Die Entstehung des modernen Opfer-Begriffes

Wer heute ein Opfer ist, möchte das auch bleiben. Niemand gibt freiwillig den Status des Opfers auf. Opfersein, bedeutet „Macht haben“. Wer kein Opfer ist, versinkt in die politische Bedeutungslosigkeit.
Wir haben uns an diese Tatsachen gewöhnt, aber wenn wir uns darüber Gedanken machen, werden sie fragwürdig. Und die erste Frage, die sich dabei stellt ist: wie konnte sich dieser auf den ersten Blick bizarre Opferbegriff entwickeln?

Die Anregung zu dem Thema erhielt ich durch ein „Bulletin“ des Institutes für Jugend und Gesellschaft, das unter dem Thema „Moderne Opferrhetorik“ stand.

Am meisten faszinierte mich ein Auszug aus dem Buch „Ich sah den Satan vom Himmel fallen“ von Rene Girard, der zuletzt an der Stanford Universität als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur tätig war.
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Was ist Toleranz?

Politisch verwässerten Begriffen nähert man sich am Besten im Ausschlussverfahren: Von der Wortbedeutung muss es sich um eine Art von „Gewährenlassen“ oder „Erdulden“ handeln, aber wir sprechen nicht von Toleranz, wenn jemand gemobbt wird. Er erduldet zwar möglicherweise viel, aber er erduldet es nicht freiwillig. Tolerant ist auch nicht derjenige, der Unrecht geschehen lässt, in das er eingreifen müsste. Ein toleranter Mensch ist zwar einerseits irgendeiner Form von Wissen um gut und schlecht verhaftet – wer nichts schlecht findet, kann auch nichts tolerieren – und doch scheint es eine Form des Duldens zu geben, die dem Guten nicht widerspricht.
Gibt es solche Fälle? Im Alltag kennen wir sie recht häufig: z.B. wenn Nachbarn duldsam sind gegenüber einem kläffenden Hund oder plärrenden Kindern oder Grillgerüchen. Es ist eine ganz einfach Form der Duldsamkeit, die ohne großes Pathos daher kommt. An diesen Beispielen kann man sehen, was wir an dieser Form der Duldsamkeit loben, wenn wir sie als „tolerant“ qualifizieren: es ist ein tolerieren, mit dem man niemandem schadet und mit bescheidenen Mitteln den Frieden sichert.
Nun werden aber einige psychologisch vorbelastete Menschen gleich einwenden, dass es aber auch sein kann, dass dieses scheinbar so tolerante Verhalten ja einfach eine Form von Feigheit sein kann. Vielleicht sind die toleranten Nachbarn ja, wenn sie abends alleine am Küchentisch sitzen und unter sich über den kläffenden Hund und die plärrenden Kinder reden, eher ein Muster für Engstirnigkeit als für Toleranz.
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Was ist ein Weltaidstag?

An einem Weltaidstag geht es um drei Ziele „Aufklärung, Schutz und Solidarität“. Dabei kann man die Botschaft viel einfacher und klarer formulieren: Es geht um freien Sex mit Kondomen. Über die Schwächen von Kondomen soll nämlich gerade nicht aufgeklärt werden. So bekennt Ann Furedi aus England auf einem Abrteibungskongress ganz offen:

„Mein Sohn“, so sagt Ann Furedi, „soll in einer Welt leben, in der er soviel Spaß mit Sex haben kann wie er will. Und wir wissen doch, dass Verhütung nicht funktioniert. Wir brauchen Abtreibungen als Sicherungssystem. Es wird mehr Abtreibungen geben, wenn mehr Frauen Spaß beim Sex haben – und das ist doch nicht schlecht“.
Und wenn die Verhütung mit Kondomen nicht sicher funktioniert, dann auch nicht der Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Das Risiko ist nicht groß und die Ausfälle der Kondome beruhen meist auf Fehler in der Verwendung. Aber ein gewisses Risiko bleibt bestehen auf das man auch ehrlicherweise hinweisen sollte – wenn man die Aufklärung schon vollmundig als erstes Ziel eines Weltaidstages nennt.

Das dritte Ziel bestätigt leider, was Frau Furedi schon über die Sicherheit von Verhütungsmitteln allgemein sagt: es gibt sie nicht. Denn wenn man gleichzeitig die Verwendung von Kondomen jedem von riesigen Plakatwänden und von allen Seiten einschärft und gleichzeitig mit den Infizierten seine Solidarität erklärt, dann ist das ein stillschweigendes Bekenntnis, dass es in einer Gesellschaft, in der es keine eheliche Treue mehr gibt, auch trotz Kondomen selbstverständlich immer zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten kommen wird. Gleichzeitig will man aber das Thema „Treue“ nicht anrühren. Es werden unglaubliche Geldmengen in die AIDS-Forschung gesteckt und der unaufhaltsame Tod durch die Immunschwächekrankheit billigend in Kauf genommen, um Sex nicht an die Ehe binden zu müssen (es geht nicht um Sex, davon haben Verheiratete ohnehin mehr als Unverheiratete), sondern um die Ehe!
Es geht nicht um die Frage, ob Sex für Menschen wichtig ist, sondern ob man den Anspruch der Treue noch erträgt, Sex nur mit einen einzigen Menschen zu praktizieren. Das Thema „AIDS“ könnte so einfach vom Tisch sein. Und dabei hätten vermutlich viele derjenigen, die am Weltaidstag dem Mainstream folgen gar keine Probleme mit dem Anspruch der Treue und träumten vielleicht selbst einmal von einer lebenslangen Beziehung. Aber an diesem Tag werden sie aufgefordert, diese Träume aufzugeben, ein gewisses Ansteckungsrisiko und Abtreibung als Verhütungsergänzung billigend in Kauf zu nehmen und ihren Wunsch nach freiem Sex über alle anderen Wünsche zu stellen. Man kann daher ohne Risiko die Aufgabe eines Weltaidstages so beschreiben:
Ein Weltaidstag ist einfach das umständliche Bekenntnis einer Gesellschnaft, ihre Sexualität nicht mehr im Griff zu haben.

Homosexualität in der Bibel

In diesem Beitrag geht es um eine Besprechung einzelner Kapitel des Buchs „Streitfall Liebe“ von Valeria Hinck. Auf der Homepage von „zwischenraum“ ist dieses Buch kostenlos als Download erhältlich. Ich werde daher einzelne Kapitel kommentieren, ohne sie noch einmal zusammenzufassen. Für die Auswahl der Kapitel und in den Kapitel für bestimmte Abschnitte gibt es verschiedene Gründe, in der Regel habe ich aber Argumente übersprungen, wenn ich den Eindruck hatte, sie seien ihrerseits von anderen Argumenten abhängig, auf die ich schon eingegangen bin. Falls Sie den Eindruck haben, ich hätte doch noch etwas Wichtiges übersehen oder ich sollte doch noch ein weiteres Kapitel kommentieren, dann merken Sie das ruhig als Kommentar oder über die Kontaktseite an. Ich werde versuchen, den Punkt zu ergänzen.
Ich hoffe, dass ich das Thema „Homosexualität“ danach erst mal etwas ruhen lassen kann, weil mir einige andere Themen eigentlich mehr unter den Nägeln brennen…

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Das große theocons-Rätsel: Welcher Text stammt aus einem finsteren Zeitalter?

Text 1:

„Fick, fick, Rap, Rap. Sonny, Sonny, Black, Black. yo. hahaha!Ihr
Flitchen!Flitchen!BmW. Sonny Black! Orgasmus! Orgi! Basssultanhengzt!Hengzt!
D-Bo!Boo!yeah! Bushido!yo. Ihr seit Flitchen! Flitchen!ohh yeah!ohh yeah.yeah!
Kokain! Kokain! yeah!Hahaha. Ohh yeah!yeah!Bushido! Hip-Hop underground Bullshit.
Scheisse vom Bulle. yeah!yo.yeah BmW!yeah!ohh yeah. So macht mans glaub ich…yeah!
Ruf ma yeah! Yeah!Jo!“

(Auszug aus dem „Fick Rap“ von Bushido, Album unbekannt lt. der Homepage „nomorelyrics“)

Text 2:

„Ich meinte, daß mir nimmer
Liebres wurde, als ich da besaß.
Die Blüten fielen immer
von den Bäumen um uns nieder in das Gras.
So fröhlich war ich, daß ich lachte,
als ich traumumsponnen
schwelgte so in Wonnen.
Da ward es Tag, und ich erwachte.“

(Aus „Traumliebe“, von Walther von der Vogelweide, nach einer Übersetzung von Kurt Erich Meurer. Zitiert aus „Deutscher Minnesang“, herausgegeben von Friedrich Neumann bei Reclam)

TOP 20 Theocons 2007: Die meistgelesenen Artikel

Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C – Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik – Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]

Freiheit und Liebe

Die Bedeutung, welche der individuellen Freiheit im öffentlichen Leben beigemessen wird, kann kaum überschätzt werden. Viele politische und gesellschaftliche Streitthemen kann man nur verstehen, wenn man die dahinter liegende Sorge um die individuelle Freiheit sieht: Menschen wollen nicht mehr an Rollenerwartungen gebunden sein und lehnen aus diesem Grund teilweise sogar die Unterteilung in „Männer“ und „Frauen“ ganz ab. Eltern wollen sich nicht mehr an die Erziehung ihrer Kinder binden, sondern ihren eigenen Weg gehen und die Kinder fremdbetreuen lassen. Kinder wollen ihre Eltern im Alter nicht mehr versorgen sondern richten eine Pflegeversicherung ein. Die Ehe wird als archaisch atavistisches Nostalgie-Wunder betrachtet, weil Kontakte zwischen Menschen frei und ohne äußere Bindungen zustande kommen sollen. Das Ideal ist offenbar: jeder tut, was er will und lebt neben den anderen, ohne sie zu nerven.

Wer dieses Ideal teilt, strebt allerdings eine Gesellschaft ohne Liebe an, denn Liebe kennt keine Freiheit. Wer liebt, verleugnet sich selbst und sieht auf das, was dem Anderen nützt. Und wer sich Liebe wünscht, sehnt sich nach einem Opfer des Anderen. Und solange Menschen sich nach Liebe sehnen, wird es keine Ruhe in liberalen Staaten geben, selbst dann nicht, wenn ihr Konzept der Freiheit formal von allen geteilt wird! Der Wunsch nach Liebe wird niemals durch Selbstverwirklichung ersetzt werden können.

Ich meine damit gar nicht in erster Linie die natürliche Liebe zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern. Diese Formen der Liebe sind in uns angelegt und eine gute Basis, die selbstlose Liebe zu lernen. Aber grundsätzlich gibt es diese Formen der Zuneigung auch unter Tieren. Dadurch wird sie nicht abgewertet, aber wo außer dieser tierischen, oder natürlichen, Liebe nichts zu finden ist, vermisst man etwas. Wenn man den Eindruck hat, eine Mutter „bemuttert“ ihre Kinder, ohne auf deren Bedürfnisse zu achten, dann wird dieser Unterschied augenfällig.
Die Liebe, von der die Bibel spricht (der berühmteste Text steht in 1.Kor 13), ist eine, die steil von oben kommt, ohne einen biologischen Nutzen. Diese Liebe entspricht nicht unserer Natur und sie kann daher nicht durch menschliche Vernunft entdeckt werden, vor allem nicht durch Ethikunterricht, denn dort soll man ja gerade lernen, was man gut findet und nicht lernen, etwas gut zu finden, was ja nun ein großer Unterschied ist. Und da kein Mensch von sich aus liebt, ist jeder Ethikunterricht verflucht, das hellwache Sehnen nach Liebe zu überrennen.

Die biblische Lehre von der Erkenntnis Gottes

Die wichtigste Stelle der Bibel, mit der die Möglichkeit einer natürlichen Theologie begründet wurde, ist Röm 1,20 (wobei eigentlich das ganze Kapitel die heidnische Gotteserkenntnis thematisiert). Allerdings fällt auf, wie sehr sich dieser Text von denenen mittelalterlicher Autoren unterscheidet. Und tatsächlich widerspricht er sogar allen traditionellen Beweisversuchen:

Die Gottesbeweise gehen alle von Prämissen aus, die keine Gotteserkenntnis enthalten und arbeiten sich dann durch schlaue Überlegungen hoch bis zur Erkenntnis Gottes. Dieses Vorgehen widerspricht Röm 1 diametral:
1. Die Erkenntnis Gottes muss nach Röm 1 nicht erarbeitet werden, sondern liegt offen zutage.
2. Es geht in Röm 1 nur um die Erklärung dafür, wie es zur Nichterkenntnis Gottes kommt. Hierzu muss man sich entscheiden, die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederzuhalten (V.18).
3. Der Inhalt dieser Erkenntnis ist nicht der „erste Beweger“ oder dergleichen, sondern eine umfassende Entfaltung göttlicher Eigenschaften vor unseren Augen.
4. Nicht dem Menschen kommt in Röm 1 die Ehre zu, sondern Gott. Dem Mensch bleibt nur die Schande, Wahrheit durch Ungerechtigkeit niedergehalten zu haben.
5. Der Mensch hat in den Gottesbeweisen nur eine rudimentäre Gottesvorstellung und muss von diesem Punkt weitergehen zu der Frage, wer dieser Gott eigentlich ist und welche Konsequenzen dies hat. In Röm 1 hingegen liegt Gottes Wesen in den für uns wichtigen Aspekten schon offen:

„Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien;“ (V.20)

In V.32 wird sogar gesagt, dass der Wille Gottes an die Menschen erkennbar ist. In reformierten Bekenntnisschriften wird an dieser Stelle allerdings hinzugefügt, dass diese Erkenntnis nur ausreiche, um den Zorn Gottes zu erkennen, nicht jedoch die Gnade Gottes. Aber das ist nicht richtig. Denn in Apg. 14,17 spricht Paulus einen weiteren Teil natürlicher Gotteserkenntnis an: „Er (Gott) ließ in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen, obwohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und eure Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte.“ Hier wird also ganz deutlich das Erbarmen Gottes über die Menschen deutlich, die zwar um seinen Zorn wissen, aber gleichzeitig seine Gnade jeden Tag ganz einfach daran erkennen könnten sollten, dass er ihnen Regen und Sonne schenkt und ihnen sogar soviel gibt, dass sie sich freuen können.

Der moderne Mensch wird hier allerdings einwenden, dass diese Vorstellungen von Gotteserkenntnis bestenfalls für ein vorwissenschaftliches Zeitalter gelten und seit der Evolutionstheorie keineswegs mehr in dem „Geschaffenen“ Gott erkannt werden könne. Tatsächlich berührt die Evolutionstheorie den Gedanken dieses Textes noch nicht einmal – unabhängig von der Frage, was sie überhaupt erklären kann. Denn Paulus nennt hier die Erkannbarkeit von Gottes „ewiger Kraft“ und „Göttlichkeit“. Dieses Wissen kann man durch andere Bibelstellen noch ergänzen: nach Psalm 104,24 hat Gott die Erde „mit Weisheit“ gegründet und jeder, der sich mit Gottes Werken beschäftigt, weiß, was damit gemeint ist. Die Evolutionstheorie kann bestenfalls erklären, warum es Nutzen gibt. Sie kann aber nicht erklären, wieso die Welt Gottes Herrlichkeit wiederspiegelt. Ein Nutzen wäre doch auch mit weniger Vielfalt, weniger Schönheit, weniger Komplexität weniger Herrlichkeit gegeben. Woher kommt die Erhabenheit, die Majestät, eben die Göttlichkeit, die sich in allem Geschaffenen noch wiederspiegelt? Sie erklärt auch nicht die Zeit für Vergnügen und Dankbarkeit, wo sie doch angeblich nur die Überlebensvorteile selektiert. Alle evolutionistischen Erklärungsversuche hierfür bleiben bruchstückhaft.
Und zuletzt scheitert sie an der Liebe Gottes. Sie kann nicht erklären, wie Menschen auf Feindesliebe kommen, die so weit geht, dass sie jemand für seine Feinde sogar aus Liebe töten lässt. In der Natur finden wir vielleicht noch die Selbstaufopferung für die eigenen Kinder oder für Freunde. Aber kein Tier und kein Mensch wird von seiner natürlichen Veranlagung seine eigenen Kinder für seine Feinde aus Liebe opfern. Die Liebe Gottes übersteigt alles, was wir von der Natur kennen und lenkt unseren Blick direkt auf den Schöpfer. Damit ist das Kreuz selbst der beste Gottesbeweis der Geschichte. Vor ihm kommt der Zweifler zur Ruhe.
Zentrale Bibelstellen: Röm 1 und 2 Apg 14,17

(Quelle: biblipedia.de; leicht gekürzte und veränderte Fassung)

Gab es einen urkirchlichen „Kommunismus“?

Es gibt zwei Stellen im Neuen Testament, die immer wieder angeführt werden, um zu belegen, dass die Urchristen kommunistisch gelebt haben:

1. „Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apg.2,44f)

2. „Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sonder es war ihnen alles gemeinsam.“ (Apg. 4,32)

Ist das die Beschreibung einer kommunistischen Lebensweise? Es ist auf jeden Fall kommunistischer als alles, was Linke Politiker und ihre Anhänger in Deutschland zu leben bereit sind, weil sie sich darauf beschränken, den Kommunismus vom Staat zu fordern.

Aber es handelt sich hier tatsächlich nicht um Kommunismus, und dafür gibt es einen einfachen Grund:
Im Kommunismus, würden diese Aussagen keinen Sinn machen. Wenn niemand Eigentum besitzt weist man nicht darauf hin, dass niemand etwas von seiner Habe sein eigen nennt. Im Kommunismus gibt es keine Habe, und die Tatsache, dass niemand da ist, der etwas seine Habe nennt, ist lächerlich und ganz sicher kein Hinweis darauf, dass die Menschen ein Herz und eine Seele sind!

Der Unterschied besteht darin, dass hier formal der Besitz abgegeben wird, während er im Kommunismus nicht existiert. Das mag finanziell auf das Gleich hinauslaufen, ist aber ein erheblicher Unterschied! Denn hier wird das Einkommen, Verdienst etc. nicht abgeschafft und auch nicht verpönt, sondern verteilt – nach den Regeln der Liebe. Handelte es sich um einen Kommunismus, fände die Verteilung nicht nur ohne Liebe statt, sie verhindert sie sogar, denn wie kann man etwas aus Liebe geben, wenn man gar nichts besitzt? Und gerade das Abgeben ist ein sehr wichtiger Teil der Liebe, wenn auch nicht der einzige.
Es gibt bis heute christliche Gruppen, die aufgrund dieser Bibelstellen einen wirklichen Kommunismus leben – es ist nebenbei bemerkt die einzige mir bekannte Form des Kommunismus, die überhaupt jemals halbwegs funktioniert hat und nicht wie in den atheistischen Spielarten immer in Diktaturen ausgearet ist. Es handelt sich um die Hutterer, und vermutlich auch die Amish-People. Wer mal einen Bericht über diese Geselschaften gelesen oder gesehen hat, wird schnell merken, dass die beiden o.g. Verse so dort nie erlebt werden könnten, weil Kommunismus für liebevolles Abgeben keinen Raum lässt (vgl. in diesem Zusammenhang 1.Joh 3,17). In meinen Augen ist das Einschläfern der Liebe unter den Menschen eine schlimmere Eigenschaft des Kommunismus als die Unfreiheit oder der wirtschaftliche Entwicklungsstand.

In der Apostelgeschichte trübte bald ein Ereignis das Bild: Hananias und Saphira verkauften ebenfalls ihren Besitz, behielten aber einen Teil des Geldes heimlich für sich und gaben den Rest der Gemeinde. Interessant ist die Reaktion von Petrus darauf:
„Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? Blieb es nicht dein, wenn es unverkauft blieb, und war es nich, nachdem es verkauft war, in deiner Verfügung? Warum hast du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott.“ (Apg. 5,3f)

Die Fragen sind rethorisch gemeint und mit „Ja“ zu beantworten: Ja, es war dein Feld, und ja, es war dein Geld. So etwas könnten Hutterer u.a. nie sagen.