Snake-Speech

Die Abschiedsrede von Hillary Clinton wurde von vielen Seiten als würdevoller Abgang gewürdigt. Es ist grundsätzlich nett, Verlierer nicht auch noch mit Füßen zu treten, aber ganz nüchtern betrachtet hat sie ihre Anhänger zum Kampf aufgerufen. Sie hat zwar auch gesagt, dass sie das Ergebnis anerkennen werde, aber dass es sich lohne, für linke Werte zu kämpfen. Tosender Applaus und eine Rednerin, die mit einem bitteren jetzt-kannste-mal-sehen-Blick in die Runde nickt. Hat sie damit nur den politischen Kampf gemeint?

Wenig später brannten die ersten Autos und der Mob tobt bis jetzt in zahlreichen Städten durch die Straßen. Hat sie das mit „Kampf“ gemeint? Spätestens jetzt wäre es ein guter Zeitpunkt gewesen, um sich von der Gewalt zu distanzieren. Hat sie aber nicht. Und daher muss man ihr im vollem Umfang unterstellen, dass sie exakt genau das gemeint und ihre Anhänger zur Gewalt gegen die neue Regierung aufgerufen hat.

Interessant hierbei: der Protest geht nicht in erster Linie von Afroamerikanern aus oder Hispanics sondern von Studenten. Der Aufstand veranschaulicht meine These, dass es eigentlich um einen Kampf zwischen Universitäts-Aristokratie und Wirtschafts-Aristokratie geht.

Welche Hautfarbe hat Donald Trump?

Klar ist, dass sie sich ständig ändert: von Blutorange, unreifem grünen Kürbis über gesund bis aschfahl ist alles dabei. Nach meinem Eindruck fallen diese Schwankungen innerhalb eines Nachrichtenmagazins aber weniger auf. So bevorzugt die tagesschau offenbar den Ton Blutorange, während die FAZ einen sehr gesunden Hautton zeigt. Das linke Wochenmagazin DIE ZEIT beweist mit einem aktuellen Foto zum Thema Gesundheitszustand eine betont runzelige Haut und eine fahle Gesichtsfarbe. In der Boulevardpresse sind die Schwankungen stärker, vermutlich weil einfach die Zeit für Bildebarbeitung fehlt. Sie bieten alles von grün bis rot. Schönes Beispiel dafür, wie man mit Weißabgleich Politik machen kann.

Und was ist mit Hillary Clinton? In der deutschen Presse erfreut sie sich einer sehr stabilen und neutralen bis gesunden Hautfarbe. In den amerikanischen Medien sind die Abweichungen nach meinem ersten Überblick übrigens ähnlich stark wie bei Trumps Hautfarbe in den deutschen Medien. Auch hier habe ich alles von grün über orange bis aschfahl gesehen.

Nachtrag: Blau, offenbar hatte ich diese Hautfarbe übersehen, aber sie scheint sich für Donald Trump durchzusetzen. Hauptsache die Berichterstattung ist neutral.

Evolutionstheorie in der Zwickmühle

Die klassische Evolutionstheorie erklärt Verhalten durch Funktion. Auch aktuelle Lehrbücher der Verhaltensbiologie beschäftigen sich daher mit Kosten – Nutzen – Analysen für die Zeit, die Tiere in den Nachwuchs investieren, in die Nahrungsbeschaffung, ggf. Abwehr von Feinden etc.

Auf der anderen Seite gibt es ein starkes Bestreben, Tiere als gefühlsfähige Wesen mit einem reichen Innenleben darzustellen, und der Nachweis dieses Innenlebens funktioniert regelmäßig über den Nachweis von nutzlosen Verhaltensweisen. Die kleinen unlogischen Entscheidungen, die niemandem nützen, aber einfach Spaß machen, wie z.B. im Schnee einen Abhang runterrutschen etc.

Der Konflikt, der sich daraus für die Evolutionstheorie ergibt, scheint bisher kaum jemandem aufgefallen zu sein: ein Biologe muss sich entscheiden, ob er der Evolutionstheorie die Schuld an der Entseelung der Welt gibt und damit an den Umweltkatastrophen, die aus dieser kalten Sicht entstanden sind, oder ob er weiter Tiere als Reproduktionseinheiten darstellt.

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