John Piper: Desiring God zum kostenlosen Download

Hallo an alle, ich möchte Euch ein sehr aufregendes Buch empfehlen – John Piper: Desiring God … Wahrscheinlich bin ich eh grad der letzte in der theologischen BlogosphĂ€re, der es liest. Über Facebook habe ich heute eine Meldung von John Piper erhalten, dass es ein paar Ă€ltere BĂŒcher von ihm jetzt zum kostenlosen Download gibt -> http://www.desiringgod.org/resource-library/online-books/by-language. Unter anderem eben die oben genannte 2003er-Version seines Klassikers „Desiring God“ -> http://s3.amazonaws.com/media2.desiringgod.org/resources/documents/1594/bdg.pdf
John Piper beschreibt darin seinen Weg zum christlichen Hedonisten, dessen höchstes Ziel es ist sich zu freuen an Gott und an der Anbetung Gottes. Die Kernbibelstelle ist Philipper 4,4 (Luther 1912): „Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!“

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
wanderprediger
John Piper: Desiring God zum kostenlosen Download

Baden-WĂŒrttembergs Pressesprecher wechselt zur CDU – Projekt PBC gescheitert?

Vom Wechsel des baden-wĂŒrttembergischen Pressesprechers der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) Andreas Schönberger in die CDU las ich gestern auf idea.de. Da er sich auch schon hier auf theocons.de an Diskussionen beteiligte, schrieb ich ihn an, um nĂ€heres ĂŒber seine Wechsel-Motive zu erfahren. In der Anlage nun seine detaillierte Antwort …
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
wanderprediger

Liebe Freunde und Bekannte,

schweren Herzens erklĂ€re ich heute meinen Austritt aus der PBC. Dieser Schritt ist endgĂŒltig und ich bitte Euch, mich nicht durch telefonische RĂŒckholungsversuche davon abbringen zu wollen.

Es hatten sich ja bereits in den letzten Monaten immer wieder unterschiedliche EinschÀtzungen im Hinblick auf programmatische und strategische Fragen ergeben, zuletzt im Hinblick auf die Frage, ob die PBC auch zur Bundestagswahl antreten solle.

Der entscheidende Grund fĂŒr meinen Austritt liegt darin, dass die PBC seit mittlerweile zwanzig Jahren bei bundesweiten Wahlen Ergebnisse von 0,1 bis 0,4 % einfĂ€hrt und auch bei Landtagswahlen noch nie ein Ergebnis von einem Prozent oder mehr erreicht hat. Es zeigt sich somit ĂŒberdeutlich, dass das Projekt PBC, was den zĂ€hlbaren Erfolg bei Wahlen angeht, als gescheitert angesehen werden muss. Ich sehe keine Aussicht auf eine Verbesserung dieser Zahlen bei zukĂŒnftigen Wahlen. Es gab – in sehr geringem Umfange – Erfolge im kommunalpolitischen Bereich. Dazu braucht es aber keine bundesweit organisierte christliche Kleinpartei – auf kommunaler Ebene ist es jederzeit jedem Christen möglich, sich mit seinen christlichen Überzeugungen in den bereits existierenden Parteien und WĂ€hlervereinigungen einzubringen.

Es reicht nicht aus, ein gutes, frommes Parteiprogramm zu haben, wenn man, weil man eine Splittergruppe ist, nicht ernst genommen wird und politisch nichts oder doch wenig erreicht.

Ich weiss, dass es ein schwieriger Weg ist, fĂŒr christliche Überzeugungen, z.B. fĂŒr das Lebensrecht der ungeborenen Kinder, in den etablierten Parteien einzutreten. Ich sehe aber dazu keine Alternative. Ich habe daher einen Antrag auf Mitgliedschaft in der CDU gestellt. Falls diesem Antrag stattgegeben wird, so werde ich mich als einfaches CDU-Mitglied fĂŒr meine christlichen Überzeugungen einsetzen, besonders bei den Christdemokraten fĂŒr das Leben und im Evangelischen Arbeitskreis der CDU.

Meine Kandidatur auf der Landesliste der PBC zum Bundestag ziehe ich hiermit zurĂŒck. Ich werde den Landeswahlleiter hierĂŒber informieren und bitte auch den PBC-Landesvorstand um Beachtung dieses RĂŒckzuges, auch bei der Einreichung des PBC-Wahlvorschlages. Es wĂ€re auch fĂŒr die PBC nicht gerade werbewirksam, wenn sich ein bekennendes CDU-Mitglied auf ihrer Liste befĂ€nde.

FĂŒr die freundschaftliche Zusammenarbeit möchte ich Euch allen ganz herzlich danken.
Möge der HERR Euch alle reichlich segnen!

Herzlich, Euer Andreas.
Baden-WĂŒrttembergs Pressesprecher wechselt zur CDU – Projekt PBC gescheitert?

Calvinjahr 2009? Völlig uncalvinistisch!

Es ist mir schon ganz peinlich, dass ich bisher noch nichts zum Calvin-Jahr 2009 geschrieben habe.
Wie zu erwarten hat die evangelische Kirche einiges zum Calvinjahr angeboten. Es gibt Karten mit Calvin-Klischees, Calvin-Kulis (mit gelehrtem Inhalt), es wurde sogar ein Calvin-Spielfilm gedreht und auf Amazon wird man plötzlich mit Literatur ĂŒber Calvin ĂŒberschĂŒttet, wĂ€hrend man bis vor wenigen Monaten fast nichts bekam.
ZunĂ€chst einmal das Positive: seit vielen Jahren ist Calvins Standardwerk, die Institutio, wieder neu zu erwerben. Dass dieses Buch auf deutsch so lange vergriffen war, dĂŒrfte ein beredtes Zeugnis dafĂŒr sein, wie unpopulĂ€r Calvin in Deutschland ist. Um so erfreulicher, dass dieses wirkmĂ€chtige Werk wieder zu haben ist.
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TIME: Neo-Calvinismus im Trend …

Aus dem TIME-Magazin wird hier auf TheoKonservativ ja gerne mal zitiert. Ich erinnere nur an die Wahl von G.W. Bush zum Mann des Jahres 2004 oder die Titelstory ĂŒber die 25 einflußreichsten Evangelikalen in den USA. Das evangelikale Medienmagazin pro berichtet nun, ĂŒber eine interessante Trendschau in der aktuellen TIME-Ausgabe. Es werden dort 10 Ideen vorgestellt, die gerade die Welt verĂ€ndern. Auf Platz 3 findet sich nicht – wie man anhand der weltweiten Missionserfolge denken wĂŒrde – die charismatisch-pfingstlerische Lehre, sonderen interessanterweise der Calvinismus. Als BegrĂŒndung liefert TIME-Autor DAVID VAN BIEMA fĂŒr mich nicht nachvollziehbar, an erster Stelle die Tatsache, dass in der christlichen Pop-Musik nicht mehr der Kumpel-Jesus der 80er im Vordergrund stehe, sondern der kleine unscheinbare Mensch im Gegensatz zum großen AllmĂ€chtigen.

Wer jetzt denkt, als nĂ€chstes mĂŒsse aber eine wasserdichte BegrĂŒndung folgen, erhĂ€lt im Anschluß leider nur ein paar Äußerungen von zwei Meinungsbildnern der us-evangelikalen Szene:
Ted Olsen, Chefredakteur von „Christianity Today“, etwa habe geschrieben: „Jeder weiß, wo die Energie und die Leidenschaft in der evangelikalen Welt steckt.“ Ähnliche Ansichten vertreten die „Pioniere“ des Neu-Calvinismus, John Piper aus Minneapolis, Mark Driscoll aus Seattle und Albert Mohler von der „Southern Baptist Convention“. Die Bibel, die Calvinisten bevorzugen, die „ESV Study Bible„, sei nach ihrem ersten Druck ausverkauft gewesen, und Weblogs von Reformierten wie „Between Two Worlds“ seien unter Christen sehr beliebt.
Collin Hansen, Autor des Buches „Young, Restless, Reformed: A Journalist’s Journey with the New Calvinists„, schrieb: „Viele junge Menschen wuchsen in einer Kultur von Zerbrochenheit, Scheidung, Drogen oder sexuellen Versuchungen auf. Sie haben viele Freunde: Was sie brauchen, ist Gott.“ Albert Mohler sage: „In dem Moment, wo jemand Gott biblisch definiert, kommt er zu SchlĂŒssen, die traditionell calvinistisch sind.“

Ich gebe gerne zu, dass ich selber teilweise von calvinistischem Denken geprĂ€gt wurde und mich die reformierten Diskurse – vor allen in den USA – interessieren. Von einem neuen Megatrend bin ich jedoch noch nicht wirklich ĂŒberzeugt. Ich muss jedoch zugeben, dass die Calvinisten in den USA sich zur Zeit sehr intensiv und konstruktiv mit dem Thema KULTUR und POSTMODERNE auseinandersetzen und trotzdem in der Diskussion mit dem „Lager“ der Emerging Church die entscheidenden Grenzen ziehen, ohne gleich das Kind mit dem Bade auszuschĂŒtten. Diese souverĂ€ne und ĂŒberlegene Diskussion mit den jungen Wilden der emerging-church-Bewegung könnte fĂŒr eine weltweite Aufwertung mitverantwortlich sein. LetÂŽs wait and see!

Die charismatische Bewegung ist meiner Meinung nach zur Zeit gemeinsam mit einigen ihrer angesehendsten Leiter wie z. B. Rick Joyner und Peter Wagner in einer GlaubwĂŒrdigkeitskrise: Hat man sich vom Todd-Bentley-Lakeland-Skandal aus dem letzten Sommer noch nicht richtig erholt … da gibt es schon wieder neue Nachrichten: Nach der Scheidung von seiner Frau Shonnah hat der umstrittene Erweckungsprediger jetzt wieder geheiratet, und zwar seine Mitarbeiterin Jessa Hasbrook, mit der er eine AffĂ€re hatte.

Charisma-Herausgeber Lee Grady schreibt dazu:
„…haben wir Charismatiker anscheinend immer noch die Angewohnheit, Gaben höher zu bewerten als den Charakter. Es ist fast so, als wĂŒrde der Zweck die Mittel heiligen. (Wenn ein Prediger die eigene Ehe ruiniert, sich schnell scheiden lĂ€sst und eine JĂŒngere heiratet, dann ist das Wichtigste, ihn schnell wieder auf die Kanzel und zur Krankenheilung zurĂŒckzuholen). Das ist eine Perversion biblischer IntegritĂ€t. Gott kann jedem Gaben des Heiligen Geistes geben, [vonnöten] sind ehrenhafte GefĂ€ĂŸe, die diese Gaben in WĂŒrde, Demut und Reinheit tragen.“
Dem ist zunĂ€chst erst mal nichts weiter hinzuzufĂŒgen …
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
wanderprediger

TIME: Neo-Calvinismus im Trend …

Ist der Buddhismus eine Religion?

Es gibt Begriff, die sind unklar und daher schwer zu definieren (z.B. „Globalisierung“, „gut“, „Freund“…). Andere können wir hingegen einigermaßen einfach definieren ( z.B. „Kugel“) weil wir eine klare Vorstellung von der bezeichneten Sache haben. Aber es gibt auch FĂ€lle, in denen wir zwar einen klaren Begriff haben, aber zu einer Definition kaum imstande sind. Z.B. wenn wir die eigenwillige Wohnung von Siggi beschreiben wollen und jeden einzelnen Gegenstand noch vor uns sehen und einem dritten erklĂ€ren wollen, wie die Wohnung so ist. Dann haben wir das GefĂŒhl, es liegt uns auf der Zunge, aber da liegt garnichts, und so sagen wir schließlich: „sie ist einfach typisch Siggi!“
Und jeder, der Siggi kennt, weiß, was gemeint ist. Wer ihn nicht kennt, hat natĂŒrlich keine Ahnung. Er wĂŒrde an der Wohnung natĂŒrlich auch nichts typisches entdecken und fĂ€nde vermutlich noch nicht einmal einen Begriff, unter dem er die Wohnungseinrichtung gut fassen könnte.

Das ist ein Beispiel fĂŒr einen Fall, in dem man einen Gegenstand nicht ĂŒber seine Eigenschaften definieren kann, sondern ihn ĂŒber die Eigenschaften eines Dritten definieren muss.
Jeder, der schon mal verliebt war, kennt das GefĂŒhl, durch alle möglichen Personen oder GegenstĂ€nde an den geliebten Menschen erinnert zu werden, wo ein Außenstehender keine Chance hĂ€tte, diese geheime Verbindung der Dinge und Personen zu erkennen. Bei der einen erinnert ihn die Stimme, bei der anderen vielleicht die Form der FingernĂ€gel oder sogar ihr Auto an sie.

Und genau dieser Fall scheint mir auch bei dem Begriff „Religion“ vorzuliegen: jeder hat eine ziemlich klare Vorstellung davon und hat vielleicht sogar den Eindruck, es könne nur eine Formsache sein, hier noch eine Definition zu finden. Und erst bei nĂ€herem Hinsehen fĂ€llt auf, dass es kein Element gibt, dass alle gemeinsam haben. Es sei denn, man formuliert es so vage, dass der Begriff nicht mehr von einer „Weltanschauung“ zu trennen und letztlich uninteressant ist.
FĂŒr dieses PhĂ€nomen ist es die naheliegendste und beste ErklĂ€rung, von einem Urbild auszugehen, also einer Religion, die gleichsam zum Modell fĂŒr jede sogenannte „Religion“ wurde, weil sie alle Gedanken, die auch in anderen Religionen auftauchen, in der klarsten Weise enthĂ€lt.

Ich möchte dies anhand des Buddhismus etwas ausfĂŒhrlicher zeigen:
Der Buddhismus bereitet dem Definitionssucher eine besondere Schwierigkeit, weil er keinen Gott kennt und auch kein Jenseits, wie wir es verstehen. Denn „Jenseits“ drĂŒckt die Trennung und Unterscheidbarkeit von einem Diesseits aus, die der Buddhismus m.W. so nicht kennt.
Und dennoch zögert kaum jemand, den Buddhismus als Religion zu bezeichnen. Warum? Weil er dem Christentum Ă€hnlich sieht. Das mag auf den ersten Blick ĂŒberraschen, aber wenn man aus dem Christentum den persönlichen Gott wegdenkt, erhĂ€lt man eine Religion, die dem Buddhismus sehr Ă€hnlich sieht, und zwar Ă€hnlicher als jede polytheistische Religion.
Das Gebet wird dann zu einer Übung, bei der der GlĂ€ubige keinen Kontakt mit einer Person sucht, sondern bemĂŒht ist, die vermeintliche Pespektive eines Gottes selbst einzunehmen, der das Wesen aller Dinge versteht und so zur Erleuchtung gelangt. Aus dem Gebet ist die Meditation geworden. In beiden FĂ€llen nimmt die Seele fĂŒr eine Zeit Urlaub vom Leben auf der Erde und erhĂ€lt einen kleinen Vorgeschmack von dem oder auf das, worauf ihre Hoffnung ruht.

Nimmt man der christlichen Ethik den persönlichen Gott, wird aus dem moralischen Anspruch eine mechanische Konsequenz. D.h. negative Konsequenzen kommen nicht aus dem Zorn Gottes, sondern aus dem Handeln des Menschen. Sie sind keine „Strafe“ sondern „Folge“, mechanisch, notwendig und vor allem unpersönlich.

Dadurch entsteht aber das Problem, wie man mit dem Versagen des Menschen umgeht, denn Gnade kann es im Buddhismus nicht geben. Die Lösung bietet die Wiedergeburt, bei der jeder Mensch in beliebig hĂ€ufiger Folge zum perfekten Menschen werden kann. Im Christentum kennen wir diese Konzeption aus der Katholischen Kirche. Auch hier wurde das Heil Gottes mechanisiert und zu einem Heils-Algorithmus pervertiert, der fĂŒr Gott wenig Raum ließ. Das Problem der fehlenden Gnade löste man hier durch die Erfindung des „Fegefeuers“, bei dem die schlechten Taten noch weggebrannt werden können, bevor die Seele des GlĂ€ubigen dann zu guter Letzt doch noch in den Himmel kann. Der Buddhismus hat das Fegefeuer hingegen auf die Erde verlegt und lĂ€sst den Menschen hier fĂŒr seine Vergehen bĂŒĂŸen, bis der Mensch vollkommen und – wie ein Christ sagen wĂŒrde – „heilig“ ist.

FĂŒr einen Christen bietet der Buddhismus daher einen sehr großen Wiedererkennungeffekt und er wird ihn als Religion bezeichnen, ohne vielleicht genau zu wissen, wieso. Bei anderen Religionen ist der Vergleich noch einfacher, weil sie meistens die Verehrung eines Gottes kennen und sich mit der Frage nach Schuld und SĂŒhne, GĂŒte und Jenseits beschĂ€ftigen.

Es ist daher nicht erstaunlich, dass die Religionswissenschaft auf christlichem Boden – wenn auch nicht von Christen – entwickelt wurde. Denn das Christentum bietet zwar kein genuines Interesse an dem Religionsvergleich, aber es bietet das Urbild, durch das ĂŒberhaupt der zu erforschende Gegenstand erkennbar wird.
Wieviel VergnĂŒgen einem Christen allerdings die BeschĂ€ftigung mit anderen Religionen, zeitgenössischen und antiken, bietet, werde ich vielleicht in einem weiterem Beitrag zeigen.