Was glaubt die Internetgemeinde?

Kennen Sie das Gefühl, sehnsuchtsvoll im Internet zu suchen, ohne genau zu wissen, was Sie eigentlich suchen? Das Internet bietet nicht nur schier unbegrenzte Informationen, sondern es frisst auch schier unbegrenzte Mengen an kostbarer Zeit – ohne dass wir diesen Verlust als solchen Empfinden. Woran liegt das?
Ich glaube, dass das Internet in der Lage ist, tiefere Sehnsüchte im Menschen anzusprechen, als diejenigen, die wir uns eingestehen, wenn wir gefragt werden. Das Internet bietet jedes erdenkliche Vergnügen, das man sich leisten kann und ist leichter zu erreichen, als ein Buch im Regal des gleichen Zimmers. Es bietet theoretisch unendliche Bekanntheit, unendliche Kontaktmöglichkeiten, Berufsmöglichkeiten, Studienkurse, Gesellschaft…und es bietet das Gefühl, nicht kontrolliert zu werden. Jeder kann sich schlecht benehmen und sexuelle Normen ignorieren, ohne dass er dabei blöd auffällt.
Das Internet bietet eigentlich alles, was man von einem virtuellen Paradies erwarten kann: alles ist theoretisch denk- und machbar. Es erfüllt die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies, von dem sich der Mensch noch nie so richtig verabschieden konnte. Diese Sehnsucht hat in der europäischen Geschichte schon die eigenartigsten Blüten getrieben: in den diversen okkulten Strömungen gab es immer wieder Versuche, in freizügigen Orgien, alle (insbesondere sexuellen) Tabus der Gesellschaft abzulegen und in einer ekstatischen Versammlung etwas von der ursprünglichen Freiheit zurück zu gewinnen. „Was glaubt die Internetgemeinde?“ weiterlesen

Schulmassaker: Killerspiele Metal Hassindustrie

… gerade hörte ich im Radio von einem Schulmassaker in Finnland … ohne es zu wissen … um wieviel wollen wir wetten dass es sich WIEDER um einen Täter handelt, der METAL hörte und KILLERSPIELE spielte?
Meine Frage an Dich lautet: Was wollen wir gemeinsam gegen diese Hasskultur … man kann auch sagen gegen diese Hassindustrie unternehmen?

http://blog.theocons.de/index.php/seuche-des-boesen-amok-laeufe-an-schulen [21.11.07]
Meine Prognose von damals:

„ok weiter … Denken wir mal 8 Jahre weiter … Meine Prognose: diese Amokläufe werden immer häufiger und brutaler, weil dieser Medien/Justiz-Komplex – anstatt durchzugreifen – die Täter zu Opfern macht und weil man unfähig ist die Wurzeln des Übels herauszureißen. Die Folge: Verdrängung … Aufgabe … Gewöhnung. Hurra, wir kapitulieren! Wir leben in einer Gesellschaft, die hochausgebildete Eliten dafür bezahlt für alle gesellschaftlichen Probleme Lösungen zu entwickeln. Ich will jetzt gar nicht eingehen auf liebevoll elaborierte Präventionsmodelle gegen Jugendgewalt von gut bezahlten deutschen Sozial-Ingenieuren. Meiner Meinung nach sind die meisten von ihnen blind für die wahren Ursachen der Amokläufe … blind weil sie unfähig sind in ihrem alles umarmenden Verständnis das Prinzip der Rebellion zu verurteilen, denn sie entstammen ja häufig selbst dem Zeitalter der Jugendrevolte und verklären diese autobiographisch …
Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen. … “

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

http://www.stern.de/politik/panorama/:Christian-Pfeiffer-Killerspielen-Die-Spiele-Psyche/587888.html
http://www.jesus.de/foren/read.php?f=5&i=116915&t=116915
http://www.jesus.de/foren/readframe.html?f=5&i=117776&t=116915
http://www.jesus.de/foren/read.php?f=5&i=119561&t=116915

Schulmassaker: Killerspiele Metal Hassindustrie

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
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3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Seuche des Bösen: Amok-Läufer an Schulen als Produkte der Hassindustrie

Liebe Geschwister,
wir schreiben das Jahr 8 nach Littleton.
Bei einem Terrorüberfall auf ihre Schule in Littleton im US-Staat Colorado töteten zwei Jugendliche mit Schusswaffen und Sprengsätzen 12 Mitschüler und einen Lehrer. 23 Personen werden verletzt. Die Attentäter begehen nach der Tat Selbstmord. Sprengfallen erschwerten die Bergung der Opfer. Beide spielten Killer-Spiele, hörten Metal- Gothic- und Industrial-Musik … mit Vorliebe die schrillen Werke des Hohepriesters der Satanskirche Marilyn Manson, und waren fasziniert von dem Okulten. Für mich war dieses Schulmassaker am 20. April 1999 in Littleton der Dammbruch zu einer neuen Epoche in der eine okult verstärkte Hassindustrie unsere Gesellschaft im Würgegriff hat.
Mittlerweile hatten wir Erfurt und es wurden glücklicherweise auch schon mehrere Amokläufe verhindert, wie z.B. der in Köln … in ganz Deutschland haben die Bürger Angst vor Nachahmern.
Was im bundesdeutschen Mediendiskurs dagegen aber immer wieder unschön auffällt, ist dass die Gefährder als Opfer hochstilisiert werden. Bekanntestes Beispiel ist Khaled el-Masri, der selbst als Brandstifter noch alles Mitleid dieser Zunft bekommt. Dieses TäterwirdOpfer-Ritual finden wir natürlich auch im Kölner Amoklauf-Fall, wo die Polizei jetzt für den Selbstmord des verhinderten Amokläufers verantwortlich gemacht wird. Von der Presse angestoßen, reagieren in einer Kaskade umgehend Dienstaufsicht und Justiz. Wer nicht mitmacht, wird abgestraft. Bis ein Untersuchungsausschuß zum Amokläufer-Selbstmord eingesetzt wird ist nur eine Frage der Zeit.
Wir leben in einer Art Ausnahmezustand. Unsere Gesellschaft wird angegriffen von aussen und von innen … von islamistichen Djihad-Terroristen und den Produkten der Hassindustrie
die durchgeknallt-nihilistischen Amok- und Jugendbanden-Terroristen. Wie will eine Gemeinschaft unter Beschuß ich gegen ihre Feinde wehren, wenn sie die, die ihre Kinder und Bürger schützen sollen … z.B. Bundeswehrsoldaten in Afghanistan oder Polizisten, die einen Amoklauf aufdecken reflexartig am liebsten wenn nicht gleich standrechtlich erschießen lassen, so doch öffentlich auf höchster Ebene abstrafen lässt?

OK weiter … Denken wir mal 8 Jahre weiter … Meine Prognose: diese Amokläufe werden immer häufiger und brutaler, weil dieser Medien/Justiz-Komplex – anstatt durchzugreifen – die Täter zu Opfern macht und weil man unfähig ist die Wurzeln des Übels herauszureißen. Die Folge: Verdrängung … Aufgabe … Gewöhnung. Hurra, wir kapitulieren!

Wir leben in einer Gesellschaft, die hochausgebildete Eliten dafür bezahlt für alle gesellschaftlichen Probleme Lösungen zu entwickeln. Ich will jetzt gar nicht eingehen auf liebevoll elaborierte Präventionsmodelle gegen Jugendgewalt von gut bezahlten deutschen Sozial-Ingenieuren. Meiner Meinung nach sind die meisten von ihnen blind für die wahren Ursachen der Amokläufe … blind weil sie unfähig sind in ihrem alles umarmenden Verständnis das Prinzip der Rebellion zu verurteilen, denn sie entstammen ja häufig selbst dem Zeitalter der Jugendrevolte und verklären diese autobiographisch …
Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen.

Die Tatsachen sind schon lange bekannt. Wer weitere Details lesen will, dem kann ich zwei historische Artikel empfehlen:
1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002, Nr. 100 / Seite 47
FRANK SCHIRRMACHER: Die Hassindustrie
Eine Emotion wird Ware: Das Internet gibt Mördern das Gefühl, nicht alleine zu sein.
„Hier ist der Kern jener „Haß“-Industrie, über die künftig zu reden sein dürfte: Sie reicht von politischen Extremismen über die Spielefabrikanten, Internetgemeinschaften bis hin zu den einzelnen, die auch noch eine Botschaft der Wut und des Hasses haben. Man wird diese Industrie niemals stillegen können. Aber man sollte wissen, daß sie existiert: aus Tausenden wütenden, haßerfüllten, kompromittierten, ängstlichen Usern, Sandkörner unter den Millionen im WorldWideWeb.“
http://www.mediengewalt.de/_arc/pre/faz/004-14.htm

2. Der Spiegel, 06.05.02
Lars-Olav Beier, Jörg Blech, Christoph Dallach, Ansbert Kneip, Helmut Sorge und Martin Wolf: „Die freie Hasswirtschaft“
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,194999,00.html

Selbstverständlich bin ich für Jugendschutz durch Verbote dieser Quellen. Aber ich erhoffe mir hiervon nicht mehr soviel, wie noch vor ein paar Jahren. Jedem ist mittlerweile aufgefallen, dass das Klima der Gewalt unter Jugendlichen nicht nachläßt, sondern das Gegenteil der Fall ist.
Es ist wie eine Seuche des Bösen, die immer mehr Jugendliche infiziert. Meiner Meinung nach können wir als Christen zwei ganz entscheidende Dinge tun:
1. Lasst uns regelmäßig beten für die Jugend in unserer Region, lasst uns beten für die Schulen in unserem Ort. Wir befinden uns in einem geistlichen Kampf [Eph. 6,12ff].
2. Lasst uns junge Menschen immunisieren gegen diese Seuche! Lasst uns verstärkt in Jugendevangelisation und Zellgruppengründung investieren. Das ist meiner Meinung nach ein lohnender Weg, dort sollten wir Christen unsere Energie investieren. Tut Euch mit Christen aus Eurem Ort, Eurer Gemeinde, Eurer Schule zusammen und gründet evangelisierende Hauskreise, ladet kirchendistanzierte Freunde ein und erzählt ihnen von Eurem Leben mit Jesus Christus …
… in Köln, Erfurt und in ganz Deutschland!

Mit brüderlichen Grüßen
wanderprediger
Seuche des Bösen: Amok-Läufer an Schulen als Produkte der Hassindustrie

Was ist eigentlich „Vernunft“?

Vernunft scheint eine der wenigen Dinge zu sein, die alle gut finden. Mit Vernunft werden politische und wirtschaftliche und natürlich jede Menge privater Entscheidungen getroffen. Ein Stückchen heile Welt in einer chaotischen Zeit? Vonwegen!

Wer an seiner Vernunft zweifeln möchte, muss sich nur einmal die belebte Geschichte dieses Begriffes ansehen: in der Antike wusste man noch am meisten über sie zu sagen. Hier erkannte man durch die Vernunft, dass die Planeten sich auf Kreisbahnen bewegen, dass das Sklaventum eine Grundfeste der Anthropologie ist und Frauen weniger Zähne haben als Männer (der Vorteil der Vernunft bestand nämlich darin, dass man sich nicht mehr die Mühe machen musste, dies nach zu prüfen).
Spaß beiseite. In den folgenden Jahrhunderten wurde die denkerische Grundlage „Vernunft“ immer dünner. Heute beschränkt man sich in der Philosophie eher darauf, Sprache zu analysieren. Mit einem gewissen Pathos wird der Begriff eigentlich nur noch verwendet, wenn es um Religion geht. Denn wenn man eines über die Vernunft sicher weiß, dann auf jeden Fall, dass sie nicht religiös ist und sich nicht auf Autoritäten stützt.
Wenn man so darüber nachdenkt, fragt man sich aber

1. Wieso soll es vernünftig sein, nicht auf Menschen zu hören, die mehr Ahnung haben als man selbst? Wir glauben ja Jesus beispielsweise, weil er Gott ist und seinen Vater kennt. Also ist es doch nur vernünftig sein Wort ernst zu nehmen, oder?
2. Wieso berufen sich vernünftige Menschen so gerne auf die „Aufklärung“, also eine intellektuelle Textsammlung von Männern, die dadurch selbstverständlich zu Autoritäten werden?

Und die dritte große Frage:
Ist „Vernunft“ demnach nichts weiter als eine Denkschranke, die nichts leistet, als religiöse Argumente zu verbieten?

Wirklich haarsträubend wird es aber erst, wenn man sich das Leben im inneren dieser Denkschranke ansieht: die Aufklärung hat, was die wenigsten wissen, weil der Geschichtsunterricht darüber nichts sagt, eine Diktatur hervorgebracht! In Frankreich bestand der Kampf gegen Autoritäten nicht zuletzt in dem (gewalttätigen und zerstörerischen) Kampf gegen alle Kirchen und in der Aufrichtung einer Diktatur der Vernunft.

In ganz Europa kam es gerade in dem Zeitalter der Aufklärung zu einer starken Hinwendung zum Aberglauben, der sich dann in den Hexenverfolgungen nur zuspitzte. Dieser befremdliche Umstand wird heute stereotyp als Anpassungsstörung dieser Epoche gedeutet, als die Projektion der Angst vor dem Neuen und Fremden auf eine bestimmte Personengruppe. Diese Deutung übersieht allerdings, dass der Hexenwahn nur ein kleiner Teil des Aberglaubens war, der in dieser Zeit so große Verbreitung fand.

Und gibt es heute nicht die gleiche Diskrepanz? Öffentlich feiert man den Abschied vom Christentum und die Folgen der Aufklärung, aber wer die Buchläden beobachtet, stellt fest, dass die Esoterik sich flächendeckend im Bürgertum verbreitet hat. Aus den ehemals kleinen Regalen sind mittlerweile große Abteilungen an zentraler Stelle geworden. Davon abgesehen, dass der Aberglaube in alle anderen Abteilungen ausstrahlt: Religion, Lebenshilfe, Literatur, Medizin aber auch Architektur und Gartenbau.
Aus dem Bekenntnis zur Wissenschaft ist eine allgemeine Akzeptanz der sog. „alternativen Medizin“ geworden. Wissenschaftler sind hier ziemlich machtlos, und kaum ein Arzt kann es sich heute noch leisten, keine Homöopathischen Medikamente zu verschreiben.
Im öffentlich rechtlichen Fernsehen gibt es Dokumentationen, in denen ausgiebig Wunderheiler und div. Wasserspezialisten über ihre Kunst befragt werden oder Leute, die Orte mit besonderer „Energie“ vorstellen.

In der Renaissance gab es eine ähnliche Entwicklung: verschiedene Intellektuelle wandten sich vom Christentum ab und dem Aberglauben zu (auch hierüber schweigt natürlich der Geschichtsunterricht). Der Grund war hier vor allem das antike Vorbild selbst, das man nicht ohne den Glauben an Astrologie bekommt. Aber es entstanden auch Formen, die eher zeittypisch waren und dennoch in der Renaissance unterstützt wurden.
Jakob Burckhardt schreibt in „Die Kultur der Renaissance in Italien“, deren großer Bewunderer er eigentlich ist (in der Ausgabe von 1960, S. 561):
„Bei weitem unschuldiger als die Sterndeutung erscheint der Glaube an Vorzeichen. Das ganze Mittelalter hatte einen großen Vorrat desselben aus seinen verschiedenen Heidentümern ererbt, und Italien wird wohl darin am wenigsten zurückgeblieben sein. Was aber die Sache hier eigentümlich färbt, ist die Unterstützung, welche der Humanismus diesem populären Wahn leistet; er kommt dem ererbten Stück Heidentum mit einem literarisch erarbeiteten zu Hülfe.“

Wenn wir in unserer Zeit die Diskrepanz zwischen vollmundigem Bekenntnis zur Autonomie, Vernunft und atheistischen Wissenschaft auf der einen Seite und das Aufblühen des Aberglaubens auf der anderen Seite beobachten, stehen wir damit auf jeden Fall nicht alleine.

Der Begriff „Vernunft“ ist also mit fast allem außer dem Christentum kompatibel (auch mit Wissenschaftsfeindlichkeit, Diktatur, Rassismus, Sexismus, Gewalt und Aberglauben). Er enthält inhaltlich nichts außer einer Denkschranke und wo er Inhalte belegen soll, kommt er mit denkerischer Gewalt daher – denn wer könnte schon der Vernunft widersprechen?
Damit wird er zum idealen Mittel, um einen Mainstream festzulegen und gegen jede Abweichung zu verteidigen. Niemand wagt es, dieser Grundlage zu widersprechen, jeder akzeptiert stillschweigend die gemeinte Denkschranke und ist anschließend darauf angewiesen, den Begriff von anderen füllen zu lassen.
Diese Form der Vernunftdiktatur funktioniert allerdings nur, solange man nicht anfängt, gegen den Vernunftbegriff selbst zu polemisieren.

christliches Bauchaufschneiden?

In einer „Dokumentation“ über „christlichen Fundamentalismus“ wurde gezeigt, wie Christen Kindern böse Geister austreiben und ihnen zu diesem Zeck u.a. den Bauch aufschnitten.

http://www.cineastentreff.de/forum/kino-news-3667.html

Damit sollte vermutlich gezeigt werden, dass es in jeder Religion Extreme gibt. Aber ist Bauchaufschneiden wirklich extrem christlich?

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: nein, auch hier handelt es sich selbstverständlich um keine christliche Praxis, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach um ein heidnisches Ritual, bei dem der Sitz der Geister im Bauch vermutet wird. Der Bauch ist ja in magischen Kulturen hoch gefährdet, weil hier der Hafen für alle verbotenen und schädlichen Speisen ist, die man möglicherweise unwissentlich isst. Es waren daher wohl auch nicht zufällig Christen afrikanischer Herkunft, bei denen der Ritus vollzogen wird.
Einem ähnlichen Gedanken folgt möglicherweise auch das Verbrennen bestimmter Kräuter auf dem (unbetäubten) Bauch eines Kranken in der tibetischen Medizin.

Wieso Arte auf dieser Grundlage vor dem Christentum und nicht – beispielsweise – vor den Naturreligionen oder der tibetischen Medizin warnt, weiß nur Arte.

Und dabei gibt es Grund genug, vor dem Einfluss heidnischer Naturreligionen in Europa zu warnen. Ein großer Teil dieser Religionen besteht nicht darin, um eine Eiche zu tanzen, sondern beispielsweise im Tragen von Amuletten, die vor bösen Geistern schützen, um Vorsichtsmaßnahmen gegen Schadenszauber (z.B. darf man auf keinen Fall seine Haare irgendwo herumliegen lassen! Böse Falle!), um magische Handlungen zur Verbesserungen der Fruchtbarkeit von Feldern und Frauen und um abenteuerliche medizinische Eingriffe.

Und viele dieser Bräuche sind schlichtweg brutal. In vielen Initiationsriten fließt Blut, Frauen werden Monate und Jahrelang eingesperrt und Menschen sterben durch die Flüche der Schamanen.
Dazu kommt die Angst vor der ständigen Präsenz irgendwelcher übellauniger Geister. Die oftmals sehr bunten und schönen Feiern dürfen über diese Seite nicht hinwegtäuschen.

Und wir sollten nicht glauben, dass die Aufklärung Europa vor diesen Einflüssen schützen könnte. Vor kurzem habe ich in einem großen seriösen Buchladen in unserer Stadt in Einrichtungsbüchern gestöbert. Ich war nicht auf der Suche nach Tipps, sondern wollte sehen, wieviel Aberglaube bereits in der Einrichtung steckt. Das Ergebnis: ziemlich viel. Und netterweise wurde man auch darauf aufmersam gemacht, dass es bei der Einrichtung nach Feng Shui-Kriterien im Haus anfangen kann zu spuken – bei Leuten, die eigentlich gar nicht an Geister glauben. Dagegen helfe, so der Ratgeber für Inneneinrichtungen in einem großen seriösen deutschen Buchladen: ein Hausaltar, auf dem man diesen Geistern regelmäßig Opfer bringe, um diese zu versöhnen.

Ich gehe davon aus, dass Autor, Verleger und die meisten Leser den durchschnittlichen Unglauben der Aufklärung in der Schule gelernt haben und nun auf einmal mit heruntergelassenen Hosen dastehen, weil sie sich zwar eloquent über Geisterglaube lustig machen können, und ihnen dann völlig hilflos gegenüber stehen. Und wenn ich mir ansehe, welche Blüten die Angst vor Geistern in anderen Kulturen treibt, bin ich mir fast sicher, dass es auch in Europa nicht bei kleinen Hausaltären bleiben wird.

Es ist nicht die Aufklärung, sondern das Christentum, das hier schützt. Denn Geister haben – wie schon gesagt – Angst vor dem Namen Jesu und sind offenbar heilfroh, wenn sie von ihm nicht in die Unterwelt, sondern in Schweine geschickt werden (Lk 8,26ff).

Es ist also allerhöchste Zeit, dass unsere Gemeinden sich verstärkt Gedanken darüber machen, wie sie den Kontakt zu Kirchen in anderen Kulturen halten und dort die Lehre verbessern, und sich hier in Europa nicht länger von dem Aufklärungs-Geseiber die Augen verkleistern lassen: die Menschen erliegen hier bei uns reihenweise dem Aberglauben. Und es gibt gute Gründe davor zu warnen und zu zeigen, dass Jesus auch Herr ist über die Geister.

Christlicher Hexenwahn?

Die Hexenverfolgungen gegen das Christentum ins Feld zu führen, dürften zu dem gesicherten Grundbestand unserer Kultur gehören. Wer gebildet ist, ist a) kein Christ und sollte es b) mindestens mit den Hexenverfolgungen begründen können.

Nun bin ich jederzeit bereit zuzugeben, dass Christen viel Mist gemacht haben. Die Frage ist nur, ob es christlicher Mist war.
Die Hexenverfolgung beispielsweise diente vor allem der Abwehr von Schadenszauber. Die Menschen hatten eine heillose Furcht vor den Flüchen der vermeintlichen Hexen.

Der Witz ist nur: es gibt im Christentum überhaupt keinen Schadenszauber. Man kann hier geradezu von einem Kuriosum des Christentums sprechen, denn das ganze Heidentum ist tatsächlich voller Praktiken, die helfen sollen, den Schadenszauber zu vermeiden oder zu bekämpfen. Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Religionswissenschaft auskennt, wird hierin ein verbreitetes Motiv in fast allen Kulturen wiederentdecken.
Aber im Christentum gilt: ein unverdienter Fluch trifft nicht ein (Sprüche 26,2). Die Begegnungen Jesu mit den gefährlichen Dämonen zeigen, dass für Christen das Thema gegessen ist. Dämonen haben nämlich eine Höllenangst vor Jesus!

Nun stellen sich allerdings zwei Fragen: 1. Wieso kam es dann zu den Hexenverfolgungen? 2. Wieso hat die Katholische Kirche hier so begeistert mitgemacht?

Zu 1: Allgemein war die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts eine Zeit, die von den Umbrüchen der Reformation geprägt war. In dem Vakuum, das durch die Streitereien zwischen Katholiken und Evangelischen Christen entstand, wandten viele Menschen sich wieder verstärkt den alten Formen des Aberglaubens zu, die von der Katholischen Kirche immer nur mühsam unterdrückt wurden – nicht selten zu dem Preis, dass die Kirche den Aberglauben einfach übernahm. Durch den Zerfall ihres Machtmonopols, blühte der Aberglaube wieder auf. Der Brockhaus von 1969 nennt hier konkret: „altheidnische Sagenerinnerungen (Wetterhexe, Giftmischerin), orientalische-hellenistische Literaturtraditionen (Liebeszauber, Teufelsbuhlschaft) und zeitgenössische Phantasien“, die im europäischen Hexenwahn zusammenflossen.

Zu 2: In der Bevölkerung haben sowohl katholische als auch evangelische Männer und Frauen Hexen verfolgt. Hierbei muss man aber die Begriffe mit Vorsicht verwenden, weil die Zugehörigkeit zu einer Konfession damals vom Wohnort abhing. Interessanter ist das Vorgehen der Kirchen. Und hier galt die Hexenverfolgung tatsächlich als ein typisch katholisches Phänomen, das von evangelischen Theologen oft kritisiert wurde. Dieser Umstand wird heute gerne verschleiert, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein typisch christliches Phänomen.

Dass es in gewisser Hinsicht typisch für die Katholische Kirche war, liegt möglicherweise an ihrer traditionellen Praxis, Aberglauben lieber zu übernehmen, und ihm so den eigenen Stempel aufdrücken zu können. Im Falle der Hexenverfolgung war das noch nicht einmal besonders abwegig, denn es gibt Bibelstellen, durch die eine Hexenverfolgung bis zu einem gewissen Grade gedeckt werden: (z.B. 2.Mose 22,17; 5. Mose 18,10 hier werden übrigens die grausamen Praktiken des heidnischen Umfeldes angedeutet, in denen auch das Verbrennen bei lebendigem Leib dazu gehörte).

Offenbar war es für manche Theologen schwierig, dieses Gebot von den ganzen heidnischen Einflüssen und folkloristischen Phantasien zu trennen. Denn allein aus diesen Geboten hätte sich weder ein Hexenwahn noch eine Hexenverfolgung im bekannten Ausmaß ergeben können:
Der Hexenwahn macht keinen Sinn, wenn es keinen Grund gibt, sich vor Hexen zu fürchten. Die Hexenverfolgungen machen nur Sinn, wenn der Straftatbestand der Hexerei durch Zeugen belegt ist. Das entspräche dem alttestamentlichen Vorgehen. Die Bibel kennt keine Verhöre unter Folter, keine Zaubertricks in der Rechtsprechung, magischen Prüfungen und auch keine Verbrennungen als Todesstrafe!
Also alle Bestandteile, die aus einer ethischen Regel einer Religion ein Massaker machten, waren heidnischen Ursprungs.
Den Christen die Hexenverfolgung anzulasten ist so absurd wie der denkbare Vorwurf (vielleich späterer Generationen), die Christen hätten die Homosexualität gefördert. Klar gibt es Christen, die immer alles mitmachen und das Ergebnis dann möglicherweise sogar theologisch begründen und vielleicht sogar aktiver für ihre Sache eintreten als ihre Mitstreiter. Aber dass die Unterstützung der Homosexuellen eine typisch christliche Leistung ist, wird wohl niemand ernsthaft behaupten wollen – unabhängig davon, wie man zu dem Thema steht.

Es ist eine Ironie der europäischen Geschichte, dass sich die Menschen gerade diesen heidnischen Einflüssen wieder mit Begeisterung zuwenden – und damit auch über kurz oder lang der Angst vor bösen Geistern, vor denen das Christentum die westliche Welt befreit hat.

Und es ist naiv, sich auch nur über die heidnische Angst zu ereifern, während man gleichzeitig bereit ist, seinen Wohlstand durch den Tod der eigenen Kinder zu erkaufen…

Der Verweis auf die Hexenverfolgung kommt mir daher nicht besonders ehrlich vor und dient möglicherweise eher politischen als ethischen Motiven. Irgendwie fällt mir dazu dieses Zitat ein:
„Der größte Volksschaden sind unsere Pfarrer beider Konfessionen. […] [Hitler führt hier das erste Beispiel zur Begründung seiner berüchtigten „Verordnung gegen Volksschädlinge“ aus; Anmerkungen MW]
Es wird der Augenblick kommen, da ich mit ihnen abrechne ohne langes Federlesen. Ich werde über juristische Zwirnsfäden in solchen Zeiten nicht stolpern. Da entscheiden nur Zweckmäßigkeitsvorstellungen. Ich bin überzeugt, in zehn Jahren wird das ganz anders aussehen. Denn um die grundsätzliche Lösung kommen wir nicht herum. Glaubt man, dass es notwendig ist, die menschliche Gesellschaft auf einer Sache aufzubauen, die man als Unwahrheit erkannt hat, so ist die Gesellschaft gar nicht erhaltenswert. Glaubt man, dass die Wahrheit genügend Fundament sein kann, dann verpflichtet einen das Gewissen, für die Wahrheit einzutreten und die Unwahrheit auszurotten.
Jedes Jahrhundert, das sich mit dieser Kulturschande weiterhin belastet, wird von der Zukunft gar nicht mehr verstanden werden. Wie der Hexenwahn beseitigt werden musste, so muss auch dieser Rest beseitig werden!“ (Adolf Hitler, Tischgespräche in der Wolfsschanze, 8.2.1942)

Hitler hat Legende vom christlichen Hexenwahn verwendet, um gegen das Christentum mobil zu machen.