erstaunliche Losungen…

Eigentlich bin ich kein Freund der sog. „Losungen„, die unter Christen so verbreitet sind. Aber ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Tageslosungen während des Marburger Kongresses tatsächlich goldene Äpfel auf silbernen Schalen waren:

Der Kongress fand vom 20-24.5. statt und war von extrem christenfeindlichen Parolen begleitet. Näheres auf medrum.de.

Die Losungen dieser Tage können hier durchgeblättert werden.

Ein Kampf gegen das Christentum

Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
„Ein Kampf gegen das Christentum“ weiterlesen

Zum Sündigen verdammt

Die Menschen wollten ihre Freiheit von Gott und wurden zu Sklaven der Sünde. Nachdem sie Gott verworfen hatten, hat Gott sie an in ihrer Bosheit dahingegeben. Erst wollten sie sündigen, dann mussten sie.

Erst wollten sie am Sonntag arbeiten, dann mussten sie. („Ich weiß, dass morgen Sonntag ist, aber ihr Kollege hat das letztes Mal trotzdem für mich gemacht!“)
Erst wollten sie vor der Ehe zusammen schlafen, dann mussten sie. („Oder willst du etwa bis zur Ehe warten?“ *lachschlapp*)
Erst wollten sie ihren Tod selbst herbeiführen, dann mussten sie. (oder welches Recht hat der teure unheilbare Patient, noch am Leben zu hängen, dessen Heiligkeit niemand mehr sieht?)
Erst wollten sie abtreiben, dann mussten sie. („Wieso habt ihr das Kind denn dann bekommen? Konnte man da nicht irgendetwas machen…?“)
Erst wollten sie ihr Leben um ihre eigene Karriere aufbauen, dann mussten sie.

Wir erleben langsam, was es bedeutet, von Gott „dahingegeben“ zu werden in die Sünde, die wir scheinbar freiwillig gewählt haben. Hier hilft keine Politik, keine menschliche Macht sondern allein das Wort Gottes, das wir predigen müssen. Nur das Wort hat die Kraft, den Verdammten wieder zu Gott zu rufen und selbst Tote zum Leben zu erwecken.

„Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde.
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.“
(1.Kor. 1,17-21)

Wie Kirchen untergehen

Kirchen sterben nicht durch Verfolgung oder weil sie von der Gesellschaft nicht gemocht werden – das ist normal-, sondern wenn sie Christus verlieren.
Michael Horton, Professor für Apologetik und Systematische Theologie am Westminster Theological Seminary (Escondido, Kalifornien), hat einen Aufsatz unter dem Titel veröffentlicht, der auf der Seite TheoBlog auszugsweise auf Deutsch übersetzt wurde.

Einstiegshilfe zum Bibellesen

Die Bibel ist nicht nur das weltweit am meisten verbreitete Buch, sie ist auch mit Abstand das wirkmächtigste. Die Ethik der Bibel hat das Rechtsempfinden fast weltweit beeinflusst und verbreitet diesen Einfluss immer noch. Und selbst in nach-christlichen Religionen und Weltanschauungen hat sie greifbare Spuren hinterlassen – und sei es nur als Karikatur. Sie hat das Denken ihrer Gegner geprägt und dies selbst dort, wo Menschen versuchen, bewusst an vor-christlichen Zeiten anzuknüpfen.
Wem es nicht genügt, sich sein Bild über das Christentum von seiner Lieblingszeitung bestätigen zu lassen, wird also nicht umhin kommen, sich von diesem Buch ein eigenes Bild zu verschaffen.

Nun ist es allerdings nicht ganz leicht, einfach so mit dem Lesen der Bibel anzufangen, denn die Bibel ist eine Sammlung aus vielen und sehr unterschiedlichen Büchern und die Reihenfolge ist nicht unbedingt so, dass es ein fortlaufend ansteigendes Niveau darin gibt. Ich weiß daher von klugen Leuten, die das Lesen abgebrochen haben, weil sie an sehr mühsamen Texten hängengeblieben sind und zu denen, die sie wirklich gut und mit Vergnügen hätten lesen können, nicht gekommen sind.

Ich möchte daher versuchen, hier eine kleine Übersicht zusammen zustellen, die den Einstieg des kursorischen Bibellesens erleichtern soll.

Der erste Abschnitt, den ich empfehlen würde, ist das erste Buch Mose (Genesis) bis zu 2.Mose 24. Der Abschnitt erzählt die Zeit von der Erschaffung der Welt über die Erwählung Abrahams (Anfang der Geschichte Israels) bis hin zum Auszug aus Ägypten und der Bundesschließung am Sinai. Danach kommen viele Regelungen, an der ein Neueinsteiger vermutlich erst mal hängen bleiben würde. In diesem Abschnitt sind viele der bekanntesten Geschichten des Alten Testamentes enthalten (Adam und Eva, Noah, Abraham, Josef, Auszug aus Ägypten…)

Wer sich für die Ethik des Gesetzes interessiert, kann 3.Mose 11-20 lesen. Darin sind auch die Regelungen für reine und unreine Tiere enthalten sowie das Verbot der Homosexualität. Im 4.Mose wird die Zeit der Wüstenwanderung beschrieben, die nicht mehr viele der ganz bekannten Texte enthält. 5.Mose ist vom Abschied von Mose geprägt. Das Gesetz wird noch einmal zusammengefasst und dem Volk Segen und Fluch vorgelegt. Josua wird Moses Nachfolger und führt im Buch „Josua“ das Volk ins verheißene Land.
Die erste Phase der Besiedlung des Landes bis zur Einsetzung des ersten Königs nennt man die Zeit der Richter, von der das Buch „Richter“ erzählt. Die berühmtesten Gestalten dieses Buches sind wohl Gideon (Kap. 6-8) und Simson (13-16).
Das Buch Rut enthält eine wunderschöne Liebesgeschichte mit viel orientalischem Lokalkolorit.

Die Zeit der Könige beginnt mit 1.Sam. 8. Von hier aus kann man ohne große Anstrengung durchlesen bis zum Ende des zweiten Buchs der Könige. Es handelt sich fast durchgehend um Geschichtswerke, die nur streckenweise von Aufzählungen unterbrochen werden (die ich beim ersten Lesen überspringen würde). Hier stehen die Geschichten der ersten drei Könige von Israel: Saul, David (auch die Geschichte von David und Goliath) und seinem Sohn Salomo. Unter Salomos Sohn Rehabeam kommt es zur folgenschweren Reichsteilung und die Geschichte wird abwechselnd vom Nord- und Südreich erzählt. Wenn von „Israel“ die Rede ist, ist immer das Nordreich gemeint. Das Südreich wird „Juda“ genannt. Der wichtigste Prophet des Alten Testamentes war Elia. Er trat zu der dunkelsten Zeit des Nordreichs auf. Das zweit Buch Könige endet mit der Babylonischen Gefangenschaft.
Die Zustände in Israel während des babylonischen Exils werden im Buch „Klagelieder“ beschrieben, eine historisch besondere Literaturgattung, weil das Elend der Besiegten hier aus der Sicht der Besiegten und nicht der Sieger geschildert wird.
In den Büchern Esra und Nehemia wird die Rückkehr eines Überrestes nach Israel geschildert, der Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels.
Die Geschichte des Esther-Buches spielt während der Perserherrschaft. Die beteiligten Juden sind offenbar nach der babylonischen Gefangenschaft nicht mehr nach Israel zurückgezogen. Die Geschichte ist sehr schön zu lesen und darüber hinaus sehr bekannt.
Ebenso natürlich das Buch Hiob, das sich daran anschließt. Die Geschichte Hiobs lässt sich allerdings in wenigen Kapiteln zusammenfassen: in 1-3 wird die Ausgangslage geschildert. Danach erscheinen die Freunde Hiobs, die schier endlose Dialoge über das unfassbare Elend und dessen Sinn führen bis dann in Kapitel 38 (!) Gott dem Geschwätz ein Ende macht und Hiob in Kapitel 42 Gottes Größe anerkennt und das Ende der Geschichte erzählt wird.

Das Buch der Psalmen ist eine Liedersammlung. Die bekanntesten sind Psalm 1; 2; 23; und 139.
Das Buch der Sprüche oder Sprichwörter, wie es je nach Übersetzung auch genannt wird, enthält genau das, was man erwartet: mehr oder weniger zusammenhängende Sprichwörter, die auf mich immer einen besonderen Reiz ausüben. Aber ich weiß auch, dass vielen dieser Reiz beim ersten Lesen abgeht, weil man sich an das Lesen von Weisheitsliteratur erst gewöhnen muss. Der gleiche Autor Salomo hat auch das Buch „Prediger“ geschrieben, das den Sinn des Lebens auf den Punkt bringt (verrate ich aber nicht 😉 ).
Das „Hohelied der Liebe“ oder „Lied der Lieder“ enthält Liebesgedichte, die in Israel m.W. bei Hochzeiten gesungen und rezitiert wurden. Es klingt sogar in den meisten Übersetzungen noch wunderschön.

Danach kommen die Propheten, die erfahrungsgemäß für Anfänger sehr mühsam zu lesen sind. Ich würde sie daher nicht für die erste Lektüre empfehlen, auch wenn ich dies mit Bauchschmerzen schreibe. Sie enthalten so viel historische Informationen über die Länder und sagen so viel Zukünftiges voraus (beispielsweise die Abfolge der Großreiche bis zum römischen Reich, das dann von Gottes Reich abgelöst wird), dass man hier viel verpasst.
Herausgreifen möchte ich aber nur Jes. 53, das Lied vom leidenden Gottesknecht, das zu den berühmtesten Ankündigungen des Messias gehört.
Das Buch Daniel enthält neben Prophetien noch einen Teil bekannter und gut lesbarer Geschichten, die in den Kapiteln 1-6 erzählt werden. Danach kommen die „Gesichte“ (Erscheinungen) Daniels.
Der Prophet Jona ist ebenfalls noch einmal ein Prophet, von dem aber eigentlich nur die Geschichte erzählt wird. Sie ist eine der bekanntesten Geschichten aus dem Alten Testament und absolut lesenswert!

Dann würde ich empfehlen, mit dem Neuen Testament weiter zu machen. Das Leben Jesu wird in den vier Evangelien aus unterschiedlicher Perspektive erzählt (gleich die ersten vier Bücher des Neuen Testamentes). Das Markusevangelium ist am Kürzesten und wird daher gerne für den Einstieg verwendet. Theologisch am reflektiertesten ist allerdings das Johannesevangelium, das mit dem berühmten Prolog beginnt „Am Anfang war das Wort“. Hier findet man den eigentlichen Zusammenhang dieses Satzes und kann mal versuchen, ihn zu verstehen.
Die Berpredigt und das Vaterunser stehen in Matthäus 5-7.

In der Apostelgeschichte wird die Geschichte der ersten Christen erzählt, von ihren theologischen Herausforderungen, ihrer Stellung zu den Juden, von dem Verhältnis zwischen Juden-Christen und Heiden-Christen, von ihrer Verfolgung und ihrem Leben in den Gemeinden.
Im Römerbrief erhält man eine sehr gute Zusammenfassung des christlichen Glaubens in komprimierter Form. Der Römerbrief ist nicht ganz leicht zu lesen aber sollte für jemanden, der sich die Ruhe nimmt, auch einen komplizierteren Gedanken zu verfolgen durchaus in seinen Grundzügen verstehbar sein. Wer sich wirklich mit der Frage beschäftigt „Was ist eigentlich das Christentum?“, bekommt tatsächlich mit diesem Buch den besten Zugang.
Die folgenden Briefe behandeln wieder viele Fragen, die in den jungen Gemeinden oft zum ersten Mal aufgetreten sind und viele Ausführungen zu theologischen Fragen. Herausheben möchte ich hier den Hebräerbrief, weil in ihm die Frage beantwortet wird, wieso wir eigentlich von einem „Alten und Neuen Testament“ sprechen. Dieser Brief ist besonders wichtig für das Verhältnis von Juden und Christen.
Das letzte Buch der Bibel ist wieder eines der bekanntesten: die Offenbarung oder Apokalypse. Viele Szenen wurden gemalt oder tauchten womöglich sogar in Filmen auf. Für Christen interessanter ist allerdings das Ende der Geschichte in den letzten Kapiteln mit der Aussicht auf den jüngsten Tag.

Ich habe mich bemüht, diese Auswahl so zu gestalten, dass jeder nach seinen eigenen Interessen seine Bibellektüre gestalten kann und punkgenau an die Stellen kommt, die ihn interessieren. Bei spezielleren Fragen zu bestimmten Themen oder Geschichten bitte einfach die Kommentarfunktion benutzen.

Und jetzt: viel Spaß beim Lesen!

McCain oder Obama? Wen werden die Deutschen wählen?

Ganz so weit ist es sicher noch nicht, aber es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass langsam aber sicher auch Wahlkämpfe global werden. Das hat zum Einen ganz naheliegende Gründe: die im Ausland lebenden Bürger müssen überzeugt werden und die außenpolitische Reputation des Staatsoberhauptes hängt (leider) mit dem Ruf des ganzen Landes in der Welt zusammen.
Das alles erklärt aber noch nicht, weshalb sich auch das Ausland so engagiert am Wahlkampf beteiligt, und dass es das tatsächlich tut, konnte man spätestens seit der Diskussion in Deutschland über die geplante Rede Obamas vor dem Brandenburger Tor erkennen. Die Argumente, die für und gegen diesen Ort ins Feld geführt wurden, waren an sich alle unverdächtig. Interessant war aber, dass vor allem linke Politiker für und konservative Politiker gegen dieses Setting plädierten. Und das riecht schon sehr nach deutschem Wahlkampf. Die Medien waren hier noch weniger zurückhaltend und haben schon längst Ms. Clinton zur Lieblingskandidatin gekürt. Aber jetzt kämpfen sie treu und tapfer für Obama. Die Berliner – also nicht nur die in Berlin lebenden Amerikaner – freuen sich auf die Rede Obamas und würden ihn mit klarer Mehrheit wählen: 70% der Stimmen bekäme Obama – wenn jemand die Deutschen fragen würde (lt. einem Bericht der FTD).
Und wenn man sich das Gekeife über George W. Bush anhörte, mochte man kaum glauben, dass es hierbei um das Staatsoberhauptes eines anderen Landes ging.

Die Frage ist nur: was soll das eigentlich? Wieso setzen sich Deutsche so für oder gegen einen amerikanischen Präsidenten ein?
„McCain oder Obama? Wen werden die Deutschen wählen?“ weiterlesen

Der Islam und die Dreieinigkeit

Bekanntlich findet der Koran scharfe Worte gegen die Lehre von der Dreieinigkeit:

„Ungläubig sind wahrlich, die da sprechen: „Allah ist der Dritte von Dreien“; es gibt keinen Gott als den Einigen Gott. Und wenn sie nicht abstehen von dem, was sie sagen, wahrlich, so wird die unter ihnen, die (weiter) dem Unglauben huldigen, eine schmerzliche Strafe ereilen.“ (Sure 5,74)

Hinzu kommt, dass selbst unter Christen vielen diese Lehre eine Last zu sein scheint, die eher widerwillig als begeistert bekannt wird und recht wenig mit dem Glauben zu tun zu haben scheint. Es ist also höchste Zeit für eine kleine Reputation der Lehre von der Dreieinigkeit:

Zunächst muss man allerdings den Kritiker kritisieren, denn Mohammed hatte offenbar nur ein oberflächliches Verständnis vom Christentum und sich im Hinblick auf die Dreieinigkeit mindestens in zwei Punkten geirrt:
Erstens redet er immer von drei Göttern und löst das Paradoxon dieser Lehre billig in seinem Sinne auf. Nein, es handelt sich um EINEN Gott und drei Personen, die alle Gott sind, ohne dass der Verehrung des einen Gottes etwas genommen würde. Man kann dies unlogisch finden und darauf verweisen, dass Gott sich unserer Logik bedienen müsste, man kann es für unbiblisch erklären, aber man kann es nicht einfach ignorieren.
Zweitens ist Maria keine Person der Dreieinigkeit.

„Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: „Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah“?, dann wird er antworten: „Heilig bist du. Nie konnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hätte.“ (Sure 5,116)

Darauf angesprochen versuchen Muslime bis heute Christen zu erklären, dass Maria ja irgendwie doch zur Dreieinigkeit gehöre, weil sie so verehrt werde. Aber ganz im Ernst: Maria hat noch nie, zu keiner Zeit, in keiner Sekte zur Dreieinigkeit gehört. Die drei Personen, die als Gott verehrt werden waren immer der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Daneben hat sich leider ein Marienkult und eine bunte Heiligenverehrung entwickelt, die in der Tat kritikwürdig sind, aber eindeutig nichts mit der Lehre von der Dreieinigkeit zu tun haben – und strenggenommen unterscheiden auch Katholiken, zwischen der Verehrung Gottes und der Verehrung Marias und der Heiligen, die sie in ihrem Verständnis nicht anbeten.
Hätte Mohammed sich die Mühe gemacht, sich mit christlicher Theologie und Frömmigkeit zu beschäftigen, dann hätte er sowohl die Dreieinigkeit als auch den Marienkult als auch die Heiligenverehrung anprangern können. Aber seine tatsächliche Version lässt sich nicht anders als durch Unkenntnis erklären.

Im folgenden habe ich einen Auszug aus dem Artikel „Dreieinheit“ aus biblipedia kopiert:
„“Dreieinheit“, „Trinität“ oder „Dreieinigkeit“ ist eine theologische Gottesbezeichnung. Mit dem Begriff der D versucht man den schwer zu begreifenden Umstand zu benennen, dass es einen Gott gibt aber drei Personen Gott sind: nämlich Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der biblische Beweis der D wir also durch den Nachweis erbracht, dass jede der genannten Personen in der Bibel wirklich als Person und als Gott betrachtet wird und dass es nur einen einzigen Gott gibt.
Zum Nachweis der Gottheit einer Person zeigt man, dass sie entweder einer Verehrung gewürdigt wurde und werden durfte, die nur Gott zusteht und dass sie göttliche Attribute besitzt. Zum Nachweis des Personseins verweist man beispielsweise auf ihr Reden oder Empfinden.
Ferner geht es um die Frage, wie die drei Personen sich zueinander verhalten („ontologische“ Trinität) und welche Bedeutung sie für uns haben („ökonomische“ Trinität).

Kaum eine Lehre im Christentum hat soviel Widerspruch erfahren wie die Lehre von der D, zuallererst innerhalb der Kirche bis heute aber auch von Nichtchristen, die es als Beleg für das widersprüchliche Gottesbild der Bibel sehen. Aber auch für viele Christen, die sich mit der Lehre von der D arrangiert haben, ist sie oft ein unbeliebtes Thema, über das wenig gepredigt und noch viel weniger gesprochen wird.
Das Erstaunliche daran ist aber, dass sie im persönlichen Glaubensleben der Christen eine ganz natürliche und große Bedeutung spielt, die aber nicht bemerkt wird: Für jeden Christen ist es ganz natürlich, Gott im Himmel zu glauben und seine Erwartungen eben darauf zu richten. Der Friede mit Gott beruht gerade auf dem Wissen, dass der Mensch Jesus gleichzeitig Gottes Sohn ist und so für uns ins Mittel treten konnte. Wir müssen unseren Blick also nicht als Sünder direkt auf Gott richten, sondern können in Jesus einen Menschen wie wir verehren, weil er eben Gott ist. Und Christen leben in dem Bewusstsein, dass Gott nicht nur im Himmel ist, sondern auch bei ihnen und in ihrem Herzen wirkt und sie tröstet und ihnen hilft, bis zum Ende durchzuhalten, und eben diese Aufgabe erledigt der Heilige Geist. Und ein wahrer Trost ist es nur, weil der Heilige Geist selbst Gott ist und eben nicht nur eine Kraft oder eine irdische Person, sondern voll und ganz Gott, der bei uns ist.

Die Lehre von der D ist also ein integraler Bestandteil des christlichen Glaubens, und sie wird nur kompliziert, wenn man versucht, sie zu entschlüsseln. Sie ist so wichtig, dass man sie sogar dort in Karikaturen wiederfindet, wo sie eigentlich gar nicht gelehrt wird. Denn die Lücke, welche die D hinterlässt, wird immer gefüllt. Als Beispiel möchte ich hier nur auf den Islam eingehen, weil das Judentum als zweite Monotheistische Religion sich ganz offen zu dem Gottesknecht bekennt und ihn noch erwartet: Im Islam rückt der „Prophet“ Mohammed in eine Ehrenstellung, die einem Menschen schlichtweg nicht zusteht. Als Mohammed das Ärgernis einer der menschlichen Vernunft nicht zugänglichen D aus der Welt schaffen wollte, brachte er seine Anhänger in die Lage, direkt und ohne vorherige Sühne vor Gott zu treten. Und seine Anhänger beweisen bis heute, dass ihnen diese Stellung nicht möglich ist, denn sie nahmen die Person des Propheten in ihr Bekenntnis hinein (z.B. in das Glaubensbekenntnis des berühmten Theologen al-Ghazali)! Vor diesem Hintergrund mutet es wie eine unfreiwillige Ironie an, dass das kürzeste Glaubensbekenntnis des Islam einerseits die Einheit und Einzigkeit Allahs bezeugt und dann gleich den Mohammed als Propheten bekennt: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt, und Muhammad ist sein Prophet.“ [man muss sich nur mal vorstellen, Christen würden in ihrem Bekenntnis immer wieder bezeugen „Elia ist sein Prophet“ o.ä. Tatsächlich erscheint im christlichen Glaubensbekenntnis an der zweiten Stelle das Bekenntnis zu Gottes Sohn, der aber nicht zu unrecht geehrt wird, weil er eben nicht nur Mensch sondern auch Gott ist., Anm. MW]
An die Stelle des Heiligen Geistes sind die fünf Säulen des Islam getreten. Sie dienen alle dazu, durch feste Zeiten, Handlungen und Worte, wenigstens für einen kurzen Moment oder die Dauer einer Pilgerreise sich der Zugehörigkeit zum Heiligen zu versichern. Eine ähnliche Funktion kann man im Benutzen des Gebets-Teppichs sehen, der ein aus der Umwelt herausgelöster heiliger Ort darstellt, der den Menschen die fehlende Nähe Gottes ersetzt.“

Daher hier noch mal die Kurzversion der Lehre von der Dreieinigkeit in den Worten Jesu:

„Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
Jesus spricht zu ihr: Ich bins, der mit dir redet.“
(Joh 4,23-25)