Christen im Strudel von Verschwörungstheorien. Ein Beispiel: Pastor Matutis

Zwangsimpung: Paranoia-Bild aus der E-Mail von Pastor Matutis

„Obwohl Gesundheitsexperten vor Panikmache warnen, sehen manche Christen die Schweinegrippe und die damit verbundene Impfung als Zeichen für die Endzeit. So wurde im Internet die Vision eines charismatischen Theologen veröffentlicht. Johannes Matutis, Pastor der freien Nazarethkirche Berlin, warnt davor, sich impfen zu lassen. Ein Video auf der Internetplattform Youtube suggeriert, mit der Impfung bekomme man zugleich auch das im biblischen Buch der Offenbarung angekündigte Malzeichen injiziert, das für den Antichristen stehe.“ Dies meldete idea-spektrum trocken und nüchtern am 18.11.09. Hier kann man die Ketten-Mail von Pastor Matutis nachlesen [ 1,2,3]

Ich bin Allgemeinmediziner und Ältester in einer charismatischen Profilgemeinde der evangelischen Landeskirche und bekam diese „Endzeit-Prophetie“-Ketten-eMail gleich von mehreren verunsicherten Gemeinde-Mitgliedern zur Prüfung weitergeleitet und war gleich nach den ersten Zeilen fassungslos. Um es kurz zu machen: Wir bibelorientierten Christen haben oft ein Problem mit der hohen Kompatibilität von Endzeitbeschreibungen in der Bibel und den Angeboten aus dem New-Age-Supermarkt der Verschwörungstheorien. Am abschreckenden Beispiel von Herrn Pastor Matutis sieht man jedoch ganz dramatisch wohin es führt, wenn sich unsere Geschwister auf den nach unten führenden Strudel von Verschwörungstheorien einlassen und ihr gesamte Denken im Gefängnis eines geschlossenen Verschwörungs-Weltbild landet.
Gott informiert seine Herde über die Endzeit nicht aus den vergifteten Quellen des New-Age-geprägten Verschwörungstheoretikern und schon gar nicht aus antisemitischen Quellen!
Diese Botschaft von Herrn Pastor Matutis kann Menschenleben gefährden … unsere Geschwister sollten unbedingt davor gewarnt werden!
Ich habe Herrn Pastor Matutis per Mail vor den Konsequenzen seines Tun gewarnt (s. Anlage).

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Sehr geehrter Herr Pastor Matutis,

ich bin evangelikaler Christ, der als Hausarzt gegen Schweinegrippe impfen wird. Mir wurde Ihre E-Mail von mehreren besorgten Gemeindemitgliedern zugesendet. Ich habe sie nun endlich gelesen und frage mich fassungslos, wie können Sie Ihre Mitgeschwister nur so in die Irre führen?
Ihre Verschwörungstheorien sind absolut kompatibel mit hochesoterischen Gedankengut, weshalb Sie auch dort veröffentlicht werden. Wollen Sie Beispiele: http://www.xinos.net/kommentare/
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Wurde den Germanen das Christentum aufgezwungen?

Vor ein paar Tagen ist mir ein Geschichtsbuch in die Hände gefallen – also technisch gesehen, habe ich es auf einem Basar aus der Kiste gezogen – in dem die frühe Geschichte des Christentums unter den Germanenstämmen dargestellt wird. Die erste Auflage erschien im Dritten Reich, der Weiterdruck wurde aber von den Nazis unterbunden, weil die dort vorgestellten Ergebnisse nicht zu dem gewünschten Geschichtsbild der Nazis passten. Hitler hielt ja beharrlich an dem Bild fest, die Juden hätten das Christentum in Deutschland eingeführt und die Deutschen mit Gewalt von sich und ihrem alten Glauben abgebracht. So beliebt diese Kurzfassung ist, so falsch ist sie.
Das Buch heißt schlicht „Jesus im frühen Mittelalter“ und es zeigt, dass es lange vor Karl dem Großen, der durch die Pädagogik der Nazis mehreren Generationen nur als „Der Sachsenschlächter“ in Erinnerung bleiben sollte, schon Erweckungsbewegungen unter den Germanen gab, es gab schon Christenverfolgungen und gerade die Gefangennahme christlicher Gegner brachte manche Germanen überhaupt zum ersten Mal mit dem Christentum in Kontakt. Es gab blühende Kirchen und nachweisbare Frömmigkeit, lange bevor das Christentum unter den Germanenstämmen Staatsreligion war.
Selbst die Sachsen waren schon vor Karl zum Teil schon Christen. Die brutale Niederschlagung ihres Aufstandes unter Widukind führte zwar zu vielen Zwangstaufen, sie waren aber nicht der Beginn der christlichen Geschichte der Sachsen, sondern das Ende einer Gegenbewegung, die eine Reheidnisierung zum Ziel hatte. Das Vorgehen Karls führte schon damals zu Kritik bei den Christen, wie wir aus den Protokollen der frühesten Missionsversammlungen der Christen entnehmen können. Dort würden u.a. folgende Grundsätze festgelegt:
1. Massentaufen kommen nicht in Frage; wir lehnen sie ab. Mit jedem, der Christ werden will, müssen wir in Ruhe zusammensein können, um ihn ihnerlich in das Neue einzuführen.[Man hatte zu dieser Zeit schon zu viele schlechte Erfahrungen mit oberflächlich angenommenem Christentum gemacht, Anm. MW]
2. Auf keine Weise darf irgendein Zwang ausgeübt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, als sei die Annahme des Christentums eine staatlich geforderte Leistung.
3. Nur nicht irgendwie das Geld mit der Sache Jesu vermengen. Sie seien keine Eintreiber von Zehnten, sondern wollten den Menschen innere Kräfte für ihr Leben bringen.

Schnepel bemerkt dazu: „Das war ein Missionsprogramm, das man noch heute unterschreiben kann. Es sah anders aus als die verbissene Art, die Karl bei den Sachsen angewandt hatte.“ (S. 131)

Der Turmbau zu Babel

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.

Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken? „Der Turmbau zu Babel“ weiterlesen

Ein Kampf gegen das Christentum

Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
„Ein Kampf gegen das Christentum“ weiterlesen

McCain oder Obama? Wen werden die Deutschen wählen?

Ganz so weit ist es sicher noch nicht, aber es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass langsam aber sicher auch Wahlkämpfe global werden. Das hat zum Einen ganz naheliegende Gründe: die im Ausland lebenden Bürger müssen überzeugt werden und die außenpolitische Reputation des Staatsoberhauptes hängt (leider) mit dem Ruf des ganzen Landes in der Welt zusammen.
Das alles erklärt aber noch nicht, weshalb sich auch das Ausland so engagiert am Wahlkampf beteiligt, und dass es das tatsächlich tut, konnte man spätestens seit der Diskussion in Deutschland über die geplante Rede Obamas vor dem Brandenburger Tor erkennen. Die Argumente, die für und gegen diesen Ort ins Feld geführt wurden, waren an sich alle unverdächtig. Interessant war aber, dass vor allem linke Politiker für und konservative Politiker gegen dieses Setting plädierten. Und das riecht schon sehr nach deutschem Wahlkampf. Die Medien waren hier noch weniger zurückhaltend und haben schon längst Ms. Clinton zur Lieblingskandidatin gekürt. Aber jetzt kämpfen sie treu und tapfer für Obama. Die Berliner – also nicht nur die in Berlin lebenden Amerikaner – freuen sich auf die Rede Obamas und würden ihn mit klarer Mehrheit wählen: 70% der Stimmen bekäme Obama – wenn jemand die Deutschen fragen würde (lt. einem Bericht der FTD).
Und wenn man sich das Gekeife über George W. Bush anhörte, mochte man kaum glauben, dass es hierbei um das Staatsoberhauptes eines anderen Landes ging.

Die Frage ist nur: was soll das eigentlich? Wieso setzen sich Deutsche so für oder gegen einen amerikanischen Präsidenten ein?
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Vom Nationalstaat zur geistigen Gesellschaft

Über die Seite „lebensquellen“ bin ich auf einen lesenswerten (und erstaunlich gut lesbaren) Abdruck einens Vortrages von Peter Berger über die Ausbreitung der Religionen gestoßen. Berger behauptet dort, dass Säkularisation kein Kennzeichen der Moderne sei. Moderne Staaten erkenne man vielmehr an einem gelebten Pluralismus, also einer Gesellschaft, in der verschiedene Religionen und Weltanschauungen nicht nur nebeneinander existieren, sondern auch interagieren und dabei friedliche Umgangsformen pflegen.
Die Verbreitung der Religionen sei letztlich eine Verbreitung des Pluralismus, weil fast alle Religionen sich fast überall verbreiten.
Dabei weist er auf zwei Ausnahmen hin: die „intelligentsia“, also die akademische Elite Amerikas und Europas und Mitteleuropa als geografische Ausnahmeerscheinung.
Nach meiner Einschätzung erliegt er allerdings der Gefahr, die sich kaum umgehen lässt, sobald man den Begriff „Religion“ verwendet, und richtet seinen Blick auf die alten Religionen. Neue religiöse Erscheinungen, die sich vielleicht noch nicht zu großen offiziellen Glaubensgemeinschaften zusammengefunden haben, werden so nicht erfasst. Würde der Religionsbegriff um diese Facetten erweitert, ließe sich das Bild von der säkularen Elite oder gar einem säkularen Kontinent nicht mehr halten. Denn auch in Europa sprießen religiöse Vorstellungen nur so aus der Erde, seien es esoterische Gruppen, Neuheiden, Hexenzirkel und – was ich als bürgerliche Religion noch zu belegen versuche – die Naturmystik.
Und gibt es die beobachteten Ausbreitungstendenzen nicht auch außerhalb der Religionen? Der Atheismus ist ja in den letzten Jahren gerade durch seine aggressive Missionsarbeit aufgefallen, die roten und grünen Parteien kämpfen mit harten Bandagen für ihre Weltanschauungen und stehen keineswegs als passives Überbleibsel der Säkularisation still.
Möglicherweise sorgt die Globalisierung nicht, wie Berger sagt, für die Ausbreitung des Pluralismus, sondern zunächst für einen Bedeutungsverlust des Nationalstaates. Die beobachtbare Aktivitätssteigerung in den diversen Religionen und Weltanschauungen könnte daher auch eine Reaktion auf einen Identitätsverlust darstellen. Also es ist altmodisch, sich vor allem als Deutscher zu fühlen, deshalb identifiziert man sich beispielsweise lieber mit seiner Mitgliedschaft in einer Hexen-Community.
Diese soziologischen Erklärungen dürfen nicht als „Enttarnung“ verstanden werden, denn der jeweilige Glaube kann durchaus genuin sein, auch wenn man nichtreligiöse Gründe für die Wahl einer Religion hat (niemand bestreitet, dass die meisten Menschen in ihre Weltanschauung ode Religion hineingeboren werden). Aber so wie Macht und Reichtum Menschen verführen und von wichtigen Dingen ablenken könnenn, so können natürlich Armut und Elend den Blick für religiöse oder weltanschauliche Fragen öffnen.
Was sich also tatsächlich ausbreitet ist weder die Religion noch die Säkularisation noch der Pluralismus, sondern vor allem die Zugehörigkeit zu einer geistigen Gesellschaft. Diese Form wird in Zukunft vermutlich die Bedeutung des Nationalstaates ersetzen.
Christen müssen sich auf diese Entwicklung allerdings nicht umstellen, ihr Reich war schon immer jenseits der politischen Realität. Jesus selbst hat darauf hingewiesen, dass man das Reich Gottes nicht verorten kann (Lk 17,21) denn es ist mitten unter uns.

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Seuche des Bösen: Amok-Läufer an Schulen als Produkte der Hassindustrie

Liebe Geschwister,
wir schreiben das Jahr 8 nach Littleton.
Bei einem Terrorüberfall auf ihre Schule in Littleton im US-Staat Colorado töteten zwei Jugendliche mit Schusswaffen und Sprengsätzen 12 Mitschüler und einen Lehrer. 23 Personen werden verletzt. Die Attentäter begehen nach der Tat Selbstmord. Sprengfallen erschwerten die Bergung der Opfer. Beide spielten Killer-Spiele, hörten Metal- Gothic- und Industrial-Musik … mit Vorliebe die schrillen Werke des Hohepriesters der Satanskirche Marilyn Manson, und waren fasziniert von dem Okulten. Für mich war dieses Schulmassaker am 20. April 1999 in Littleton der Dammbruch zu einer neuen Epoche in der eine okult verstärkte Hassindustrie unsere Gesellschaft im Würgegriff hat.
Mittlerweile hatten wir Erfurt und es wurden glücklicherweise auch schon mehrere Amokläufe verhindert, wie z.B. der in Köln … in ganz Deutschland haben die Bürger Angst vor Nachahmern.
Was im bundesdeutschen Mediendiskurs dagegen aber immer wieder unschön auffällt, ist dass die Gefährder als Opfer hochstilisiert werden. Bekanntestes Beispiel ist Khaled el-Masri, der selbst als Brandstifter noch alles Mitleid dieser Zunft bekommt. Dieses TäterwirdOpfer-Ritual finden wir natürlich auch im Kölner Amoklauf-Fall, wo die Polizei jetzt für den Selbstmord des verhinderten Amokläufers verantwortlich gemacht wird. Von der Presse angestoßen, reagieren in einer Kaskade umgehend Dienstaufsicht und Justiz. Wer nicht mitmacht, wird abgestraft. Bis ein Untersuchungsausschuß zum Amokläufer-Selbstmord eingesetzt wird ist nur eine Frage der Zeit.
Wir leben in einer Art Ausnahmezustand. Unsere Gesellschaft wird angegriffen von aussen und von innen … von islamistichen Djihad-Terroristen und den Produkten der Hassindustrie
die durchgeknallt-nihilistischen Amok- und Jugendbanden-Terroristen. Wie will eine Gemeinschaft unter Beschuß ich gegen ihre Feinde wehren, wenn sie die, die ihre Kinder und Bürger schützen sollen … z.B. Bundeswehrsoldaten in Afghanistan oder Polizisten, die einen Amoklauf aufdecken reflexartig am liebsten wenn nicht gleich standrechtlich erschießen lassen, so doch öffentlich auf höchster Ebene abstrafen lässt?

OK weiter … Denken wir mal 8 Jahre weiter … Meine Prognose: diese Amokläufe werden immer häufiger und brutaler, weil dieser Medien/Justiz-Komplex – anstatt durchzugreifen – die Täter zu Opfern macht und weil man unfähig ist die Wurzeln des Übels herauszureißen. Die Folge: Verdrängung … Aufgabe … Gewöhnung. Hurra, wir kapitulieren!

Wir leben in einer Gesellschaft, die hochausgebildete Eliten dafür bezahlt für alle gesellschaftlichen Probleme Lösungen zu entwickeln. Ich will jetzt gar nicht eingehen auf liebevoll elaborierte Präventionsmodelle gegen Jugendgewalt von gut bezahlten deutschen Sozial-Ingenieuren. Meiner Meinung nach sind die meisten von ihnen blind für die wahren Ursachen der Amokläufe … blind weil sie unfähig sind in ihrem alles umarmenden Verständnis das Prinzip der Rebellion zu verurteilen, denn sie entstammen ja häufig selbst dem Zeitalter der Jugendrevolte und verklären diese autobiographisch …
Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen.

Die Tatsachen sind schon lange bekannt. Wer weitere Details lesen will, dem kann ich zwei historische Artikel empfehlen:
1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002, Nr. 100 / Seite 47
FRANK SCHIRRMACHER: Die Hassindustrie
Eine Emotion wird Ware: Das Internet gibt Mördern das Gefühl, nicht alleine zu sein.
„Hier ist der Kern jener „Haß“-Industrie, über die künftig zu reden sein dürfte: Sie reicht von politischen Extremismen über die Spielefabrikanten, Internetgemeinschaften bis hin zu den einzelnen, die auch noch eine Botschaft der Wut und des Hasses haben. Man wird diese Industrie niemals stillegen können. Aber man sollte wissen, daß sie existiert: aus Tausenden wütenden, haßerfüllten, kompromittierten, ängstlichen Usern, Sandkörner unter den Millionen im WorldWideWeb.“
http://www.mediengewalt.de/_arc/pre/faz/004-14.htm

2. Der Spiegel, 06.05.02
Lars-Olav Beier, Jörg Blech, Christoph Dallach, Ansbert Kneip, Helmut Sorge und Martin Wolf: „Die freie Hasswirtschaft“
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,194999,00.html

Selbstverständlich bin ich für Jugendschutz durch Verbote dieser Quellen. Aber ich erhoffe mir hiervon nicht mehr soviel, wie noch vor ein paar Jahren. Jedem ist mittlerweile aufgefallen, dass das Klima der Gewalt unter Jugendlichen nicht nachläßt, sondern das Gegenteil der Fall ist.
Es ist wie eine Seuche des Bösen, die immer mehr Jugendliche infiziert. Meiner Meinung nach können wir als Christen zwei ganz entscheidende Dinge tun:
1. Lasst uns regelmäßig beten für die Jugend in unserer Region, lasst uns beten für die Schulen in unserem Ort. Wir befinden uns in einem geistlichen Kampf [Eph. 6,12ff].
2. Lasst uns junge Menschen immunisieren gegen diese Seuche! Lasst uns verstärkt in Jugendevangelisation und Zellgruppengründung investieren. Das ist meiner Meinung nach ein lohnender Weg, dort sollten wir Christen unsere Energie investieren. Tut Euch mit Christen aus Eurem Ort, Eurer Gemeinde, Eurer Schule zusammen und gründet evangelisierende Hauskreise, ladet kirchendistanzierte Freunde ein und erzählt ihnen von Eurem Leben mit Jesus Christus …
… in Köln, Erfurt und in ganz Deutschland!

Mit brüderlichen Grüßen
wanderprediger
Seuche des Bösen: Amok-Läufer an Schulen als Produkte der Hassindustrie

Jürgen Trittin in der Nazi-Falle?

Auf einem wissenschaftlichen Fachkongress zum Verhältnis von Naturschutz und Nationalsozialismus sagte der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin in seiner Rede, es gehe bei dieser Frage ums „ehrliches Verstehen“. “ Keine billigen und beliebig primitiven Entschuldigungen. Aber auch keine selbstgerechten Anklagen, wo nichts Verwerfliches war. Umgekehrt ist aber auch klar: Naturschutz als politischer Auftrag wird nicht deshalb entwertet und für die Zukunft unwichtig, weil Naturschützer und Nazis sich auf die Natur beziehen. Eine Kollektivschuld der Naturschützer gibt es nicht.“ (in: Radkau, Joachim (Hg.), Naturschutz und Nationalsozialismus, Frankfurt, 2003.)

So einfach kann das sein: kein Presserummel, kein Rausschmiss, kein öffentliches Mobbing, einfach nichts. Und dabei besteht zwischen dem Nationalsozialismus und dem Naturschutz sogar eine wesentlich engere Verbindung als zwischen dem damaligen Familienmodell und dem Nationalsozialismus:

Für die Unterordnung der Frau sprach im Nationalsozialismus eigentlich nichts. Das einzige Interesse der Nazis an der Familie bestand eigentlich nur daran, dass viele Kinder geboren werden (daran hat sich in manchen Parteien bis heute nicht viel geändert). Dieses Ziel erreichte man damals, indem man die vorhandenen Idealvorstellungen aufgriff und unterstützte, und man erreicht das Ziel heute, in dem man die HEUTE vorhandenen Ideale aufgreift und unterstützt. Niemand wird ernsthaft behaupten, die Nazis hätten ihren Wunsch nach mehr Kindern/Soldaten einem bestimmten Familienmodel geopfert. Niemals hätten sie aus Rücksicht auf das Familienleben auf ihre Reproduktionspolitik verzichtet, und das bedeutet auch: Heute hätte Hitler selbstverständlich die Krippen befürworten können, ohne an seiner Ideologie Abstriche machen zu müssen!

Der Naturschutz war hingegen ein Herzensanliegen der Nazis. Die Natur war der heile Urzustand, die Zivilisation wurde als störende „Überfremdung“ empfunden (wenn man sich politisch korrekt ausdrücken möchte, muss man hier von „Entfremdung“ sprechen, dann ist die gleiche Aussage völlig unverdächtig). Zur „Überfremdung“ gehörte es beispielsweise, wenn neuerdings Reklametafeln die Landschaft verschandelten. Dieser Umstand konnte das Bürgertum regelrecht in Rage versetzen. Es war tatsächlich das gleiche Gefühl, dass auch den Antisemitismus befeuerte, denn es entstand aus der Angst, von einer fremden Macht geistig und kulturell überlagert zu werden und seine Ursprünglichkeit zu verlieren.

Friedemann Schmoll schreibt „Hier lieg ein wichtiger Verknüpfungspunkt zwischen modernem Antisemitismus und Naturschutz, deren beider Logik nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Erstarken völkischer und antisemitischer Strömungen anschlussfähig werden sollte. Beide sind unauflöslich an missglückte Emanzipation aus vorkapitalistischen Verhältnissen geknüpft; beide diagnostizierten Entfremdung als „Überfremdung“. Natur- und Heimatschutz wie Antisemitismus waren Bestandteil einer spezifisch deutschen Kultur, die Prozesse gesellschaftlicher Modernisierung zutiefst skeptisch verfolgte und mit Sehnsüchten nach der Wiederherstellung einer verlorenen Zeit beantwortete.
Die völkischen Bewegungen wie auch der Natur- und Heimatschutz beantworteten solche Entfremdungserfahrungen mit dem hartnäckigen Hinweis auf die Harmonie natürlicher Ordnungen“ (S. 174f).

Der Ausländer war den Nazis ebenso wenig willkommen, wie die Werbetafel und das Christentum. In allen Fällen lag der gleiche Gedanke zugrunde: Deutschland könne nur geheilt werden, wenn es sich von allem Fremden entledige. Und in diesem Kampf spielte der Natur- und Heimatschutz eine große Rolle. Den wenigsten Naturschützern dürfte das bewusst sein.

Aber das ist in Deutschland nicht weiter gefährlich. Solange man dem Mainstream folgt, darf man großflächig Teile der Nazi-Ideologie vertreten, ohne dass dies auch nur wahrgenommen würde.

Was ist eigentlich „Vernunft“?

Vernunft scheint eine der wenigen Dinge zu sein, die alle gut finden. Mit Vernunft werden politische und wirtschaftliche und natürlich jede Menge privater Entscheidungen getroffen. Ein Stückchen heile Welt in einer chaotischen Zeit? Vonwegen!

Wer an seiner Vernunft zweifeln möchte, muss sich nur einmal die belebte Geschichte dieses Begriffes ansehen: in der Antike wusste man noch am meisten über sie zu sagen. Hier erkannte man durch die Vernunft, dass die Planeten sich auf Kreisbahnen bewegen, dass das Sklaventum eine Grundfeste der Anthropologie ist und Frauen weniger Zähne haben als Männer (der Vorteil der Vernunft bestand nämlich darin, dass man sich nicht mehr die Mühe machen musste, dies nach zu prüfen).
Spaß beiseite. In den folgenden Jahrhunderten wurde die denkerische Grundlage „Vernunft“ immer dünner. Heute beschränkt man sich in der Philosophie eher darauf, Sprache zu analysieren. Mit einem gewissen Pathos wird der Begriff eigentlich nur noch verwendet, wenn es um Religion geht. Denn wenn man eines über die Vernunft sicher weiß, dann auf jeden Fall, dass sie nicht religiös ist und sich nicht auf Autoritäten stützt.
Wenn man so darüber nachdenkt, fragt man sich aber

1. Wieso soll es vernünftig sein, nicht auf Menschen zu hören, die mehr Ahnung haben als man selbst? Wir glauben ja Jesus beispielsweise, weil er Gott ist und seinen Vater kennt. Also ist es doch nur vernünftig sein Wort ernst zu nehmen, oder?
2. Wieso berufen sich vernünftige Menschen so gerne auf die „Aufklärung“, also eine intellektuelle Textsammlung von Männern, die dadurch selbstverständlich zu Autoritäten werden?

Und die dritte große Frage:
Ist „Vernunft“ demnach nichts weiter als eine Denkschranke, die nichts leistet, als religiöse Argumente zu verbieten?

Wirklich haarsträubend wird es aber erst, wenn man sich das Leben im inneren dieser Denkschranke ansieht: die Aufklärung hat, was die wenigsten wissen, weil der Geschichtsunterricht darüber nichts sagt, eine Diktatur hervorgebracht! In Frankreich bestand der Kampf gegen Autoritäten nicht zuletzt in dem (gewalttätigen und zerstörerischen) Kampf gegen alle Kirchen und in der Aufrichtung einer Diktatur der Vernunft.

In ganz Europa kam es gerade in dem Zeitalter der Aufklärung zu einer starken Hinwendung zum Aberglauben, der sich dann in den Hexenverfolgungen nur zuspitzte. Dieser befremdliche Umstand wird heute stereotyp als Anpassungsstörung dieser Epoche gedeutet, als die Projektion der Angst vor dem Neuen und Fremden auf eine bestimmte Personengruppe. Diese Deutung übersieht allerdings, dass der Hexenwahn nur ein kleiner Teil des Aberglaubens war, der in dieser Zeit so große Verbreitung fand.

Und gibt es heute nicht die gleiche Diskrepanz? Öffentlich feiert man den Abschied vom Christentum und die Folgen der Aufklärung, aber wer die Buchläden beobachtet, stellt fest, dass die Esoterik sich flächendeckend im Bürgertum verbreitet hat. Aus den ehemals kleinen Regalen sind mittlerweile große Abteilungen an zentraler Stelle geworden. Davon abgesehen, dass der Aberglaube in alle anderen Abteilungen ausstrahlt: Religion, Lebenshilfe, Literatur, Medizin aber auch Architektur und Gartenbau.
Aus dem Bekenntnis zur Wissenschaft ist eine allgemeine Akzeptanz der sog. „alternativen Medizin“ geworden. Wissenschaftler sind hier ziemlich machtlos, und kaum ein Arzt kann es sich heute noch leisten, keine Homöopathischen Medikamente zu verschreiben.
Im öffentlich rechtlichen Fernsehen gibt es Dokumentationen, in denen ausgiebig Wunderheiler und div. Wasserspezialisten über ihre Kunst befragt werden oder Leute, die Orte mit besonderer „Energie“ vorstellen.

In der Renaissance gab es eine ähnliche Entwicklung: verschiedene Intellektuelle wandten sich vom Christentum ab und dem Aberglauben zu (auch hierüber schweigt natürlich der Geschichtsunterricht). Der Grund war hier vor allem das antike Vorbild selbst, das man nicht ohne den Glauben an Astrologie bekommt. Aber es entstanden auch Formen, die eher zeittypisch waren und dennoch in der Renaissance unterstützt wurden.
Jakob Burckhardt schreibt in „Die Kultur der Renaissance in Italien“, deren großer Bewunderer er eigentlich ist (in der Ausgabe von 1960, S. 561):
„Bei weitem unschuldiger als die Sterndeutung erscheint der Glaube an Vorzeichen. Das ganze Mittelalter hatte einen großen Vorrat desselben aus seinen verschiedenen Heidentümern ererbt, und Italien wird wohl darin am wenigsten zurückgeblieben sein. Was aber die Sache hier eigentümlich färbt, ist die Unterstützung, welche der Humanismus diesem populären Wahn leistet; er kommt dem ererbten Stück Heidentum mit einem literarisch erarbeiteten zu Hülfe.“

Wenn wir in unserer Zeit die Diskrepanz zwischen vollmundigem Bekenntnis zur Autonomie, Vernunft und atheistischen Wissenschaft auf der einen Seite und das Aufblühen des Aberglaubens auf der anderen Seite beobachten, stehen wir damit auf jeden Fall nicht alleine.

Der Begriff „Vernunft“ ist also mit fast allem außer dem Christentum kompatibel (auch mit Wissenschaftsfeindlichkeit, Diktatur, Rassismus, Sexismus, Gewalt und Aberglauben). Er enthält inhaltlich nichts außer einer Denkschranke und wo er Inhalte belegen soll, kommt er mit denkerischer Gewalt daher – denn wer könnte schon der Vernunft widersprechen?
Damit wird er zum idealen Mittel, um einen Mainstream festzulegen und gegen jede Abweichung zu verteidigen. Niemand wagt es, dieser Grundlage zu widersprechen, jeder akzeptiert stillschweigend die gemeinte Denkschranke und ist anschließend darauf angewiesen, den Begriff von anderen füllen zu lassen.
Diese Form der Vernunftdiktatur funktioniert allerdings nur, solange man nicht anfängt, gegen den Vernunftbegriff selbst zu polemisieren.