Wunderheiler Charles Ndifon in der Südsterngemeinde Berlin

Hier noch mal aus gegebenen Anlass zur Dokumentation ein älteres Posting von mir, was ich im Mail 2004 im Anschluß an ein Wunderheiler-Event in der Südsterngemeinde in Berlin niedergeschrieben habe …

Liebe Geschwister,
am Freitag abend (28.05.04) fand um 20:00 in der Südsternkirche in Berlin die Auftaktverantstaltung der Pfingstkonferenz „Passion“ statt.
Dort trat nach einem anfangs akkkustisch vollkommen übersteuerten Auftakt gegen Ende der Verantstaltung ein bekannter Evangelist und Heiler namens Charles Ndifon auf, der im Laufe des Abends begann kranke Menschen zu heilen. Da ich selber Christ und Arzt bin und selbstverständlich an die Gabe der Heilung glaube, habe ich mich natürlich ganz besonders dafür interessiert und bin unvoreingenommen nach vorne zur Bühne gegangen, um mir die Heilungen aus der Nähe anzusehen.

Ich muss sagen, ich bin enttäuscht.

Ich habe drei Fälle ganz besonders genau beobachtet und werde zwei weitere Fälle von „Heilungen“ mir bekannter Personen weiter beobachten. Bei den drei Fällen handelte es sich um eine Oberarmfraktur, ein Fall von extremen Rückenschmerzen und einen Fall von Blindheit. In allen drei Fällen hab ich es so empfunden, als sei alles eine grosse Manipulation (der Patienten und des Publikums) gewesen.

Die Frau mit dem Rückenschmerzen …
… wurde von Charles Ndifon dazu gebracht, sehr sehr schnell auf der Stelle zu laufen und sich im Wechsel zu bücken und wieder aufzurichten. Die Frau tat dies unter schmerzverzerrtem Gesicht … unter „Halleluja“-Rufen des Wunderheilers wurde das jedoch schon als Erfolg verbucht und begeistert begann das Publikum zu applaudieren. Dass die Kranke dann immer noch ganz leise erklärte, dass sie noch Schmerzen habe ging unter dem lauten Gejohle über die Heilung unter … ich glaube man einigte sich darauf, dass es schon etwas besser geworden sei … Abgang unter Jubel ….

Die blinde Frau …
… erklärte nach einigen Prozeduren des Wunderheilers vollkommen ergriffen, dass sie mittlerweile schon hell und dunkel unterscheiden könne. Ich habe mich anschliessend so ca. 10 Minuten mit dieser Frau unterhalten. Sie ist Mitglied der Berliner Südsternkirche und sie erzählte mir, dass Jesus sie aus einer tiefen Depression herausgeholt habe … Ich glaube Ihr .. das war keine Depressive mit der ich geredet habe gestern. Aber immer wieder meinte sie, meine Hand vor ihren Augen zu bemerken …. Dem war jedoch nicht so, sie irrte sich, ich hielt meine hand während des ganzen Gesprächs unten … Die Frau wurde am Ende der Veranstaltung von einer Begleiterin aus der Südsternkirche herausgeführt. Sie war so blind wie zuvor.

Die Frau mit dem Oberarmbruch
… bekam von Charles Ndifon als erstes ihren Glichrist-Verband abgenommen. Unter dem riesigen Beifall des Publikums brachte der Wunderheiler die Patientien dazu unter schmerzverzerrtem Gesicht Pendelbewegungen mit diesem Arm durchzuführen … die natürlich bei einem solchen Bruch noch möglich sind. Sie wurde unter riesigem Beifall als geheilt von der Bühne entlassen. Ich bin anschliessend zu Ihr gegangen und habe sie gefragt ob sie das Gefühl habe dass der Bruch geheilt sei. Sie verneinte das und ihr einziges Bedürfnis war es, Ihren Gilchrist-Verband wiederzubekommen, den man ihr abgenommen habe, da sie mittlerweile sehr grosse Schmerzen hatte. Ich ging zu einem der Südsternleiter und arrangierte es, dass sie im Anschluss an den Ndifon-Heilungsdienst diesen Verband wiederbekommen könne.

Fälle, die ich beobachten werde …
eine mir bekannte Frau und das Kleinkind einer Bekannten, beide seit Geburt taub sind angeblich geheilt worden. Ich möchte mir noch kein endgültiges Urteil erlauben, bin aber äusserst skeptisch …

Überhaupt die Tauben …
Meistens waren sie nur auf einem Ohr taub. Im Prinzip testete Ndifon den Heilungserfolg immer folgendermassen: Er liess die Patienten das gesunde Ohr zuhalten und schnippte direkt neben dem kranken Ohr mit den Fingern, wenn sie das Finger-Schnippen hören konnten ging er zwei bis drei Schritte zurück und schnippte wieder bzw. zählte auf englisch oder sagte Amen … meist konnten die Patienten dies immer noch hören. Allerdings müssten, nach meiner Einschätzung die Geräusche immer gleich laut sein, denn auf der ganzen Bühne waren dutzende Mikrophone eingeschaltet, die egal wo der Wunderheiler stand, immer dieselbe Lautstärke über die Verstärkleranlagen herausgab.

OK. Soviel hierzu … Im übrigen hätte ich erwartet, dass Ndifon „im Namen Jesus Christus“ über den Patienten Heilung aussprechen würde. Dies habe ich jedoch während der ganzen Veranstaltung nur ein einziges Mal aus seinem Mund vernommen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass in alle Heilungsfällen, die ich persönlich nachverfolgt habe aus medizinischer Sicht keine Heilung stattgefunden hat. ausserdem muss ich sagen, dass die ganze Heilungsveranstaltung sehr suggestiv gestaltet war, für die Patienten genauso wie für das Publikum. Ich habe einen der Südstern-Leiter gebeten, dass er Gemeindemitglieder mit der Gabe der Geistunterscheidung zusammenrufen solle, um die Veranstaltung zu prüfen und diese gegebenenfalls bitte abbrechen lassen möge. Aber er meinte nur sichtlich nervös, dass er pesönlich schon viele Ndifon-Heilungen mitbekommen habe … offensichtlich war er vollkommen von diesem Mann überzeugt.

Bitte nicht missverstehen … Es geht mir nicht darum, komplette medizinische Heilungen von Christen, die diese Gabe vom Heiligen Geist empfangen haben anzuzweifeln. Im Gegenteil! Ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Ärzten, die glauben dass dies möglich ist, da die Bibel uns an vielen Stellen davon berichtet.

Aber … Es gibt gerade in charismatisch-pfingstlerischen Kreisen [zu denen ich mich mittlerweile übrigens auch zugehörig fühle] eine extrem starkes Bedürfnis solche Wunder „live“ zu erleben.

Meine Empfehlung, bei solchen Veranstaltungen: Ein starkes Team von Geschwistern mit der Gabe der Geistunterscheidung zusammenzustellen, die auch die Autorität haben, solche Veranstaltungen einfach abzubrechen, wenn sie bemerken, dass da Suggestion läuft und die Sache einfach nicht von Gott kommt. Ausserdem, warum nicht einfach ein Team von erfahrenen (christlichen) Ärzten einladen, die die Ergebenisse gleich medizinisch überprüfen.

The Call bzw. Holy Revolution/Passion sind absolut unterstützenswerte Initiativen, ich möchte nicht, dass ein gegenteiliger Eindruck entsteht. Um so wichtiger ist es meiner Meinung nach, dass peinlich genau darauf geachtet wird, dass bei diesen Veranstaltungen alles geprüft wird. Diesen Eindruck hatte ich gestern nicht. Ich bin jedoch selbst nur ein Mensch und damit fehlbar. Ich habe nur einen kleinen Ausschnitt beobachtet. Dort gab es jedenfals keine Heilung. Nur hierüber kann ich berichten …

 

Was verlieren wir durch staatlichen Ethikunterricht?

Der herkömmliche Religionsunterricht erscheint vielen als veraltet, weil er als christlicher Unterricht verstanden wird. Diese Konzeption sei nicht mehr mit der religiösen Wirklichkeit in Deutschland vereinbar und daher durch einen religionsneutralen Unterricht zu ersetzen. Das klingt zunächst plausibel, es offenbart aber einen fatalen Irrtum: es geht bei der Frage um den Religionsunterricht oder um Fächer wie „LER“ (Lebensgestaltung-Ethik-Religion) nicht um die Frage „Christentum oder Vielfalt“ sondern um die Frage, ob der Staat oder die jeweiligen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften Ethik und Weltbild vermitteln sollen!
Der Religionsunterricht ist nur deswegen ein überwiegend christliches Fach, weil nach wie vor die Kirchen die Religionsgemeinschaften mit der höchsten Mitgliederzahl sind. Anspruch hat aber jede Religionsgemeinschaft auf ihn. Das Besondere des Religionsunterrichtes nach dem GG ist das wohl austarierte Zusammenspiel zwischen Staat und Religionsgemeinschaft: einerseits behält sich der Staat die Aufsicht über den RU vor und damit auch das Recht, Unterricht zu verbieten, der beispielsweise gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet ist. Andererseits ist das Fach freiwillig und wird inhaltlich von den Religionsgemeinschaften gestaltet. Es dient also dazu, einerseits zu sichern, dass alle Kinder in ihrer Religion einen regelmäßigen Unterricht erhalten, aber der Staat selbst keine Partei für eine bestimmte Religion ergreift und sich also aus religiösen Dingen heraushält.
Einen guten Überblick über die Konzeption des RU nach dem GG gibt es auf Wikipedia.

Mit der Einführung des Faches LER haben einzelne Landesregierungen diese Institution der gegenseitigen Machtbegrenzung faktisch abgeschaft, in dem sie zwar das Fach RU noch weiter zulassen, aber eine vom Staat verfasste Ethik vermitteln. Das Fach sei „bekenntnisneutral aber nicht werteneutral“ Für den Schüler bedeutet die Kompetenzenübernahme des Staates, dass er dieses Fach nicht mehr abwählen darf, ob er die Ethik des Staates nun teilt oder nicht.

Dies wirft diverse Schwierigkeiten auf:

1. Durch die staatliche Wertevermittlung wird der Schüler in seinem Recht gehindert, dass es ihm nach dem GG erlaubt, nicht zu einer religiösen Praxis gezwungen zu werden. Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit der Frage beschäftigt, ob die Eltern in ihrem Recht beschnitten werden, ihr Kind nach ihrer religiösen Auffassung zu erziehen, und ob die negative Religionsfreiheit des Schülers verletzt wird, also das Recht nicht zur Teilnahme an einer religiösen Lehre oder Praxis gezwungen zu werden. Das BVG sah keinen Grund, die Religionsneutralität des Ethikunterrichtes zu bezweifeln, was erstaunlich ist, weil das Urteil des BVG ausdrücklich die „Aufklärung“ und den „Humanismus“ als geistige Ideengeber des Unterrichtes nennt. Wieso sollen das keine Weltanschauungen sein? Man kann kaum glauben, dass die Richter das ernst meinten.
Die Schüler des staatlichen Ethikunterrichtes werden selbstverständlich gezwungen, an einem weltanschaulichen Unterricht teilzunehmen und dadurch in ihrem Grundrecht auf negative Religionsfreiheit beschnitten.

2. Der Staat verletzt die Trennung von Staat und Kirche. Denn auch wenn nur von „Wertevermittlung“ die Rede ist, sollen diese Werte doch begründet und diskutiert werden. Mit den Werten wird daher selbstverständlich auch ihre zugrundeliegende Weltanschauung vermittelt. Und das übersteigt nicht nur die Aufgaben des Staates sondern unterdrückt auch alle, die eine andere Weltanschauung vertreten. M.W wird nirgendwo ausgeschlossen, dass Schüler, welche die Staats-Ethik nicht teilen, dafür schlechte Noten erhalten können.

3. Durch die „Bekenntnisfreiheit“ wird das tatsächliche Bekenntnis als unhinterfragbar dar- und allen anderen Bekenntnissen vorangestellt. Den Schülern wird so suggeriert, das jede Abweichung von einer als „vernünftig“ vorgestellten Ethik als unvernünftig und im schlimmsten Fall krank oder gefährlich zu betrachten sei.

4. Eine Ethik, die nicht in ein Weltbild integriert ist, wird nicht viel Wirkung zeigen. Wieso sollte jemand dem im Unterricht schlau entwickelten Verbot, nicht im Halteverbot zu parken, folgen, wenn es für ihn günstig erscheint? Die meisten Gebote werden doch nicht übertreten, weil das Wissen um ihren Sinn fehlt, sondern, weil der Nutzen für den Einzelnen steigt, wenn nur er sich nicht an die Regeln hält (das Problem ist in der Philosophie als „Trittbrettfahrer-Problem“ bekannt und bisher ungelöst).

5. Ethik wird unglaubwürdig, weil sie ein Spielball der Politik wird. Wenn es eine schwarze Landesregierung gibt, wird vielleicht das Recht auf Eigentum höher und das Recht auf freien Sex niedriger aufgehängt, während eine rot-grüne Landesregierung vermutlich das Recht der Homosexuellen stärken möchte und den Ausstieg aus der Atomenergie für die einzig vernünftige ethische Position hält. Schüler, zumindest die älteren unter ihnen, durchschauen solche Zusammenhänge und werden „Werte“ für eine bloße Verlängerung der herrschenden Parteien halten – was sie dann ja auch sind.

Die Entscheidung für die staatliche Ethikvermittlung auf atheistischer Basis wurde übrigens immer mit den Stimmen der rot-grünen Parteien gefällt.

Eine Alternative wäre eine Anpassung des RUs an die tatsächlichen Gegebenheiten. Man könnte grundsätzlich überlegen, RU nachmittags anzubieten und bei kleineren Religionsgemeinschaften entweder Schüler in Stufen zusammen zu fassen und gegebenenfalls auch alle Schüler einer Schule. Bei sehr kleinen Religionen könnten mehrere Schulen zusammenarbeiten und den jeweiligen RU für die ganze Stadt anbieten. Notengebung bei sehr großer Altersspanne sind zwar schwieriger aber natürlich möglich. Auf diese Weise wäre das Recht auf die religiöse Erziehung wieder letztlich bei den Eltern und in zweiter Instanz bei den Religionsgemeinschaften, während der staatliche Unterricht sich darauf beschränkt, seine Verfassung im Geschichtsunterricht zu rechtfertigen aber sich aus religiösen und ethischen Fragen des Alltags heraushält.

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Der tägliche Terror

Drohen in deutschen Großstädten bald Zustände, wie in französischen Vorstädten. Ein Artikel im Tagesspiegel mit dem Titel „Der tägliche Terror„, der verstörenden Alltagserfahrung von Deutschen mit gewalttätigen arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen schildert und das Dilemma, was viele im Grundegenommen liberale, ausländerfreundliche Berliner zunehmend erleben, löste heute eine explosionsartig wachsende Lawine von ganz überwiegend zustimmenden Leserkommentaren aus.

Auch auf Jesus.de diskutiert man über diesen Artikel … Wir brauchen hier lebenspraktische Lösungen. In meinen Augen ist neben einem harten Durchgreifen der Polizei und Verschärfung der Abschiebepraxis, in der Präventionsarbeit vor allen Dingen die Einbeziehung der mehrheitlich friedliebenden türkisch-arabischen „bürgerlichen“ Community extrem wichtig …
… der Döner-Buden-Besitzer, die türkische Reisebüro-Angestellte, der große Bruder, der von Michael Kuhr trainiert wird … man muss sie mit einbeziehen und ihnen klar machen, dass sie eine Verantwortung für ihre kleinen Brüder haben …

Michael Kuhr: „Soll ich Deinem großen Bruder erzählen, was Du hier für abziehst?“
Ein Video zum nachdenken -> www.youtube.com/watch?v=EardQdvNL9Q

Dass ein Transportmedium dieser Gewalthaltungen natürlich auch in der Musik zu finden ist … Stichwort „Gangsta Rap“, darüber müsste man eigentlich einen eigenen Thread aufmachen … man muss ja nicht immer nur über Black Metal schimpfen …

Wenn es nicht gelingt, dieses Problem schnell in den Griff zu bekommen, drohen uns Szenarien wie in Frankreich und oder die Bewahrheitung eines Leserbriefs zu einem anderen Tagesspiegelartikel vom 23.01.2007 von Peter Fielding: „Als ehemaliger Sozialarbeiter (u.a. zwei Jahre „Koordinator für Ausländerfragen“ in einer Großstadt)kann ich nur kopfschüttlelnd mitteilen, daß alldies schon vor Jahrzehnten absehbar war. … Wohin diese Entwicklung führen wird, – in Anteilen ist das längst vollzogen -, ist offenkundig: zu wirtschaftlich und auch politisch mächtigen Organisationen und Strukturen der organsierten Kriminalität fremd-ethnischer Prägung. Legal chancenlose fremd-ethnische Jugendliche, speziell im Hinblick auf Beruf und soziale Integration, werden zur Verfügungsgruppe einer in keiner Weise mehr zu kontrolliernden oder etwa gar zu bekämpfenden Mafia: diese bietet gewissermaßen einen eigenen „Arbeitsmarkt“, inklusive (im Einzelfall) höchst lukrativer Aufstiegsschancen, – am Ende auch in der Politik. In einem hochkriminellen „Staat im Staate“. Die Mehrheit wird allerdings auch weiterhin das Fußvolk bilden; als Schläger und Erpresser, Drogendealer, Auftragskiller etc. Eine solche Masse der Elenden ist ja Voraussetzung für das weitere Funktionieren des Systems. …“
Der tägliche Terror