Ist die Natur stinkesauer auf uns?

Wieso wird die Klimalüge so gerne geglaubt? Gibt es nicht genug Unsinn und genug unausgegorene Theorien, mit denen man die Leute unterhalten kann? Weshalb ist gerade die Theorie vom Klimakollaps so beliebt?
Man kann dies sicher nicht mit ihrer Qualität erklären (vgl. die entsprechenden Beiträge von Wanderprediger). Man kann es auch nicht mit einer konkreten Furcht erklären, denn wie soll denn das Horrorszenario aussehen? Große Landstriche stehen unter Wasser. Aber das ist ja nur dann ein Problem, wenn sie sehr schnell unter Wasser stehen, und das Abschmelzen der Pole kann man wohl kaum als ein besonders schnelles Ereignis bezeichnen. Also schade um das Land, aber ich kann mir durchaus Schlimmeres vorstellen. Z.B. ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Leser dieser Zeilen an Lungenkrebs stirbt, der von Feinstaubpartikeln ausgelöst wurde, erheblich größer, als die Gefahr in einer apokalyptischen Sturmflut zu ertrinken. Aber obwohl dieser Zusammenhang meines Wissens sehr gut belegt ist, hat man dieses Thema als „Hysterie“ abgetan.
Wieso also der Klimakollaps?

Ich werde versuchen zu zeigen, dass diese Angst viele Merkmale einer verdrängten Gottesfurcht besitzt:

Grundsätzlich unterscheidet sich eine Strafe von einer Folge durch ihren personalen Ursprung. Also wir werden von Personen aber nicht von Sachen bestraft.
Die Strafe richtet sich an den Willen, die Folge hängt nur von der Handlung des Menschen ab.
Strafe lässt sich durch eine Änderung des eigenen Willens also eine Läuterung der Einstellungen möglicherweise abwenden, z.B. durch Bittgebete, demonstrative Sühne, Opfer oder Ehrerbietung. Bei Folgen funktioniert das nicht. Folgen sind unerbittlich.
Die Änderung des Willens oder allgemeiner der Haltung ist im Hinblick auf die Strafe absolut entscheidend. Eine Folge kann nur durch entsprechende Änderungen der Handlung abgewendet werden, der Wille an sich ist vollkommen unerheblich.
Strafe enthält immer ein unwägbares Moment, weil sie in keinem naturwissenschaftlich strengen oder völlig klar erkennbaren Zusammenhang zur Schuld steht, sondern von dem Willen dessen abhängt, der straft.

Je klarer man die Unterschiede zwischen Folge und Strafe erkennt, desto leichter fällt es auch zu erkennen, wie sehr viele moderne Ängste eigentlich Ängste vor Strafen sind, was hier nur anhand des Themas Umweltschutz und dies anhand des Parteiprogrammes der Grünen von 2002 gezeigt werden soll:

Umweltschutz ist für die Autoren des Parteiprogrammes nicht nur eine Frage, welche Schäden wodurch hervorgerufen werden, welche Konsequenzen dies hat und wie man politisch rational dagegen vorgehen kann, sondern es ist zuallererst eine Frage des „Bewusstseins“:

„Wir Bündnisgrünen verdanken unsere Entstehung als politische Kraft vor allem dem erwachenden Bewusstsein, dass die natürlichen Lebensgrundlagen durch industriellen Raubbau und überschießenden Ressourcenverbrauch gefährdet werden.“ (S.24)

Was hat denn die Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen mit dem „Bewusstsein“ zu tun? Entweder sind die Grundlagen bedroht oder sie sind es nicht.
Normalerweise würde man naturschonendes Verhalten etwa so beschreiben:
Person A wünscht sich den Zustand B, aber nicht den Zustand C, der leider mit B zusammen hängt. Da sie die Folgen von C vermeiden möchte, unterlässt sie auch B.

Nun gehen die Grünen aber weiter und sagen:
Person A wünscht sich den Zustand B und schon das muss sich ändern! Die Person muss also nicht nur gut informiert werden und rational entscheiden, sondern sie muss ihre Haltung ändern, und genau an diesem Punkt verlassen die Grünen eindeutig die Umweltpolitik.

„Aber Nachhaltigkeit ist mehr als technische Innovation: Sie hat auch eine kulturelle Dimension. Sie beinhaltet auch, dass wir Werte schätzen, die keinen Preis haben: den Wert naturnaher Landschaften, die Vielfalt der Flora und Fauna, die Bedeutung freier Zeit, selbstbestimmter Tätigkeit und eines aktiven kulturellen und sozialen Lebens.“ (S.29)

Der Mensch soll eben nicht mehr nur sein Verhalten ändern, sondern das veränderte Verhalten auch besser finden als das alte. Er soll den „Wert“ dieser Dinge schätzen lernen.
Nun könnte man noch vermuten, dass dies ein wenn auch völlig überzogener Versuch ist, letztlich doch das schonende Umgehen mit menschlicher Umwelt zu sichern. Aber gerade diesem Verdacht wird in der Präambel ausdrücklich entgegen gehalten:

„Der Schutz der Natur und ihrer Lebensformen ist auch um ihrer selbst willen geboten.“ (Aus der Präambel)

Man kann also das Anliegen, eine veränderte Haltung zu bewirken ganz klar von dem Anliegen unterscheiden, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Beides sind zwei ausdrücklich nebeneinander stehende Ziele.
Und eben die Bedeutung des Sinneswandels lässt erahnen, dass nun die Folgen der Naturzerstörung eher als Strafe gesehen oder zumindest doch empfunden werden. Es klingt also vermutlich nicht zufällig religiös, wenn die Autoren von einem „erwachenden Bewusstsein“ sprechen.

Das zweite Kriterium war die Unwägbarkeit der Strafen. Die ganz konkreten Schäden scheinen im Grundsatzprogramm der Grünen nicht halb so interessant zu sein, wie die vage apokalyptischen Schilderungen, die in überhaupt keinem erkennbaren Zusammenhang mehr stehen:

„Die klimaverändernden CO 2Emissionen nehmen weltweit trotz aller gegenteiliger politischer Proklamationen weiter zu. Anhaltendes Bevölkerungswachstum, Armut und Landflucht, ebenso wie ein rücksichtsloser Industrialisierungskurs münden in einen bedrohlichen Raubbau an der Natur. Menschliche Kurzsichtigkeit führt mehr und mehr zu Naturkatastrophen wie Dürren, das Voranschreiten der Wüstenbildung oder die Häufung von Überschwemmungen und schweren Stürmen.“(S.25)

Was genau bewirkt denn jetzt die beschriebenen Katasthrophen? Es gibt ja wohl kaum Überschwemmungen wegen der Armut. Hier hat man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, verständlich zu sein und es bleibt irgendwie nur eine vage Angst zurück. Gerade dieser vage Zusammehang von Ursache und Wirkung ist ein typisches Element der Strafe.

Sieht man sich den Text näher an, kann man sogar erkennen, wer hier vermutlich straft:
Der Text nennt erstens eine Reihe von menschlichen Vergehen. Diese „münden“ angeblich alle in einem „Raubbau an der Natur“. Der Natur wird also etwas gegen ihren Willen entrissen, was ihr gehört. Das ist das eigentliche Vergehen in dem alle anderen Umweltsünden zusammengefasst werden!
Den zweiten Teil mit der Liste der Katastrophen kann man dann kaum anders als eine Strafe der Natur lesen.
Wissenschaftlich enthält dieser Abschnitt also kaum eine einzige auch nur verständliche Aussage, aber er erklärt sich ganz leicht, wenn man eine urreligiöse Furcht vor der Natur unterstellt.

Und diese Furcht wiederum lässt sich leicht als eine verschobene Gottesfurcht erklären. Denn die Natur ist keine Person, sie ist niemandem gram und straft natürlich auch nicht – und sie vergibt auch nicht. Die Angst vor Strafe wir daher bleiben, solange ein Mensch nicht Frieden mit Gott gefunden hat. Kein politisches Engagement in Partei oder NGO und keine Verehrung der Natur wird die Angst bezwingen.

Joschka Fischers Abschied und sein Rat an die CDU …

Hallo und guten Tag auch,
wie jeder weiss, habe ich zu den GRÜNEN ein besonders gespaltenes Verhältnis, denn wie ebenfalls jeder weiss: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche! 🙂
Obwohl ich mittlerweile die rettenden theokonservativen Ufer erreicht habe, kann ich mich trotz immer kleiner werdender inhaltlicher Übereinstimmung dem Charisma eines Joschka Fischers immer noch nur schwer entziehen. Er war ein wichtiger Teil meiner politischen Kindheit und Jugend und hat mich über die Jahre hinweg sehr beeinflusst. Daher möchte ich auch zu seinem offiziellem Ausstieg aus den Führungsämtern nochmal eine der wenigen noch verbleibenden Meinungsübereinstimmungen mit ihm betonen: Seine Einschätzung zum Wahldesaster der Union, welche er in seinem historischen Abschiedsinterview in der TAZ [-> http://www.taz.de/pt/2005/09/23/a0142.nf/text „Das rot-grüne Kapitel, das meine Generation geschrieben hat, ist unwiderruflich zu Ende“ ] zum Besten gab.

TAZ: Wir haben es mit zwei Volksparteien zu tun, die nicht mehr in der Lage sind, Mehrheiten für sich zu organisieren. Führt diese fehlende Bindungskraft, diese generelle Zerfaserung der Parteienlandschaft, zu italienischen Verhältnissen?
Fischer: Ich bin da nicht so pessimistisch. Bleiben wir mal bei der CDU und Angela Merkel. Sie hat gravierende Fehler gemacht. Frau Merkel wollte der CDU ihre Seele rauben: ihr soziales Selbstverständnis. Die Christdemokratie ist ja keine konservative Partei. Das Element der christlichen Soziallehre spielte immer eine entscheidende Rolle. Kohl hat das noch verstanden. Frau Merkel jedoch hat sich auf einen konservativen Modernisierungskurs verengt und die vielen kleinen Leute vergessen. So bleibst du keine Volkspartei.
TAZ: Sie machen sich Sorgen um die Union?
Fischer: Vielleicht verstehe ich das alles besser als Frau Merkel, weil ich aus einer katholischen, christdemokratischen Flüchtlingsfamilie komme. Für meine Eltern war es auf Grund ihrer Religion und Herkunft völlig undenkbar, SPD zu wählen. Aber sie waren eben auch kleine Leute – und die können mit einer kalten Politik, wie sie sich Angela Merkel vorstellt, nichts anfangen. Und genau deswegen ist sie mit ihrem Versuch einer neokonservativen Wende gescheitert. Wäre sie damit durchgekommen, hätten wir eine andere Republik gehabt. Haben wir aber nicht.

Bei aller bösartigen, unfairen und nicht zuletzt ungerechtfertigten Dämonisierung von Prof. Kirchhof durch Rot-Grün … Da haben sie aber mal den Nagel so richtig auf den Kopf getroffen Herr Fischer! Genau diese kalte Durchökonomisierung der deutschen Konservativen ohne irgendwelche Bezüge zu christlichen Werten oder zur christlichen Soziallehre habe ich während des Wahlkampfes auch schon beklagt [-> http://www.theocons.de/index.php/a/2005/08/01/p170 ].
Natürlich stehen wir vor riesigen ökonomischen Probleme, die endlich angegangen werden müssen. Aber zur Zeit dreht sich bei den Konservativen wirklich alles nur noch um die Ökonomie …und es ist eine rein neoliberale Ökonomie. … Was wir hier meiner Meinung nach in Deutschland brauchen, ist eine Umsetzung des Konzepts des „Compassionate Conservativism“ [=mitfühlender Konservativismus -> http://www.welt.de/data/2000/08/05/575359.html ] auf die Deutschen Verhältnisse. Ein Konservativismus, der wieder soziales Engagement und Mitgefühl für die Armen hochhält. Ich habe über Amazon eine Originalausgabe von Marvin Olasky´s Klassiker „Compassionate Conservativism“ [-> http://www.amazon.com/gp/reader/B00005ARY9/ref=sib_dp_pt/102-9224362-3947347 ] bestellt und werde gerne darüber berichten 🙂
Mit freundlichen Grüssen
wanderprediger
Joschka Fischers Abschied und sein Rat an die CDU …

Schwampel-Deutschland nach der Wahl

Hallo Ihr Lieben …
dieses Wahlergebnis ist schrecklich … denn es spiegelt diese ganze Unentschlossenheit wieder, in der wir stecken … die ganze Misere in der wir Deutschen stecken. Wasch mich, aber mach mich nicht nass! Rot/Grün muss weg, aber Schwarz/Gelb muss unbedingt verhindert werden!
Man kann nur hoffen, dass es unter all diesen parteiraisonkompatiblen den Politikern kreative Kräfte gibt, die genau diese verfahrene Situation jenseits aller Lagerbildung als Chance sehen, etwas ganz neues zu versuchen. Ein schwarzgelbe Turbomotor mit grüner Servobremse wenn es zu unsozial wird oder die Ökologie ins Hintertreffen zu geraten droht. Oder eine ganz neue Konstellation für eine grosse Koalition, in der sich als aller erstes Schröder und Merkel verabschieden und Moderatoren, die sich nichts mehr beweisen müssen, wie zum Beispiel Schäuble oder Clement die Szene überlassen, wie es dieser scharfsinnige Politikwissenschaftler Prof. Karl-Rudolf Korte vorschlägt.
Jedenfalls kommen spannende Zeiten auf die politischen Eliten Deutschlands zu … sie brauchen jetzt neue Antworten auf diese neue Herausforderung … und … viel Gebet!
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

P.s.: Das schreckliche Unwort „Schwampel“ – steht wie ihr ja alle wisst für „schwarze Ampelkoalition“ [-> http://www.welt.de/data/2005/09/20/778128.html ]

MP3-Wahlprogramme bei EKIRBUSS

Auf Jesus.de habe ich eine ganz besonders interessanten Tipp gefunden. Es handelt sich um die Präsentation der Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien, die die Blinden- und Sehbehinderten-Seelsorge der Evangelische Kirche im Rheinland (EKIRBUSS)veröffentlicht hat.
„MP3-Wahlprogramme bei EKIRBUSS“ weiterlesen

[Buchempfehlung] Björn Lomborg: Apocalypse No!

Liest man Björn Lomborgs 2002 erschienenes Buch Apocalypse No! kann sich die irritierende Ansicht einschleichen, der baldige Weltuntergang aufgrund von Umwelt-Katastrophen, den uns die linksalternative Öko-Elite praktisch in jeder Saison ein wenig anders verpackt unterjubeln will sei vorerst abgesagt! Offensichtlich ist es das Spezialgebiet des Statistik-Professors und ehemaligen linken Greenpeace-Aktivisten Björn Lomborg die von den etablierten Umweltorganisationen benutzten Statistiken zu analysieren, abzuklopfen und diese larmoyante Weltuntergangspropheten ziemlich alt aussehen zu lassen.
„[Buchempfehlung] Björn Lomborg: Apocalypse No!“ weiterlesen

Joschka Fischer und „Die Rückkehr der Geschichte“

Eine Neuerscheinung auf dem schnelllebigen Marktplatz des politischen Buches darf man sich als echter theocon in den nächsten Tagen nicht entgehen lassen … Joschka Fischer: „Die Rückkehr der Geschichte“.
Laut der Rezension im Handelsblatt widmet sich Fischer erst nach viel Balsam für die amerikanische Seele seinem Baby Europa … Die Rezensionen lassen überraschenderweise vermuten, dass Fischer sich trotz aller Kritik an Neokonservativen wie G.W. Bush und Wolfowitz in Stilfragen und Nebensächlichkeiten sich in diesem „politischen Testament eines Aussenministers“ offensichtlich als überzeugter Transatlantiker in die Annalen der Geschichtsschreibung eingehen will. Die Welt am Sonntag behauptet amüsanterweise sogar kühn: Joschka Fischer ist ein Neokonservativer.
„Joschka Fischer und „Die Rückkehr der Geschichte““ weiterlesen

68er-Revolution am Ende

Idea-Spektrum berichtet in seiner aktuellsten Ausgabe vom 08.Juni2005 über den lutherischen Sozialphilosoph Prof. Günter Rohrmoser aus Stuttgart, der auf der Jahrestagung des Vereins „Die Wende“ in Löwenstein das Ende der 68er-Revolution proklamierte, die Ursache hierfür jedoch nicht als den Verdienst konservativer Gruppen darstellte, sondern hierin ein „unverdientes Geschenk Gottes“ sieht. Genau zu dieser Sichtweise neigen auch wir bei Theocons.de …
„68er-Revolution am Ende“ weiterlesen