Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“


Wasser auf die Kriegspropaganda-Mühlen“ so titulierte Ralph Sina vom WDR-Hörfunkstudio Washington seinen Kommentar zu einem NYT-Artikel vom 3.10.09, in dem dieses renomiertre Flagschiff der Liberalen resumiert, der Iran könne offenbar eine „funktionierende“ Atombombe bauen.

Sina beginnt: „Die nicht gerade als Kriegstreiberin bekannte „New York Times“ zündete einen nicht ungefährlichen Sprengsatz: Der Iran könne jederzeit die Atombombe bauen. Ausreichendes Wissen und Material seien vorhanden, meldet die Zeitung – und beruft sich auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).“
Anschließend zitiert er vor den neuen IAEO-Einschätzungen in sich stimmig klingende Aussagen „der amerikanischen Rechten“ um schließlich folgendermassen schwach und inkonsequent zu enden: „Reißerische New-York-Times-Aufmacher, die längst bekannte Fakten mit unbewiesenen Vermutungen kombinieren, leisten nicht nur in Tel Aviv der „Pro-Krieg“-Fraktion Vorschub.“
Hier findet Ihr den kompletten Kommentar:
http://www.tagesschau.de/kommentar/atomruestungiran100.html

Ich wusste nicht richtig, was das jetzt für eine Eigensubstanz sein sollte, die man ja von einem gut bezahlten deutschen in Washingtonm stationierten Journalisten erwarten dürfte und meldete mich auf dem Tagesschau-Server mit folgendem Kommentar zum Kommentar, der offensichtlichmittlerweile schon durch die ARD-Zensur gekommen ist:
http://meta.tagesschau.de/id/28358/wasser-auf-die-kriegspropaganda-muehlen#comment-1350

Sehr geehrter Herr Sina,
verstehe ich Sie richtig, dass der einzige Punkt, der Ihnen im Zusammenhang mit der New-York-Times-Meldung zur iranischen Atombombe Sorgen bereitet, die Tatsache ist, dass die „amerikanische Rechte“ nachträglich Recht behalten und in Ihrem Einfluß gestärkt werden könnte? Wie ideologisch hilflos kann man denn noch argumentieren?
Soweit ich es mitbekommen habe, werden iranische atombestückte Mittelstreckenraketen neben Israel auch deutsches Territorium bedrohen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben … Ich habe welche und um die mache ich mir nun sehr große Sorgen und nicht darum, dass bitte bitte Bush und seine Neokonservativen nicht doch noch Recht behalten sollten … sie werden wahrscheinlich noch in einigen anderen Punkten Recht behalten!
Wenn Obama das Raketenschild über Osteuropa aus dem Grund abziehen wollte, dass Iran von der Produktion der Atombombe noch über 10 Jahre entfernt sei … dann müsste er es jetzt konsequenterweise um so stärker forcieren … und bitte schön gerne auch in Deutschland!
In der Hoffnung auf einen mutigen israelischen Präventivschlag verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Brandenburg

Einen Nachtrag hätte ich mittlerweile für Herrn Kollegen Sina: Möge er doch mal folgenden Kommentar vom liberalen NYT-Chefkommentator Friedman lesen:
http://www.nytimes.com/2009/10/04/opinion/04friedman.html?
Fazit: Wir werden müde im Krieg gegen den Terror … die Bad Boys allerdings werden immer kreativer (inzwischen explodieren beispielsweise die ersten Bomben im Rektum der Jihad-Kämpfer!!). Wir brauchen daher nicht nur mehr Truppen, sondern auch mehr Überzeugung … und das gelte vor allen Dingen für Obama: „If he seems ambivalent, no one there will stand with us and we’ll have no chance. If he seems committed, maybe — maybe — we’ll find enough allies. Remember, the bad guys are totally committed — and they are not tired.

In diesem Sinne … bleibt wach und schreibt Kommentare!
Euer wanderprediger
Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“

Kann man aus Liebe in den Krieg ziehen?

Für die meisten Deutschen scheint es ausgemacht zu sein, dass der Irakkrieg nur wegen des Öls geführt wurde. Dass es aber in der amerikanischen Bevölkerung durchaus ein Bewusstsein für die Verantwortung in der Welt geht und eben nicht nur um wirtschaftliche Interessen, zeigt ein kleiner Auszug, den ich in einem christlichen Roman gefunden habe. Es handelt sich dabei um das Buch „So stark wie das Leben“ (Originaltitel „AND THE SHOFAR BLEW“, was erheblich besser zum Inhalt des Buches passt…) von Francine Rivers. Es geht um eine überalterte Gemeinde, die von einem jungen ehrgeizigen Pastor zu einer Mega-Church umgewandelt wird, bis eines Tages Gott eingreift…
Das Buch kursiert z.Zt. in unserem Hauskreis und wird mit Begeisterung weitergereicht.

Nun zu der zitierten Stelle. Paul und sein Sohn sprechen sich nach vielen Jahren zum ersten mal aus, und daher kommen die Infos aus dem Leben seines Sohnes Tim oder Timothy jetzt etwas gedrängt:

„Sie schwiegen wieder. Dann fuhr Tim fort: „Ich bin nicht gekommen, um mit Steinen zu werfen, Vater. Sondern um dir und Mutter zu sagen, dass ich zum Militär geh. Ich dachte, es ist besser, ich sage euch das persönlich als am Telefon.“
Er schaute zu der Diele hin, in der Eunice [seine Mutter, Anmerkung von MW] verschwunden war.
„Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.“
Ein Terrorist, der plötzlich mit einer Maschinenpistole ins Wohnzimmer spaziert kam, hätte Paul nicht mehr schockiert.
„Du gehst zum Militär?“
„Ja. Zu den Marines.“ Paul schloss seine Augen.
„Seit dem 11. September 2001 denke ich über unser Land nach und was Freiheit kostet. Ich hab auch darüber nachgedacht, wie viel Elend in der Welt geschehen ist, weil die Menschen nicht rechtzeitig gegen das Böse aufgestanden sind. Wo wären wir heute, wenn Männer sich nicht hätten einziehen lassen, um gegen Hitler zu kämpfen? Ich habe lange über diese Sache gebetet, Vater, und andere haben auch für mich gebetet. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.“
Paul sah seinen Sohn an, bis ins Mark erschüttert. „Du weißt nicht, auf was du dich da einlässt.“
„Nicht ganz, aber ich muss ja nicht alles wissen. Es reicht, wenn ich in die Richtung gehe, in die Gott mich führt.“
In den Krieg?
„Ich weiß, dass Amerika nicht alles richtig macht, aber wir haben christliche Wurzeln und Meinungs- und Religionsfreiheit. Vielleicht ist Gott uns deswegen gnädig, weil das noch so ist. Bei jeder Katastrophe sind die Amerikaner die Ersten, die einspringen und helfen. Gott hat uns Wohlstand geschenkt und wir haben versucht, anderen zu helfen, und das nicht immer nur aus politischen Gründen oder weil es um Öl ging. Unsere Hilfe für andere Länder ist womöglich der einzige Grund, warum Gott uns noch nicht zur Rechennschaft gezogen hat für die vielen Dinge, die bei uns nicht stimmen.“ (S. 523f)

In Deutschland wurden die Medien hingegen nicht müde zu erklären, weshalb man den Irak besser von einem Diktator regieren lässt. Wenn der Irak nun wirklich zur Ruhe kommen sollte, dann darf Deutschland sich rühmen, sich nicht nur nicht an der Befreiung des Iraks beteiligt zu haben, sondern auch, die Befreiung mit allen (zum Glück bescheidenen) Mitteln blockiert, die Stimmung gegen den Krieg aufgeheizt und dadurch den terroristischen Angriffen auf ein demokratisches Land den Boden bereitet zu haben. Denn die Anschläge konnten doch nie mehr als ein Stimmungskrieg sein, der darauf abzielte, das Bild vom erfolgreichen Befreiungskrieg zu zerstören. Ihre Wut auf die Amerikaner war größer als der Wunsch nach einem starken, freien und sicheren Irak – und nach meinem bescheidenen Eindruck war das bei vielen deutschen Journalisten in den vergangenen Monaten nicht anders.

Warum ist der Irak zur Zeit kein Thema?

Wer wissen will, warum man zur Zeit von den antiamerikanischen europäischen Medien so wenig über den Irak präsentiert bekommt, dem sei das Weltwoche-Exklusiv-Interview mit General David H. Petraeus empfohlen … Noch vor kurzem schien die amerikanische Mission im Irak epochal gescheitert. Seit einem halben Jahr jedoch gehen Gewalt und Terror markant zurück. Der Architekt der politisch-militärischen Wende, General David H. Petraeus, erklärt exklusiv in der Weltwoche warum.
Warum ist der Irak zur Zeit kein Thema?

Friedensnobelpreis für Bush? Eine herrliche Provokation zum Nachdenken …

Liebe Geschwister,
in der Anlage findet Ihr ein brilliantes … natürlich nur rein rhetorisches 😉 Plädoyer von dem Historiker Michael Wolffsohn für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika … George W. Bush!
Was für eine herrliche Provokation! Die aufgescheuchten Reaktionen aus der Bush-Bashing-Front könnt Ihr hier nachlesen.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Keiner wird George Bush den Friedensnobelpreis verleihen (wollen). Dennoch hat er sich um die atomare Abrüstung mehr als andere verdient gemacht. Die Fakten: Libyen und nun auch (wirklich?) der Iran haben nach 2003 auf die nukleare Aufrüstung verzichtet. Auch Nordkorea. Mit dessen Steinzeit-Kommunisten hatte sein Vorgänger Clinton 1994 ein Wischiwaschi-Abkommen geschlossen. Erst jetzt wird der bedrohliche Reaktor kontrolliert abgebaut und nuklear abgerüstet. Von den meisten Nachrichtendiensten dieser Welt unbemerkt, hatte Syrien mithilfe Nordkoreas begonnen, atomar zu rüsten. Anfang September dieses Jahres hat Israel – mit Billigung der USA – die entstehende Anlage zerstört. Das (vorläufige?) Ende der nuklearen Weitergabe („Proliferation“) erklären Chronologie und Militärgeografie.Seit 2003, dem Sieg über Saddam, stehen US-Truppen in unmittelbarer geografischer Nähe des Iran, Libyens und Syriens. Ihre und die von ihnen ausgelösten regionalen (und globalen) Probleme sind ebenso bekannt wie unbestreitbar. Doch ihre Präsenz war zugleich ein klares Signal an die nahöstlichen Möchtegern-Atommächte: „Notfalls können wir innerhalb von Nahost gegen Nahost-Nuklearmächte militärisch leichter operieren als außerhalb.“Die militärische Abschreckung war glaubhaft und friedenspolitisch wirksam. Libyen hat verstanden. Und der Iran? Müssen wir bezüglich des Iran so „sicher“ sein wie vor 2003, als neben der CIA alle großen Nachrichtendienste (auch der BND) mit der Existenz von Saddams Massenvernichtungswaffen rechneten? Israels von Bush bewilligter Luftangriff gegen Syrien war atompolitisch folgenschwer und friedenspolitisch segensreich, denn Damaskus ist mehr denn je verhandlungsbereit. Syrien zündelt derzeit im Libanon weniger als zuvor, und es nahm kürzlich an der Friedenskonferenz von Annapolis teil. Assad möchte mit den USA politisch sowie wirtschaftlich ins Geschäft kommen. Das bringt mehr als die Freundschaft mit dem (traditionell eher antiarabischen) Iran.Die Sprache militärischer Abschreckung zur Verhinderung von noch mehr Kriegen hat auch Nordkorea verstanden. Vor dessen Tür stehen US-Truppen seit Jahrzehnten. Dass sie möglicherweise eingesetzt werden könnten, musste das atomar aufrüstende und deshalb Hunger leidende Land mehr als früher befürchten. Auch Nachbar Japan leitete, von Bush angeregt, militärischen Aktivismus ein.Selbst Bush-Kritiker können diese Fakten nicht ignorieren.
Friedensnobelpreis für Bush? Eine herrliche Provokation zum Nachdenken …

Verschwörungstheorien 9/11: Eine Neverending Story

Gerade lese ich in einem Posting auf jesus.de davon, daß für den von den Kritikern zerschossene Verschwörungstheorikerfilm „Loose Change“ nach einer second edition jetzt ein Final Cut veröffentlicht wurde.
Also wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit den abstrusen Thesen der Verschwörungstheoretiker wieder von vorne beginnen.
Die Sieger stehen aber schon jetzt fest: Durchsetzen werden sich die Verschwörungstheoretiker!! Denn es ist ja eigentlich fast unmöglich sie vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Sie bauen nämlich alle Gegenargumente flugs als Fälschung einer übermächtigen, die Medien beherrschende Macht in ihre eigene Argumentation ein.
Unausrottbar ist daher die These, die Bush-Administration selber stecke hinter dem Attentat des 11. Septembers 2001.
Peinlicherweise tauchen immer wieder glasklare Bekenntnisse zur Urheberschaft dieses bisher einzigartigen Terroranschlags von Bin Laden selber auf, wie auch gerade erst kürzlich, wo er sagt: „Ich bin verantwortlich für die Anschläge …“ wie man sogar im Spiegel http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,520688,00.html nachlesen kann!
Aber dies wird von den Hitzköpfen sicherlich sehr bald auch wieder als Fälschung entlarvt werden. 🙂 Gegenwehr ist zwecklos!
Hier kommt daher ein guter Rat von mir: Jede zu intensive Beschäftigung mit Verschörungstheorien führt zu nichts anderem außer zu ….
LEBENSZEITVERNICHTUNG !!!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
P.s: In Wikipedia überwiegen anscheinend die Verschwöhrungstheoretiker. Der Link auf die Website mit einem „Loos Ends“-kritischen Gegen-Video http://www.lolloosechange.co.nr/ wird dort kurzerhand mit dem Hinweis auf die Englischsprachigkeit gelöscht …
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Loose_Change
interessant …

Der Irakkrieg – eine kleine Presserückschau

„Hätten sie nur auf uns gehört…“ dieser Seufzer durchzog monatelang jede Berichterstattung über die Lage im Irak. Aber konnten die deutschen und andere kriegskritische Experten die Lage wirklich besser einschätzen? Hier ein kleiner Rückblick:

Am 20.2.03 fragte die ZEIT
„Was passiert, wenn es wirklich zu einem Krieg gegen den Irak kommt – droht ein Flächenbrand im Nahen Osten? Wie stabil ist das jordanische Königshaus, wird Israel die Gelegenheit zur Abrechnung mit Jassir Arafat nutzen?“
Nun ja, nichts davon ist passiert, auch wenn diese und ähnliche Szenarien von allen Zeitungen befürchtet wurden.

Etwas leidenschaftlicher hat Richard Rorty in der Frankfurter Rundschau die Zukunft ausgemalt:
„…, was passieren wird, wenn die Invasion in Irak erst einmal begonnen hat. Wir wissen nicht, ob Tel Aviv oder Riad von biologischen oder chemischen Massenvernichtungswaffen angegriffen werden; ob die arabische Bevölkerung, aufgebracht und fanatisiert, die amerikanischen Botschaften und Institutionen in dieser Region besetzen wird; ob wir den Krieg überhaupt gewinnen können, ohne dass Zehntausende von amerikanischen Soldaten und Millionen von Irakern sterben müssen; ob islamische Fundamentalisten die Gelegenheit nutzen und die Macht in Ägypten oder Pakistan übernehmen werden; oder ob die finanzielle und moralische Unterstützung des Terrorismus durch die Araber – vor allem Saudi-Arabiens! – jemals aufhören wird“
Bis auf den letzten Punkt war ebenfalls alles falsch, und hier dachte Rorty vermutlich eher an den Terrorismus im Westen und nicht an den Terrorismus gegen die Irakische Bevölkerung!
Nebenbei bemerkt ist dieser Text ein Beleg für den auch unter Kriegsgegnern verbreiteten Glauben an die Einsatzfähgkeit von Saddams ABC-Waffen.

Die taz schrieb am 22.3.03: „Nicht alle Macht dem Volk. Freie Wahlen im Irak sind den USA ein zu gefährliches Abenteuer – bisher gibt es für einen Einsatz der Amerikaner für die Demokratisierung der Region einfach keinen Beleg“

Die Kritiker haben weder vorausgesehen, wie schnell der Krieg selber gewonnen wurde, wie friedlich die arabischen Nachbarn blieben, sie haben nicht geahnt, wie und auch welche Weise die Massenvernichtungswaffen verschwunden sind, sie haben nicht an die Einführung einer demokratischen Ordnung geglaubt und sie haben nicht den anhaltenden Terrorismus gegen die Irakische Bevölkerung kommen sehen.
Und es gab vor allem kein alternatives Konzept! Den Beweis, dass man Saddam mit friedlichen Maßnahmen um seine Massenvernichtungswaffen bringen kann, mussten Fischer und Co nicht mehr erbringen.

Es ist nicht ganz einfach, im Nachhinein die Entscheidung für den Irakkrieg ehrlich zu bewerten, aber viel Spielraum für die derzeitige Hochnäsigkeit gegenüber Amerika sehe ich nicht.

Und über einen sehr wichtigen Punkt wurde nur wenig gesprochen: man traute den Irakern den Umgang mit einer Demokratie nicht zu. Aber laut sagten das nur wenige, wie z.B. die taz (1.3.03):
„Bei dem dieser Tage bevorstehenden Krieg stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den Tätern des Regimes von Saddam Hussein. …Die heutige Strategie der Vereinigten Staaten sieht kein Programm zur Umerziehung vor. Welche Konsequenzen das hat, lässt sich an Serbien studieren. Und an Afghanistan, wo die USA erst die Taliban gegen die Sowjetunion unterstützten und sie jetzt mit den Mudschaheddin bekämpfen…. Sollte es zum Krieg in Irak kommen, sollten sich gerade die Deutschen für eine Umerziehung einsetzen, für die Durchsetzung der westlichen Werte, und nicht den gleichen Fehler begehen wie in den Balkankriegen der Neunzigerjahre“

„Umerziehung“, „Durchsetzung westlicher Werte“, da spotte noch jemand über Bushs „Kreuzzug“, der genau auf dieses missionarische Element verzichtete und an die Demokratiefähigkeit der Iraker glaubte – wenn auch möglicherweise zu unrecht…

PS: über folgenden Link kommt man zu der Resolution 1441 (2002) des UN-Sicherheitsrates vom 8. November 2002 im Wortlaut. Es handelte sich um die entscheidende Resolution, in der dem Irak von der UN-Versammlung eine „letzte Chance“ gegeben und die berühmten „ernsten Konsequenzen“ angedroht wurden. Nebenbei ist auch dies ein Beleg für das Bedrohungspotential, dass man in den Waffen Saddams sah.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Irak/un-sr-res-1441.html

Wer hätte das gedacht? … linkstheologischer US-Kirchenverband NCC gegen Bushs Irak-Plan

USA: Immer mehr Kirchen gegen Bushs Irak-Plan“ … mit diesem Titel fand ich heute einen Artikel des evangelischen Pressediensts EPD auf der Startseite des von mir trotz seiner linksevangelikalen Ausrichtung sehr geschätzten christlichen Online-Dienstes jesus.de
… also was soll ich nun dazu sagen …
dass der als äusserst links bekannte ökumenische Nationale Kirchenrat der USA NCC Statements gegen den Irak-Krieg abgibt, ist ja nun absolut nix neues liebe Leute! Ich hab hier mal eine Proklamation aus 2003 verlinkt. Und auch John Thomas, dessen Vereinigte Kirche Christi schon seit langem Mitglied im NCC ist, hat schon vor Jahren Anti-Irakkrieg-Aufrufe vom NCC unterschrieben. Und auch die „Kirche der Brüder“ gehören natürlich zu diesem linken Club. Nur um die Liste zu komplettieren, kommt hier auch für Stanley Noffsinger noch ein Link, der zeigt, dass er schon lange zu den Kritikern des Irak-Kriegs gehört.
ncc vs iraq-war … the same procedure as every year würde ich dazu sagen.

Was ist denn so falsch am NCC? Nun, von konservativ-evangelikaler Seite wirft man dem NCC vor, eine linksgerichtete Organisation zu sein, die sich auf den bekannten linken Politikfeldern wie z.B. Homo-Ehe und Feminismus positioniert. Beispielsweise werden Bibelübersetzung unter der NCC-Sponsorenschaft in geschlechtsneutraler Sprache veröffentlicht (ähnlich der „Bibel in gerechter Sprache„). Weiterhin wird die NCC wegen ihrer Unterstützung von marxistischen Regimen kritisiert. Eine unausgewogene Haltung zu Cuba, speziell die Unterstützung von Fidel Castro und die relative Ruhe der NCC bzgl. religiöser Verfolgung in linken Regimen. Readers Digest berichtet, dass der NCC in den 50er und 60er Jahren marxistische Guerilla-Bewegungen unterstützte, die Nichtkämpfer, wie zum Beispiel Christliche Missionare töteten. Wobei man natürlich diesbezüglich bedenken muss, dass die Regierung der USA in dieser Zeit ja extensiv antikommunistische Diktaturen vor allem in Südamerika unterstützt hat. ein Aspekt der Unglaubwürdigkeit der Freiheitsmacht USA, der im übrigen von George W. Bush vor einigen Monaten in einer Rede zu Recht kritisiert wurde.
… OK ich schweife ab …
Aber nicht nur aus der konservativen Ecke wird der NCC kritisiert. Auch Linksliberale äußern sich teilweise kritisch. Beispielsweise wird von ihnen bemängelt, dass der NCC immer wieder öffentliche Statements abgibt, zu Punkten, wo es gar keinen Konsensus unter den einzelnen Mitgliedskirchen gibt. Gerade dieser Aspekt ist vielleicht interessant im Zusammenhang mit dieser Meldung des evangelischen Pressedienst.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger