Von der Freiheit zur Gleichheit

Vor ein paar Tagen habe ich mir ein aktuelle Geschichtslehrbuch für die Oberstufe angesehen und war erstaunt, was sich in der Geschichte seit meiner eigenen Schulzeit geändert hat: Geschichtsunterricht war für uns immer eine Art Beweisführung dafür, dass Demokratie die beste aller denkbaren Regierungsformen und überhaupt Zielpunkt der Geschichtsschreibung ist. In aktuellen Geschichtsbüchern hat Geschichte offenbar ein anderes Ziel: die Durchsetzung von „Menschenrechten“. Es ist daher nicht erstaunlich, dass in jüngeren Generationen das Pochen auf Freiheit etwas altbacken wirkt und mittlerweile nur noch von Parteien ganz am rechten Rand eingefordert wird. Eine zeitgemäße Einstellung fordert einen weitgehenden Verzicht der Freiheit zugungsten von staatlich durchzusetzenden Menschenrechten. Und da sie von Menschen gemacht sind, können sie in jeder Generation mit demselben Pathos irgendetwas Neues beinhalten.

Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen

Im konkreten Fall ging es um einen Organisten, dem von der katholischen Kirche wegen „Ehebruchs und Bigamie“ gekündigt wurde. Der europäische Menschengerichtshof hat die Kündigung für illegal erklärt und dem Organisten einen Schadensersatz von 40.000€ zugesprochen.

In verschiedenen Medien und Foren wurde diese Entscheidung vorschnell so verstanden, dass die Autonomie der Kirchen durch das Urteil geschwächt wurde und Ehebruch akzeptiert werden müsse. Genau darum ging es bei diesem Urteil aber nicht, „Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen“ weiterlesen

Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt
Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.

Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
These: Die strategisch brillianten 68er – in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen – haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush – wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner – zurück!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Vorzeichen des Umschlags

Die Ermordung der zwei deutschen Baptistinnen und das noch ungeklärte Schicksal der mit ihnen entführten fünfköpfigen Familie aus Sachsen sind für nicht wenige Teile der Medien ein willkommener Anlass zum Angriff auf Mission im Allgemeinen und evangelikale Missionare im Speziellen.

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Ein Kampf gegen das Christentum

Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
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Wer sind die Evangelikalen?

Da die natürlichen Feinde des Christentums derzeit mit allem Charme daran arbeiten, ihre Gegner zu kriminalisieren und aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen, stellen sich Christen nach jahrzehntelangem Kuschelkurs heute ganz offen zu ihrem Glauben und beantworten damit die Frage: Wer sind die Evangelikalen?

Dr. theol. Lothar Gassmann: Kommt die Diktatur Europa? Kommt eine Verfolgung bibeltreuer Christen?

Mit der freundlichen Erlaubnis von Dr. Lothar Gassmann persönlich erhaltet Ihr in der Anlage zu diesem Posting eine interessante Rede vom letzten Wochenende zum Thema Europa. Im Rahmen einer Demonstration der Partei Bibeltreuer Christen wurde sie von Dr. Lothar Gassmann vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe gehalten.
Ich möchte diese Rede hier gerne zur Diskussion stellen.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Die Europäische Union (EU) steht in großer Gefahr, sich zu einer Diktatur zu entwickeln.
Begründung:
1. Nur in den wenigsten Ländern wurde die Bevölkerung befragt, ob sie der EU beitreten will.
2. Alle wesentlichen Entscheidungen in der EU werden zentralisiert.
3. Die Bevölkerung in den einzelnen Ländern und die nationalen Parlamente haben kaum Möglichkeiten, auf die laufende europäische Gesetzgebung Einfluss zu nehmen. Gelegentliche Wahlen und das mit hohen Hürden versehene Petitionsrecht können daran nur wenig ändern.
4. Die EU hat sich in allen entscheidenden Bereichen von Politik, Wirtschaft und Justiz de facto eine Totalermächtigung eingeräumt.
5. Die Bundesrepublik Deutschland büßt ihre Souveränität immer mehr ein, ebenso die anderen der EU angeschlossenen Staaten.
6. Das Recht der einzelnen Staaten (z.B. das deutsche Grundgesetz) wird zunehmend vom „Europarecht“ verdrängt.
7. Das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht muss seine entscheidenden Kompetenzen an den Europäischen Gerichtshof abgeben.
8. Die EU erstrebt Aufrüstung und eine Europa-Armee.
9. Die EU-Politik kann – insbesondere durch ihre „Nichtdiskriminierungs“-Klausel – eine Einschränkung der Meinungs- und Predigtfreiheit zur Folge haben.
10. Die Präambel und die Grundwerte-Definition des EU-Verfassungsvertrags stehen in wesentlichen Punkten im Gegensatz zum christlichen Glauben und könnten – besonders im Blick auf die „Nichtdiskriminierungs“-Klausel – eine Christenverfolgung in Europa herbeiführen.

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Grüne Toleranz

Die katholische deutsche Bischofskonferenz hat sich vor Kurzem für den Bau von Moscheen „mit Maß“ ausgesprochen. Ma hört das Zähneknirschen zwar deutlich heraus, wo offen nur von den Ängsten der Bewohner, aber nicht von den eigenen gesprochen wird, aber man sollte dieses Bekenntnis nicht zu niedrig hängen: hier stellt sich eine Religionsgemeinschaft offen dazu, anderen Religionen den benötigten Raum zu geben. Wo hat es das schon mal gegeben?

Diese Anmerkung erscheint mir dringend notwendig, denn die Erklärung der deutschen Bischöfe wird sonst eher als längst überfällig belächelt, und dafür gibt es keinen Grund. Denn gerade die Befürworter eines „Fahrplans“ für die Gleichstellung des Islam, also die Grünen und andere Linke, fordern gleichzeitig die Anpassung an eine „Leitkultur“! Ja, Sie haben richtig gelesen. Volker Beck schreibt auf seiner Homepage über Integration u.a.:

„Der Begriff Leitkultur, wurde ursprünglich von Bassam Tibi in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt, um einen gesellschaftlichen Wertekonsens zu beschreiben („Die Werte für die erwünschte Leitkultur müssen der kulturellen Moderne entspringen, und sie heißen: Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft.“, vgl. Europa ohne Identität, 1998, S. 154). Er wurde vor allem von Friedrich Merz politisch auf die nationale Ebene verengt. Bündnis 90/Die Grünen haben diese „Leitkultur“ immer kritisiert: Zu Recht.“

Klar, weil die eine Leitkultur grün und die andere christlich ist. Beck rühmt sich jetzt damit, nicht die christliche, sondern die grüne Leitkultur zu fordern. Er versucht die christliche Version als „nationale Verengung“ abzukapseln, wobei er natürlich auch weiß, dass das Christentum eben nicht nur in Deutschland eine lange Geschichte hat. Möglicherweise hat er da selbst etwas national verengt. Es gibt keine objektiven Gründe, sich für die eine und gegen die andere Leitkultur zu stellen. Dieses Verfahren ist unehrlich und grenzt an Diffamierung.

Deswegen hat er auch grundsätzlich nichts gegen ein Bekenntnis von Einwanderern zur Verfassung, weil es „im Grunde richtig ist, die Bedeutung von Demokratie, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz gegenüber Homosexuellen als Werte hervorzuheben.“
Hat er wirklich nicht gemerkt, dass es sich hierbei um einen grünen Zuschnitt handelt? Als Christ liebe ich zwar beispielsweise Demokratie, halte aber Homosexualität für eine furchtbare Sünde, die ein Staat auf keinen Fall dulden darf. Und die Gleichberechtigung der Geschlechter ist im Christentum nur soweit erwünscht und denkbar, wie sie nicht an der patriarchalen Grundordnung rührt, die im Christentum eben unverzichtbar ist.

Die Grünen haben also nur dann nichts gegen Multikulturalismus, solange er sich unter grüner Hoheit verwirklicht. Und so eine „Toleranz“ ist wohl keine Kunst, oder? In vielen christlichen Kirchen gibt es entweder eine Bekenntnisgrundlage oder wenigstens das allgemeine Bekenntnis zur Heiligen Schrift, wodurch ebenfalls ein Rahmen für sehr verschiedene Gottesdienstkulturen abgesteckt wird. Nur haben Christen das nicht im großen Stil als besonders tolerant hervorgehoben. Es gehörte eher zum Alltag einer weltweiten Kirche, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie man das Evangelium in unterschiedlichen Kulturen lebt. Wobei Christen hier natürlich viele Fehler gemacht haben und vermutlich noch machen.
Toleranz ist aber eher dort interessant, wo man zusammen leben kann, obwohl es keine gemeinsamen weltanschaulichen Grundlagen gibt. Also Christen und Muslime können tolerant sein, indem sie sich nicht gegenseitig mit Gewalt überziehen. Innerhalb einer Kirche oder Moschee würde man nicht unbedingt von Toleranz reden, wenn die Menschen dort miteinander auskommen. Ebenso ist es recht billig, tolerant im Rahmen des eigenen Parteiprogrammes zu fordern.
Die Bischöfe sind also trotz allen Spotts toleranter als die Grünen, die sich nur für die Muslime einsetzen, die den grün-bürgerlichen Rahmen teilen. Denn dieser Rahmen ist erheblich enger als die Forderung der Bischöfe, den Bau „mit Maß“ zu betreiben. Dadurch wird ledliglich ein äußerlicher Rahmen zugeschnitten – auch wenn ich von dem Sinn dieser Formulierung nicht überzeugt bin. Die Grünen fordern nicht weniger als den Umbau der muslimischen Gemeinde von einer derzeit faktisch partriarchalen zu einer modernen linken Gesellschaft.
Besonders nervig empfinde ich es, dass die Grünen für ihr Weltbild mittlerweile so blind zu sein scheinen, dass sie ihre Forderungen an die Menschheit als selbstverständlich und unhinterfragbar hinstellen und vermutlich wirklich so sehen – vermutlich würden sie am liebsten ihr ganzes Parteiprogramm im Grundgesetz aufnehmen lassen – und andere Positionen nur noch mit Borniertheit erklären können. Dass ihnen dieses Verhalten nicht als intolerant ausegelgt wird, liegt daran, dass sie bislang unhinterfragt die Deutungshoheit über den Begriff innehaben.
Aber das kann sich ja ändern…

Stammzelldebatte: die falsche Frage

Die Frage, welchen Schutz Embryonen ab wann genießen sollten, wird in vielen Texten zum Thema Stammzellforschung mit der Frage verknüpft, wann Leben beginnt. Aber in diesem Punkt scheint es wissenschaftlich wenig Unklarheit zu geben: der befruchtete Embryo ist ein Lebewesen. Die Frage ist vielmehr, wann er ein Mensch ist. Und tatsächlich wird die Debatte auch erst an dieser Stelle lebhaft. Hier wird dann auf Aristoteles verwiesen, der vermutete, dass der Mensch zunächst eine Pflanzenseele, dann eine Tierseele und wenn er ein Junge ist, mit 40 Tagen eine Menschenseele ist. Mädchen werden erst nach 90 Tagen zu Menschen. Die 90 Tage waren u.a. ein Grund dafür, die Abtreibung bis zum dritten Monat zu legalisieren. Aus unerfindlichen Grünen wählt man bei der Stammzelldebatte eher den Wert für die Jungen und denkt über 40 Tage nach.
Andere sehen im Embryo erst einen Menschen, wenn er sich nicht mehr zu Zwillingen entwickeln kann (wegen der Individualität des Menschen), andere fordern ein Mindestmaß an Intelligenz und warten, bis sich das Gehirn entwickelt hat. Allen Ansätzen ist gemein, dass sie wissen, worüber sie sprechen: über menschliche Embryonen. Es geht immer um die Frage, wann man einem menschlichen Embryo Würde zukommen lässt, aber niemand fragt, was ein menschlicher Embryo ist – hier herrscht schlichte Klarheit. Und damit ist schon die ganze Widersprüchlichkeit der Debatte umrissen, denn wenn man wirklich die Würde eines Menschen an Eigenschaften knüpfen wollen würde, dann müsste man manchem Tier mehr Würde als manchem (z.B. behinderten) Menschen zubilligen. Würde wäre nicht mehr an die biologische Gattung gebunden. Aber obwohl in der Debatte unausgesprochen das Wissen darüber, was ein menschlicher Embryo ist, vorhanden ist, der offenbar durch sein Menschsein einen anderen Schutz verdient als Tiere, fragt man sich darüber hinaus, ab wann er denn nun „wirklich“ ein Mensch sei, also wann er bestimmte Merkmale aufweist, die ihn als Menschen gelten lassen. Daher ist die Debatte um die Legalisierung der Stammzellforschung schon pure Heuchelei, bevor sie begonnen hat. Die „Lösung“, zu der sich der Bundestag jetzt durchgerungen hat, spiegelt dies einfach wieder: am meisten Stimmen hat der Vorschlag erhalten, den Stichtag zu verschieben. Damit ist auf jeden Fall klar, dass kein einziger Ansatz zur Festlegung der Menschenwürde berücksichtigt wurde, denn dass diese erst an einem bestimmten Termin dem Menschen zugesprochen wird, hat noch nie jemand behauptet. Die Entscheidung ist ein Zeugnis für das Unvermögen einer Regierung, die sich von Gottes Geboten verabschiedet hat, transzendente Werte zu sichern, selbst dort, wo sie den Bedarf sieht.

Ich möchte hier nur kurz auf die Probleme eingehen, die durch den Ansatz entstehen, der einem Menschen Würde erst zuspricht, wenn bestimmte Merkmale erkennbar sind:
Würde, die von Eigenschaften abhängt ist erstens verlierbar und zweitens graduierbar. D.h. ein Mensch, der eben noch Würde besaß, kann sie durch einen schweren Unfall verlieren. „Graduierbar“ bedeutet, dass es ein Mehr oder Weniger an Würde geben kann, so wie ja auch die notwendigen Eigenschaften mehr oder weniger ausgeprägt sind. D.h. Männern würde durchschnittlich eine größere Würde zugesprochen als Frauen, weil sie durchschnittlich einen höheren IQ besitzen, ein Philosophie-Professor, der besonders über sein Menschsein reflektiert, besitzt eine höhere Würde als ein Mathematik-Professor und Europäer besäßen vermutlich mehr Würde als Indianer. Das ist wohl kaum eine Position, über die man ernsthaft nachdenken möchte…

In der Bibel gibt es mehrere Stellen, die für diese Frage fruchtbar sind: die Ebenbildlichkeit des Menschen (wobei wir von Gott ja gerade kein Bild besitzen und dies gar nicht vergleichen können!), David sagt, dass schon seine Urform von Gott gesehen wurde (also genau das, was der Forscher im Labor dann unter den Augen Gottes zerlegt) und letztlich jede Stelle, in der es um den Schutz der Armen und Schwachen, der Frauen und Kinder, der Witwen und Fremden und Kranken geht. Sie sind ein lebendiges Zeugnis für die Würde des Menschen, die gerade nicht nachweisbar und nicht an Eigenschaften festzumachen ist sondern dem Menschen transzendent von Gott zukommt. Eine Regierung, die sich von dem christlichen Weltbild lossagt, wird keinen Zugang mehr zum Gedanken der Menschenwürde finden. Dafür hat der Bundestag erneut den Beweis angetreten.

Einen ausführlicheren Artikel zu diesem Thema gibt es in diesem Blog unter der Überschrift „Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde?„.

Eine umfangreiche Linkliste zum Thema gibt es bei der ALFA.