Nein zu schwul-lesbischen Zensur-Forderungen für den „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“

Am 20. Mai beginnt in Marburg der „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“. Schwulen- und Lesbenverbände sowie linksorientierte Kreise werfen dem von der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (Frankenberg/Nordhessen) veranstalteten Kongress vor, dass dort Referenten auftreten, „die Homosexuelle zu Heterosexuellen therapieren wollen“ und stellen Verbots- und Zensur-Forderungen für diese Veranstaltung auf. Als Gegenreaktion wurde am 20.04.09 von 370 Persönlichkeiten die „Initiative für Freiheit und Selbstbestimmung“ gestartet. Eine Online-Unterzeichnung der Erklärung ist möglich …

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

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Wunderheiler Charles Ndifon in der Südsterngemeinde Berlin

Hier noch mal aus gegebenen Anlass zur Dokumentation ein älteres Posting von mir, was ich im Mail 2004 im Anschluß an ein Wunderheiler-Event in der Südsterngemeinde in Berlin niedergeschrieben habe …

Liebe Geschwister,
sicherlich kennen einige von Euch die Erweckungs-Initiative The Call [-> http://www.thecall.com ]. Sie ist am 16. August 2003 auch sehr kraftvoll vor dem Brandenburger Tor in Berlin für Deutschland initialisiert worden.
„The Call“ ist eine Fasten- und Gebetsbewegung die durch das Wirken unseres Herrn ein geistliches Erwachen bewirken will … Ich kann deren Ziele nur unterstützen.
Einige der deutschen The-Call-Macher organisieren Holy Revolution [-> http://www.holyrevolution.de ], die zum Ziel hat, den einzelnen Teenager und Jugendlichen freizusetzen. In seiner Beziehung zu Jesus und in einen Lebensstil von Buße, Fasten, Gebet und Versöhnung.

Hierzu fand am Freitag abend (28.05.04) um 20:00 in der Südsternkirche in Berlin die Auftaktverantstaltung der Pfingstkonferenz „Passion“ statt.
Dort trat nach einem anfangs akkkustisch vollkommen übersteuerten Auftakt gegen Ende der Verantstaltung ein bekannter Evangelist und Heiler namens Charles Ndifon auf, der im Laufe des Abends begann kranke Menschen zu heilen. Da ich selber Christ und Arzt bin und selbstverständlich an die Gabe der Heilung glaube, habe ich mich natürlich ganz besonders dafür interessiert und bin unvoreingenommen nach vorne zur Bühne gegangen, um mir die Heilungen aus der Nähe anzusehen.

Ich muss sagen, ich bin enttäuscht.

Ich habe drei Fälle ganz besonders genau beobachtet und werde zwei weitere Fälle von „Heilungen“ mir bekannter Personen weiter beobachten. Bei den drei Fällen handelte es sich um eine Oberarmfraktur, ein Fall von extremen Rückenschmerzen und einen Fall von Blindheit. In allen drei Fällen hab ich es so empfunden, als sei alles eine grosse Manipulation (der Patienten und des Publikums) gewesen.

Die Frau mit dem Rückenschmerzen …
… wurde von Charles Ndifon dazu gebracht, sehr sehr schnell auf der Stelle zu laufen und sich im Wechsel zu bücken und wieder aufzurichten. Die Frau tat dies unter schmerzverzerrtem Gesicht … unter „Halleluja“-Rufen des Wunderheilers wurde das jedoch schon als Erfolg verbucht und begeistert begann das Publikum zu applaudieren. Dass die Kranke dann immer noch ganz leise erklärte, dass sie noch Schmerzen habe ging unter dem lauten Gejohle über die Heilung unter … ich glaube man einigte sich darauf, dass es schon etwas besser geworden sei … Abgang unter Jubel ….

Die blinde Frau …
… erklärte nach einigen Prozeduren des Wunderheilers vollkommen ergriffen, dass sie mittlerweile schon hell und dunkel unterscheiden könne. Ich habe mich anschliessend so ca. 10 Minuten mit dieser Frau unterhalten. Sie ist Mitglied der Berliner Südsternkirche und sie erzählte mir, dass Jesus sie aus einer tiefen Depression herausgeholt habe … Ich glaube Ihr .. das war keine Depressive mit der ich geredet habe gestern. Aber immer wieder meinte sie, meine Hand vor ihren Augen zu bemerken …. Dem war jedoch nicht so, sie irrte sich, ich hielt meine hand während des ganzen Gesprächs unten … Die Frau wurde am Ende der Veranstaltung von einer Begleiterin aus der Südsternkirche herausgeführt. Sie war so blind wie zuvor.

Die Frau mit dem Oberarmbruch
… bekam von Charles Ndifon als erstes ihren Glichrist-Verband abgenommen. Unter dem riesigen Beifall des Publikums brachte der Wunderheiler die Patientien dazu unter schmerzverzerrtem Gesicht Pendelbewegungen mit diesem Arm durchzuführen … die natürlich bei einem solchen Bruch noch möglich sind. Sie wurde unter riesigem Beifall als geheilt von der Bühne entlassen. Ich bin anschliessend zu Ihr gegangen und habe sie gefragt ob sie das Gefühl habe dass der Bruch geheilt sei. Sie verneinte das und ihr einziges Bedürfnis war es, Ihren Gilchrist-Verband wiederzubekommen, den man ihr abgenommen habe, da sie mittlerweile sehr grosse Schmerzen hatte. Ich ging zu einem der Südsternleiter und arrangierte es, dass sie im Anschluss an den Ndifon-Heilungsdienst diesen Verband wiederbekommen könne.

Fälle, die ich beobachten werde …
eine mir bekannte Frau und das Kleinkind einer Bekannten, beide seit Geburt taub sind angeblich geheilt worden. Ich möchte mir noch kein endgültiges Urteil erlauben, bin aber äusserst skeptisch …

Überhaupt die Tauben …
Meistens waren sie nur auf einem Ohr taub. Im Prinzip testete Ndifon den Heilungserfolg immer folgendermassen: Er liess die Patienten das gesunde Ohr zuhalten und schnippte direkt neben dem kranken Ohr mit den Fingern, wenn sie das Finger-Schnippen hören konnten ging er zwei bis drei Schritte zurück und schnippte wieder bzw. zählte auf englisch oder sagte Amen … meist konnten die Patienten dies immer noch hören. Allerdings müssten, nach meiner Einschätzung die Geräusche immer gleich laut sein, denn auf der ganzen Bühne waren dutzende Mikrophone eingeschaltet, die egal wo der Wunderheiler stand, immer dieselbe Lautstärke über die Verstärkleranlagen herausgab.

OK. Soviel hierzu … Im übrigen hätte ich erwartet, dass Ndifon „im Namen Jesus Christus“ über den Patienten Heilung aussprechen würde. Dies habe ich jedoch während der ganzen Veranstaltung nur ein einziges Mal aus seinem Mund vernommen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass in alle Heilungsfällen, die ich persönlich nachverfolgt habe aus medizinischer Sicht keine Heilung stattgefunden hat. ausserdem muss ich sagen, dass die ganze Heilungsveranstaltung sehr suggestiv gestaltet war, für die Patienten genauso wie für das Publikum. Ich habe einen der Südstern-Leiter gebeten, dass er Gemeindemitglieder mit der Gabe der Geistunterscheidung zusammenrufen solle, um die Veranstaltung zu prüfen und diese gegebenenfalls bitte abbrechen lassen möge. Aber er meinte nur sichtlich nervös, dass er pesönlich schon viele Ndifon-Heilungen mitbekommen habe … offensichtlich war er vollkommen von diesem Mann überzeugt.

Bitte nicht missverstehen … Es geht mir nicht darum, komplette medizinische Heilungen von Christen, die diese Gabe vom Heiligen Geist empfangen haben anzuzweifeln. Im Gegenteil! Ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Ärzten, die glauben dass dies möglich ist, da die Bibel uns an vielen Stellen davon berichtet.

Aber … Es gibt gerade in charismatisch-pfingstlerischen Kreisen [zu denen ich mich mittlerweile übrigens auch zugehörig fühle] eine extrem starkes Bedürfnis solche Wunder „live“ zu erleben.

Meine Empfehlung, bei solchen Veranstaltungen: Ein starkes Team von Geschwistern mit der Gabe der Geistunterscheidung zusammenzustellen, die auch die Autorität haben, solche Veranstaltungen einfach abzubrechen, wenn sie bemerken, dass da Suggestion läuft und die Sache einfach nicht von Gott kommt. Ausserdem, warum nicht einfach ein Team von erfahrenen (christlichen) Ärzten einladen, die die Ergebenisse gleich medizinisch überprüfen.

The Call bzw. Holy Revolution/Passion sind absolut unterstützenswerte Initiativen, ich möchte nicht, dass ein gegenteiliger Eindruck entsteht. Um so wichtiger ist es meiner Meinung nach, dass peinlich genau darauf geachtet wird, dass bei diesen Veranstaltungen alles geprüft wird. Diesen Eindruck hatte ich gestern nicht. Ich bin jedoch selbst nur ein Mensch und damit fehlbar. Ich habe nur einen kleinen Ausschnitt beobachtet. Dort gab es jedenfals keine Heilung. Nur hierüber kann ich berichten …

Mit brüderlichen Grüssen
wanderprediger

Heilungsritus von Martin Luther entdeckt

Hallo liebe Geschwister,
leider wird ja in unseren evangelischen Landeskirchen kaum noch das Krankengebet nach Jakobus 5,13ff [-> http://www.bibel-online.net/buch/59.jakobus/5.html#5,13 ] geschweige denn die Krankensalbung praktiziert. Grundsätzlich war ich immer der Meinung, dass schon Martin Luther diesbezüglich sehr „nüchtern“ gewesen sei. Bei meinen Recherchen zu einem „Heilungs“-Vortrag aus biblischer Sicht habe ich jetzt aber auf eine Art verschütteten „Heilungsritus“ bei Martin Luther entdeckt. [-> http://www.healingrooms-hanau.de/resources/luther-heilungsgebet.html ] Dieser Text, den Ihr in der Anlage zu diesem Posting findet, wird auch in zusammengefasster Form erwähnt in dem sehr empfehlenswerten Buch „Wenn Gott nicht heilt“ von dem „Landeskirchler“ Roland Scharfenberg, mit dem ich mich zur Zeit hauptsächlich auf den Vortrag vorbereite. Letztendlich handelt es sich bei dem Luther-Text um einen Brief an den Pfarrer Schulze zu Belgern, in dem Luther genau erklärt, wie sich der Pfarrer einem „unheilbar“ erkrankten Gemeindemitglied gegenüber verhalten sollte.
Kaum ein evangelischer Pfarrer wird heutzutage diese Anweisung Luthers noch kennen. Wer möchte, kann daher über -> http://www.gemeindeatlas.de die E-Mail seines Pastors raussuchen und ihm diesen „Heilungsritus“-Brief von Luther zumailen.
Bitte gebt in Eurer E-Mail auch die genaue Quelle des Luther-Briefes an:
Luther, Martin. „An den Pfarrer Schulze zu Belgern“. Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften 21b. Hg. Joh. Georg Walch. St. Louis: Concordia, 1904 3172-73

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger [ http://www.youtube.com/watch?v=TsPh_8Dxl3E ]

Dem würdigen Ern. Schulzen, Pfarrer zu Belgern, meinem günstigen, guten Freund. Gnade und Friede im Herrn und Jesus Christus!

Ehrwürdiger Herr Pastor!
Es hat mir der Schösser zu Torgau und der Rath zu Belgern zugeschrieben und vor die Frau Hans Kornerin gebeten, ihr guten Rath und Trost zu geben, damit ihrem Manne möchte geholfen werden. Nun weiss ich wahrlich keinen weltlichen Trost, und wo die Ärzte nicht Hülffe wissen, so ist es gewiss nicht eine schlechte [d.h. gewöhnliche] Melancholie, sondern vielmehr ein versuchlicher Angriff des Teufels, dem man durch Gebete des Glaubens in der Kraft Christi begegnen muss. So machen wir es und pflegen es so zu machen. Es war nämlich hier ein Schmuckkästchenmacher so (wie Herr Korner) vom Wahn ergriffen. Den haben wir durch das Gebet in Christus geheilt. Darum mach es bitte folgendermaßen: Gehe hin zu ihm mit dem Hilfsprediger und zwei oder drei guten Männern – du in der gewissen Zuversicht als Inhaber des öffentlichen geistlichen Amtes und als Ortspastor -, lege ihm die Hände auf und sprich: „Friede sei mit dir, lieber Bruder, von Gott, unserem Vater, und vom Herrn Jesus Christus!“ Danach bete mit vernehmlicher Stimme über ihm das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Zum Abschluss sage dann: „Gott, allmächtiger Vater, der du zu uns gesagt hast durch deinen Sohn:, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas in meinem Namen bittet, so gibt er es euch‘- und ein ander mal durch ihn uns geheissen und genötigt hast zu beten: ,Betet und empfanget‘, ebenso Psalm 50,15: ,Rufe mich an am Tage der Trübsal, und ich reiße dich heraus, und du verherrlichst mich‘ -, darum beten wir unwürdigen Sünder auf das Wort und den Befehl deines Sohnes zu deiner Barmherzigkeit mit aller Kraft unseres Glaubens: würdige diesen Menschen, dass du ihn von allem Übel befreist und das Werk Satans in ihm zerstörst zur Ehre deines Namens und zum Wachstum des Glaubens und der Heiligen durch denselben unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.“

Dann gehe weg, lege ihm die Hände auf und sage noch einmal: „Die Zeichen, die denen, die da glauben, folgen, sind diese: auf die Kranken legen sie die Hände, und es geht ihnen gut.“ Dieses wiederhole bis zu dreimal täglich. Außerdem bete im Gemeindegottesdienst von der Kanzel, bis Gott erhört. Wir vereinigen uns ganz und gar in Fürbitte und Gebet mit aller unserer Glaubenskraft unaufhörlich in Gott. Lebwohl! Einen anderen Rat habe ich nicht, der ich bin – usw. 1545

Heilungsritus von Martin Luther entdeckt

Seminar: Als Christen Demenzkranke begleiten

Mit der steigenden Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft ist eine rapide Zunahme von Demenzkranken zu beobachten. Als Ärzte und Pflegende werden wir zunehmend mit teilweise irritierenden Verhaltensweisen von diesen Menschen konfrontiert, die uns – wenn wir ehrlich sein – oft an unsere eigenen Grenzen führen. Diese Entwicklung fordert uns gerade im Umfeld diakonischer Organisationen heraus, hier insbesondere aus christlicher Perspektive nach Antworten und Wegen zu suchen. Welche Rolle spielt unser „Christ Sein“ beim Umgang mit diesen Patienten? Welche seelsorgerlichen aber auch praktischen Ansätze in der Begleitung Demenzkranker und ihrer Angehörigen gibt es für uns? Wie ist Demenz aus Sicht der Christlichen Heilkunde zu verstehen?
„Christen im Gesundheitswesen“ eine bundesweite, konfessionsübergreifende Initiative von Mitarbeitern im Gesundheitswesen versprach in ihrem einladungsflyer zu dem Seminar „Als Christen Demenzkranke begleiten“ am 24.06.2006 in Berlin Antworten auf diese Fragen zu geben.

Zunächst ein paar persönliche Anmerkungen zu meiner Motivation dieses Seminar zu besuchen: Ich selber arbeite als Arzt in der geriatrischen Rehabilitationsklinik und wurde schon so manche Nacht zu einem demenzkranken Patienten gerufen, der vollkommen verwirrt, misstrauisch und verängstigt, laut schreiend kurz davor stand die ganze Krankenstation aufzuwecken. In der Regel führen hier meistens bestimmte sedierende Medikamente zum Ziel. Überaschenderweise hilft aber manchmal auch ein „Vater unser“ … sogar bei vermeintlich „hoffnungslosen“ Fällen. Demenz bedeutet auch immer Strukturverlust. Wir vergessen oft, dass gerade bei älteren Patienten noch tief verwurzelte christlich-spirituelle Erfahrungen und Eindrücke abrufbar sind, auf die wir demenzerkrankte Menschen wie auf schützende Inseln inmitten von Stahlgewittern des Chaos und der Bedrohung führen können. Wir vergessen auch oft in unserem hektischen Berufsalltag, dass Gott diese Menschen liebt und dass wir ihn gemeinsam um Hilfe bitten können, einzugreifen in diese Not.

Ich besuche also dieses Seminar: Es beginnt an einem schönen sonnigen Samstagmorgen in den Räumen der Lukasgemeinde in Berlin-Schöneberg. Es sind etwa 70 Teilnehmer anwesend. Schätzungsweise 2/3 der Teilnehmer kommen aus den typischen Gesundheitsberufen ungefähr 1/3 sind Angehörige von Demenzkranken.
Dr. med. Schiffner ist Internist und Oberarzt an einer geriatrischen Klinik in Hamburg. Er ist der Leiter von „Christen im Gesundheitswesen“ und beginnt die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung und einem Gebet.

Anschließend hält er einen gut strukturierten Vortrag über die medizinische Aspekte der Demenz, der nochmal alle wesentlichen fachlichen Details bringt.

Der zweite Vortrag wird von Frau Adriana Hasenberg, einer Wohnbereichsleiterin in der Gerontopsychiatrie und Dozentin an der Wannsee-Akademie zum Thema…“Pflege der Menschen mit Demenz anhand des Grundsätze-Modells – eine Quintessenz der Erfahrung segregativer Betreuung“ gehalten. Es geht schwerpunktmäßig um auf den gerontopsychiatrischen Pflegealltag adaptierte Handlungsleitsätze und Prüfraster aus der Theoriebaukasten eines gewissen Prof. Erwin Böhms, der offensichtlich ein eigenes Fachgebiet die psychobiographische Pflegetheorie entwickelt hat. Das Ganze wurde allerdings von der ausgesprochen sympathischen Referentin sehr herzlich und mit Verve vorgetragen. Zitat:“Jeder Verhaltensauffälligkeit liegt eine seelische Komponente zugrunde. Der Mensch mit Demenz wird von drei, hauptsächlichen inneren Zuständen geplagt: von Angst, von Leere/Chaos und von massivem Identitätsverlust. Der Mensch mit Demenz und seine Betreuer befinden sich in Interaktion nach dem Resonanzprinzip.“ Sicherlich sind das essentielle Hinweise für den Umgang mit Demenzkranken, mir fehlte jedoch der explizite Brückenschlag zu unserer christlichen Perspektive und letztlich blieb mir der Ursprung der Lehren dieses Prof. Böhm ein wenig suspekt.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war in meinen Augen ein brillianter Vortrag über die Christliche Heilkunde, die Weltanschauungen im modernen Gesundheitswesen und ihr Einfluß auf Pflege und Therapie von Herrn Dr. Schiffner. Es gibt keinen weltanschaulich neutralen Raum in der Medizin. Hinter jeder pflegerischen, therapeutischen oder medizinischen Handlung steht eine Weltanschauung. Im heutigen Gesundheitswesen sind das im wesentlichen: Rationalismus, Humanismus, Naturalismus, Esoterik und das christliche Menschenbild. Ist im Rationalismus nur der körperliche Horizont abgebildet, so kommt schon im Humanismus auch der seelische Horizont hinzu. Die mittlerweile im gesamten Gesundheitswesen sehr gut aufgestellte Esoterik bringt neuerdings auch den im Rahmen der Säkularisierung schon längst aufgegebenen geglaubten geistlichen Horizont wieder mit in das Gesundheitswesen. Aber Dr. Schiffner fragt zurecht: Sollen wir uns als Christen über diese New-Age-Erfolge freuen? Nach seinen Ausführungen tut das sicherlich kaum einer der Teilnehmer mehr. Die drängende Frage, die wir Christen uns stellen müssen lautet: Wo bleibt das christliche Menschenbild in der Medizin? Wir sind sehr dankbar für unsere Kollegen mit humanistischen Hintergrund, die uns täglich bei unserer anstrengenden Arbeit zur Seite stehen … aber wie unterscheiden wir uns eigentlich von Ihnen was das Menschenbild angeht? Beide Teile des sehr empfehlenswerten Vortrags können im Internet heruntergeladen werden unter
[->http://www.cig-online.de/publikationen/pub_artikel.htm ]
Der 4. Vortrag „Biblische Aspekte zu Altern und Demenz. Seelsorge mit demenzkranken Menschen“ kam von der sehr liebenswerten Schwester Rosa Maria Lochmiller einer Altenpflegerin mit dem Schwerpunkt Altenseelsorge und eine der Leiterinnen von „Christen im Gesundheitswesen„. Ich kann hier nur einige kurze Stichpunkte anführen: Altes Testament: Weisheit, Gerechtigkeit, Psalm 92,13-16 hohes Alter als Segnung Gottes. Aber auch: Gebrechlichleit Psalm 71.
Neues Testament: Positive Beispiele sind Simeon (Lukas 2,25) und Hanna (Luk 2,36). Vor allem aber: Jesus der sich den Schwachen zuwendet. Apostelgeschichte 2,17 „… und eure Alten sollen Träume haben“. Schwester Rosa sieht das als Berufung für die Alten in unserer Zeit: Der alte demente Mensch als prophetisches Zeichen: Er stellt unsere Gesellschaft in Frage … Demente … ein Heilmittel für unsere Gesellschaft. Lassen wir uns in Frage stellen? OK ich breche hier lieber ab, denn ich sehe Apg 2,17 doch wesentlich anders als die Referentin, die allerdings für ihre provozierenden Thesen mitunter viel Beifall erntet.
Nach der Mittagspause fangen die Vertiefungs-Workshops an. Ich besuche den Workshop von Frau Hasenberg „Kann ich verhaltensauffällige demente Menschen betreuen? Ein Nachdenken über Berufung.“ … jedoch nur, weil mir die Referentin so sympathisch war. Es geht um Berufung und es geht diesmal um die praktische Anwendung der Prüfraster im gerontopsychiatrischen Umfeld: Bin ich angstfrei, bin ich „bei mir“? Führt das, was ich sage und tue bei meinem Gegenüber zu mehr Vertrauen, Ordnung und Erinnerung seines Ichs? Besonders für Angehörige war dieser Teil des Seminars sicherlich sehr fruchtbringend. Parallel hierzu fand ein anderer Vertiefungs-Workshop statt mit dem Titel Seelsorgerliche Aspekte in der Demenzbegleitung.

Im Ausklang wurde noch die Organisation Christen im Gesundheitswesen sowie deren Regionalgruppe in Berlin vorgestellt [Kontakt: Dr. Ruth Jeutner, Tel: 030-39877665] und über das Seminar als Ganzes diskutiert. Es wurde für weitere Seminare in Aussicht gestellt, stärkere Schwerpunkte auf die eigentlich Christliche Perspektive zu legen und auch den internationalen Boom in der medizinischen Literatur bzgl. der Christlichen Heilkunde näher zu beleuchten. Mir persönlich war noch wichtig darauf hinzuweisen, dass im Rahmen eines zunehmend geförderten bürgerschaftlichen Engagements ( Stichwort civil society) auch wir Christen ein stärkeres Engagement von Ehrenamtlicher Arbeit für Demenzkranke bzw. Kranke überhaupt leisten könnten [z.B. Jak 5,14]. Modellprojekte, die erfolgreich eine Vernetzung von Freiwilligen aus christlichen Gemeinden mit Krankenhäusern und anderen Strukturen im Gesundheitswesen umsetzen, könnten bei der nächsten Demenz-Veranstaltung dann vorgestellt werden.

Psalm 71
Bitte um Gottes Hilfe im Alter
1HERR, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zuschanden werden. 2Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir! 3Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein aFels und meine Burg.
4Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. 5Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 6Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. 7Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke Zuversicht. 8Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich. 9Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. 10Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander 11und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter! 12Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen! 13Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen. 14Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm. 15Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann. 16Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein. 17Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. 18Auch aim Alter, Gott, verlaß mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen. 19Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich? 20Du lässest mich erfahren viele und große Angst und bmachst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. 21Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
22So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du aHeiliger Israels. 23Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen. 24Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.
Seminar: Als Christen Demenzkranke begleiten

Peter Wenz: Geistliche Aufbruchstimmung in Deutschland …

Peter Wenz leitet die Biblische Glaubens Gemeinde (BGG) in Stuttgart, die mit über 3000 Gottesdienstbesuchern pro Woche als größte charismatische Gemeinde in Deutschland gilt. In der Zeitschrift „come“ schrieb er vor kurzem einen sehr optimistischen Artikel zu dem Thema, dass man in Deutschland zur Zeit eine deutliche Aufbruchststimmung gerade auch auf geistlichem Gebiet spürt:
Es braucht mutige Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder, die sich nicht nur mit einer positiven Aufbruchstimmung zufrieden geben, sondern den ganzen Weg zu einem geistlichen Durchbruch mitgehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus genügend Leute in diesem Land finden wird oder bereits gefunden hat, die bereit sind, von ganzem Herzen auf Ihn zu vertrauen, alte und unbewährte Dinge loszulassen, um dafür all das zu empfangen, was Gott für unser Land vorbereitet hat.
So ist es! 🙂
Mit freundlichen Grüssen
wanderprediger
Peter Wenz: Geistliche Aufbruchstimmung in Deutschland …