J. Lee Grady [Charisma Magazine]: Das Leben nach Lakeland: Lektionen aus geistlicher Verwirrung

Viele wissen, dass ich Ältester in einer charismatischen Gemeinde innerhalb der EKD bin. Ich würde sagen, dass ich sehr gut in diese Gemeinde passe, denn dort beobachtet man sehr sehr kritisch die Charismatiker-Szene und versucht alles was da so an Strömungen reinkommt zu prüfen und nur das Gute zu behalten bzw. anzuerkennen. Die Erweckungsbewegung von Todd Bentley in Lakeland wurde von uns mit ziemlich skeptischen Blicken beobachtet und von meinem Pastor kann ich sagen, dass er von Anfang an dagegen war.
Mittlerweile sind die Eheprobleme Bentleys sehr in den Vordergrund getreten … hinterher sind wir ja nun alle klüger und sagen uns, dass wir ja von Anfang an skeptisch waren. Selbst der in charismatischen Kreisen sehr geachtete Pastor Kopfermann, der Bentley geprüft und für gut erachtet hatte, ist mittlerweile ein wenig zurückgerudert.
Wie so oft hat der in meinen Augen ausgesprochen nüchterne Leiter der charismatischen Gemeindeerneuerung Dr. Heinrich Christian Rust, die Situation von Anfang an sehr realistisch eingeschätzt.
Es steht die Frage im Raum: Ist die Charismatische Bewegung denn überhaupt noch in der Lage neue Strömungen geistlich zu prüfen? Ich erinnere mich gut an einen Lehrtext von Derek Prince, wo dieser die Meinung vertrat, dass die Charismatiker dem Antichristen in ihrer Gier nach Wundern und Zeichen in Schaaren hinterherlaufen würden.

Das Ganze ist natürlich ein Fest für die Charismatiker-Fresser, die wussten es ja schon immer. Allerdings hält es einige von ihnen nicht davon ab ins Deutsche übersetzte Artikel von gestandenen amerikanischen Charismatikern auf ihren anticharismatischen Server zu stellen [-> http://www.betanien.de/pdf/LifeAfterLakeland.pdf ].
In der Anlage erhaltet Ihr daher die gekürzte deutsche Übersetzung einer ausgezeichneten Selbstkritik aus dem charismatischen Lager Amerikas. Der Autor ist J. Lee Grady, er ist Redakteur der amerikanischen Zeitschrift Charisma Magazine.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Originaltitel: Life After Lakeland: Sorting out the Confusion
Zur Person: J. Lee Grady ist Charismatiker und Redakteur der amerikanischen Zeitschrift Charisma Magazine. Er hat sich mehrfach kritisch zu Themen wie dem Wohlstandsevangelium, Prophetie und Erweckung zu Wort gemeldet.
Quelle: http://fireinmybones.com/, 13. August, 2008
Übersetzer: Georg Walter
Hinweis: der Artikel wurde leicht gekürzt
Die Ankündigung, dass Todd Bentley sich von seiner Ehefrau trennen will, erschüttert unsere Bewegung (die pfingstlich-charismatische Bewegung, Anmerk. des Übersetzers) – und auf Fragen müssen Antworten gefunden werden.
So sollte das alles nicht enden.
Der Evangelist Todd Bentley hatte die Erweckung in Lakeland als die größte pfingstliche Ausgießung des Geistes seit der Azusa Street (in der Azusa Street, Los Angeles begann 1906 die Pfingstbewegung, Anmerk. des Übersetzers). Von der Rednertribüne eines riesigen Zeltes in Florida predigte Bentley zu Tausenden, so dass viele für Gebet nach vorne kamen. Viele behaupteten, von Taubheit, Blindheit, Herzproblemen, Depressionen und ein Dutzend weiterer Erkrankungen in den Gottesdiensten in Lakeland, die über 100 Abende ohne Unterbrechung abgehalten wurden, geheilt worden zu sein. Bentley verkündigte selbstsicher, dass Dutzende von Menschen während dieser Erweckung von den Toten auferstanden waren.
Aber in dieser Woche, einige Tage, nachdem der kanadische Prediger angekündigt hatte, nicht länger nach Lakeland kommen zu wollen, teilte er seinem Mitarbeiterstab mit, dass seine Ehe vor dem Aus stehe. Sein Leitungsteam gab eine öffentliche Bekanntmachung heraus, wonach er und seine Frau, Shonnah, sich trennen. Diese Nachricht schockierte alle Fans, die Bentley verehren und betrübte jene, die seine Glaubwürdigkeit schon seit dem Beginn der Lakeland Erweckung Anfang April in Frage stellten.
Ich bin traurig. Ich bin enttäuscht. Und ich bin zornig. Hier einige der vielen, vielen Fragen zu diesem Fiasko:
Warum pilgerten so viele Leute aus der ganzen Welt nach Lakeland, um einen Evangelisten zu sehen, der ernsthafte Glaubwürdigkeitsprobleme von Anfang an hatte?
Um es offen zu sagen: Wir sind einfach total leichtgläubig.
Von der ersten Woche der Erweckung in Lakeland an hielten viele Christen mit geistlichem Unterscheidungsvermögen die Lehren und Praktiken von Bentley für fragwürdig. Sie empfanden Unbehagen darüber, als er berichtete, wie er in seinem Hotelzimmer mit einem Engel redete. Sie spürten, dass etwas nicht stimmen konnte, als er ein T-Shirt mit einem Skelett trug. Sie fragten sich, warum ein Mann Gottes sich am ganzen Leib tätowieren ließ. Sie waren entsetzt, als er berichtete, wie er einen Mann stieß und ihm unter Gebet die Zähne ausschlug.
Aber denjenigen, die auf den Erweckungszug nach Lakeland aufgesprungen waren, wurde vom Prüfen abgeraten. Man erwartete von ihnen, dass sie alles schluckten und einfach folgten. Die Botschaft war klar: „Das ist Gott. Stelle keine Fragen.“
Ein Teil dieses Mangels an geistlichem Unterscheidungsvermögen geht zurück auf den Eifer für Gott. Wir sind geistlich hungrig – was etwas Gutes sein kann. Aber manchmal essen hungrige Menschen alles, was sie bekommen können.
Viele von uns ziehen die unüberhörbare Demonstration von Wundern und Zeichen dem Bibelstudium in der Stille vor. Dennoch müssen wir uns heute der traurigen Tatsache stellen, dass unser zügelloser Eifer
ein Zeichen geistlicher Unreife darstellt. Unsere kindlichen Gelüste nach dem Wilden und Verrückten führte uns dazu, dumme Dinge zu tun. Es ist schon zu viel Zeit verstrichen; wir sollten längst erwachsen sein.
Warum hat in Lakeland niemand Bentleys wohlwollende Kommentare über William Branham in Frage gestellt?
Das erstaunt mich. Branham geriet in eine fürchterliche Verführung am Ende seines Dienstes, bevor er im Jahre 1965 starb. Er behauptete von sich, er sei die Reinkarnation von Elia – und bis heute gibt es Nachfolger von ihm in einer sektenartigen Gruppierung. Als Bentley der Welt ankündigte, dass derselbe Engel, der die Heilungserweckung (unter Branham) in den 1950er Jahren brachte, nun auch in Lakeland erschienen war, wäre es für seine gesamte Zuhörerschaft an der Zeit gewesen, den Raum fluchtartig zu verlassen.
Warum korrigierte niemand diese Verirrung von der Kanzel? Gottesfürchtige Leiter sollten die Schafe vor Irrlehre bewahren und ihnen nicht löffelweise die Verführung zur Speise geben. Nur Gott weiß, wie sehr sich dieses Gift von Lakeland ausgebreitet hat, um andernorts Wurzeln zu fassen. Möge Gott uns vergeben, dass wir es zugelassen haben, dass Gottes Wort so leichtfertig beschmutzt wurde.
Ein bekannter pfingstlicher Evangelist… sagte zu mir: „Jetzt bin ich davon überzeugt, dass ein großer Teil der charismatischen Bewegung dem Antichristen folgen wird, wenn er auftreten sollte, denn sie haben kein geistliches Unterscheidungsvermögen.“ Aua. Hoffentlich lernen wir dieses Mal unsere Lektion und begegnen dem nächsten Schwindler mit größerer Vorsicht. (Der bekannte pfingstlich-charismatische Bibellehrer Derek Prince warnte schon in den 1990er Jahren vor dem Mangel an Bibelkenntnis und Unterscheidungsvermögen unter Charismatikern und kam ebenso zu dem Schluss, dass viele wundersüchtige Charismatiker leichte Beute für den kommenden Antichristen sein werden. Anmerk. des Übersetzers)
Warum sagte God TV den Menschen, dass „jede Kritik an Todd Bentley dämonisch“ ist?
Diese lächerlich Aussage wurde in der Tat in einer Vorankündigung auf God TV (TV-Sender, der die Veranstaltungen in Lakeland live übertrug, Anmerk. des Übersetzers) gemacht. Tatsächlich wurde auch die Warnung ausgesprochen, dass jeder, der auf Kritik an Bentley hören würde, seine Heilung verlieren könne.
Dies ist sektiererische Manipulation in schlimmster Form. Die Bibel sagt uns, dass die Beröer edle Gläubige waren, weil sie die Schrift untersuchten, „ob es sich auch so verhielte“ (Apg.17:11). Doch im Falle von Lakeland wurde ein aufrichtiges Prüfen mit dem Verstand als ein Zeichen der Schwäche gedeutet. Man erwartete von den Leuten, zuerst zu springen und dann die Augen zu öffnen.
Nur weil wir an die Kraft des Heiligen Geistes glauben, bedeutet dies nicht, dass wir unser Gehirn am Eingang zur Gemeinde abgeben. Es ist uns geboten, die Geister zu prüfen. Jesus will, dass wir Ihn mit unserem Herz und unserem Verstand lieben.
Aufgrund des Skandals in Lakeland… werden einige vielleicht der Gemeinde den Rücken zukehren und sich einer wachsenden Zahl verbitterter Christen anschließen. Andere werden vielleicht totalen Schiffbruch im Glauben erfahren. Das hätte man vermeiden können, wenn Leiter sich deutlicher mit ihren Einwänden zu Wort gemeldet hätten und die Menschen dazu gedrängt hätten, ihre geistlichen Erfahrungen an Gottes Wort zu prüfen.
Warum legte eine Gruppe von anerkannten geistlichen Leiter am 23. Juni öffentlich die Hände im Sinne einer Ordination zum Dienst auf? Wussten Sie um seine persönlichen Probleme?
Diese kontroverse Zeremonie wurde von Peter Wagner organisiert, der den Eindruck hatte, dass Bentleys größter Mangel darin bestand, keinen geistlichen Schutz (engl. spiritual covering) zu haben. Er bat die kalifornischen Pastoren Che Ahn und Bill Johnson zusammen mit dem kanadischen Pastor John Arnott darum, Bentley die Hände aufzulegen, um ihn unter ihre geistliche Obhut zu bringen.
Bentley hat solch einen geistlichen Schutz sicherlich dringend nötig. Kein Dienst sollte heute alleine agieren, ohne dass geprüft wird, auf Ausgewogenheit geachtet wird und weiser Ratschlag vorhanden ist… Dennoch bleibt die Frage bestehen, ob es weise war, Bentley vor laufender Kamera in einem Aussendungsgottesdienst zu bestätigen, der teilweise eher einer Krönungszeremonie glich.1
Im Nachhinein gilt, es wäre es besser gewesen, mit Bentley in einem Hinterzimmer über seine persönlichen Probleme zu sprechen.
Ich glaube, dass Wagner, Ahn, Johnson und Arnott nichts von Bentleys Problemen wussten, bevor sie ihn ordinierten… Aber ich glaube auch, dass sie sich ebenso wie Bentley und die Verantwortlichen von God TV mit einer klaren öffentlichen Entschuldigung an den Leib Christi wenden sollten, weil sie Bentleys Dienst zu früh ins Rampenlicht stellten.
Kann irgend etwas Gutes daraus entstehen?
… wir müssen nach dem Echten trachten, nicht nach der Imitation. Wahre Erweckung wird von Zerbruch, Demut, Gottesfurcht und Buße begleitet sein – und nicht von Arroganz, Selbstdarstellung, Effekthascherei und substanzlosem Starrummel, wie man dies in Lakeland erlebt hat.
Wir leben in einer Zeit nie da gewesenen moralischen Zerfalls und geistlicher Kompromisse in unserer heutigen Nation. Ich empfehle jedem in der charismatischen Bewegung dringend, für Bentley, seine Frau Shonnah und seine drei kleinen Kindern zu beten… Lasst uns beten, dass Gott diesen betrüblichen Fehlschlag zu einer wunderbaren Wiederherstellung führt.
J. Lee Grady [Charisma Magazine]: Das Leben nach Lakeland: Lektionen aus geistlicher Verwirrung

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Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören!

Viele von Euch kennen meine Vorliebe für den am 24.09.2003 in Jerusalem verstorbenen ehemaligen Cambridge-Gelehrten Derek Prince. Er ist in meinen Augen einer der brilliantesten Bibellehrer unserer Zeit gewesen. Überaschenderweise sieht das Alexander Seibel, neben Wolfgang Bühne und Horst Koch einer der bekanntesten Warner vor charismatisch-pfingstlerischen Irrlehren der erzkonservativen Evangelikalen im deutschsprachigen Raum ähnlich. Dies könnte man jedenfalls annehmen, liest man die einführenden Worte zu Seibels englischsprachiger Generalabrechnung mit Derek Prince: „The late Derek Prince (1915-2003) was a brilliant man who preached and wrote many good things.“
Auf die Beschreibung brillianter Prince-Lehren läßt sich Seibel dabei jedoch nicht großartig ein, genauer gesagt überhaupt nicht. Denn die Intention dieses Artikel ist nach meinem Eindruck eher eine bösartige Demontage dieses großen alten Mannes der Pfingst- und der Charismatischen Bewegung.
Als nächstes wird Derek Prince persönlich mit dem Toronto-Segen in Zusammenhang gebracht. Seibel behauptet, weil seine eigene „Geistestaufe“ mit Manifestationen wie „Ruhen im Geist“ und „Lachen im Geist“ einherging, hätte Prince Probleme sich vom Toronto-segen zu distanzieren. Einen Beleg für diese Aussage in den vielen Büchern und Kassetten von Prince liefert Seibel natürlich nicht.
Im nächsten Abschnitt geht es dann um das Drama der „Ft. Lauderdale’s Five“, denen Derek Prince angehörte. Eine sehr einflußreiche Hirten-Bewegung, die jedoch in extremen Kontroll- und Unterordnungstrukturen sowie einen der größten geistlichen Mißbrauchsskandale der charismatischen Bewegung endete. Immerhin erwähnt Seibel, dass Derek Prince 1984 die grundlegenden Prinzipien der Hirtenbewegung widerrief und sich von diesem Team trennte, jedoch nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er auch nachher immer noch Kontakt mit diesen Männern hatte. Was Seibel jedoch hier unerwähnt läßt ist, dass Prince 1991 hierzu auch öffentlich Buße getan hat (Vortrag im August 1991, OstWest-Konferenz, Karlsruhe). Was wir im übrigen in einem bekannten anti-charismatischen Seibel/Stadelmann-Text nachlesen können.

Kommen wir nun zum in meinen Augen eigentlichen Skandal dieses Textes. Es geht um die Beschreibung des Befreiungsdienstes von Derek Prince, die Befreiung von Dämonen. Um korrekt zu sein, sieht Derek Prince meiner Meinung nach hinter zu vielen menschlichen Probleme ursächlich Dämonen, daß Dämonen diese Probleme jedoch bewirken können und daß sie durch einen biblisch fundierten Befreiungsdienst im Namen jesus christus weichen müssen bleibt jedoch in meinen augen unbestritten, aber das ist jetzt eine andere Geschichte …
… Fahren wir fort in unserem Seibel-Text, denn jetzt wird er endlich einmal konkret. Er beschreibt wie er eine Befreiungsdienst-Kassette hörte, wo Prince die Befreiung von Flüchen und Bindungen bei seinem christlichen Publikum praktizierte, was dort zu dämonischen Manifestationen im sinne von Schreiattacken etc. führte. Seibel stellt Prince selbst nun in einem extrem diabolischen Licht dar, in dem er beschreibt, dass das Schreien und Kreischen aus dem Publikum sich ziemlich gruselig angehört habe und Prince dies wörtlich mit dem Kommentar versehen hätte „Ich liebe es, die Stimme Satans zu hören!“
Als ich diesen Seibel-Text zuerst las, wunderte ich mich sehr über diese in der Tat hinterfragenswerte Aussage von Derek Prince und hoffte irgendwann mal im Original auf sie zu stossen, um den Sachverhalt zu prüfen.
Nun ja … Dies ist heute geschehen und jeder, der möchte, kann sich nun sein eigenes Urteil bilden. Hier ist der Link zu Teil 3 der Predigt im MP3-Format.
Der Zusammenhang ist folgender: Es ging um das Brechen von Flüchen, auch von generationsübergreifenden Familienflüchen. Der theologische Schwerpunkt lag im Tausch am Kreuz, dass Jesus für uns am Kreuz zum Fluch wurde (vgl. Gal 3,13) und das wir dies aktiv für uns beanspruchen können. Derek Prince vertritt die Meinung, dass man dies aktiv aussprechen müsse. Derek Prince führte sein Publikum in ein Gebet an Jesus und als er an die Stelle kam wo auf Deutsch übersetzt wurde „… vom heutigen Tag an will ich Dir gehorchen und Dir folgen“ kamen die ersten gellenden „Dämonenschreie“ (0:05:40). Das Publikum muß wohl ziemlich verstört reagiert haben, denn Prince sagt ganz cool „That´s all right … relax! … There will be a lot more of this“
Und so kommt es dann auch … heftigste Schreiattacken brechen los. Derek Prince ist während all diesen Attacken vollkommen routiniert und gelassen. Sein lapidarer Kommentar lautet(0:05:56): „I allways enjoy, hearing the devil cry out!“ Meine Übersetzung dazu lautet: „Ich genieße es immer den Teufel aufschreien zu hören!“ Das ist etwas ganz anderes als zu sagen: „Ich liebe es die Stimme Satans zu hören!“ Es geht ganz einfach darum, dass in diesem an Jesus Christus gerichteten Gebet Flüche gebrochen wurden und offensichtlich massenhaft Dämonen aus den Menschen ausgefahren sind. Das sollte für jeden Christen eine Freude sein! Die Verfälschung des angeblich wörtlich wiedergegebenen Zitats ist in meinen Augen ein bewußte Irreführung der Leser auf Seidels Homepage.
Wer übrigens alle drei Teile des Prince-Vortrags hören will sei noch auf Teil 1 und Teil 2 im Speziellen und für weiteres Interesse an Derek Prince auf Derek Prince auf online-predigt.de im Allgemeinen verwiesen, wo man sich sehr viele seiner Predigten als MP3 herunterladen kann.

Nebenbei bekommt Prince schließlich noch vorgehalten, dass er den Pastor einer Jerusalmer Gemeinde auf dessen Heilungswunsch mit den Worten abserviert habe:“… meine „Heilungs“-Gabe wirkt nicht im Privaten, sondern nur in großen Menschenmengen.“; was Seibel natürlich sofort benutzt um Prince irgendwie in die Nähe des Spiritismus zu stellen.

Der krönende Abschluß ist eine Seibelsche Anrufung des Herrn mit den Worten: „Möge unser Herr der Herrlichkeit uns Weisheit und Urteilsvermögen in diesen letzten Tagen von wachsendern Konfusion und Irreführung verleihen.“ Verwiesen wird dann noch auf 1. Tim 4,1 „Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen“.

Damit wäre der Kreis geschlossen von dem Derek Prince, der anfangs noch als „brillianter Mann“ vorgestellt wurde, der viele gute Dinge gelehrt und gepredigt hat hin zu einem verführerischen Geist, der „teuflische Lehren“ vertritt und … „die Stimme Satans liebt“!

Bitte nun nicht glauben, dass ich als pietistischer Neo-Charismatiker alles was Herr Seibel gegen die Charismatiker schreibt ablehnen würde. Dem ist mitnichten so! Ganz im Gegenteil! Um mit den Worten Derek Prince´s zu sprechen: „Das Vollbringen von Wundern bestätigt nicht notwendigerweise die Wahrheit. Hier werden Charismatiker in Schwierigkeiten geraten, denn die meisten Charismatiker werden irgendetwas glauben, wenn es von einem Wunder begleitet ist. Und der Antichrist wartet nur auf sie … Es gibt nur einen Weg Wahrheit ermitteln und das geschieht über die Schrift“ Da liegen Seibel und Prince wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander. Hochinteressant fand ich beispielsweise auch einen Seibel-Artikel über Arnold Bittlinger einer Art Urgestein der GGE, der ich selber angehöre. Da werde ich noch prüfen müssen. Prüfen tue ich als Arzt im Übrigen auch vorzugsweise charismatische Wunderheilungen, wie beispielsweise Charles Ndifon in der Berliner Pfingstgemeinde Kirche am Südstern. Obwohl ich also bei der charismatischen Gemeindeerneuerung mitmache, sind für mich doch nicht alle charismatische Lehren mittragbar und ich sage das auch allen ganz offen.

Das andere Extrem ist aber, ALLES für Schlecht zu erklären, um es verwerfen zu können.

Für diesen Artikel wird sich Alexander Seibel einmal rechtfertigen müssen!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Diskussion zu diesem Thema auf jesus.de

Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören!