eindeutig den Fall der Journalisten-Rabatte: Journalisten betonen (wenn es um ihre eigenen Freiheiten und Sicherheiten geht) immer gerne die Hohe Berufung der freien Presse, also das öffentliche Interesse einer funktionierenden freien Presse, haben aber keine Probleme damit, sich „spezielle“ Vorteile, die also nicht im allgemeinen Interesse sind, einräumen zu lassen und ihre Freiheit mutwillig und selbstsüchtig zu verkaufen. Vermutlich wird kein Politiker es überleben, gegen dieses Unrecht gesetzlich vorzugehen und ein öffentlicher Skandal kann daraus nicht entstehen, weil öffentlich nur das sein kann, was veröffentlicht wird.